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Zur Erfüllung – Leseteil 2 – Der große Advent – Zur Wiederkunft Christi (1904)

Der große Advent – Zur Wiederkunft Christi (1904)

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trägheit geraten, in der für die Seele wahrlich wenig Heils zu erwarten wäre! — Und also ist es für den Menschen besser, so er nicht Alles als ganz bestimmt voraus weiß, was, wie und wann in dieser Well Dieses und Jenes über ihn kommen kann und auch kommen muß. — Ich sage euch: Es wird die Zeit kommen, in der ihr (in eueren Glaubensnachkommen) fragen werdet wie nun hier, wann der Tag des Menschensohnes kommen werde? und werdet begehren Ihn zu sehen, und ihn dennoch nicht sehen nach euerem Vegehren! Und es werden sich in jenen Zeiten aber Viele erheben und hervortun und mit weiser Miene fagen: Siehe hier, siehe da und dann ist der Tag! Aber da gehet nicht hin, und folget nicht solchen Propheten! Der Tag Meiner abermaligen Wiederkunft wird gleich sein einem Blitze, der vom Aufgange bis zum Niedergange oben am Wolkenhimmel fährt und über Alles leuchtet, was unter dem Himmel ist. Bevor aber das kommen wird, wie Ich euch das schon mehrere Male verkündet habe, wird des Menschen Sohn Vieles leiden, und wird gänzlich verworfen werden von diesem Geschlechte, nämlich von den Juden und Pharisäern, und in den spätern Zeiten von Jenen, die man neue Juden“) und Pharisäer nennen wird. Und wie es geschah zu den Zeiten Noah's, so wird es auch geschehen in der Zeit der abermaligen Ankunft des Menschensohnes. Sie aßen und tranken ganz wohlgemut, sie freieten und ließen sich freien bis auf den Tag, da Noah in die Arche stieg, und daun die Flut kam und Alle ersäufte. — Desgleichen auch, wie es geschah in den Zeiten Loth's; sie aßen und tranken, und pflanzten und baneten. An dem Tage aber, den Ich euch auf dem Oelberge näher erklärt habe, da Loth aus Sodoma ging, regnete es schon Feuer und Schwefel vom Himmel, und brachte sie alle um. — Sehet nun, also wird es auch sein und geschehen in jenen Zeiten, wann des Menschen Sohn abermals wieder wird geoffenbaret werden. Wer an demselben Tage auf dem Dache ist und weiß um den Hausrat im Hause, der steige nicht vom Dache, um denfselben zu holen; das aber also zu verstehen ist: Wer da ein wahres Verständnis hat, der bleibe in dem Verständnisse, und steige nicht unter dasselbe in der Furcht, daß er dadurch etwa seine Weltvorteile einbüßen könnte? Denn Dergleichen wird zu Grunde gerichtet werden. Desgleichen ein weiteres Bild: Wer auf dem Felde (der Erkenntnisfreiheit) sich befindet, der wende sich nicht nach dem, was hinter ihm ist (als alte Truglehren und deren Satzungen), sondern er gedenke des Weibes Loth's und strebe in der Wahrheit vorwärts. — Ich sage euch noch Weiteres: In derselben Zeit werden Zwei in einer Mühle sein und verrichten die gleiche Arbeit; der Eine wird angenommen, d. h. der gerechte Arbeiter, und der ungerechte und eigennützige verlassen werden; denn wer da suchet seine Seele der Welt wegen zu erhalten, der wird sie verlieren, der sie aber um der Welt willen verlieren wird, der wird ihr das Leben erhalten und ihr zum wahren ewigen Leben helfen. Und noch weiter sage Ich euch: In einer und derselben Nacht der Seele werden Zwei in einem und demselben Bette liegen; da wird auch der Eine angenommen und der Andere verlassen werden, d. h. Zwei werden sich