zur 3. Nufl.
Durch des l. h. Vaters Gnade ist es uns vergönnt, nach 11⁄2jjähriger Unterbrechung“) die schon 1888 begonnene dritte Auflage dieser Schrift, doch endlich und zwar bedeutend erweitert vollenden zu dürfen.
Darob freuen wir uns dankbar, besonders auch, daß wir dem ersehnten Ziele merklich näher gekommen sind, seit dem Erscheinen der I. Auflage, wo die Weltuhr 12 Uhr 57, und jetzt 1 Uhr 20 Min. zeigt.
Auch ein Rückblick anf das theosoph. Gebiet zeigt in den letzten 15 Jahren ein wachsendes Interesse und die Zunahme lüchtiger Werkzeuge, ja eine merkliche Annäherung des HErrn.
Einen bedeutungsvollen Fortschritt haben wir zu verzeichnen, indem die im wahren Grund fußenden, und auf der Zinne der Wissenschaft stehenden Männer erklären konnten, daß der Kampf um die Herrschaft zwischen Geist und Materie endlich zu Gunsten des Geistes für immer entschieden sei, und die materialistische Weltanschauung uur noch in einzelnen geistig zurückgebliebenen Vertretern absterbend vegetiere.
Wenn wir unn bedenken, daß erst eine Jahrhunderte lange eifrige Pflege der Unkrautsaat des materialistischen Wahnes es soweit brachte, daß nun deren üble Früchte alle Schichten der Gesellschaft ziemlich allgemein durchdrangen, so können wir die Umkehr und besseren Folgen der nun von den berufenen Führern neu erkaunten Wahrheit des Geistes nur langsam, aber stetig wachsend erwarten, bis dieser Sieg der göttl. Geistes lehre alle Welt durchdrungen und so sie überwunden haben wird.
Danken wir von Herzen dem l. h. Vater als Lenker aller Menschen und Welten für diese glückliche Wendung, daß die besseren geistigen Leiter es nun frei wieder anerkennen:
der Geist ist der Herr!
Ja wohl, sagen wir, denn der Herr ist Geist, und wir präzisieren diesen grundlegenden Satz der Wissenschaft für uns dahin:
Der HErr ist Christus, das Wort Gottes, d. h. die Licht- Lehre der ewigen Liebe. So ist der Geist der göttliche Liebewille, welcher im Wort als „Sohn Gottes“, wodurch alles geschaffen ist, zeuget vom „Vater“, der Liebe in Gott; und also sind diese drei Eins.
) Tie Pause liegt zwischen dem dritten und vierten Bogen.
Hoffen wir, daß die Wissenschaft unter den Gnadeneinflüssen des Geistes nach und nach auch in diese Konsequenzen uns folge, damit der Feind des Lebens, der Materialismus, als Egoismus auch im praktischen Leben vollends überwunden werde.
So wie uns Christus den Geist personiftziert, so der Satan die Gesamtmaterie, welche im Lichte des Geistes eigentlich nur ein systematischer Trugschein, wie das rein Geistige ewige Wahrheit, absolute Wirklichkeit ist.
Des Satans Herrschaft liegt also im Materialismus, und dessen Konsequenz ist Sgoismus, was man moralisch mit „Welt“ bezeichnet.
Der Sieg des Geistes bedeutet also den Untergang der Welt im obigen Sinne, d. h. das Ende der Trugherrschaft, und den Triumph der Wahrheit, d. i. das Reich Gottes auf Erden.
Mögen vorerst immer mehr Einzelne an diesem Siege des Geistes teilund den göttlichen Liebewillen in sich aufnehmen, damit so die Wiederkunft des wahren HErrn, Jesu Christi, oder die Herrschaft des Geistes in ihnen verwirklicht werde, und also immer mehr Erlöste die herrliche Bedeutung des Ausrufs vom Apostel Paulus an sich erfahren:
„Nun lebe nicht mehr ich (mein Ich), sondern Christus (das Göttliche — der reine Geist) lebet in mir!“ wo er beseligt dann fragen kann: „Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes?“ die nun sein Leben ist.
Dazu verhelfe auch uns der HErr immermehr; denn dieser Prozeß der wahren Wiedergeburt unserer Seele ins Rein -Geistige ist die Erlösung und die große eigentliche Lebensaufgabe des Menschen, zu deren leichterer, ja (für die Meisten) — zur allein möglichen Erreichung — der HErr Sein Erlösungswerk vollbrachte, und so ist Sein Blut die Geistestinktur zum neuen Menschen, nach des Vaters Wohlgefallen.
In der Herrschaft des Geistes liegen auch die Glemente zur Vereinigung von Christentum oder besser der wahren Religion mit der Wissenschaft; denn die reine Lehre Christi ist ja eben die höchste Lehre des Geistes, welche freilich sich mehrfach unterscheidet von den verschiedenen Kirchenlehren, in denen leider auch viel „Welt“ steckt, was dem Sieg des Geistes wird weichen müssen.
Aus solch freier Harmonie zwischen der echten Religion und der wahren Wissenschaft, die sich so nach und nach verwirklicht, wird der Menschheit nicht nur wahrere reinere Erkenntnis, sondern auch wunderbares Können ersprießen.
Zum Schlusse unseres etwas langen Vorworts drücken wir den liebewilligen Mithelfern unsern herzlichen Dank aus, und fügen den Wunsch bei: der allgütige Spender alles Lichtes möge es ihnen und allen redlichen Lesern segnen, daß Seine Guadenwirkungen in uns Allen mächtiger werden können, indem wir demütig bittend und liebetätig uns darum bemühen, damit aus dem Gnadensamen Seiner ewigen Liebe Ihm auch mehr und mehr freie Früchte der reinen Liebe reifen, und immer mehr Herzen sich gedrungen fühlen, mit steigender Sehnsucht zu rufen: „Komm, o Jesu, komme bald!“ Amen.
November 1889. C. F. L. als Hsg.
er Well And'!
Der Wind, der geistige der Zeit,
Der nun so Manchen wohl erfreut Woher — — wohin —
Er jetzo wehend mag wohl ziehn — Was soil sein Säuseln, dessen Ruf In vielen Herzen Leben schuf? —
Der Morgenwind, er kommt vou Oven. Daß er vom Weltdunst uns befrei',
Damit was da geweckt, mög, loben
Deu Herrn. Der nun macht Alles ucul!
Schon oft hat man es wohl vernommen: „Bis da ist der Welt Uutergang,“ Und dennoch ist's nicht so gekommen, Nun wird es Niemand d'rob mehr baug. Es lebt die welt im Leichtsinn weiter, So blindlings in den Tag hinein, Mon schafft halt, weil man muß nun leider, Und denkt nicht — was das Erst' sollt' sein: Im Diesseits für ein Jenseits sorgen! Das wär' der eitlen Welt zu toll, Man kümmert sich nicht viel um's Morgen, Geschweige ob ein Dort sein soll! Wir aber mögen doch bedenken — Wenn Gottes Laugmut ist auch groß, Er's dennoch einmal dürfte lenken, Daß Sie ereilt ihr Endes los. Und wer mit offenem Geistesblicke Das heut'ge Treiben wohl durchschaut, