Auliang
mit Konsequenzen und perspektive
oder
Winsie zum Verständnis der Begriffe vom Artichrist, Tausenözätzrigen Reich und Behlußfragr der Menfchheit eke. Die Zahl 666. Siebenmaliges Rommen des BErrn. Enkwicklungsbild der Wenlchheit.
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Der „Autichrist“. (Ein geistiges Kolumbus Ei.)
Empfautzen durch Gottfried Mayerhofer am 28. April 1871.
Text: Offenbg. Johs., Elftes Kapitel.
Du plagst dich ab, diesem neuen Ankömmling in Meinem Garten der Wahrheit und der Liebe eine genügende Autwort auf feine Bitte zu geben, wegen Erklärung des 11. Kapitels der Offenbarung Meines Johannes, und aus den sibyllischen Büchern, welche er anführt. Nachdem Ich aber dich in dieser Beziehung nicht ohne alle Antwort lassen will. weil es nicht Mein Zweck ist, die Meuschen zu Grüblern zu machen über Wideissagungen und verschleierte Ereignisse, welche sich wohl ereignen werden, aber nicht so, wie ihr Menschen selbe zu deuten vermöget; da die Sprache der Entsprechungen euch fremd ist, so will Ich doch wenigstens diesem Mir mit so ganzem Herzen entgegenkommenden Manne vorerst begreiflich machen, daß in Meinen Lehren und Worten bei weitem mehr Heil und Segen liegt, wenn auch danach gelebt wird, als wenn er alle diese Zornschalen der Weissagungen Johannes deuten könnte. So viel kann Ich ihm sagen, daß die Erde samt ihrer ganzen Menschheit in dem Prozesse der Scheidung begriffen ist, und daß Alles, was da in Välde geschehen wird, in jenen Weissagungen geschrieben steht, aber nicht in dem Sinne erfüllt wird, wie er es deuten möchte. Denn „die Tage verkürzen“ heißt ja, eben wegen der Ausbreitung Meines Wortes,
Nr. 21. Zur Wiederkulut Christ. 7 die Reinigung der Erde von ihren schlechten Elementen beschleunigen, was so feit längerer Zeit geschieht; jedoch nicht auf dem Wege der Wunder, sondern auf ganz natürlichem Wege, damit nicht eine oder die andere Partei Nutzen daraus ziehen könnte! Stets leset ihr „vom Antichrist“, und die Meisten bilden sich ein, es sei eine Persönlichkeit, während, würden sie die Welt nur mit aufmerksamem Auge betrachten, sie so viele „Anti-Christen “ finden würden, daß die eigentlichen Nachfolger Christi oder Meiner Lehre mur ganz Wenige sind, und auch diese noch bei weitem nicht das geworden sind, was ste eigentlich sein sollten! Der eigentliche „Antichrist“ ist ja nur die allgemein herrschende Sucht und Neigung nach ganz andern Dingen, als was Meine Lehre prediget, d. h. es ist die herrschende Meinung von so vielen Menschen, wo der Kopf nur arbeitet, und das Herz zum Stillschweigen verdammt ist. So müßt ihr „den Kopf“ oder berechnenden Verstand (als geistiges Prinzip) als „Antichrist“ annehmen, der schon längst auf Erden sein Wesen treibt!) — mit verführerischen Beweisgründen den Menschen erklären will, daß nur was der Verstand erfassen und näher beleuchten kann, wahr sei, was das Herz aber fühlt oder ahnt, sei nur flüchtiger Nebel dunst einer aufgeregten Phantasie! — ! Daher die Lehre der „Materialisten“, als letzte Stufe der Verstandes-Weisheit, daher die Sucht nach Genuß, die Achtung blos der Mittel, um selbe befriedigen zu können, daher die Verachtung alles Edlen, Guten und Erhabenen, daher „das Wissen, und kein Glaube!“ Und doch vergessen die Menschen alle, was Ich einft sagte: „Euer Wissen ist alles Stückwerk!“ Alle diese Bilder in der „Apokalypfe“ des Johannes sind geistige Figuren, sind herrschende epidemische Geisteskrankheiten, die dann die Menschen treiben, regieren; und um diese Offenbarungen entziffern zu wollen, muß dein Bruder einen bei weitem höhern
Standpunkt sich denken, als dessen er wirklich jetzt erst fähig ist, er muß von Meinem Standpunkte aus die Welt, d. h. die geistige, innere Welt der auf dieser Erde in Körper eingehüllten Seelen sehen, lesen und verstehen lernen; muß dort sehen, wie die geistige Richtung sich wendet, wie Ich dann selbe zu Meinen Zwecken benütze, und wie statt alledem, was die Menschen möchten, nur Mein großes Ziel erstrebt wird! Kann er sich auf diesen Standpunkt erheben, dann wird er auch die Propheten (oder Männer, die Meine Lehre ftill verbreiten) erkennen, wird begreifen, was das heißt: „sie töteten selbe und ließen sie 3 1⁄2 Tage auf der Straße liegen“, was besagt, als die Menschheit die Lehren Meiner Auserwählten hörte, wollte sie selbe nicht anhören, noch annehmen, verhöhnten Meine Schreiber und Knechte, oder anders gefagt: betrachteten sie als nicht daseiende, als Tote, wiesen Meine Lehre zurück, oder ließen selbe auf „ossener Straße“ liegen, nicht an sie glaubend, aber auch nicht sie gänzlich verwerfend, bis nach kurzer Zeit (bildlich 3 1⁄2 Tage) die Wahrheit doch wieder siegte, oder der Totgeglaubte wieder lebendig wurde, dort seine Heimat suchte, von wo er gekommen war, d. h. zu Mir aufftieg. So, wenn dein Bruder die Offenbarung Meines lieben Johannes einst durchschauen kaun, wenn er begreift der Worte Sinn, d. h. was sie geistig bedeuten, dann wird er auch „die Stadt Babylon“ oder den „Ort der geistigen Verirrungen“, da wo sie nämlich am größten und erbittertsten find, leicht herausfinden.
*) seit dem ersten Sündenfalle eigentlich schon. (1. Mos. 3.) D. Hsg.
Ich aber, statt alle diesem, rate ihm, er solle seine sibyllischen Bücher und die Offenbarung Johannes bei Seite lassen; soll sich in Meine Lehre und Meine Worte vertiefen, dort sich hineindenken, fein eigenes Ich erforschen, ob und wie er nach diesen Lehren leben kann, und es wird sich für ihn selber dann ein Frieden und Trost ergeben, der weit schöner und besser ist, als das Herausfindenwollen der Welt-Ereignisse, und ihre geistige Bedeutung. Wenn er sich in Meine Arme wirft, dann kann er ruhig zusehen, was da kommen mag, er weiß ja dann, daß es zum Besten der verirrten Kinder ist, und wenn er aus Meinen Worten herauslesen wird, daß so die Welt nicht bestehen kann, weil Ich sie zu solchem Zwecke nicht erschuf, so wird er auch begreifen, daß
Ich wiederkommen muß,
um wenigstens zu retten, was noch zu retten ist! weßwegen auch er kein anderes Ziel erstreben soll (wie nun Jeder), als sich vorzubereiten, daß er würdig werde, unter Meine „Kinder“ gezählt, und nicht mit dem übrigen Unflate von der Erde weggewischt und vertilgt zu werden! Dieses sei sein Hauptzweck; er sagt auch in seinem Briefe, er habe 46 Jahre geschlafen, nun so danke er Mir jetzt, daß Ich ihn erwecket habe zum Glauben, zur Liebe und zu einem besseren Sein, schon hier auf dieser und noch mehr in jener Welt! Für ihn war auch „Meine Lehre“ bis jetzt eine „Apoka- Ilypse“ (Geheimnis), er verstaud sie nicht; jetzt aber, wo ihm der Schlüssel des Verständnisses dazu gegeben ist, jetzt soll er dort in seinem Herzen den Schatz suchen, der nur dort und nicht im Kopfe verborgen ist, dann wird Ruhe und Sicherheit in seinem Handeln und Wandeln den wahren Anhänger an Mich bezeichnen, der mit sich im Reinen, auch Andere leicht in's Reine bringen kann!
Dieses sei ihm gesagt von seinem Vater, DEr ihn wecken ließ, und nun auch Seinen Segen ihm sendet! Amen!
Das tansendjährige Reich. Empfangen durch Jakob Lorber zu Graz am 26. März 1864.