zwar dem Aeußern nach in der Sphäre eines und desselben Glaubensbe- *) zu diesen gehören wohl auch die Deisten, Nationalisten und vielerlei Filosofen, und in erster Linie allerlei Materialisteu. D. Osg. E * kenntnisses befinden, der Eine aber wird sein im lebendigen Gkauben in der Tat, und wird darum auch angenommen werden in das lebendige lichtvolle Reich Gottes, der Andere aber wird fich bloß am äuße— ren Kultus festhalten, der keinen inneren Lebenswert für Seele und Geist hat, und wird, da sein Glaube als ein ohne die Werke der Nächstenliebe koter dastehet, nicht in das lebendige und lichtvolle Reich Gottes aufgenommen werden. Und weiter werden auch Zwei auf dem Felde der Arbeiter sich befinden; der Eine, der da arbeiten wird im lebendigen Glauben aus Liebe zu Gott, und aus Liebe zum Nächsten ohne Eigennutz, wird auch ins wahre Reich Gottes aufgenommen werden. Der aber da auf dem gleichen Felde gleich den Pharisäern arbeiten wird ohne inneren lebendigen Glauben aus purem Eigennutze, der wird selbstverständlich verlassen und ins lebendige und lichtvolle Reich Gottes nicht aufgenommen werden. — Sehet! also wird es mit der abermaligen Ankunft des Menschensohnes sich verhalten und gestalten. So ihr von Meinem Geiste in der Folge aber tiefer durchdrungen sein werdet, dann auch wird euch über all' das von Mir euch Gesagte ein helles Verständnis werden; für jetzt aber kaun Ich euch das nicht klarer und deutlicher verkünden.“ — Sagten die Jünger: Herr und Meister! es ist dies schon alles recht also, und wir glauben Deinen Worten; doch wo und wann der irdischen Zeit nach wird dies geschehen? Das könntest Du uns ja doch auch noch hinzusagen?

Sagte Ich: „Es ist wahrlich zu ftaunen, wie unverständig ihr noch seid! Ich habe es euch ja doch schon oft genug angedeutet, warum sich da die irdische Zeit nicht also auf ein Haar, wie ihr das meinet, mit Gewißheit bestimmen lasse, als Ich euch wohl genau auf einen Augenblick voraus bestimmen könnte, wann dieser oder jener Berg und seine Felsenspitzen von einem Blitze zerstört werden?! — Denn da haben wir es mit einer gerichteten Materie zu tun, die in Allem ganz von der Macht Meines Willens abhängt; aber bei den Menschen, die einen freien sich selbst bestimmenden Willen haben, geht das nicht also, wovon Ich euch den Grund schon gar oft gezeigt habe, und ihr werdet ihn endlich doch einmal einsehen, und sollet Mir darum auch nicht gleichfort mit den gleichen Fragen kommen. — So ihr aber das Wann und Wo schon durchaus näher bestimmt haben wollet, da merket, was Ich euch nun sagen werde: Wo ein Aas irgend ist, da sammeln sich auch bald die freien Adler!“ — Sagten die Sünger: O Herr und Meister! Da hast Du schon wieder Etwas gesagt, was wir nicht verstehen können; wer ist das Aas, und wer sind die Adler, und wo wird das Aas sein, und von woher werden die freien Adler kommen? Sagte Ich: „Seht euch nun das faule und glaubenslose Pharisäertum an, und ihr sehet das Aas; Ich und Alle, die an Mich glauben, Juden und Heiden, aber sind die Adler, die das Aas bald völlig aufzehren werden. Also ist der Seele Sündennacht ein Aas, um das sich das Licht des Lebens auszubreiten anfängt und das Aas, wie der Morgen die Nacht mit allen ihren Nebeln und Truggebilden, vernichtet. Wie aber das nun vor unsern Augen geschieht mit dem faulen und wahrheitsund glaubenslosen Judentume, das sicher ein gar gewaltiges