Das Heilige Abendmahl

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210. Das Heilige Abendmahl wurde vom Herrn eingesetzt, damit durch dasselbe eine Verbindung der Kirche mit dem Himmel, und so mit dem Herrn sei: darum ist dasselbe das Heiligste des Gottesdienstes.

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211. Wie aber durch dasselbe eine Verbindung Statt habe, fassen diejenigen nicht, welche nichts von dem innern oder geistigen Sinne des Wortes wissen; denn diese denken nicht über den äußern Sinn, welcher der Buchstabensinn ist, hinaus. Aus dem innern oder geistigen Sinn des Wortes weiß man, was Leib und Blut, und was Brot und Wein, dann auch was das Essen bedeutet.

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212. In diesem Sinn ist der Leib oder das Fleisch des Herrn das Gute der Liebe, ebenso das Brot, und das Blut des Herrn ist das Gute des Glaubens, ebenso der Wein; und das Essen ist die Aneignung und Verbindung. Die Engel, die bei einem Menschen sind, der das Sacrament des Abendmahls begeht, verstehen diese Dinge nicht anders, denn sie fassen alles geistig; daher kommt, daß das Heilige der Liebe und das Heilige des Glaubens alsdann von den Engeln her bei dem Menschen einfließt, somit durch den Himmel vom Herrn; daher die Verbindung.

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213. Daraus geht hervor, daß der Mensch, wenn er das Brot nimmt, welches der Leib ist, mit dem Herrn verbunden wird durch das Gute der Liebe zu Ihm [und] von Ihm; und, wenn er den Wein nimmt, welcher das Blut ist, mit dem Herrn verbunden wird durch das Gute des Glaubens an Ihn [und] von Ihm. Man muß jedoch wissen, daß eine Verbindung mit dem Herrn durch das Sacrament des Abendmahles bloß bei denen Statt hat, die im Guten der Liebe und des Glaubens an den Herrn vom Herrn her sind: bei diesen findet durch das Heilige Abendmahl eine Verbindung Statt, bei den Uebrigen ist Gegenwart, und nicht Verbindung.

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214. Ueberdies schließt das Heilige Abendmahl in sich und umfaßt den ganzen in der Israelitischen Kirche eingesetzten Gottesdienst; denn die Brandopfer und die [andern] Opfer [sacrificia], in welchen der Gottesdienst dieser Kirche hauptsächlich bestand, wurden mit Einem Wort Brot genannt: daher auch das Heilige Abendmahl ihre Zusammenfassung [complementum] ist.

Aus den Himmlischen Geheimnissen.

Weil man nicht wissen kann, was das Heilige Abendmahl in sich schließt, wenn man nicht weiß, was die Einzelnheiten dabei bedeuten, (denn diese entsprechen geistigen Dingen,) so ist anzuführen, was der Leib und das Fleisch, was das Brot, was der Wein, was das Essen und Trinken bedeutet; dann auch von den Opfern, in welchen der Gottesdienst der Israelitischen Kirche hauptsächlich bestand, daß sie das Brot genannt wurden.

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215. Vom Heiligen Abendmahl. Die Mittagsmahle und die Abendmahle bezeichneten Zusammengesellung durch Liebe, N. 3596. 3832. 4745. 5161. 7996. Das Ostermahl bezeichnete eine Zusammengesellung im Himmel, N. 7836. 7997. 8001. Das Fest der ungesäuerten Brote oder das Osterfest bezeichnete die vom Herrn bewirkte Befreiung von der Verdammniß, N. 7095. 7867. 9286 bis 9292. 10655: im innersten Sinn die Erinnerung an die Verherrlichung des Menschlichen des Herrn, weil von daher die Befreiung kam, N. 10655.

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216. Von dem Leib und Fleisch. Das Fleisch des Herrn bedeutet das Göttliche Gute Seiner Göttlichen Liebe, welches das Seines Göttlich-Menschlichen ist, N. 3813. 7850. 9127. 10283. Ebenso der Leib, N. 2543. 3735. 6135. Das Fleisch bedeutet im Allgemeinen das Wollende, somit das Eigene des Menschen, das an sich betrachtet böse ist, vom Herrn belebt bedeutet es aber das Gute, N. 148. 149. 780. 999. 3813. 8409. 10283. Das Fleisch ist daher im Worte der ganze Mensch und jeder Mensch, N. 574. 1050. 10283.

Wir sagen hier und im Folgenden, es bezeichne [significet], und dies darum, weil es entspricht, denn alles, was entspricht, das bezeichnet, N. 2896. 2179. 2987. 2989. 3002. 3225. Das Wort ist in lauter Entsprechungen geschrieben, und daher kommt sein innerer oder geistiger Sinn, und ohne Kenntniß der Entsprechungen kann man nicht wissen, was er ist, und kaum daß er ist, N. 3131. 3472 bis 3485. 8645. 10687. In Folge dessen besteht durch das Wort eine Verbindung des Himmels mit dem Menschen der Kirche, N. 10687. Mehr hierüber sehe man in dem Werke von dem Himmel und der Hölle, N. 303 bis 310, wo von der Verbindung des Himmels mit dem Menschen der Kirche durch das Wort gehandelt wird.

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217. Von dem Blut. Das Blut des Herrn bedeutet das Göttliche Wahre als hervorgehend aus dem Göttlichen Guten Seiner Göttlichen Liebe, N. 4735. 6978. 7317. 7326. 7846. 7850. 7877. 9127. 9393. 10026. 10055. 10152. 10240. Das auf den Altar rings umher und an die Grundlage gesprengte Blut bezeichnete die Vereinigung des Göttlichen Wahren und des Göttlichen Guten im Herrn, N. 10047. Das Traubenblut bezeichnet das Wahre des Glaubens aus dem Guten der Liebethätigkeit, N. 6378. Die Traube. [Uva] und der Traubenstengel [Botrus] bedeutet das geistig Gute, welches das Gute der Liebethätigkeit ist, N. 5117. Blut vergießen heißt Gewalt anthun dem Göttlichen Wahren, N. 374. 1005. 4735. 5476. 9127. Was wird bezeichnet durch das, daß aus der Seite des Herrn Blut und Wasser floß? N. 9127. Was durch das, daß der Herr den Menschen erlöst habe durch Sein Blut? N. 10152.

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218. Von dem Brot. Das Brot bedeutet, wo vom Herrn die Rede ist, das Göttliche Gute der Göttlichen Liebe des Herrn, und das Gegenseitige des Menschen, der es ißt, N. 2165. 2177. 3478. 3735. 3813. 4211. 4217. 4755. 4976. 9323. 9545. Das Brot schließt in sich und bezeichnet alle Speise überhaupt, N. 2165. 6118. Die Speise bedeutet alles, was das geistige Leben des Menschen nährt, N. 4976. 5147. 5915. 6277. 8418. so das Brot alle himmlische und geistige Speise, N. 276. 680. 2165. 2177. 3478. 6118. 8410. somit alles, was ausgeht aus dem Munde Gottes, nach den Worten des Herrn, Matth. 4, 4. N. 681. Das Brot im Allgemeinen bezeichnet das Gute der Liebe, N. 2165. 2177. 10686: ebenso der Weizen, aus dem das Brot [gemacht wird], N. 3941. 7605. Wo im Worte Brot und Wasser genannt wird, wird das Gute der Liebe und das Wahre des Glaubens bezeichnet, N. 9323. Das Brotbrechen war das Vorbildende der wechselseitigen Liebe in den Alten Kirchen, N. 5405. Die geistige Speise ist die Wissenschaft, Einsicht und Weisheit, somit das Gute und das Wahre, weil aus diesen jene kommen, N. 3114. 4459. 4792. 5147. 5293. 5340. 5342. 5410. 5426. 5576. 5582. 5588. 5655. 8562. 9003; und weil sie dem Geiste Nahrung geben, N. 4459. 5293. 5576. 6277. 8418. Die Erhaltung durch Speise ist geistige Ernährung und Einfluß des Guten und Wahren vom Herrn, N. 4976. 5915. 6277.

Die Brote auf dem Tisch in der Stiftshütte bezeichneten das Göttliche Gute der göttlichen Liebe des Herrn, N. 3478. 9545. Die Speisopfer [Minchae] bei den Opfern, welche Kuchen und Fladen waren, bezeichneten den Gottesdienst aus dem Guten der Liebe, N. 4581. 10079. 10137. Was bezeichneten die verschiedenen Speisopfer im Besondern? N. 7978. 9992. 9993. 9994. 10079.

Die Alten verstanden, wenn sie das Brot nannten, darunter alle Speise überhaupt, man sehe 1 Mos. 43, 16. 31. 2 Mos. 18, 12. Richt. 13, 15. 16. 1 Sam. 14, 28. 29. Kap. 20, 24. 27. 2 Sam. 9, 7. 10. 1 Kön. 4, 22. 23. 2 Kön. 25, 29.

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219. Vom Wein. Der Wein bezeichnet, wo vom Herrn die Rede ist, das aus Seinem Göttlichen Guten hervorgehende Göttliche Wahre, das Gleiche wie das Blut, N. 1071. 1798. 6377. Der Wein bedeutet im Allgemeinen das Gute der Liebethätigkeit, N. 6377. Der Most bedeutet das Wahre aus dem Guten im Natürlichen Menschen, N. 3580. Der Wein wurde Traubenblut genannt, N. 6378. Der Weinberg bezeichnet die Kirche in Rücksicht des Wahren, N. 9139. 3220. Das Trankopfer [Libamen] bei den Opfern, welches Wein war, bezeichnete das geistige Gute, welches das heilige Wahre ist, N. 1072. Der Herr allein ist heilig, daher alles Heilige von Ihm ist, N. 9229. 9680. 10359. 10560. Das vom Herrn ausgehende Göttliche Wahre ist das, was im Worte das Heilige heißt, N. 6788. 8502. 9229. 9820. 10361.

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220. Vom Essen und Trinken. Essen bedeutet angeeignet und verbunden werden durch Liebe und Liebethätigkeit, N. 2187. 2343. 3168. 3513. 5643. Es bedeutet daher auch zusammengesellt werden, N. 8001. Essen wird gesagt von der Aneignung und Verbindung des Guten, und Trinken von der Aneignung und Verbindung des Wahren, N. 3168. 3513. 3832. 9412. Was bedeutet essen und trinken im Reiche des Herrn? N. 3832. Daher kommt, daß Hunger haben und dürsten im Worte bedeutet aus Neigung verlangen nach dem Guten und Wahren, N. 4958. 10227.

Die Engel verstehen das, was hier gesagt worden, nicht anders als nach dem innern oder geistigen Sinn, weil sie in der geistigen Welt sind, N. 10521. In Folge dessen fließt Heiliges aus dem Himmel ein bei den Menschen der Kirche, wenn sie das Sacrament des Abendmahls heilig begehen, N. 6789. und von daher kommt die Verbindung des Herrn, N. 1519. [1594. 3519.] 3464. 3735. 5915. 10521. 10522.

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221. Von den Opfern. Die Brandopfer und [andere] Opfer waren sinnbildliche Bezeichnungen aller Dinge des Gottesdienstes aus dem Guten der Liebe und den Wahrheiten des Glaubens, N. 923. 6905. 8680. 8936. 10042. Die Brandopfer und [andere] Opfer bezeichneten die himmlisch göttlichen Dinge [Divina Coelestia], welche die innern der Kirche sind, aus welchen die Gottesverehrung [kommt], N. 2180. 2805. 2807. 2830. 3519. mit einer Variation und einem Unterschied je nach den Verschiedenheiten der Gottesverehrung, N. 2805. 6905. 8936. Darum gab es mehrere Gattungen von Opfern und bei diesen ein verschiedenes Verfahren, und auch verschiedene Thiere, aus welchen sie [bestanden], N. 2830. 9391. 9990. Die mancherlei Dinge, welche sie im Allgemeinen bezeichneten, können an den Einzelnheiten ersehen werden, wenn sie durch den geistigen Sinn entwickelt worden sind, N. 10042. Was bezeichneten die Opferthiere im Besondern? N. 10042. In dem Ritual und im Verfahren bei den Opfern sind Geheimnisse des Himmels enthalten, N. 10057. Im Allgemeinen sind darin enthalten die Geheimnisse der Verherrlichung des Herrn, und im beziehungsweisen Sinne die Geheimnisse der Wiedergeburt und Reinigung des Menschen vom Bösen und Falschen, weshalb sie galten für verschiedene Versündigungen, Verschuldungen und Reinigungen, N. 9990. 10022. 10042. 10055. 10057. Was wurde bezeichnet durch das Handauflegen auf die Opferthiere? N. 10025. Was dadurch, daß bei den Brandopfern die untern Theile der geschlachteten Thiere auf die obern gelegt wurden? N. 10051. Was durch die Speisopfer, welche alsdann auch angezündet wurden? N. 10079. Was durch das Trankopfer? N. 4581. 10137. Was durch das Salz, das ebenfalls gebraucht wurde? N. 10300. Was durch den Altar und alles, was dazu gehörte? N. 921. 2777. 2784. 2811. 2812. 4489. 4541. 8935. 8940. 9388. 9389. 9714. 9726. 9963. 9964. 10028. 10123. 10151. 10242. 10245. 10344. Was durch das Feuer des Altars? N. 934. 6314. 6832. Was durch das Mitessen von den geheiligten Stücken? N. 2187. 8682. Daß nicht die Opfer, sondern Liebethätigkeit und Glaube geboten waren, daß sie somit bloß zugelassen waren, aus dem Worte nachgewiesen, N. 922. 2180. Warum sie zugelassen waren, N. 2180. 2818.

Daß die Brandopfer [Holocausta] und die Schlachtopfer [Sacrificia], zu welchen Lämmer, Ziegen, Schafe, junge Ziegenböcke, Böcke, junge Stiere, Ochsen genommen wurden, mit Einem Worte Brot hießen, kann aus folgenden Stellen erhellen: „Der Priester soll sie anzünden auf dem Altar, ein Brot der Feuerung dem Jehovah,“ 3 Mos. 3, 11. 16. „Die Söhne Aharon's sollen heilig sein ihrem Gott, und nicht entweihen den Namen ihres Gottes, weil die Feuerungen Jehovah's, das Brot ihres Gottes, sie darbringen. Du sollst ihn heiligen, weil das Brot deines Gottes er darbringt. Ein Mann vom Samen Aharon's, an dem ein Fehler ist, soll nicht hinzutreten, das Brot seines Gottes darzubringen,“ 3 Mos. 21. 6. 8. 17. 21. „Gebiete den Söhnen Israel's, und sprich zu ihnen: Meine Opfergabe, Mein Brot, zu Feuerungen des Cherubs der Ruhe, sollt ihr Acht haben Mir darzubringen zu ihrer festgesetzten Zeit,“ 4 Mos. 28, 2. „Wer Unreines anrührt, soll nicht essen vom Geheiligten, sondern sein Fleisch waschen in Wasser, und nachher essen vom Geheiligten, weil dieses sein Brot ist,“ 3 Mos. 22, 6. 7. „Welche auf Meinem Altar beflecktes Brot darbringen,“ Malach. 1, 7. Darauf gründet sich nun, daß oben N. 214. gesagt wurde: „Das Heilige Abendmahl schließt in sich und umfaßt den ganzen in der Israelitischen Kirche eingesetzten Gottesdienst; denn die Brand- und Schlachtopfer, in welchen der Gottesdienst dieser Kirche hauptsächlich bestand, wurden mit Einem Worte das Brot genannt; daher ist auch das Heilige Abendmahl dessen Zusammenfassung“ [complementum].

Aus all diesem kann man nun sehen, was unter dem Brot verstanden wird bei Johannes: „Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: nicht Moses hat ihnen Brot aus dem Himmel gegeben, sondern Mein Vater giebt euch das wahre Brot aus dem Himmel; denn das Brot Gottes ist das, welches aus dem Himmel herabstieg, und Leben giebt der Welt. Sie sprachen zu Ihm: Herr, gieb uns allezeit dieses Brot! Jesus sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu Mir kommt, wird nicht hungern, und wer an Mich glaubt, wird niemahls dürsten. Wer an Mich glaubt, hat das ewige Leben; Ich bin das Brot des Lebens; dieses ist das Brot, das aus dem Himmel herabkam, damit wer davon isset, nicht sterbe: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, wenn jemand von diesem Brot isset, wird er leben in Ewigkeit,“ 6, 31 bis 35. 47 bis 51. Aus diesen und jenen Stellen ist offenbar, daß das Brot alles Gute ist, das vom Herrn hervorgeht; denn der Herr Selbst ist in Seinem Guten; somit daß das Brot und der Wein im Heiligen Abendmahl der ganze Dienst des Herrn aus dem Guten der Liebe und des Glaubens sind.