Ich habe dafür gesorgt, sorge jetzt, und werde auch künftig sorgen, daß Ich als der allein wahre Christus bei den Menschen zur wahren innern Lebensgeltung gelangen werde, wie Ich schon jetzt vielseitig dazu gelangt bin, und werde Mich fürderhin von keiner Macht mehr aus Meinem Lichtfelde vertreiben lassen, und das wird sein der wahre Fels, den die Macht der Hölle nicht überwinden wird: Ich werde sein der Eckstein, den die vielen Bauleute) nach Kreuz und quer verworfen haben; und wehe dem, der sich an diesem Eckstein stoßen wird; der wird sich zerschellen wie ein zerbrechlicher Topf; über den aber der Eckstein herfallen wird, der wird zu Staub und Asche zermalmt werden! Und mit dem wird da kommen Mein bis jetzt ganz mißverstandenes
Tausendjähriges Neich.
Denn wer besonders die Gestalt der alten arabischen Ziffern nur mit
einiger Aufmerksamkeit betrachtet, der wird in ihrer Gestalt auf dem Wege
) Weltverbesserer, tonangeben-wollende Schein-Philosophen und Gelehrte. D. Hsg.
der Entsprechung ganz etwas anderes ersehen, als nur die tausend Einheiten bei der Zahl tausend, sondern wie Ich sagte, ganz etwas anderes.
Die Zahl 1 2 stellt mit ihrem Einser Mich in der menschlichen Persönlichkeit dar; und die drei auf den Einser folgenden Nullen stellen Mich in der Fülle Meiner göttlichen Dreifaltigkeit dar, und so ist der Ausdruck „Tausend Jahre“ dahin zu verstehen, daß die Zahl 1000 Mich Selbst in der Fülle Meiner Göttlichkeit entsprechend darstellt (Jesus, Jehova, Zebaoth Immanuel); das Wort „Jahr“ aber stellt die Zeit vor, in welcher Ich bis ans Ende an der Spitze der Herrschaft verbleiben werde, und zum Teile Selbst, und zum Teile aber durch viele Meiner neu erweckten Knechte die Völker dieser Erde leiten und führen werde.“) Sie (die Menschen in solch' gesegneter Periode) werden zwar auch ihre Freiheitslebeusprobe durchzumachen haben, so wie jetzt, werden mit der Materie viel zu kämpfen haben, aber nach überstandenen Kämpfen werden sie mit dem Kleide der Unsterblichkeit angetan werden; und ihr stehet fonach in der großen Ueber— gangsz eit.
Wohl Jedem, der Solches in seinem Herzen gläubig annimmt, und sich nicht ärgert, wegen der vielen nun in dieser Welt vorkommenden Teufeleien, denn sie werden nicht lange währen; denn Ich werde sie Meiner Auserwählten wegen sehr abkürzen, und sie werden darob Mich loben und sehr frohlocken. Ich werde darum gerechte Herrscher oder Länderbeglücker nicht von ihren Throuen verstoßen, sondern sie mit Meinem Geiste erfüllen, und es wird dadurch Eine Heerde und Ein Hirte sein, auf daß Alles in Erfüllung gehe, was Ich bei Meiner irdischen Lebenszeit den Menschen geweissagt habe. Ich aber werde stehen an der großen Eingangspforte zum ewigen Leben, und werde Allen zurufen:
„Kommet Alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen „seid, Ich will euch Alle erquicken; Euer von Mir euch aufgelegtes „Joch solle fürder gar sanft und Meine Bürde sehr leichte werden!“ Das gebe Ich als euer lieber Herr und Vater hiemit euch kund und zu wissen.
Amen.
Schlußfrage der Nlenschheit.
Empfangen durch 7 G. Mayerhofer, Triest, 10. Febr. 1872.
J. Korintherbrief, Kap. 15, Vers 22—28.
22. Denn gleich wie sie in Adam Alle starben, also werden sie in Chrislo Alle lebendig gemacht werden.
23. Ein Jeglicher aber in seiner Ordnung. Der Erstling Christus. Darnach die Christo angehören, wenn er kommen wird.
21. Darnach das Ende, wenn Er das Reich Gott und dem Vater überantworten wird, wenn Er aufheben wird alle Herrschaft, und alle Obrigkeit und Gewalt.
) Wie dieß z. Teil der Fall war zur Zeit der Patriarchen und Adams auf der Höhe, siehe „Haushaltung Gottes“, und noch später unter Moses und den Richtern in Ifrael. D. Hsg.