Aas geworden ist, und mit ihm nach etwa 50 Erdjahren zu Ende kommen wird, also wird es in einer spätern Zeit mit der Lehre und Kirche stehen, die Ich uun gründe; diese wird anch zu einem noch ärgeren Aase werden, als nun das Judentum ist, und werden denn auch die freien Lichtund Lebensadler von allen Seiten über sie herfallen und sie als ein alle Welt verpesten wollendes Aas verzehren mit dem Feuer der wahren Liebe und mit der Macht ihres Wahrheitslichtes. Und es kann das noch eher geschehen, als da nach Mir, wie Ich mm leiblich unter euch bin, zwei vol le Tausende von Erd jahren verrinnen werden, was Ich euch auch schou bei andern Gelegenheiten angedeutet habe. Ihr aber habt damals gemeint, und meinet es auch jetzt, warum das von Gott denn also zugelassen werde? Ich aber habe es euch dagegen auch schon oft, wie dies Mal gezeigt, daß Ich die Meuschen, denen ein völlig freier Wille zu ihrer Selbstbestimmung gegeben ist, mit Meines Willens Allmacht nicht also halten kann und darf, wie alle andere Kreatur klein und groß in der ganzen Unendlichkeit; denn täte Ich das, so wäre der Mensch kein Mensch, sondern ein durch Meine Allmacht gerichtetes Tier, oder eine Pflanze oder ein Stein. Das werdet ihr nun hoffentlich wohl einsehen und begreifen, und Mich um Dinge nicht so leicht mehr fragen, die ohnehin für jeden nur einigermaßen helleren Denker klar am Tage liegen. Wenn aber nun schon in dieser Zeit, in welcher Ich noch im Fleische auf diefer Erde unter euch wandle und lehre, sich Etwelche aufgemacht haben, in Meinem Namen herum ziehen, und zu ihrem materiellen Vorteile auch Meine Lehre ausbreiten, aber darunter auch ihren eigenen unlauteren Samen mengen, aus dem zwischen dem magern Weizen auf dem Acker des Lebens und dessen Wahrheit bald viel böses Unkraut empor wachsen wird; wird es dann in den spätern Zeiten zu verwundern sein, so in Meinem Namen noch mehrere falsche unberufene Lehrer und Profeteu sich erheben und mit gewaltiger Rede und dem Schwert in der Hand zu den Menschen schreien werden: Sehet! hier ist Christus oder dort ist Er! So ihr, und später euere rechten und reinen Nachfolger, das hören und sehen werdet, so glaubet solchen Schreiern nicht; denn an ihren Werlen werden sie eben also leicht zu erkennen sein, wie die Bäume an ihren Früchten; denn ein guter Baum bringt auch gute Früchte. Auf Dornhecken wachsen keine Trauben, und auf den Disteln leine Feigen. Worin aber das Reich Gottes bestehet, und wie und wo es sich im Menschen selbst uur entfaltet, das habe Ich vor euch ehedem zu den Pharisäern gesagt; und so werdet ihr denn wohl auch einsehen und begreifen, daß es Denen nicht zu glauben sein wird, die da rufen werden: Siehe da, siehe dort!? — Denn wie der Geist inwendig im Menschen, und alles Leben, Denken, Fühlen und Wissen und Wollen urstämmlich von ihm ausgehet und alle Fibern durchdringet, also ist auch das Reich Gottes, als das wahre Lebensreich des Geistes, ja auch nur inwendig im Menschen, und nicht irgend auswendig oder außerhalb des Menschen. Wer das in sich recht auffasset und es der vollen lebendigen Wahrheit nach begreift, dem wird ein falscher Prophet in Ewigkeit nichts anzuhaben im Stande sein; wer aber in seinem Gemüte gleichet einer Windfahne oder einem Schilfrohre im Wasser, der wird freilich schwerlich den ruhevollen und wahrheitshellen Hafen des Lebens finden! — Darum seid denn auch ihr keine Windfahnen und Schilfrohre, sondern seid wahre Lebensfelsen, denen Stürme und Wasserwogen nichts anhaben können.“

