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Außerordentlicher Nachtrag – Leseteil 1 – Der große Advent – Zur Wiederkunft Christi (1904)

Der große Advent – Zur Wiederkunft Christi (1904)

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Ueber die jetzige geistige Fündflut. Empfangen durch Jakob Lorber 1849.

Schauet und trauet aber nun außer Mir Niemanden. Das spricht zu euch, der euch erschaffen, erlöset und geheiligt hat durch Sein Wort und durch Seinen Geist.

Ueber die Erde geht nun eine geistige Sündflut, wie einst vor 4000 Erdjahren zu den Zeiten Noahs eine materielle gegangen ist. Jene tötete das Fleisch, und diese aber tötet beides, d. i. Seele und Leib. Die Seele tötet diese Flut durch den Geist der Herrschsucht, der nun, wie einst die Wasserwogen zum Teil aus dem Erdinnern und zum Teil aus der Luft, d. h. aus deren bösen Geistern sich ergießet, und die Seelen, die er leicht überflutet, mit der Herrschfucht verdirbt.

Und diese Flut ist wie ein Feuer, und ist ebendasselbe Feuer, von dem es geschrieben steht (II. Ep. Petri, 3. Kap. 7. Vers), daß die Welt durch dasselbe zum zweitenmale wird gerichtet werden allgemein. Wollt ihr aber von dieser argen Feuerflut nicht ergriffen werden, so bleibet fest bei Mir, und urteilet ja nicht bald so und bald so, und saget auch nicht: Dieser oder Jener, oder diese oder jene Partei, oder die Großen oder die Kleinen haben Recht; denn Ich sage euch, nun hat Niemand Recht, als blos der nur, der sich weder hin noch herneiget, sondern ganz kerzengerade und felsenfest bei Mir verbleibt, und Alles Mir ganz allein überläßt; was darüber ist, — Ich sage es euch offen heraus — ist Sünde!

Dies Alles mußte also kommen, des Gottes-Wortes wegen, welches ist Mein Wort, das Ich Selbst vor Jerusalem geredet habe, über Jerusalem und desgleichen auch, wie ihr wißt, über die ganze Welt!

Es werden noch gar große Dinge geschehen, und viel Arges werdet ihr noch sehen, und werdet davon reden hören, und es wird ein Volk das andere verdammen; eine Partei wird der andern Galgen erbauen; die noch vor Kurzem sich als Freunde begrüßten, werden sich gegenseitig verraten, der Sohn den Vater, und der Vater den Sohn:

Aber ihr fället über Niemanden ein Urteil, sondern lasset Alles

Mir allein über, so werdet ihr euch in Mein er Friedens-Arche

befinden, in der euch nichts Arges dieser Zeit wird erreichen können.

Wer aus euch hat wohl eine Macht, etwas zu wirken in der Welt, und auszurichten in ihr!? Urteilt er über die eine Partei, und sie siegt aber, wird sie dann nicht kommen und ihn ergreifen und Rechenschaft fordern von ihm? Und hält er es aber mit der andern, und siegt die erstere, wird diese nicht auch tun, wie die andere, mit dem, der wider sie war! Darum, da

Ich bis jetzt noch keiner Partei den Sieg vorbestimmt habe, als allein derjenigen, die es mit Mir hält, so enthaltet euch jeden Lobes, wie auch jeden Tadels; denn ihr wißt es nicht, wen ihr loben, oder wen ihr tadeln sollet! Solches weiß allein Ich, und werde Jedem geben — nach seinem Werke!

So aber eine Macht siegt, da gehorchet eben der Macht, die da gesiegt hat; denn sie wäre keine Macht, so sie es nicht wäre aus Mir; denn Ich allein gebe Macht und Ohnmacht! Die Macht siegt, und die Ohnmacht unterliegt! Oder war ich, als Mich Pilatus richtete, nicht so wie jetzt und ewig, der alleinige HErr der Unendlichkeit?! So Ich das Gericht des Pilatus annahm, und widersetzte Mich nicht demselben, da es sich doch um Meine eigene Haut handelte! Also murret auch ihr nicht in eurer Sicherheit über das, was nun geschieht; denn so ohne Meinen Willen kein Sperling vom Dache fällt, und sogar alle Haare eures Hauptes gezählt sind, wie sollen nun diese Dinge geschehen können, so ganz ohne Meinen Willen!