25. Er muß aber herrschen, bis daß Er alle Seine Feinde unter Seine Füße lege.
26. Der letzte Feind, der aufgehoben wird, ist der Tod. (Ofsenbg. 20, 14.
27. Denn Er hat Ihm Alles unter Seine Füße getan. Wenn Er aber sagt, daß es Alles untertan sei, ist es offenbar, daß ausgenommen ist, Der Ihm Alles untergetan hat.
28. Weun aber Alles Ihm Aamtergetag sein wird, alsdann wird auch der Sohn selbst untertan sein Dem, der Ihm Alles untergetan hat, auf daß Gott sei Alles in Altem.
(Geist der Wahrheit durch Paulus, den Afaostel.)
Mein lieber Sohn ( Busch), schon manche Fragen und Zweifel, die in deinem Herzen aufstiegen, habe Ich erläutert und näher beleuchtet, und zwar nicht nur wegen dir allein, sondern für Alle, da es gar Viele gibt und noch geben wird, die an Meinen Worten herumfeilschen und grübeln, und den wahren, nicht blos den Buchstaben-Siun ergründen möchten. So hast du kaum erst über deine vorigen Zweifel eine umfassende Antwort erhalten, (über die Schöpfungspyramide als Ergänzung zum Worte über den Kuß (in Nro. 29), so führt dir ein von Mir zugelassener Zufall wieder einige Stellen aus der Bibel in die Hand, welche du erörtert haben möchtest, und glaubst mit dieser Erklärung deine Schlußfrage für dieses Leben beantwortet zu erhalten.
Ich sage dir aber, daß du damit nicht deine, sondern die Schlußfrage der ganzen Menschheit in dieser Antwort gelöset finden wirst; denn diese obigen Verse fassen den ganzen Cyklus von Jahrhunderten in fich, von Meinem Daruiederkommen auf eure Erde angefangen, d. h. von der Geburt zu Bethlehem bis zu Meiner nächsten und letzten euch nun bevorflehenden Wiederkunft.
Der erste oben angeführte Vers sagt dir ja schon in wenig Worten den großen Zweck Meiner dorkmaligen Erscheinung: wo es heißt: „denn gleich wie sie in Adam Alle sterben, so werden sie in Christo Alle lebendig gemacht werden.“ — Das Sterben in Adam bedeutet ja so nur das leib— liche oder materielle Vergehen, wo die Seele gleichsam in den Leib überge— gangen ist, indem sie statt den Körper zu vergeistigen, sich selbst verkörpert hat: es ist das der Zustand, wo die Menschheit (wie nun wieder) ganz nur mehr in materiellen Bedürfnissen und Genüssen ihren Hauptzweck glaubt, und Alles Geistige verleugnet und selbes mit Füßen tritt.
Dieser Zeitpunkt war es auch, wo gerade alle Umstände zusammentrafen, nicht nur Mein Darniederkommen zu ermöglichen, sondern auch einen größeren dauernden Erfolg zu sichern. Deßwegen sagt dieser Vers: Gleichwie körperlich Alles verwesen muß, so muß auch geiftig Alles ewig leben, wenn es in und durch Meine Lehre neu wiedergeboren wurde.
Was dieser Vers für jene Zeiten sagte und bedeutete, als dort Paulus an die ersten Christen schrieb, das gilt auch hente noch, nur in dem Sinne, daß bei jedem Menschen der alte Adam oder seine fleischlich-siinlichen Begierden ebenso wie das materielle Fleisch verwefen muß, wenn ein geistiger Fortschritt möglich sein, oder ein neuer geistiger Adam angezogen werden foll.
Ich Selbst sagte einst: Zwei Herren kann man nicht dienen! und so ist es auch unmöglich, ein Wie dergeborener in Meinem Reiche zu werden, ehe man die Welt und ihre Macht von sich abgestreift hat.
Dieses zu ermöglichen und zu erleichtern, war der Zweck Meiner Erscheinung auf eurer Erde.
Der nächste Vers sagt: „aber ein Jeglicher nach Seiner Ordnung“. Das will heißen, daß Ich mit dem Beispiel vorangehend euch Allen den Weg zeigen mußte, welchen ihr betreten müsset, so ihr wollt Meine Kinder sein, und Meines Reiches keilhaftig werden.