Ferner folgte hierüber:

Sagte nun der Wirk in aller Ehrfurcht und Hochachtung: O Herr und Meister! Deine Taten sind allerwunderbarst; aber Deine Worte sind wahrhaft pur Wahrheit und Leben; denn so Du handelst, da merket es auch ein Blinder, daß in Deinem Willen mehr als eine menschliche Kraft und Macht waltet, aber wann Du sprichst, da erkennt man erst in der Fülle, daß Du der Herr Selbst bist! Denn die Weisheit Deiner Rede ist mehr, denn das hellste Licht der Mittagssonne! Aber nun muß denn auch ich mir noch die Freiheit nehmen, und des Reiches Gottes wegen an Dich, o Herr und Meister, eine Frage stellen! So Du es mir zuvor allergnädigst gestatten wollest, will ich reden?! — Sagte Ich: Rede du, was du nur immer willst und Ich werde dir antworten! — Sagte nun der Wirk: Herr und Meister! Du hast nun Vieles von Deiner abermaligen Aukunft und so mit auch von der Ankunft des Reiches Gottes auf dieser Erde gar überweise geredet zu Deinen lieben Jüngern und daneben auch zu mir und zu meinem von Dir geheilten Oberknechte; da fiel mir denn doch Eines sehr auf, und das von einer irgend wann in der Ferne der Zeiten werden follenden größten Klärung der Menschen und deren wah— ren Gemeinschaft mit den schon seligsten Geistern der Himmel, und somit auch von der wahren Ankunft des Reiches Gottes auf Erden!? — Und also sagtest Du auch, daß das Reich Gottes nicht irgend mit äußerem Schaugepränge unter die Menschen kommen werde, sondern es ist schon inwendigst im Menschen, der es nur zu suchen, zu finden und alfo in sich zu entfalten hätte? Ich aber bin da nun einer solchen Meinung, daß wir uns Alle hier in Deiner Gegenwart befinden, die sichtlich nicht in uns, sondern noch sehr außer nus sich befindet, und wir mit aller Zuversicht sagen können: Siehe, hier ist Christus, der von Ewigkeit gefalbte Herr aller Herrlichkeit, und Er Selbst ist Alles in Allem, und somit auch das ewige Reich Gottes und das Leben und die Wahrheit! Da Du nun aber bei uns bist, so ist ja auch Dein Reich nicht in uns, sondern bei uns in unserer Mitte? Wird in der von Dir uns vorhergesagten Zeit sich diese heiligste Sache auch also verhalten? oder wird Deine zweite Ankunft von der jetzigen doch eine sehr verschiedene sein? — Sagte Ich: „O du mein lieber Freund! Du hast nun wahrlich ganz gut geredet, und Ich kann es dir sagen, daß dir das nicht dein Fleisch und Blut, sondern nur dein Geist eingegeben hat; aber darum verhält sich die Sache von der einstigen Wiederkunft des Menschensohnes dennoch also, als wie Ich sie euch Allen klar genug gezeigt habe. Du hast ganz Recht, so du nun sagtest, daß das Reich Gottes in Mir zu euch gekommen ist, und sich bei euch und in eurer Mitte befindet; aber das genügt noch nicht zur Erreichung und vollen Erhaltung des ewigen Lebeus der Seele, weil das Reich Gottes in Mir wohl zu euch gekommen, aber darum noch nicht in euer Inneres gedrungen ist, was erst daun geschehen kann und wird, wann ihr ohne alle Rücksicht auf die Welt Meine Lehre ganz in eueren Willen, und somit auch in die volle Tätigkeit aufgenommen habet. Wenn das einmal der Fall sein wird, dann werdet ihr uicht mehr sagen: Christus und mit Ihm das Reich Gottes ist zu uns gekommen und wohnet bei und unter uns, sondern ihr werdet sagen: Nun lebe nicht ich, sondern Christus lebet in mir! Wann Das bei euch der Fall sein wird, dann auch werdet ihr das in der Fülle lebendig begreifen, wie das Reich Gottes nicht mit äußerem Schaugepränge zu und in den Menschen kommt, sondern sich nur inwendig im Menscheu entfaltet, und die Seele in sein ewiges Leben ziehet, befestiget und erhaltet.“