Ist aber das also Mein Wille, und das darum, weil es die Welt selbst also wollte und noch will, so isl es aber dabei auch Meine Sorge, die zu bewahren, die fest an Mir halten und Alles Mir überlassen. Wisset ihr denn nicht, daß Meine Ratschlüsse unerforschlich und Meine Wege unergründlich sind!

Sehet, Ich fende Wolkenbrüche, Blitze, Donner und Hagelschlag über die zumeist friedlichen Alpenbewohner ꝛc. und die Fluten rauben ihnen Ochsen, Kühe, Schafe und Ziegen, und ihre Hütten reißen sie fort in die Abgründe, und ihrer Hände mühevolle Werke werden verwüstet, während dem reichen

Städter kein Haar gekrümmt wird. So ihr da urteilen möchtet nach euren Rechtsbegriffen, wie wäre da Mein Handeln vor eurem Auge? Ich aber urteile und handle also, wie es recht ist in der Wahrheit.

So irgend die reineren Berge eine Geistespest beschleichen will, so wasche Ich sie mit den rechten Mitteln hinweg, und die Alpe wird wieder rein. (Wen Ich liebe, den rupf und zunf Ich. D. Hsg.) Der reiche Städter aber (voll Weltgestank) als kein Kind von der Höhe, hat in seinem ungestörten Wohlleben aber auch allermeist feinen Lohn dahin. Der Bessere aber wird schon auch gewaschen, wenn schon nicht durch einen Wolkenbruch, so aber doch durch allerlei andere Gewässer, denn „ungewaschen kommt Niemand in Mein Reich.“

Ich brauche euch da nicht wieder vorzusagen, was da Alles sonderheitlich noch geschehen wird, denn es kann noch sehr viel geschehen, aber auch sehr wenig mehr, darnach die Menschen sich von Mir — oder zu Mir wenden werden. Das Schwert hat schon viel zu tun gehabt, und hat arg gehauset, aber so die Menschen noch länger in der Herrschsuchtsflut sich herumtreiben werden, so werde Ich noch einen andern Engel senden, nämlich den Hungerund zugleich Pest-Engel. Diese Lehren werden den Menschen sicher ganz andere Rechtsbegriffe beibringen, als von denen sie jetzt belebt sind.

Euer Wahlspruch aber sei: „Gebet dem Kaiser, was sein ist, und vor Allem Mir was Mein ist;“ so werdet ihr mit der Welt und mit Mir Selbst am allerbesten darauskommen. Der Zöllner hatte wohl auch kein Recht von Mir und Petro einen Mauthzins (Zoll) zu verlangen, denn wir waren keine Fremde, sondern einheimische Kinder. Was aber ich als der HErr und euer Aller Vater tat, das tuet auch ihr, so werdet ihr in Allem wahrhaft „Meine Kinder“ sein. Amen.

Das sage Ich, als euer Vater voll Weisheit und Liebe. Amen, Amen, Amen.

Ich will doch, daß Allen geholfen werde! Empfangen durch R. L. M. den 4. Nov. 1889.