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222. Diesem soll noch Einiges beigefügt werden aus den Himmlischen Geheimnissen, N. 9127. „Wer von dem innern oder geistigen Sinn des Wortes keine Kenntniß hat, weiß nicht anders, als daß unter dem Fleisch und Blut im Worte Fleisch und Blut verstanden wird, allein im innern oder geistigen Sinn wird nicht gehandelt vom Leben des Leibes, sondern vom Leben der Seele des Menschen, das ist, von dessen geistigem Leben, das er leben wird in Ewigkeit; dieses Leben wird im Wort im Buchstabensinn durch solche Dinge beschrieben, welche dem Leben des Leibes angehören, nämlich durch Fleisch und Blut; und weil das geistige Leben des Menschen durch das Gute der Liebe und durch das Wahre des Glaubens besteht, so wird das Gute der Liebe unter dem Fleisch, und das Wahre des Glaubens unter dem Blut im innern Sinne des Wortes verstanden: diese werden unter dem Fleisch und Blut im Himmel verstanden; ebenso unter dem Brot und Wein, weil dort unter dem Brot ganz das Gleiche verstanden wird, wie unter dem Fleisch, und unter dem Wein ganz das Gleiche, wie unter dem Blut: diejenigen aber, welche nicht geistige Menschen sind, fassen dieses nicht; mögen sie also in ihrem Glauben bleiben, wenn sie nur glauben, daß im Heiligen Abendmahl und im Worte Heiliges ist, weil vom Herrn; sei's, daß sie nicht wissen, wo dies Heilige liegt, so mögen doch die, welche einiges tiefere Innewerden haben, erwägen, ob Fleisch unter dem Fleisch, und Blut unter dem Blut verstanden werden kann in folgenden Stellen; in der Offenbarung: ‚Ich sah einen Engel in der Sonne stehen, welcher mit großer Stimme rief, und sprach zu allen Vögeln, welche in Mitten des Himmels fliegen: Versammelt euch zum Mahle des großen Gottes, damit ihr esset Fleisch der Könige, und Fleisch der Obersten, und Fleisch der Starken, und Fleisch der Rosse, und der auf ihnen Sitzenden, und Fleisch aller Freien und Knechte, [und] der Kleinen und Großen,‘ 19, 17. 18: Wer wird diese [Worte] je verstehen, wenn er nicht weiß, was das Fleisch im innern Sinne bedeutet, und wenn nicht, was die Könige, die Obersten, die Starken, die Rosse, die auf ihnen Sitzenden, die Freien und die Knechte? Und bei Ezechiel: ‚So sprach der Herr Jehovah: Sprich zu allem Vogel (des Himmels), zu allem Thier des Feldes: Versammelt euch und kommt; versammelt euch ringsher zu Meinem Opfer, das Ich euch opfere, ein großes Opfer auf den Bergen Israel's, damit ihr esset Fleisch, und trinket Blut; das Fleisch der Starken sollt ihr essen, und das Blut der Fürsten der Erde sollt ihr trinken, und Fett essen bis zur Sättigung, und Blut trinken bis zur Betrunkenheit, von Meinem Opfer, das Ich euch opfere; gesättigt sollt ihr werden an Meinem Tisch mit Roß und Wagen, mit dem Starken und mit jedem Mann des Kriegs: so will Ich Meine Herrlichkeit unter die Völkerschaften bringen,‘ 39, 17. 18. 19. 20. 21. Es wird hier von der Zusammenberufung Aller zum Reich des Herrn gehandelt, und insbesondere von der Gründung der Kirche bei den Heiden; und durch Fleisch essen und Blut trinken wird bezeichnet sich aneignen Göttlich Gutes und Göttlich Wahres, das vom Göttlich-Menschlichen des Herrn ausgeht: wer kann nicht sehen, daß hier nicht Fleisch unter dem Fleisch, noch Blut unter dem Blut verstanden wird, wie daß sie Fleisch der Starken essen, und Blut der Erdenfürsten trinken, und daß sie Blut bis zur Berauschung trinken sollten; ferner daß sie gesättigt werden sollten mit Roß, Wagen, mit dem Starken und jedem Kriegsmann? Was durch die Vögel des Himmels und die Thiere des Feldes im geistigen Sinn bezeichnet wird, sehe man im Werk von dem Himmel und der Hölle, N. 110. und in den Anmerkungen dort (1). Nun erwäge man das, was der Herr von Seinem Fleisch und von Seinem Blut gesagt hat bei Johannes: ‚Das Brot, das Ich geben werde, ist Mein Fleisch: wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr nicht esset das Fleisch des Menschensohnes, und trinket Sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch: wer Mein Fleisch isset, und Mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und Ich werde ihn auferwecken am letzten Tage: wer Mein Fleisch isset, und Mein Blut trinkt, bleibet in Mir, und Ich in ihm: Dies ist das Brot, das vom Himmel herabsteigt,‘ 6, 50 bis 58. Daß das Fleisch des Herrn das Göttliche Gute, und das Blut das Göttliche Wahre, beides von Ihm ist, kann daraus erhellen, daß diese es sind, welche das geistige Leben des Menschen nähren; daher gesagt wird: ‚Mein Fleisch ist wahrhaft Speise, und Mein Blut ist wahrhaft Trank;‘ und weil der Mensch durch das Göttlich Gute und Wahre mit dem Herrn verbunden wird, so heißt es auch: Wer Mein Fleisch isset und Mein Blut trinkt, wird das ewige Leben haben; und er bleibt in Mir, und Ich in ihm;“ und weiter oben in demselben Kapitel: „Wirket nicht Speise, die vergeht, sondern Speise, welche bleibt in das ewige Leben,“ Vers 27. Daß das Bleiben im Herrn ist in der Liebe zu Ihm sein, lehrt der Herr selbst bei Johannes, Kap. 15, 2 bis 12.

Druckseiten 200–203 im Original