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8. Daß das Ende der Kirche vorhanden ist, wann kein Glaube, weil keine Liebethätigkeit [mehr] da ist, ist in dem Werkchen vom Jüngsten Gericht und dem zerstörten Babylonien gezeigt worden, N. 33 bis 39 u. folg. Weil sich nun die Kirchen in der christlichen Welt bloß durch Solches unterschieden hatten, was Angehör des Glaubens war, und doch kein Glaube ist, wo keine Liebethätigkeit ist, so will ich hier der Lehre selbst Einiges über die Lehre von der Liebethätigkeit bei den Alten vorausschicken. Es heißt, die Kirchen in der Christenwelt, und unter diesen werden die Kirchen bei den Protestanten oder Evangelischen verstanden, nicht aber bei den Päpstlichen, da ja bei diesen keine Christliche Kirche ist, denn wo eine Kirche ist, da wird der Herr angebetet und das Wort gelesen; anders bei jenen, dort werden sie selbst statt des Herrn angebetet, und wird das Volk vom Lesen des Wortes zurückgehalten, auch wird der Ausspruch des Papstes ihm gleich gesetzt, ja sogar über dasselbe gestellt.
9. Die Lehre von der Liebethätigkeit, welche die Lebenslehre ist, war die Lehre selbst in den Alten Kirchen, über welche Kirchen man in den Himmlischen Geheimnissen nachsehe, N. 1238. 2385. und diese Lehre verband alle Kirchen, und machte so aus mehreren Eine: denn als Menschen der Kirche erkannten sie alle die an, welche im Guten der Liebethätigkeit lebten, und nannten [sie] Brüder, wie sehr sie auch außerdem in den Wahrheiten, die heut zu Tage die des Glaubens genannt werden, von einander abwichen; hierin unterwies der Eine den Andern; was zu ihren Werken der Liebethätigkeit gehörte. Sie waren auch nicht unwillig, wenn der Eine der Ansicht des Andern nicht beitrat, weil sie wußten, daß ein Jeder nur so viel Wahres aufnimmt, als er im Guten ist. Weil die Alten Kirchen so beschaffen waren, so waren sie innigere Menschen, und weil inniger, so waren sie auch weiser; denn wer im Guten der Liebe und Liebethätigkeit ist, ist seinem innern Menschen nach im Himmel, und hier in Betreff desselben in einer engelischen Gesellschaft, die in gleichem Guten ist; daher war auch die Erhebung ihres Gemüthes gegen das Inwendige hin, und in Folge dessen hatten sie Weisheit; denn die Weisheit kann nicht anderswoher kommen, als aus dem Himmel, das heißt, durch den Himmel vom Herrn; im Himmel aber ist Weisheit, weil sie dort im Guten sind. Weisheit ist, das Wahre sehen aus dem Lichte des Wahren, und das Licht des Wahren ist das Licht, das im Himmel ist. Aber diese alte Weisheit nahm ab mit dem Fortgang der Zeit; denn in wie weit das Menschengeschlecht vom Guten der Liebe zum Herrn, und der Liebe gegen den Nächsten, welche Liebe die Liebethätigkeit genannt wird, sich entfernte, in so weit entfernte es sich auch von der Weisheit, weil es sich in so weit vom Himmel entfernte: daher kommt, daß der Mensch von einem Innerlichen ein Aeußerlicher geworden ist, und dies nach und nach; und da der Mensch äußerlich wurde, so wurde er auch weltlich und fleischlich; und ist er so beschaffen, so kümmert er sich wenig um die Dinge des Himmels, denn alsdann nehmen ihn ganz ein die Lustgefühle irdischer Liebearten, und mit ihnen das Böse, das den Menschen aus diesen Liebearten heraus angenehm ist, und dann ist das, was er über das Leben nach dem Tode, über Himmel und Hölle, mit einem Wort, über geistige Dinge, hört, gleichsam außerhalb seiner, und nicht innerhalb seiner, wie es doch sein sollte. Daher kommt auch, daß die Lehre von der Liebethätigkeit, die in so großem Werthe bei den Alten stand, heut zu Tage zu den verloren gegangenen Dingen gehört: denn wer weiß wohl heut zu Tage, was Liebethätigkeit im wahren Sinne ist, und was im wahren Sinn der Nächste ist, während jene Lehre nicht nur dies lehrt, sondern auch außerdem noch unzähliges Andere, wovon man heut zu Tage nicht den tausendsten Theil weiß: die ganze heilige Schrift ist nichts Anderes, als die Lehre der Liebe und Liebethätigkeit; was auch der Herr lehrt, wenn Er sagt: „Du sollst lieben den Herrn, deinen Gott, aus deinem ganzen Herzen, und deiner ganzen Seele, und in deinem ganzen Gemüthe; dies ist das erste und große Gebot: das zweite ist ihm gleich: du sollst lieben deinen Nächsten, wie dich selbst; von diesen zwei Geboten hängen ab das Gesetz und die Propheten,“ Matth. 22, 37. 38. 39. Gesetz und Propheten sind das Wort in Allem und Jedem.
10. Im Folgenden werden den einzelnen Lehrgegenständen Zusammenträge aus den Himmlischen Geheimnissen beigefügt werden, weil in diesen dieselben vollständiger erklärt sind.
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