Von dem Glauben

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108. Niemand kann wissen, was der Glaube seinem Wesen nach ist, wofern er nicht weiß, was Liebethätigkeit ist, weil da, wo keine Liebethätigkeit ist, auch kein Glaube ist; denn die Liebethätigkeit macht Eines aus mit dem Glauben, wie das Gute mit dem Wahren; denn was der Mensch liebt oder was ihm theuer ist, das ist für ihn das Gute, und was der Mensch glaubt, das ist für ihn das Wahre; daraus geht hervor, daß eine ähnliche Vereinigung Statt hat zwischen der Liebethätigkeit und dem Glauben, wie zwischen dem Guten und Wahren; welcherlei diese Vereinigung ist, kann erhellen aus dem, was schon früher von dem Guten und dem Wahren gesagt worden ist.

Druckseite 107 im Original

109. Es findet auch eine solche Vereinigung Statt zwischen der Liebethätigkeit und dem Glauben, wie zwischen dem Willen und dem Verstande bei dem Menschen; denn diese beiden Vermögen sind es, welche das Gute und Wahre aufnehmen, der Wille das Gute, und der Verstand das Wahre; somit nehmen diese beiden Vermögen auch die Liebethätigkeit und den Glauben auf, weil das Gute Sache der Liebethätigkeit, und das Wahre Sache des Glaubens ist; daß die Liebethätigkeit und der Glaube bei dem Menschen sind, und in ihm, weiß Jeder, und weil sie bei ihm sind und in ihm, so sind sie nirgend anderswo als in seinem Willen und Verstande, denn alles Leben des Menschen ist in diesen und von daher; der Mensch hat auch Gedächtniß, allein dieses ist bloß der Vorhof, in welchem Solches gesammelt wird, was in den Verstand und den Willen eingehen soll. Hieraus erhellt, daß eine ähnliche Vereinigung Statt hat zwischen der Liebethätigkeit und dem Glauben, wie zwischen Willen und Verstand; wie diese Verbindung beschaffen ist, kann erhellen aus dem, was über den Willen und den Verstand schon früher gesagt worden ist.

Druckseiten 107–108 im Original

110. Die Liebethätigkeit verbindet sich mit dem Glauben bei dem Menschen, wenn der Mensch das will, was er weiß und inne wird; das Wollen gehört zur Liebethätigkeit, und das Wissen und Innewerden [percipere] zum Glauben; der Glaube geht in den Menschen ein und wird sein eigen, wenn er will und liebt, was er weiß und inne wird; bis dahin ist derselbe außerhalb seiner.

Druckseite 108 im Original

111. Der Glaube wird nicht Glaube bei dem Menschen, wenn er nicht geistig wird, und er wird nicht geistig, wenn er nicht Sache der Liebe wird, und er wird dann Sache der Liebe, wenn der Mensch liebt, das Wahre und Gute in's Leben übergehen zu lassen, das heißt, zu leben gemäß dem, was in dem Worte geboten ist.

Druckseite 108 im Original

112. Der Glaube ist die Neigung zum Wahren aus dem Wollen des Wahren, weil es wahr ist, und das Wahre wollen, weil es wahr ist, ist das eigentlich Geistige des Menschen; denn es ist abgeschieden [abstractum] vom Natürlichen, welches ist, das Wahre wollen nicht um des Wahren willen, sondern um des eigenen Ruhmes, Rufes und Gewinnes willen; das Wahre abgetrennt von solchen Dingen ist geistig, weil es aus dem Göttlichen ist; was aus dem Göttlichen hervorgeht, ist geistig, und dies wird mit dem Menschen verbunden durch die Liebe; denn die Liebe ist geistige Verbindung.

Druckseiten 108–109 im Original

113. Der Mensch kann Vieles wissen, denken und verstehen, was aber nicht mit seiner Liebe übereinstimmt, das wirft er von sich, wenn er sich selbst überlassen denkt; darum verwirft er es auch nach dem Leben des Körpers, wenn er im Geist ist; denn bloß das bleibt im Geiste des Menschen, was in seine Liebe eingedrungen ist; das Uebrige wird nach dem Tode als Fremdes angesehn, das er, weil es nicht Sache seiner Liebe ist, zum Hause hinauswirft. Im Geiste des Menschen, sagten wir, weil der Mensch nach dem Tode als Geist lebt.