Es rückt die Zeit immer näher, in der ihr Mein Walten als Schöpfer in der ganzen Natur sowohl, als auch Mein Kommen als Vater mehr und mehr erblicken und in euch fühlen werdet; denn da nun die Verblendung der Menschheit eine zu große ist, und sie in ihrem Jagen und Rennen (nach Zeitlichem) selbst ihr Ende beschleunigt, so wird sie nun gar bald an dem Punkte angelangt sein, wo ihr ein großes „Halt“ entgegentönen wird, und wird sie zu der zwar unfreiwilligen Annahme genötigt werden, daß sich Mein Tasein nicht ausrotten ließ, obgleich schon allerhand Versuche gemacht wurden, Meine Existenz als nichtig darzustellen, was wohl zum Teil auch scheinbar hie und da gelang bei Einzelnen, die in sich so verfinstert und gefühllos geworden, daß aus sich selbst heraus der innere Lebens-Keim als lebendiges Zeugnis göttlicher Abstammung kaum mehr einer Regung fähig ist, der sich aber dennoch nie ganz verleugnen läßt, indem ja Meine Liebe im steten Verbande mit ihm ein gänzliches Erstarren desselben nie zuläßt; denn wäre es möglich, daß auch das innerste Leben durch äußere Einwirkungen so weit geschädigt werden könnte, daß es nimmer wieder aufzukommen vermöchte, so müßte dieses doch sicher von Mir zuvor abgetrennt worden sein, was aber schou gar nicht denkbar ist, „weil ja das Leben nie vom Leben lassen, sich ergreifen und abtrennen läßt“, indem ja dasselbe allzeit in größter Fülle in und bei sich selbst gegenwärtig ist, und Alles was da in irgend welcher Gestalt lebt und Leben heißt, das ist aus Mir, und erhält seine Lebenskraft, um eben leben und existieren zu können, aus Mir, dem Lebendigen; außer Mir aber giebt es kein Leben und keine Bewegung, was euch sicher einleuchten und begreiflich fein wird; und aus diesem Grunde kann auch ein noch so verstocktes und verfinstertes Herz nie so weit erkalten, daß es nicht immer wieder zu erwärmen und zu erwecken fähig wäre!

Es soll darum auch eurerseits nie über Solche, welche ganz Meiner göttlichen Ordnung zuwider leben, ein Urteil gefällt werden, indem ja Meine Liebe als das wahrste Leben Alle zur rechten Zeit noch erwecken wird.

Und so auch von einzelnen solcher Finsterlinge Meine Ordnungen auf den Kopf gestellt werden, so bedenket nur immer, daß Einzelne gegen das Ganze so gut wie gar nichts ausrichten, indem ja im Allgemeinen Mein Geist sich immer mehr Bahn bricht, und schon Alles unterminiert hat; es wird zwar dessen Hervortreten ein Schrecken für Viele sein, indem dadurch das Arge

der Welt auf's Höchste herausgefordert werden wird; es wird aber auch zugleich eine Freude für Viele sein, welche schon längst auf Meine Ankunft gehofft haben. — Diese werde Ich aber zu solcher Zeit besonders ausrüsten mit Meiner Liebe, damit sie um so tätiger sein können an denen, die die Folgen ihrer Verblendung schwer zu tragen haben; denn Ich will doch, daß Allen geholfen werde!“ —

Daß aber nun, um ihnen gründlich zu helfen, notwendiger Weife das Uebel erst seinen Höhepunkt erreichen muß, dieses ist (in vielen Fällen) nicht zu umgehen, um eben einer völligen Erlösung teilhaftig werden zu können; hat aber dieses dann seine letzten Tribute verbraucht, und ift so in sich nichtig geworden, dann erst hat Meine Liebe freie Hand, und kann nach ihrem Ermessen eingreifen, da ihr dann die größten Hindernisse aus dem Wege geräumt sind, und damn wird sie auch nach ihrer Weise walten und das rechte Ziel nimmer verfehlen, — was auch ihr in und durch euch selbst erreichen sollet und könnet!

Erwecket darum allzeit in euren Herzen eine recht sehnende Liebe zu Mir, und es wird daraus des Lebeus lebendige Fülle euch überschütten, welche euch sicherst bestätigen wird, daß Ich wahrhaft bin

„der gute Vater,“ Der euch wahrhaft befreien und von allen Uebeln erlösen will! —

Dies mit Meinem väterlichen Segen allen Meinen Kindern, welche Mich suchen und Meinem baldigen Kommen in ihrem Herzen entgegen sehen. Amen! Amen! Amen!

Zaget nicht, sondern freuet euch! Durch G. E. W. 12. Nov. 1889.

Ich habe ja noch manchen Ausweg aus dem Verderben für die Blinden, auf dem sie sehend werden können, und von dem ihr jetzt noch nichts wisset. Deshalb follet ihr nicht mit Furcht den kommenden ernsten Ereignissen entgegensehen, weil Ich euch so einst nicht gebrauchen kann, sondern mit innerer, wenn auch unterdrückter Freude, denn Ich wil lja Allen helfen, auch wenn sie noch so verkehrt sind und von Mir noch so weit abgekommen; und Mir ist doch auch Manches möglich durch Meine erbarmende Liebe, wenn Ich es so bestimmt ausgesprochen habe: Ich will ja Allen helfen. Darum zaget nicht, sondern freuet euch! —

Wann werde Ich wohl das erste fröhliche Gesicht unter euch erschauen bei dem Gedanken an die Schrecknisse, die da kommen werden. Ihr sollet doch wissen, daß ein geschickter Arzt, dem noch nie eine Operation mißlang, mit fröhlichem Gesichte von Allen begrüßt wird, wenn Er auf Bitte der Angehörigen sich bereit finden läßt, endlich eine weite Reise anzutreten, um zu dem Patienten zu kommen. Steigert sich nicht die Freude, wenn der Arzt mitteilt: gleich kann ich noch nicht kommen, aber Ich komme bald, jedenfalls komme Ich rechtzeitig. Wie groß ist da das Vertrauen Aller, die den Arzt kennen (und ihr sollet Ihn doch wohl kennen), wenn sie wissen, Er hat versprochen, rechtzeitig zu kommen.

Wenn fie dann aber Nachricht erhalten: Ich komme nunmehr bald, vielleicht morgen oder übermorgen, so ist der Jubel und die Freude eine übergroße, besonders bei den Angehörigen des Schwerkranken. Er selber wird wohl eine bittersüße Miene dazu machen, denn er weiß zwar wohl, daß der Arzt ein geschickter Operateur ist, aber auch, daß das Entfernen des gänzlich Verdorbenen auch beim geschicktesten Arzte nicht ohne oft große Schmerzen vor fich geht, besonders da dieser Arzt nicht wie die modernen Aerzte Betäubungsmittel anwendet, sondern nicht mehr Schmerzen verursacht, als der Patient mit seiner Kraft auch ertragen kann, aber auch ertragen soll. So kann der Patient dem Arzte freilich kein fröhliches Gesicht zum Willkommengruß bieten, aber die Angehörigen sollen es, denn der Arzt nimmt durchaus keine Bezahlung, sondern Er wünscht nur ein fröhliches Gesicht, und ein Herz voll Vertrauen, Liebe und Dankbarkeit;

wo Ihm das aber noch nicht einmal entgegengebracht wird, da kann der Arzt noch nicht kommen, so nötig es auch der Schwerkranke hätte.

Die Angehörigen (Brüder und Schwestern) lieben dann eben den armen totkranken Patienten nicht genug, um den sicher geringen Anforderungen des Arztes zu genügen; und ein geringeres Honorar kann der Arzt nicht beanspruchen, denn es ist elwas, was auch der Allerärmste geben kann, so er es geben will, ja ein Honorar, wovon im Palaste des Kaisers oft weniger zu finden ist, als in der Lehmhütte des Bettlers, es heißt: Liebe und Vertrauen zu Mir, und in Folge davon ein überfröhlich Herz, das stets jauchzen möchte in sich hinein und es Niemanden sagen kann — wovon es so beglückt herumhüpft mit seinen Krücken.