Solches erläutert auch derselbe Vers in seinen ferneren Worten: „Der Erstling Christus, darnach die Christo angehören, wann er kommen wird.“ Ich giug euch mit dem Beispiele tatsächlich voran, Ich bewies der ganzen Menschheit, welche Selbstverleugnung, welche Aufopferung dazu gehört, um Meiner würdig zu werden, und so dem großen Schöpfungsgedanken zu entsprechen, wie Moses selben anführt, wo es heißt: „Und Gott schuf den Menschen als Sein Ebenbild!“ welches nicht allein der Form, sondern seinem geistigen Inhalte entsprechen follte; denn Ich bin ein Geift, und Ich und Mein Ziel ist die höchste Vollkommenheit.
So mußte Ich denn auf Eure Erde herabsteigen, den körperlich geformten Adam in einen geistigen verkehren, sollte er je in Mein Geistesreich passen. Ferner heißt es oben: „darnach das Ende, wenn Er das Reich Gott dem Vater überantworten wird, wenn Er aufheben wird alle Herrschaft, alle Obrigkeit und Gewalt.“ Dieses besagt: weil Ich als Weisheit (ehrer) herunterstieg auf eure Erde, um dort dem Werk der Liebe (der Schöpfung freier Menschen-Wesen) Beständigkeit und Dauer zu sichern, so mußte natürlich dieses Werk — von Mir als Gott begonnen und als Mensch vollendet — seine fortwährende Wirkung unter den Menschen betätigen, es mußte einem Endzweck nachstreben, welcher kein anderer ist, noch sein wird, als die Menschen Alle zu Mir wieder zurückzuführen, zu der Hand, aus welcher materiell sie ausgingen und zu der sie geistig oder vergeistigt zurückkehren sollen. Wegen der Willensfreiheit aber, welche Ich in die menschliche Seele eingepflanzt habe, mußte natürlich diese Rückkehr zu Mir auf unbestimmte Zeiten ausgedehnt werden, weil die Menschen eben freiwillig und nicht gezwungen diefen Rückweg antreten sollen.
So verflossen Jahrhunderte mit ihren verschiedenen Zulassungen, um die Menschen durch Mahnungen und Prüfungen aller Art ihrem Zwecke würdig zu machen.
Der Meusch muß — bevor Meiner nächsten Wiederkunft — ein moralischer geworden sein, muß seinen Richter in der eigenen Brust tragen, und nicht von äußeren Weltgerichten, Obrigkeiten und Gewalthabern sich in seinen Handlungen bestimmen lassen. Er muß geistig über seiue Leidenschaften selbst Herr sein, und es soweit gebracht haben, daß er nur Meine zwei Liebesgesetze kennt und selbe befolgt, weil er Mir gefallen und Meine Kindschaft erringen will.
Dieses ist das Ende, wo Ich als Weisheit (Sohn) der Liebe (dem Vater) ihre — eben aus Liebe geschaffenen — Wesen wieder zurückgeben will, und zwar so, wie nur die Liebe sie schuf, und nur wie die Liebe sie als ihre Kinder, als ihre würdigen Geschöpfe anerkennen kann. Herrschaft, Gericht und Gewalt habe Ich auf Erden zurückgelassen, so wie Ich einst den Juden sagen ließ, als sie Könige haben wollten: „ihr sollt sie haben, aber zu eurer Strafe“ (1. Samuel 8). Diese Machthaber waren alle Geiseln, welche die Völker eben durch den Mißbrauch ihrer Gewalt nicht ganz im Schlamme des Erdenlebens versinken ließen, — sie waren es und sind es noch, welche die Gemüter zu Mir treiben, und gerade dadurch das Eutgegengesetzte bewirken von dem, was sie eigentlich erreichen möchten.
Sehet nur alle diese Regierungsformen an, unter und mit welchen jetzt die Völker regiert werden, nicht eine einzige ist von einem freisinnigen edlen Herrscher selbst gegeben worden, sie wurden ihnen abgezwungen von den Völkern, eben dann, wenn die Herrscher ihre Gewalt mißbrauchten, und so wird es fortgehen, bis keine Gewalt mehr existirt, als uur — die Macht des Gewissens im einzelnen Individuum; daher es oben heißt: „Christus wird alle Herrschaft, Obrigkeit und Gewalt aufheben“, was soviel sagen will, als — die von Mir gegebene Cehre der Tiebe wird einst alle Gewaltmaßregeln entbehrlich und unnütze machen. Der Ständeunterschied wird dann der Bruderund Schwesterliebe Platz machen müssen. Die ses ist das letzte Stadium der sittlichen Würde und der geistigen Erhabenheit, welche die Menschen erreicht haben müssen, ehe Ich in Verson eure Erde wieder betreten kann? Denn anders war es bei Meinem Auftreten unter den Juden, dortmals kam Ich als Sämann, als Heiland und als Hirte, und suchte die verlorenen Schafe; jetzt aber, wo Meine Lehre bekannt ist, wo es kein Geheimnis mehr ist, zu wissen, welcher Weg zu Mir führt, jetzt komme ich wiederum zu ärnten, jetzt will Ich gesunde Seelen und treu ergebene folgsame Schafe finden, diese können aber nicht durch Zwang, durch Gewalt erzogen werden, sondern sie müssen sich selbst frei machen von Allem dem, was weltlich und ihrem Fortschreiten hinderlich ist.