Druckseite 109 im Original

114. Eine Vorstellung vom Guten, das Sache der Liebethätigkeit, und vom Wahren, das Sache des Glaubens ist, kann man sich bilden von dem Licht und der Wärme der Sonne her; wenn das Licht, das aus der Sonne hervorgeht, mit der Wärme verbunden ist, was zur Frühlings- und Sommerszeit geschieht, dann keimt und blüht alles auf dem Erdboden; wenn aber in dem Lichte keine Wärme ist, wie zur Winterszeit, dann erstarrt und erstirbt alles auf dem Erdboden: das geistige Licht ist auch wirklich das Wahre des Glaubens, und die geistige Wärme ist Liebe. Hieraus kann man sich eine Vorstellung machen von dem Menschen der Kirche, wie dieser beschaffen ist, wenn bei ihm der Glaube mit der Liebethätigkeit verbunden ist, daß er nämlich ist wie ein Garten und Paradies; und wie er beschaffen ist, wenn bei ihm der Glaube nicht mit der Liebethätigkeit verbunden ist, daß er dann ist wie eine Wüste und ein mit Schnee bedecktes Land.

Druckseiten 109–110 im Original

115. Das Vertrauen oder die Zuversicht, welche man die des Glaubens nennt, und den eigentlich seligmachenden Glauben heißt, ist nicht geistiges, sondern natürliches Vertrauen oder Zuversicht, wenn es das des bloßen Glaubens ist; das geistige Vertrauen oder die geistige Zuversicht hat ihr Wesen und Leben aus dem Guten der Liebe, nicht aber von dem Wahren des getrennten Glaubens; das Vertrauen des getrennten Glaubens ist todt; weßhalb das wahre Vertrauen nicht möglich ist bei denen, die ein böses Leben führen: auch das Vertrauen, daß die Seligmachung Statt habe in Folge des Verdienstes des Herrn bei'm Vater, wie auch immer das Leben des Menschen beschaffen war, ist nicht aus dem Wahren. Alle, welche im geistigen Glauben sind, haben die Zuversicht, daß sie vom Herrn selig gemacht werden; denn sie glauben, daß der Herr in die Welt kam, um das ewige Leben zu geben denen, welche glauben und leben gemäß den Geboten, die Er gelehrt hat, und daß Er diese wiedergebäre und sie für den Himmel geschickt mache; und daß Er dies Selbst Allein thue ohne Zuthun des Menschen aus reiner Barmherzigkeit.

Druckseite 110 im Original

116. Glauben, was das Wort, oder was die Lehre der Kirche lehrt, und nicht dem gemäß leben, erscheint wie Glaube, auch meinen Einige, sie werden durch ihn selig; durch ihn allein aber wird niemand selig, denn er ist ein Beredungsglaube, und wie dieser beschaffen ist, soll nun gesagt werden.

Druckseite 110 im Original

117. Beredungsglaube ist, wenn man an das Wort und an die Lehre der Kirche glaubt und sie liebt, nicht um des Wahren, und des ihm gemäßen Lebens willen, sondern um des Gewinnes, der Ehre, des Rufes der Gelehrsamkeit willen, als der Zwecke; daher auch die, welche in diesem Glauben sind, nicht den Herrn und den Himmel, sondern sich und die Welt im Auge haben. Diejenigen, die in der Welt nach Großem trachten und Vieles begehren, stehn in stärkerer Beredung, daß das das Wahre sei, was die Kirche lehrt, als die, welche nicht nach so Großem trachten und nicht Vieles begehren; die Ursache hievon ist, weil die Lehre der Kirche ihnen nur ein Mittel zu ihren Zwecken ist, und in wie weit man die Zwecke begehrt, in so weit liebt man die Mittel, und [in so weit] glaubt man auch. Die Sache verhält sich aber an sich so: in wie weit man im Feuer der Selbst- und Weltliebe steht, und aus diesem Feuer heraus redet, predigt und handelt, in so weit ist man in jener Selbstberedung; und dann weiß man nicht anders, als daß es so sei: wenn man aber nicht im Feuer jener Lieblingsneigungen ist, dann glaubt man wenig, und Viele glauben gar nicht: hieraus erhellt, daß der Beredungsglaube ein Glaube des Mundes, und nicht des Herzens ist, daß er also an sich nicht Glaube ist.