Mleder einmal folgte: Sagt Andreas: Aber Du sagtest uns abermals von Deiner zweiten Ankunft auf die ser Erde, und stelltest am Ende die Frage auf, ob Du dann unter Menschen auch wohl Glauben finden werdest? Nun, diese Frage Dir zu beantworten, steht wohl noch gänzlich und weit außer dem Bereiche dessen, was uns zu erörtern möglich ist, daher ich Dir darauf auch keine Antwort geben kann. Du Selbst aber wirst das wohl am besten wissen, wie es in der noch fernen Zukunft mit dem Glauben der Menschen stehen werde, und so Du es willst, da kannst Du es uns näher noch bezeichnen, als Du uns das bei mehreren andern Gelegenheiten schon bezeichnet hast. Sagte Ich: „Du hast dies heutige Bild auch ganz wahr, wohl und gut aufgefaßt, und dadurch Meinem Herzen eine rechte Freude gemacht; so ihr Alle auch also tuet, da wird die volle Errettung eurer Seelen vom Joche der Materie dieser Welt und ihren Anreizungen auch wahrlich nimmer lange auf sich warten lassen. Was aber Meine Frage um den Staud des Glaubens bei den Menschen in der noch fernen Zukunft betrifft, so des Menschen Sohn wieder auf diese Erde auf die euch schon zu öftern Malen angezeigte Art und Weise kommen werde, so sage Ich euch, daß Er im Ganzen noch weniger lebendigen Glaubens finden wird, denn jetzt. Denn in jenen Zeiten werden die Menschen größtenteils durch das umermüdete Forschen und Rechnen unter den Zweigen und weit ausgebreiteten Aesten des Baumes des Erkenntnisses in vielen Wisseuschaften und Küusten gar sehr weit kommen und werden mit den in der Natur der Erde jetzt dem Menschen noch ganz verborgenen Kräften Wunderbares zu Stande bringen und auch sagen: Sehet! Das ist Gott! soust gibt es keinen! Der Glaube dieser Menschen wird demnach so gut als gar keiner mehr sein! Also — bei diesen Menschen werde Ich in Meiner Wiederkunft keinen Glauben m ehr finden. — Ein anderer auch großer Teil der Menschen aber wird sich in einem nach um Vieles dickeren und finsteren abgöttischen Aberglauben besinden, als jetzt alle Heiden auf der ganzen Erde. Diese werden ihre Lehrer, Vertreter und Beschützer haben in den Großen und Mächtigen der Erde eine geraume Zeit; aber die mit allen Wissenschaften und Künsten wohl ausgerüsteten Kinder der Welt werden deu sinstersten Aberglauben mit aller Gewalt unterdrücken, und dadurch die Großen und Mächtigen der Erde in eine übergroße Verlegenheit setzen, weil durch die Wissenschaftlichen und Künstler aller Art und Gattung das gemeine und lange mit aller Gewalt in aller Blindheit gehaltene Volk einzusehen anfangen wird, daß es pur nur des Weltruhmes und Wohllebeus der Großen und Mächtigen wegen, die selbst keinen Glauben hatten, in der Kuechtschaft gehalten worden ist! — Und so Ich dann kommen werde, so werde Ich auch bei den Menschen solcher Zeit keinen Glauben finden! — In der Zeit der großen Fiusternis würde Ich bei ihnen keinen Glauben sinden können,