Ja wenn es nun kein anderes Mittel gibt, als ein solch' fröhliches Herz, das stets an Mich denkt, wie eine rechte Braut ja stets an den denkt, den sie so unaussprechlich liebt, daß Ich zurücktreten muß, denn Mich liebt Niemand mit einer solch großen Liebe, wie da geliebet wird mancher wahrhaft gute und edle Mensch von einer reinen Braut. Gleicht aber je ein Mensch, und wenn er mit göttlichen Eigenschaften reichlich ausgestattet wäre, Mir, seinem Schöpfer, von Dem er diese Eigenschaften als ein Geschenk Meiner Huld und Gnade erhalten? Ich sage euch — er gleicht Mir noch nicht einmal so, wie der arme Mond mit feinem erborgten Lichte gleichet der lichtspendenden strahlenden Sonne, der zur Not erleuchtet die dunkle Nacht, aber dessen Wärme so gering, daß man dabei schier erfrieren könnte.

So nehmet euch denn ein Beispiel daran, wie ihr seid matte Mondscheinanbeter, zwar voller Begeisterung, manche auch wohl voll Schwärmerei, aber — ohne Feuer. Ich komme nicht, wenn eure Liebe nicht feurig Mir entgegenschlagen macht ener sehnendes Herz, und wäre die kranke Welt noch totkranker als sie ist; wollet ihr derselben bald wahrhaft helfen, so liebet Mich wahrhaft, und bittet Mich, daß Ich komme als Arzt, und wenn Ich es euch zugesagt habe, wie es schon wiederholt geschehen, so denket nicht an die scharfen Operations-Instrumente, die wohl also scharf sein müssen des Patienten wegen, damit seine Qual nicht ganz so groß sei, als wenn Ich stumpfe Messer nähme, sondern sehnet euch nach Mir, wie eine Braut sich sehnet, und vor Sehnsucht zuletzt ganz bleich wird.

Warum sehnet ihr euch denn nicht nach Mir mit bräutlicher Inbrunst? Sehet eine Braut an, die sich nicht sehnt nach ihrem Bräutigam, so er ein tugendhafter und edler Bräutigam ist, und urteilet selbst über sie. Ihr werdet sagen — sie ist ein stumpfer Fleischklotz und ihres Bräutigams sicher nicht wert, und wenn der Bräutigam erkennt ihre laue Liebe, und ihr träges Wefen, das er trotz vieler Versuche sie zu erfreuen gar nicht erwärmen kann bis zu der sehnsüchtigen Liebe einer Braut, nun so wird er die Braut, die er sehr liebte, doch wohl fahren lassen müssen, und eine Andere suchen, die ihn mit feuriger Liebe empfängt.

Das sage Ich ench, der soviel Liebe euch schon gegeben, ehe denn ihr Ihn nennen konntet — euren

euch dennoch liebenden Vater.

Amen!

Ein väterlicher Zuruf.

Empfangen durch R. L. M. den 5. Sept. 1880.

So schreibe! denn es ist ein liebliches Wort gar wohl zu vernehmen, was Ich dir hiemit geben werde und einem Jeden zu großem Segen gereichen wird, der es in sich lebendig machen und daraus Mich als Vater in sich erkennend immer mehr nach der wahren Auferstehung und größtmöglicher Vollendung seines Herzens streben wird.

Ist aber der Mensch nun schon in seinem Innern etwas mehr erwacht und hat demzufolge den großen Unterschied seines erwachten Zustandes von der geistigen Untätigkeit seines Wesens eingesehen, so tritt nun das Verlangen nach der ewigen Gewißheit, das Bedürfnis der steten gegenseitigen Annäherung (zwischen Mir und ihm) um so lebhafter hervor. Und welcher Mensch nun dem Zuge feines Herzens in dieser Hinsicht folgen wird, der wird gar bald inne werden, wie ein ewig unvergängliches Leben in seiner ganzen Fülle sein Herz erfüllt, was ihn über alle Kleinlichkeiten dieses irdischen Dafeins erhebt, weil in der seligen Hoffnung mit Mir dem Vater Eins zu werden sich sein ganzes Streben gipfelt und in dem Vertrauen auf sich und Meinen väterlichen Beistand Er das Gelingen seines Vorhabens, Mensch zu werden nach Meinem geistigen Sinne, sicher voraussieht!