In eine Welt voll materieller, selbstsüchtiger Menschen kann Ich nicht kommen, sie müssen erst geistig geläuterte Seelen, Mir zugetane Wesen sein, die dann auch mich zu ehren, zu lieben und zu verstehen wissen. Da aber die meisten Herrscher und Machthaber nicht nachlassen werden ihrem eigenen Ehrgeizkitzel zu fröhnen, stets nach mehr Macht, größerer Gewalt strebend, so beschleunigen sie gerade dadurch diese große Umwälzung, wodurch daun Herrschaft, Obrigkeit und Gewalt ihr Ende erreichen werden!“) Nehmet nur eure neueren Ereignisse, so werdet ihr leicht sehen, wie die zwei Herrschaften, nehmlich die geistige und die weltliche, ihrem Verfall entgegengehen, eben durch den Mißbrauch derselben; sie fördern also nur Mein Werk, das sie als Nebensache betrachten, indem sie Mich und Meine Lehre zu ihrer Zwecken benützen möchten. So muß eben stets auch das Böse nur wieder Gutes hervorbringen, und so ist auch der Triumph Meiner Worte möglich, wenn selbst der Satan die Macht derselben anerkennen uimß, indem auch ihm die Nichtigkeit seiner Gegenbemühungen klar vor Augen liegt, wo auch er erfahren muß, daß Alles, was er auch tun und ersinnen mag, nicht ihm, sondern Mir zu Nutzen kommt. Eben auf diesem Wege ist seine Rückkehr ermöglicht, wenn er das Eitle seines eigenen Strebens vor Augen hat.
So ist auch der nächste (25.) Vers gemeint, wo es heißt: „Er (Christus) muß herrschen, bis daß Er alle Seine Feinde unter Seine Füße lege!“
4) siehe Seite 100 im „tausendjährigen Reich.“ wo es heißt, weise und gerechte Herrscher werde Ich aber als Führer und Leiter ihrer Völker belassen ie. D. Hsg.
Diese Herrschaft des geistigen Liebegesetzes, welches Ich den Menschen gegeben, wird so lange die Gemüter bewegen, wird die Geister so lange in Aufregung erhalten, bis nur Nieine zwei Gesetze allein herrschen, von Allen freiwillig auch ausgeübt werden! Nirgends wird die menschliche Seele Ruhe finden, als nur in dem Befolgen Meiner Liebesgebote, und daher der Trieb Meiner Liebemacht, bis Alles zu Meinen Füßen liegt.
Und dieses zu beschleunigen und zu befördern, werden eben, wie Johannes in seiner Offenbarung sagt, alle sieben Zornschalen ausgegossen werden, um das Gute vom Schlechten zu scheiden, den Waizen von der Spreu zu säubern.
Sehet, in eurem menschlichen Organismus vertritt die Gallenblase die Zornschale für euren Körper, indem auch sie zu jedem Teile des Speisebreies, sobald derselbe durch den Zwölffingerdarm (als gleichsam zweiten Magen) tritt, das ihrige dazu mischt, welches dann der Anreger zur Scheidung der im Magen vermengten Speisen ist, und dann somit während des Passierens durch die Gedärme zur Auffaugung des Brauchbaren und zur Ausscheidung des gänzlich Ueberflüssigen beiträgt; ebenso die Unglücke, Drangsale und Leiden, welche als Galle Meinen Speisebrei, als Meine Erdenkiuder, ebeufalls zersetzend und erläuternd, sie als brauchbaren Zuwachs für Meinen Organismus, nämlich für Mein großes Geisterreich tanglich machen, bis endlich das Unbrauchbare auch ausgeschieden, um dann wie im materiellen Leben, nicht ohne weitere Lebeustätigkeit, jedoch aber nur auf weiteren Unnvegen den primitiven Läuterungsprozeß zu wiederholen.