ue weil sie die dümmsten und allerblindesten Knechte ihrer Beherrscher waren, die bei sich gar wohl einsahen, wozu die gänzlich Blinden gut zu gebrauchen sind, und daß die Sehenden sich das niemals gefallen lassen würden wie die gänzlich Blinden. Sind die Blinden aber einmal von den Wissenschaftlichen und Künstlern auch sehend geworden, so sind sie Anhänger Derer, die sie zum größten Teil von der harten Knechtschaft der Großen und Mächtigen frei gemacht haben; und so Ich da kommen würde und sagen: Höret, ihr Völker der Erde! Ich bin nun wieder zu euch gekommen und will euch von Neuem zeigen die rechten Wege zum ewigen Leben eurer Seelen! Was würden die jedes Glaubens baren Menschen dazu sagen? Sie werden mir zur Antwort geben: „Freund, wer Du auch seist, laß ab von der alten verbrauchten und „glücklicherweise verrauchten Dummheit, für die seit den Zeiten ihrer „ersten Entstehung viele Ströme oft des allerunschuldigsten Blutes „geflossen sind. — Ist der sogenannke gute Vater im Himmel, Den „wir nicht kennen und nun auch gar keine Sehnsucht mehr nach Ihm „haben, gar ein so großer Blutfreund, so kann Er Sich ja leicht den „großen Ozean ins Blut umwandeln und sich daran höchlichst ergötzen; „aber wir brauchen von solch einer Lebenslehre nichts mehr, die statt „des verheißenen Gottesreiches nur die allerbarste Hölle unter die Men- „schen auf die ohnehin magere Erde gebracht hat. Wir halten uns „nun an die Wissenschaften und Künste aller Art und Gattung, und „leben dabei in Frieden und Nuhe, zuversichtlich auch nur zeitlich; „denn uns ist nun ein gewisses zeitliches aber friedliches und ruhiges Le- „ben um gar Vieles lieber, als ein durch unzähliges Leiden und durch „viele Ströme unschuldig geflossenen Blutes erkaufter und dabei doch „in Zweifel gezogener Himmel mit allen seinen schönen Seligkeiten!“ Bei solcher Sprache der einstigen Menschen wird Meine Frage: ob Ich bei Meiner Wiederkunft auf die Erde Glauben finden werde, wohl fehr zu rechtfertigen sein! — Aber — saget ihr nun in euch: Ja, wer wohl wird daran der Schuldträger sein? — Etwa die Hölle? — Herr, so vertilge sie! — Oder etwa die falschen eigennützigen Propheten, unter deren Deckmantel dann auch bald allerlei Große und Mächtige wie die Pilze aus der feuchten Erde zum Vorscheine kommen, die Erde mit Krieg nach allen Richtungen überziehen und die Menschen quälen werden? — Herr, so laß die falschen Propheten. in Deinem Namen niemals aufkommen! Willst Du Selbst es aber also haben, so muß es Dir auch recht fein, wenn Du bei Deiner einstigen Wiederkunft auf diefe Erde unter den Menschen keinen Glauben mehr findest! Ich aber sage hierzu: „Die kurzsichtige Menschenvernunft urteilet da freilich nach ihrer Einsicht ganz richtig, und es läßt sich von der diesweltlichen Seite eben nicht gar zu Vieles dagegen einwenden; aber Gott als der Schöpfer und ewige Erhalter aller Dinge und Wesen hat da wieder ganz andere Ansichten und Pläne mit Allem, was er aus Sich erschaffen hat; und so weiß Er auch am allerbesten, warum Er Dieses und Jenes unter den Menschen auf dieser Erde zuläßt. Am Ende erst wird aller Aberglaube mit den Waffen der Wissenschaft und der Künste vom Boden der Erde hinweg geräumt werden, wobei aber dennoch kein Mensch in seinem freien Willen nur im Geringsten beirrt wird. Dadurch wird mit der Zeit wohl eine volle Glaubensleere unter den Menschen sein; aber es wird ein solcher Zustand nur eine höchst kurze Zeit dauern. In jener Zeit erst will Ich deu alten Baum des Erkenntnisses segnen, und es wird der Baum des Lebens im Meuschen wieder zu