Zwar gehört, zu eben dieser Vollendung des natürlichen Menschen zu gelangen, in erster Linie ein ernster, in der Liebe begründeter Wille, welcher sich nicht nur allezeit gleich stark und kräftig erhalten wird, so der Mensch unausgesetzt nach selbem tätig ist, sondern er wird nach und nach immer lebendiger werden, und so das ganze Wesen des Menschen erfüllen mit Licht und Kraft, daraus er vermögend wird, Mich als Vater in seinem Herzen immer mehr zu erkennen und alle Hindernisse, welche ihm hie und da begegnen und ihm die Annäherung zu Mir erschweren, in Geduld zu überwinden, und Ich werde dann nicht unterlassen, in solchem Falle mit Meiner Liebe auf das Wirksamste einzugreifen, und Mich darinnen immer wieder aufs neue Meinen Kindern offenbarend ihnen zuzurufen:

„Tuet auf eure Herzen vor Mir, eurem Vater, der Sich stets so „liebend euch nahet, und jede Bürde euch tragen hilft, so ihr Ihn an eurer „Liebe teilhaben lasset.

„Verbannet alle törichte Schen aus euren Herzen, und denket nicht „— mit dem oder jenem darf ich wohl nicht zum Vater kommen“, und daraufhin sage Ich:

„Kommet wie ihr seid! wendet euch liebend und vertrauend zu Mir, „Ich will in jeder Hinsicht euch Meine Liebe zuteilen, und eueren Herzen „einen großen Segen wiederfahren lassen, denn Meine Liebe wird nimmer „aufhören, sondern wird alles mit ihrem Wesen erfüllen, auf daß bald Friede „werde auf Erden, und so die Saat Gottes im menschlichen Herzen „grüne und blühe, Mir zur wahren Freude, und Allen denen, die zu Mir „halten, zum bleibenden Segen für alle Zeit. Amen!“

Sehet, liebe Kinder, wenn ihr — Mir alles überlassend — euch an Mein Vaterherz sehmieget, da werdet ihr empfinden, wie Meine Liebe sich eurer in jeder Hinsicht annehmen will, und so den geistigen Fortsehritt der Meinen allzeit im Auge behaltend — ihnen in aller Liebe als Vater entgegenkommen will, — um mit eueh Eins zu sein und zu bleiben für alle Zeiten.

Solches erfasset so recht in der Liebe, und nehmet Mich auf in euer Herz, der Ich Mich euch mit jedem Worte wieder aufs neue gegeben habe, auf daß ihr hinfort in Mir, eurem Vater, verbleiben möget. Amen! Amen!

Trachtet am ersten darnach, in euch selbst immer mehr zu erwachen.

umpfaugen durch dens. a. Oktor. 18g,

Bei einem tief inneren Eingehen und Betrachten Meiner göttlichen Ordnungen findet so Manches seine Erledigung, was euch oft als ein Unerklärliches und ein scheinbar unauflöslicher Knoten erscheint, und wenn ihr mehr auf Meine Liebe in euch Acht hättet, könntet ihr umsomehr deren geheimnisvolles Walten wahrnehmen, was euch doch stets umgibt, und was euch immer begreiflicher wird, je mehr ihr mit dem Studium derselben euch befasset.

Ein Mensch, dessen ganzes Vestreben nur auf äußerliche Dinge gerichtet ist, der wird wohl kaum etwas vernehmen von dem, was das Vereich des Geistes betrifft, eben weil er dafür keinen Sinn hat, und es seiner Natur so widerstrebt, wie das Licht der Finsternis, und es müssen viele Umstände erst eintreten und vorausgehen, bis daß er das Licht erkennt; ist er aber dann in sich zu der Ueberzeugung gelangt, daß das Licht das wahre Leben ist, so wird er auch gar bald sein Scheinleben mit dem wahren reellen vertanschen und wird sich zu dem wenden, was da dauernd ist, denn dieses wird ihn daun erst erkennen lassen dessen Tiefe, sowie auch den Abgrund, dem er nahe war. Es mußte zwar auf mancherlei Weise ihm entgegen gegangen werden, und diese Wege, welche ihn zur Erkenntnis (der Wahrheit) führen konnten, sind nur Meiner Liebe bekannt, welche durch ihre große Erbarmung den Verirrten in den Weg tritt, um sie eben von einem gänzlichen Falle zurückzuhalten. (Pf. 38, 10.) N