Druckseite 111 im Original

118. Diejenigen, welche im Beredungsglauben stehen, wissen nicht aus irgend einer innern Erleuchtung, ob es Wahres oder Falsches ist, was sie lehren, ja sie kümmern sich auch nicht darum, wenn es nur von dem großen Haufen geglaubt wird; denn sie sind in keiner Neigung zum Wahren um des Wahren willen; daher sie vom Glauben abfallen, wenn sie der Ehrenstellen und des Gewinnes beraubt werden, wenn nur der Ruf keine Gefahr läuft, denn der Beredungsglaube ist nicht inwendig bei dem Menschen, sondern steht draußen, bloß im Gedächtnisse, aus der er seine Lehren hervorlangt: daher verschwindet auch dieser Glaube mit seinen Wahrheiten nach dem Tode, denn alsdann bleibt vom Glauben nur das, was inwendig im Menschen ist, das heißt, was im Guten Wurzel geschlagen hat, somit was Sache des Lebens geworden ist.

Druckseiten 111–112 im Original

119. Die, welche im Beredungsglauben stehen, werden unter Folgenden bei Matthäus verstanden: „Viele werden an jenem Tage zu Mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht durch Deinen Namen geweissagt, und durch Deinen Namen Dämonen ausgetrieben, und in Deinem Namen viele Kraftthaten [virtutes] gethan? allein dann werde Ich ihnen bekennen: Ich kenne euch nicht, ihr Uebelthäter,“ 7, 22. 23. Dann bei Lucas: „Dann werdet ihr anheben zu sagen: Wir haben vor Dir gegessen und getrunken, und in unsern Straßen hast Du gelehrt; Er aber wird sprechen: Ich sage euch, Ich weiß nicht, woher ihr seid, weichet von Mir, alle Uebelthäter,“ 13, 26. 27. Sie werden auch verstanden unter den fünf thörichten Jungfrauen, welche kein Oel in den Lampen hatten, bei Matthäus: „Endlich kamen jene Jungfrauen, und sprachen: Herr, Herr, öffne uns! Er aber wird antworten und sprechen: Amen, Ich sage euch, Ich kenne euch nicht,“ 25: 11. 12. Das Oel in den Lampen ist das Gute der Liebe im Glauben.

Aus den Himmlischen Geheimnissen.

Druckseite 112 im Original

120. Wer nicht weiß, daß alles im Weltall sich auf das Wahre und Gute bezieht, und auf die Verbindung beider, damit etwas hervorgebracht werde, weiß [auch] nicht, daß alle Dinge der Kirche sich auf den Glauben und die Liebe und auf die Verbindung beider beziehen, damit eine Kirche bei'm Menschen sei, N. 7752 bis 7762. 9186.9224. Alles im Weltall, was der Göttlichen Ordnung gemäß ist, bezieht sich auf das Gute und Wahre, und auf die Verbindung beider, N. 2452. 3166. 4390. 4409. 5232. 7256. 10122. 10555. Die Wahrheiten sind Sache des Glaubens, das Gute Sache der Liebe, N. 4552. 4353. 4997. 7178. 10367. Dies ist der Grund, warum in dieser Lehre vom Guten und Wahren gehandelt worden ist; weshalb man aus dem, was dort angeführt worden ist, den Schluß auf den Glauben und die Liebe machen, und wissen kann, wie sie beschaffen sind, wenn sie verbunden, und wie, wenn sie nicht verbunden sind, wobei man Liebe statt Gutes, und Glauben statt Wahres setzt, und dann die Anwendung macht.