seiner alten Kraft gelangen, und also wird es dann nur mehr einen Hirten und eine Heerde geben! — — Wer das nun verstanden hat, der wird auch Meine Frage verstehen, — ob Ich in jener Zeit wohl einen Glauben, wie jetzt, auf der Erde — finden werde? — Solch einen Glauben, wie jetzt, werde Ich in jenen künftigen Zeiten wohl sicher nimmer finden; aber einen andern! Worin er aber bestehen wird, davon könnt ihr euch jetzt wohl keine Vorstellung machen; aber dessen ungeachtet wird es dereinst dennoch also kommen, wie Ich es euch nun zum Voraus gesagt habe!“ Sagte nun Einer aus der Zahl der sogenannten Judgriechen: Herr und Meister! wird denn mit Deiner abermaligen Ankunft auf dieser Erde den Menschen auch eine Lehre gegeben werden? Wenn Dir ihnen wieder mit dieser Lehre kommen wirst, so werden sie dann ja auch sagen: O bleibe uns vom Halse mit dieser Lehre, die so viel Unheiles auf der Erde angerichtet hat!? — Sagte Ich: „Freund! Die Lehre, die Ich euch jetzt gebe, ist Gottes Wort, und bleibet ewig, und darum werden jene Menschen, von denen hier die Rede ist, auch nur diese von Mir überkommen, die ihr von Mir überkommen habt; aber in jenen Zeiten wird sie ihnen nicht verhüllt, sondern völlig dem himmlischen und geistigen Sinne nach enthüllt gegeben werden, darin wird das neue Jerufalem bestehen, das aus den Himmeln auf diese Erde herniederkommen wird. In seinem Lichte werden die Menschen erst klar werden, wie sehr ihre Vorgänger von den falschen Propheten gleich wie die Juden nun von den Pharisäern hintergangen und betrogen worden sind! Sie werden dann nicht mehr Mir und Meiner Lehre die Schuld an all dem vielen Unheile auf der Erde in die Schuhe schieben, sondern den höchst selbstund herrschsüchtigen falschen Lehrern und Propheten, die sie schon im Lichte ihrer Wisseuschaften und vielen Künste nur zu genau werdeu erkannt haben, wessen Geistes Kinder sie waren. Wenn aber das hellste Licht des neuen Jerusalems über die ganze Erde scheinen wird, dann werden die Lügner und Betrüger völligst enthüllt, und der Lohn für ihre Arbeit ihnen gegeben werden; je höher aus ihnen sich Jemand zu stehen dünken wird, desto tiefer wird auch sein Fall sein. Darum hütet euch schon jetzt vor deu falschen Proö pheten! —“ ꝛc. ꝛc. 5

Weileres fieritber:

Sagte Ich — der Herr —: „Ich hätte euch noch gar Vieles zu sagen und zu enthüllen, aber ihr Alle könntet das noch nicht ertragen; wann aber der Geist der Wahrheit aus Mir über euch kommen wird, so wird er euch in alle Wahrheit und Weisheit leiten, und ihr werdet euch daun schon vollends im Lichte des neuen Jerusalems befinden. Ob ihr aber daun auch im Staude sein werdet, das Licht an eure Jünger übergehen zu lasseu, das ist eine Frage, die ihr schwer beantworten werdet. Ihr könnt es nun noch gar nicht ahnen, zu welch großen und Vieles umfassenden Wisseuschaften und Küusten es dereinst die Menschen bringen werden, und wie sehr dadurch aller Aberglaube unter den Menschen gelichtet werden wird. Wo aber in der ganzen Welt ist nun wohl eine Rede von einer auf den Grundsätzen der wohl berechneten Wahrheit stehenden reinen Wissenschaft, und wo von einer durch solche Wissenschaft berechneten Kunst? Wo es nun unter den Menschen auch noch eine Wissenschaft und eine von ihr abgeleitete Kunst gibt, so sind dabei auch stets über drei Vierteile blinden Aberglaubens. Auf solch eine faule Frucht von dem noch ungesegneten