Habet darum, ihr Lieben, recht Acht auf euch selbst, — fowie auch auf euere Umgebung, nach welcher ihr euch oft richten müsset; doch in Meiner Liebe aber werdet ihr allzeit bei Mir verbleiben können, selbst wenn in äußerlichen Beziehungen es nicht tunlich wäre, direkt selbe in's Auge zu fassen, — im Innern habt ihr allezeit Gelegenheit, euch Meiner zu erinnern; denn dieses soll davon zeugen, „daß Ich in euch wohne“, und somit werdet ihr auf diese Weise der Welt ein Zeugnis geben können, daß Ich als Vater nahe bin; denn selbst ein stilles Einwirken Meiner Gnade läßt oft einen bei weitem größeren Segen zu Tage treten, als oft ein Langes und Breites zu reden, was auf einen Boden fällt, der noch nicht gehörig zubereitet und also zur Aufnahme Meiner Gnade noch nicht geschickt ist.

Trachtet daher am ersten darnach, daß ihr in ench selbst immer mehr erwachet! und in euch selbst immer mehr zu Hause seid! und ihr werdet erblicken einen neuen Anfang in Meiner Liebe, welche überall sich Bahn bricht, und an allen Orten gleich kräftig wirkend auftritt.

Beachtet darum gar wohl solches, und bei wem sie anklopft, der tue ihr gar bald auf, und lasse ein den Vater, Der da kommt, unt da zu verbleiben, und um so das große Abendmahl immer mehr vorzubereiten, und dazu nun von Neuem einladet zum Herbei-Kommen!

Nr. 21. Zur Wiederkunst Christi. 8

Lasset Seinen Ruf nicht an euren Ohren vorüber gehen, sondern wenn ihr höret, daß Meine Stimme ertönet, da kommet und säumet nicht mehr.

Solches sei zu enrer Darnachachtung gar wohl gegeben von eurem Vater, Welcher euch nahe ist. Amen!

Nie Zahl 666.

(Aus der „Haushaltung Gottes“, Kap. 37.)

Entpfangen durch Jakob Lorber am 10. Alcgust 1840.

Nun merket und sehet, was für's Erste die Größe der großen Kinder — Meiner Liebe aus Adam betrifft, so ist eure Vorstellung irrig, wenn ihr euch darunter eine körperliche Größe vorstellet; sondern da sind fechshundert und sechsundsechzig Zolle eine Vollzahl Meiner Liebe im Menschen; Zolle aber zeigen an das Maß des Guten aus der Liebe zu Mir; davon sind gerichtet Sechshundert zu Mir; daraus Sechzig zum Nächsten, und endlich Sechs zu sich; und das Maß des Weibes ist dem göttlichen Maße gleich im Manne; doch die Nächstenliebe und die Eigenliebe des Weibes ist ein Unterschied von sechs und Sechzig, und hat darin das Weib dem Manne unbedingt in allem dieses Betreffenden zu gehorchen; da es aus dem Manne als Eigenliebe gebildet ist, so kann sie sich auch nur im Manne lieben, so ihre Liebe gerecht sein soll; und da sie zunächst dem Manne ist, so ist auch ihre Nächstenliebe zunächst im Manne, und daher der Unterschied.

NB. Die Aehnlichkeit der Zahl des Menschen mit der Zahl Meines Gegners aber rührt daher, daß bei diesem gerade der umgekehrte Fall ist, um das allerverabscheuungswürdigste Wefen vor Meinen Augen zu sein. (Offbg. 13, 18.)