Wer nicht weiß, daß Alles und Jedes bei'm Menschen sich auf den Verstand und den Willen und auf die Verbindung beider bezieht, damit der Mensch Mensch sei, erkennt auch nicht mit Klarheit, daß alle Dinge der Kirche sich auf den Glauben und die Liebe und auf die Verbindung beider beziehen, damit in dem Menschen die Kirche sei, N. 2231. 7752.7753. 7754. 9224.9995. 10122. Der Mensch hat zwei Vermögen, von denen das eine der Verstand, und das andere der Wille genannt wird, N. 641. 805. 3623.5194. Der Verstand ist Aufnehmer der Wahrheiten; somit dem geweiht, was zum Glauben gehört, und der Wille ist der Aufnehmer des Guten, somit dem geweiht, was zur Liebe gehört, N. 9300. 9930. 10064. Dies ist der Grund, warum in dieser Lehre auch von dem Willen und dem Verstande gehandelt worden ist; denn aus dem, was dort angeführt ist, kann man auch einen Schluß auf den Glauben und die Liebe machen, und wissen, wie sie beschaffen sind, wenn verbunden, und wie beschaffen, wenn sie nicht verbunden sind, wobei man sich die Liebe im Willen, und den Glauben im Verstande denkt.

Wer nicht weiß, daß der Mensch ein Inneres und ein Aeußeres, oder einen Innern und einen Aeußern Menschen hat, und daß alle Dinge des Himmels sich auf den Innern Menschen, und alle Dinge der Welt sich auf den Aeußern Menschen beziehen, und daß ihre Verbindung ist, wie die Verbindung der geistigen Welt mit der natürlichen Welt, weiß auch nicht, was der geistige Glaube und die geistige Liebe ist, N. 4292. 5132. 8610. Daß es einen Innern und einen Aeußern Menschen giebt, und daß der Innere Mensch der geistige Mensch ist, und der Aeußere der natürliche, N. 978. 1015. 4459.6309. 9701 bis 9709. Daß der Glaube geistig, daß also der Glaube Glaube ist, so weit er im Innern Menschen ist, ebenso die Liebe, N. 1594. 5987. 8443. Und in wie weit man die Wahrheiten, welche die des Glaubens sind, liebt, in so weit werden sie geistig, N. 1594. 3987. Dies ist der Grund, warum von dem Innern und dem Aeußern Menschen gehandelt worden ist; denn aus dem, was dort angeführt ist, kann man den Schluß auf den Glauben und auf die Liebe machen, wie sie beschaffen sind, wenn sie geistig, und wie beschaffen, wenn sie nicht geistig sind, somit in wie weit sie der Kirche, und wie weit sie nicht der Kirche angehören.

Druckseiten 112–114 im Original

121. Der von der Liebe oder Liebethätigkeit getrennte Glaube ist wie das Licht des Winters, in welchem alles auf dem Erdboden erstarrt, und keine Ernte, Frucht und Blüte hervorgebracht wird, der mit der Liebe oder Liebethätigkeit verbundene Glaube hingegen ist wie das Licht des Frühlings und des Sommers, in welchem alles blüht und hervorgeht, N. 2251. 3140. 3412.3413. Das winterliche Licht, welches das [Licht] des von der Liebethätigkeit getrennten Glaubens ist, wird in dicke Finsterniß verkehrt, wenn das Licht aus dem Himmel einfließt; und diejenigen, welche in diesem Glauben stehen, kommen dann in Blindheit und Stumpfsinn, N. 3412. 3413. Die, welche den Glauben von der Liebethätigkeit trennen in Lehre und Leben, sind in Finsterniß, somit in Unkenntniß des Wahren, und im Falschen, denn dieses ist Finsterniß, N. 9186. Sie stürzen sich in Falsches und das Böse von daher, N. 3325. 8094. Irrthümer und Falschheiten, in die sie sich stürzen, N. 4721. 4730. 4776. 4783. 4925. 7779. 8313. 8765.9224. Das Wort ist ihnen verschlossen, N. 3773. 4783.8780. Sie sehen nicht und beachten nicht alles das, was der Herr so oft gesagt hat von der Liebe und Liebethätigkeit, und von ihren Früchten oder ihrem durch die That sich erweisenden Guten, wovon N. 1017. 3416. Sie wissen auch nicht, was das Gute, somit auch nicht, was die Himmlische Liebe, und was die Liebethätigkeit ist, N. 2417. 5605. 4136.9995.