Vaume des Erkenntnisses aber läßt sich keine höhere Himmelswahrheit stellen; und wollet ihr sie darauf stellen, so wird darauf eine Frucht zum Vorscheine kommen, die man wohl den Drachen zum Fraße vorwerfen, aber nicht den Menschen zur Nahrung geben könnte. Und sehet und merket es wohl! Aus dergleichen Früchten werden auch die falschen Propheten mit all' ihren Irrlehren und falschen Wunderzeichen hervorgehen, und mehr denn drei Vierteile der Erde verderben! Denn so man sich bemühen wird, Meine reinste Wahrheitslehre mit den nun unter den Menschen bestehenden, mit allerlei Aberglauben untermengten Wissenschaften und wenig sagenden und leistenden Künsten in der Meinung zu vereinen, auf daß sie dadurch den Menschen um so leichter annehmbar würde; so wird mau, leicht von selbst verständlich, Meine Lehre stets mehr und mehr verunreinen, und die Wissenschaften und Künste, die voll Aberglaubens sind, werden dadurch noch tiefer in die alte Na cht

hin abfinken, als sie seit Anbeginn der Menschen jemals gesunkeu sind. — Sie werden am Ende eine Zeit lang bloß nur zu einem Eigentume der falschen Propheten werden, damit diese mit ihrer Hilfe um desto leichter und umfangreicher das blind gehaltene Volk für sich gewinnen werden können. Aber es wird das nicht also verbleiben; denn zur rechten Zeit werde Ich Menschen erwecken für die reinen Wissenschaften und Künste, und diese werden es den Menschen von den Dächern herab verkünden, wie die Diener Balaams ihre Wunder bewirkt haben!? Dadurch wird die reine Wifsenschaft in allen Dingen und auch die reinen Küuste zu einem unbesiegbaren Vorläufer und Vorkämpfer für Mich gegen den alten Aberglauben werden; und so durch sie der Augiasstall wird gereiniget sein, dann werde Ich ein leichtes und wirksamstes Wiederkommen auf dieser Erde haben. Denn mit der allenthalben reineu Wissenschaft der Menschen wird sich Meine reinste Lebens— lehre auch leicht vereinen, und also ein vollständiges Lebenslicht den Menschen geben, da eine Reinheit die andere nimmerdar verunreinigen kann, so wie eine sonnenhelle Wahrheit die andere nicht. — ꝛc.

Ich habe bei gar vielen Gelegenheiten die verschiedenen Dinge, Erscheinungen und Vorkommnisse euch und auch andern Menschen, die einen guten Willen und ein empfängliches Herz hatten, wohl und anschanlich gründlich erklärt,habe vor euren Augen und Ohren den ganzen Sternhimmel also enthüllt, daß ihr nun wohl wisset, was unsere Sonne, der Mond, die Planeten und was die zahllos vielen andern Sterne sind, und welch eine Beschaffenheit sie haben, und habe euch mehrere sogar mittels der Eröffnung der inneren Geistessehe besichtigen lassen; und so besitzet ihr nun in gar Vielem schon die reinste Wifsenschaft. Gehet aber hin und lehret die blinden Menschen also, wie Ich euch belehrt habe, und ihr werdet es nur zu bald erfahren, wie schwer die Menschen von ihrem alten Wissen und von muystischen Vorurteilen abzuwenden. sind! Dazu gibt es auch eine Unzahl Menschen, die von ihren selbstsüchtigen Priestern und Beherrschern derart verdumut siud, daß sie solch eine Aufklärung im Wissen als einen niemals verzeihlichen Frevel gegen die Götter ausehen würden, und einen Menschen gar übel zurichteten, der sie zu einem Frevel wider ihre Götter verleitete!

Textgrundlage: bereitgestellte historische Ausgabe. Originalscan · PDF-Seite 34 →

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