(Aus „Grundgesetz der Liebe“ S. 47.)

Empfangen durch G. Mayerhofer am ta. Sept. 1870.

Nachdem ihr, teils aus Neugierde getrieben, teils auch, weil ihr den rechten Sinn diefer Zahl 666 nicht fassen könnt, darum fraget, so will Ich euch Allen ein kleines Lichtlein aufstecken, damit ihr auf eurem Lebenswege den rechten Pfad finden möget.

Was die Zahl 666 eigentlich zu bedeuten hat, das wisset ihr wohl oder ahnet es wenigstens; aber wie man diese Zahl in geistiger Seelen- Vervollkommnung erreichen kann, das ist euch noch nicht recht klar. — So höret also:

In allen Meinen Evangelien sprach Jeh stets von den zwei Geboten, die alle andern umfassen, nehmlich: „Liebet Gott über Alles, und den Nächsten wie euch selbst!“ — Diese Gebote sind leicht ausgesprochen, aber nicht so leicht im wahren inneren Sinn verstanden, und noch weniger wirklich ausgeübt. (Vollk. konnte nur der Herr dies. erfüllen; — Werk d. Erlösg.)

Wenn Ich sage: Liebet Gott über Alles! und diese Liebe mit der Zahl 600 bildlich bezeichne, so will das so viel sagen, als: wenn Eigenliebe die Zahl 6 ist, so braucht es 100 mal so viel Verleugnung derselben, um die Vollzahl der Gottesliebe im Menschen zu erreichen.

Was die Nächstenliebe betrifft, so heißt es wohl: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! aber dieses ist nicht so gemeint, als solltet ihr, wenn 6 das Grundmaß der Eigenliebe und der Rest von 660 ist, euren Nächsten eben nur so lieben, wie diese Zahl 6 für euch ausdrückt; nein, das will anders verstanden fein; die Zahl 6 soll nur bedeuten, daß ihr für euer körperliches Wohl den zehnten Teil dessen behalten sollet, was ihr für den Nächsten opfern könnet, und was zehnmal als Opferfähigkeit der Gottesliebe gleichkommt.

Nun lege Jedes die Hand aus's Herz, und frage sich selbst: wie groß denn da eure Ausopferungsfähigkeit in Zahlen ausgedrückt wohl ausmacht? — Ich versichere euch, da Ich nicht nach schönen Worten, sondern nach schönen Taten rechne, so wird eine ganz kleine Zahl bei euch für Mich, und eine noch kleinere für eure Nächsten herauskommen; deun was eigentlich Gottesund was Nächstenliebe ist, habe Ich euch schon erklärt und euch ausführlich kund gegeben.

Ich weiß aber, ihr wollet sogar in Zablen ausgedrückt sehen, wie euer Herzensmesser steht; nun denn, so will Ich auch dieses euch kundgeben und so vernehmet also: G. N. E.

Bruder Medeotti hat die Zahlen 335 — 27 — 18 seine Frau „ „ „ 135 — 3 — 35 die andere Schwester Annetta „ „ „ 214 — 16 — 74 die Frau v. T—i „ „ „ 327 — 52 — 16 die andere Schwester 285 — 48 — 19

d. h. mit anderen Worten: Den beiden Legteren fehlt es noch beinahe um das Doppelte der Hingebung zu Mir, wenig zur Aufopferungsfähigkeit für ihren Nächsten, und sie haben etwas mehr als das Doppelte der Norm der Eigenliebe. Soll also dieses Zahlenverhältnis geregelt werden, so müssen sie anfangen, an sich das Zuviel wegzuschaffen und auf das Register des Nächsten überzutragen, und dann wird sich die Zahl für Mich schon selbst vermehren. — (Siehe die Morgenund die Abend-Blume in Nr. 38. D. Hsg.)

Textgrundlage: bereitgestellte historische Ausgabe. Originalscan · PDF-Seite 54 →

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