Der von der Liebethätigkeit getrennte Glaube ist kein Glaube, N. 654.724. 1162. 1176.2049.2116. 2340. 2349.3419.3849.3863. 6348. 7039. 9242. 9783. Ein solcher Glaube verliert sich im andern Leben, N. 2228. 5820. Wenn man den Glauben allein als Prinzip aufstellt, so werden die Wahrheiten befleckt durch das Falsche des Prinzips, N. 2385. Sie lassen sich auch nicht überzeugen, weil es gegen ihr Prinzip ist, N. 2385. Die Lehrbestimmungen vom Glauben allein zerstören die Liebethätigkeit, N. 6353.8094. Diejenigen, welche den Glauben von der Liebethätigkeit trennen, sind durch Kain, durch Cham, durch Ruben, durch die Erstgebornen der Aegypter, und durch die Philister vorgebildet worden, N. 3325. 7097. 7317.8093. Diejenigen, welche den Glauben allein zum seligmachenden machen, entschuldigen das Leben des Bösen, und diejenigen, welche im Leben des Bösen sind, haben keinen Glauben, weil keine Liebethätigkeit, N. 3865. 7766. 7778.7790.7950.8094. Sie sind inwendig im Falschen ihres Bösen, obschon sie es nicht wissen, N. 7790. 7950. Darum kann das Gute nicht mit ihnen verbunden werden, N. 8931. 8983. Auch im andern Leben sind sie gegen das Gute und gegen die, welche im Guten sind, N. 7097. 7127.7317.7502. 7545.8096. 8313. Die von Herzen Einfältigen, und doch Weisen, wissen, was das Gute des Lebens, somit was die Liebethätigkeit, nicht aber was der getrennte Glaube ist, N. 4741.4754.

Alle Dinge der Kirche beziehen sich auf das Gute und Wahre, somit auf die Liebethätigkeit und den Glauben, N. 7752.7753.7754. Nicht eher ist die Kirche bei dem Menschen, als bis die Wahrheiten seinem Leben eingepflanzt, und so zum Guten der Liebethätigkeit geworden sind, N. 3310. Die Liebethätigkeit macht die Kirche, und nicht der von der Liebethätigkeit getrennte Glaube, N. 809. 916. 1798. 1799. 1834. 1844. Das Innere der Kirche ist die Liebethätigkeit, N. 1799. 7755. Daher kommt, daß keine Kirche ist, wo keine Liebethätigkeit ist, N. 4766. 5826. Die Kirche wäre Eine, wenn Alle nach der Liebethätigkeit [ex charitate] betrachtet würden, obgleich sie in Ansehung der Glaubenslehren und in Ansehung der gottesdienstlichen Gebrauche [cultus ritualia] verschieden wären, N. 1286. 1516. 1798. 1799. 1834. 1844. 2385. 2982. 3267. 3451. Wie viel Gutes wäre in der Kirche, wenn der Liebethätigkeit die erste Stelle eingeräumt würde, und dem Glauben die zweite, N. 6269. 6272. Jede Kirche beginnt mit der Liebethätigkeit, wendet sich aber mit dem Fortgang der Zeit abwärts zum Glauben, und endlich zum bloßen Glauben, N. 1834. 1835. 2231. 4683.8094. Zur letzten Zeit der Kirche ist kein Glaube da, weil keine Liebethätigkeit, N. 1843. Der Dienst [cultus] des Herrn besteht im Leben der Liebethätigkeit, N. 8254. 8256. Die Beschaffenheit des Gottesdienstes [cultus] verhält sich gemäß der Beschaffenheit der Liebethätigkeit, N. 2190. Die Menschen der Aeußern Kirche haben ein Inneres, wenn sie in der Liebethätigkeit stehen, N. 1100. 1102. 1151.1155. Die Lehre in den Alten Kirchen war die Lebenslehre, welche die Lehre von der Liebethätigkeit ist, nicht aber die Lehre vom getrennten Glauben, N. 2417. 2385. 3419. 3420. 4844. 6628. 7259 bis 7262.