Das ist geistig gesprochen der Sinn des 25. Verses, damit ihr auch den 26. richtig begreifeu möget, wo es dann heißt: „Der letzte Feind, der aufgehoben wird, ist der Tod!“ Wenn nehmlich die Menschen so vergeistigt, so rein moralisch geworden sind, daß sie selbst ihre materielle Hülle vergeistigt haben, so versteht sich von selbst, daß daun die grobe Stoffwechslung (des Todes) wie jetzt, nicht nur nicht mehr nötig, sondern auch nicht mehr möglich ist, denn ein Körper, welcher nichts Verwesbares enthält, kann nicht diesen Gesetzen, sondern nur denen der langsamen Verwandlung unterworfen sein. Das Grob-Materielle hat dann durch die Reinheit der Seele aufgehört ihr Kleid zu sein, die Seele ist ätherischer geworden und ihre Umhüllung wird ihrem Zustande entsprechen.
So wird also auch der Tod aus den Reihen der Lebendigen verschwinden, selbst bei den Tieren (wird sich diese Veredlung bemerklich machen), indem auch sie bei der Verwandlung der menschlichen Natur nicht unberührt bleiben, selbst sie werden ihrer Individualität gemäß feinere Tierleiber haben, die das Verwesen und Absterben derselben beschränken lassen, und zu sanfteren Uebergängen von einer Stufe zur auderen leichter befähigen.
Dieser Zustand der letzten materiellen und ersten geistigen Stufe wird auch sogar nicht ohne Einfluß selbst auf den Erdkörper, auf sein Juneres und Aeußeres bleiben.
Wo einmal das Liebeleben Platz gegriffen, da wird auch diese harte Erdscholle, die ihr jetzt „im Schweiße eures Augesichts“ bearbeiten müsset, auch sie wird sich in ein Paradies verwandeln, wie sie es einst war zu Adams Anfaugszeiten, wo sie jungfräulich in ihrem Brautschmucke prangte; dann wird auch sie ihren Verwandlungsprozeß leichter erfüllen können, denn auch sie hat dann mit leichteren Stoffen zu tun als jetzt, wo die gröberen sich stets ihrer Verwandlung zu etwas Besserem — gerade wie die meisten Meuschen — widersetzen.
Ist dieser Zustand auf der Erde eingetreten, so steht in seiner ganzen Fülle und himmlischem Reize der 27. und 28. Vers da, wo es heißt: „Denn Er hat Ihm Alles unter die Füße getan“, nehmlich der Tod hat aufgehört, und nur Leben, geistseelisches, belebt die Wesen der Erde. Wenn aber Christus, oder die göttliche Weisheit sagt, daß Ihm Alles untertan sei, so ist es offenbar, daß ausgenommen ist Der, Der Ihm Alles untergetan hat, d. h. wenn die Weisheit die Schranken bezeichnet hat, in wie weit die Liebe nur fruchtbringend wirken kann, so ist natürlich, daß alles geschaffene Liebende der großen Liebe in Gott dem Vater untertan sein muß, und nur diese Liebe Gottes kann Niemand untertan sein, weil sie das Grundprinzip des Erhaltens, Werdeus und Bestehens ist. So kann sie nur die Begleiterin der Weisheit, das Ergänzende, aber nie das Beherrschte werden, noch selbst über die Weisheit herrschen, sondern mit ihr harmonisch verbunden, das wirken, was sie eigentlich wirken will, soll und muß; deswegen — wenn Christus als Weisheit sagt: Ich habe Dir — Liebe — Alles untergetan, so ist dieses blos gemeint, soweit das Vergeistigte als Liebeswerk die göttliche Liebe fassen und sich mit ihr vereinen konnte.
Brüderliches und schwesterliches Annähern der geschaffenen Wesen an den Urborn alles Bestehenden ist wohl möglich, aber ein Verschmelzen mit dem Höchsten undenkbar. Es folgt Alles dem Zuge der Liebe, die Liebe dann gepaart mit Weisheit bleibt oben als höchster nie zu erreichender Punkt, als großer Schöpfungsgeist allein stehen, weil ihre Macht und ihre Wesenheit von der Art ist, daß kein geschaffenes Wesen selbe erlangen könnte.
Textgrundlage: bereitgestellte historische Ausgabe. Originalscan · PDF-Seite 49 →
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