Der Herr säet und pflanzt das Wahre in das Gute der Liebethätigkeit, wenn Er den Menschen wiedergebiert, N. 2065. 2189. 3310. Anders kann der Same, welcher das Wahre des Glaubens ist, nicht Wurzeln fassen, N. 880. Das Gute und die Wahrheiten wachsen hernach gemäß der Qualität und der Quantität der aufgenommenen Liebethätigkeit, 1016. Das Licht des Wiedergeborenen ist nicht aus dem Glauben, sondern aus der Liebethätigkeit durch den Glauben, N. 854. Die Glaubenswahrheiten gehen, wenn der Mensch wiedergeboren wird, mit der Lust der Neigung ein, weil er sie zu thun liebt, und sie werden mit derselben Neigung wieder hervorgerufen, weil sie zusammenhängen, N. 2484. 2487.3040.3066. 3074. 3356. 4018. 5895.

Diejenigen, welche in der Liebe zum Herrn, und in der Liebethätigkeit gegen den Nächsten leben, verlieren nichts in Ewigkeit, weil sie mit dem Herrn verbunden sind; anders ist es mit denen, die im getrennten Glauben stehen, N. 7506. 7507. Der Mensch bleibt so, wie sein Leben der Liebethätigkeit, nicht wie sein getrennter Glaube beschaffen ist, N. 8256. Bei denen, die in der Liebethätigkeit lebten, kehren alle Zustände des Angenehmen im andern Leben wieder, und werden in's Ungemessene vermehrt, N. 823. Die himmlische Seligkeit fließt von dem Herrn ein in die Liebethätigkeit, weil in das eigenste Leben des Menschen, nicht aber in den von der Liebethätigkeit getrennten Glauben, N. 2363. Im Himmel werden Alle nach der Liebethätigkeit, niemand aber nach dem getrennten Glauben angesehen, N. 1258. 1394. In den Himmeln werden auch Alle gemäß ihrer Liebearten zusammengesellt, N. 7085. Niemand wird in den Himmel eingelassen durch das Denken, sondern durch das Wollen des Guten, N. 2401.3459. Wofern nicht das Thun des Guten verbunden ist mit dem Wollen des Guten und mit dem Denken des Guten, findet keine Seligmachung, und keine Verbindung des Innern Menschen mit dem Aeußern Statt, N. 3987. Der Herr und der Glaube an Ihn wird im andern Leben von keinen Andern aufgenommen, als von denen, die in der Liebethätigkeit sind, N. 2343.

Das Gute ist in fortwährendem Verlangen und Streben von daher, sich mit den Wahrheiten zu verbinden, somit die Liebethätigkeit mit dem Glauben, N. 9206. 9207. 9495. Das Gute der Liebethätigkeit erkennt sein Glaubenswahres an, und das Glaubenswahre sein Gutes der Liebethätigkeit, N. 2429. 3101. 3102. 3161. 3179.3180. 4358.5807.5835. 9637. Von daher kommt eine Verbindung des Glaubenswahren mit dem Guten der Liebethätigkeit, wovon N. 3854. 4096. 4097. 4301. 4345. 4353. 4364. 4368. 5365. 7625 bis 7627.7752 bis 7762. 8530. 9258. 10555. Ihre Verbindung ist wie die einer Ehe, N. 1904. 2173. 2508. Das Gesetz der Ehe ist, daß zwei Eines ausmachen sollen, gemäß dem Worte des Herrn, N. 10130. 10168. 10169. Somit der Glaube und die Liebethätigkeit, N. 1904. 2173. 2508. Daher ist der Glaube, welcher [wirklich] Glaube ist, seinem Wesen nach Liebethätigkeit, N. 2228. 2839. 5180. 9783. So wie das Gute das Sein einer Sache ist, und das Wahre das Existiren von daher, so ist die Liebethätigkeit das Sein der Kirche, und der Glaube das Existiren von daher, N. 3049. 3180. 4574. 5002.9154. Das Wahre des Glaubens lebt aus dem Guten der Liebethätigkeit, somit ist das Leben gemäß den Glaubenswahrheiten die Liebethätigkeit, N. 1589. 1947.3579.4070.4096. 4097.4736. 4757. 4884.5147. 5928.9154.9667. 9841.10729. Es kann keinen Glauben geben außer in der Liebethätigkeit; wenn er nicht in der Liebethätigkeit ist, so ist kein Gutes in dem Glauben, N. 2261.4368. Der Glaube lebt nicht bei dem Menschen, wenn dieser die Dinge des Glaubens nur weiß und denkt, sondern wenn er sie will, und aus dem Wollen sie thut, N. 9224.

Es giebt keine Seligmachung durch den Glauben, sondern durch ein den Glaubenswahrheiten gemäßes Leben, und dieses Leben ist die Liebethätigkeit, N. 379. 389. 2228. 4663.4721. Diejenigen, welche aus der Lehre der Kirche denken, daß der Glaube allein selig mache, werden selig, wenn sie das Gerechte thun um des Gerechten willen, und das Gute um des Guten willen, denn so sind sie doch in der Liebethätigkeit, N. 2442. 3242. 3459. 5463. 7506. 7507. Wenn der bloße Denkglaube selig machen könnte, so würden alle selig werden, N. 2363. 10659. Die Liebethätigkeit macht den Himmel bei dem Menschen, und nicht der Glaube ohne diese, N. 3815.3513.3584. 9832. 10714. 10715. 10721. 10724. Im Himmel werden Alle nach der Liebethätigkeit, und nicht nach dem Glauben angesehen, N. 1258. 1394. 2363. 4802. Die Verbindung des Herrn mit dem Menschen geschieht nicht durch den Glauben, sondern durch ein Leben gemäß den Wahrheiten, welche die des Glaubens sind, N. 9580. 10143. 10153. 10310. 10578. 10645. 10648. Der Herr ist der Baum des Lebens, das Gute der Liebethätigkeit ist die Frucht, und der Glaube die Blätter, N. 3427.9337. Der Glaube ist die kleine Leuchte, und die Liebe die große Leuchte, N. 30 bis 38.

Die Engel aus dem himmlischen Reiche des Herrn wissen nicht, was der Glaube ist, so daß sie ihn nicht einmahl nennen; die Engel aus dem geistigen Reiche des Herrn hingegen reden vom Glauben, weil sie über die Wahrheiten in Erörterungen eingehn [ratiocinantur], N. 202. 203. 337. 2715. 3246.4448.9166. 10786. Die Engel im himmlischen Reiche des Herrn sagen bloß ja, ja, oder nein, nein, die Engel aus dem geistigen Reiche des Herrn hingegen lassen sich in Untersuchungen ein [ratiocinantur], ob etwas so ist, oder nicht, wenn die Rede ist von geistigen Wahrheiten, welche Angehör des Glaubens sind, N. 2715. 3246.4448.9166. 10786, wo erklärt werden die Worte des Herrn: „Eure Rede sei ja ja, nein nein, was darüber ist, das ist vom Uebel,“ Matth. 5, 37: daß die himmlischen Engel so sind, hat seinen Grund darin, daß sie die Wahrheiten des Glaubens sogleich in's Leben übergehen lassen, und nicht wie die geistigen Engel erst in's Gedächtniß; und von daher sind die himmlischen Engel im Innewerden alles dessen, was zum Glauben gehört, N. 202.585.597.607.784. 1121. 1387. 1398. 1442. 1919. 5113.5897.6367.7680.7877.8521. 8780. 9938.9995. 10124.

Das Vertrauen oder die Zuversicht, welche in ganz besonderem Sinne der seligmachende Glaube genannt wird, findet nur bei denen Statt, die im Guten sind in Ansehung des Lebens, also bei denen, welche in der Liebethätigkeit sind, N. 2982. 4352. 4683. 4689. 7762. 8240. 9239 bis 9245. Wenige wissen, was diese Zuversicht ist, N. 3868. 4352.

Welche Verschiedenheit ist zwischen dem Glauben dessen, was von Gott ist, und dem an Gott glauben, N. 9239. 9243. Etwas anderes ist wissen, etwas anderes anerkennen, und etwas anderes Glauben haben, N. 896.4319. 5664 [½]. Es giebt Wißthümliches des Glaubens, Vernünftiges des Glaubens, und Geistiges des Glaubens, N. 2504. 8076. Das Erste ist die Anerkennung des Herrn, N. 10083. Alles das ist gut, was vom Herrn bei dem Menschen einfließt, N. 1614. 2016. 2751. 2882. 2883. 2891. 2892.2904.6193.7643. 9128.

Es giebt einen Beredungs-Glauben, der jedoch nicht Glaube ist, 2343. 2682.2689. 3427.3865.8148.

Nach verschiedenen Schlußfolgerungen scheint es, als ob der Glaube früher sei als die Liebethätigkeit, allein es ist Täuschung, N. 3324. Schon aus dem bloßen Vernunftlichte kann man wissen, daß das Gute die erste Stelle einnimmt, somit die Liebethätigkeit, und das Wahre die zweite Stelle, somit der Glaube, N. 6273. Das Gute, somit die Liebethätigkeit ist wirklich an erster Stelle, oder das Erste der Kirche, und das Wahre, somit der Glaube, an zweiter Stelle, oder das Zweite der Kirche, obgleich es anders erscheint, N. 3324. 3325. 3330.3336. 3494. 3539. 3548.3556. 3570. 3576. 3603. 3701. 3995. 4337.4601. 4925.4926. 4928. 4930. 5351. 6256. 6269. 6272. 6273. 8042. 8080. 10110. Bei den Alten wurde auch über das Erste oder Erstgeborne der Kirche gestritten, ob es der Glaube, oder ob es die Liebethätigkeit sei, N. 367. 2435. 3324.

Druckseiten 114–121 im Original

122. Die zwölf Jünger des Herrn bildeten die Kirche hinsichtlich aller Dinge des Glaubens und der Liebethätigkeit im Gesammtumfange vor, gerade wie die zwölf Stämme Israels, N. 2129.3354.3488.3858.6397. Petrus, Jacobus und Johannes bildeten den Glauben, die Liebethätigkeit und das Gute der Liebethätigkeit in ihrer Ordnung vor, N. 3750. Petrus den Glauben, N. 4738. 6000. 6073. 6344. 10087. 10580. Und Johannes das Gute der Liebethätigkeit, [man sehe das] Vorwort zu Kap. 18 und zu Kap. 22 des ersten Buches Mose; daß zur letzten Zeit der Kirche kein Glaube an den Herrn sein würde, weil keine Liebethätigkeit, ward dadurch vorgebildet, daß Petrus den Herrn dreimahl verläugnete, bevor der Hahn dreimahl gekraht hatte; Petrus ist nämlich hier im vorbildlichen Sinne der Glaube, N. 6000.6073. Der Hahnenschrei bedeutet im Worte ebenso wie die Morgendämmerung die letzte Zeit der Kirche, N. 10134. Und drei oder dreimahl bezeichnet das bis an's Ende Vollgefüllte, N. 2788. 4495.5159.9198. 10127. Das Gleiche wird bezeichnet durch das, daß der Herr, als Petrus den Johannes dem Herrn folgen sah, zu Petrus sagte: Was gehet es dich an, Petrus, folge du Mir nach, Johannes; denn Petrus hatte in Beziehung auf Johannes gesagt: Was soll aber dieser, Joh. 21, 21. 22. N. 10087. Weil Johannes das Gute der Liebethätigkeit vorbildete, so lag er an der Brust des Herrn, N. 3934. 10087. Das Gute der Liebethätigkeit macht die Kirche, auch wird es bezeichnet durch die Worte des Herrn am Kreuze zu Johannes: „Jesus sah seine Mutter, und den Jünger, den Er liebte, bei ihr stehen, und sagte zu Seiner Mutter: Weib, siehe dein Sohn! und zu dem Jünger sagte Er: siehe deine Mutter! und von dieser Stunde an nahm sie der Jünger zu sich,“ Joh. 19, 26. 27; unter Johannes wird das Gute der Liebethätigkeit und unter dem Weib und der Mutter die Kirche verstanden, und unter diesem Allen, daß die Kirche sein wird, wo das Gute der Liebethätigkeit ist; daß unter dem Weib im Worte verstanden wird die Kirche, [sehe man] N. 252. 253. 749.770. 3160. 6014. 7337.8994. Deßgleichen unter der Mutter, N. 289. 2691. 2717. 3703. 4257. 5581. 8897. 10490. Alle Personen- und Ortsnamen im Worte bezeichnen Dinge, wobei von jenen abgesehen wird, N. 768. 1888, 4310. 4442. 10329.

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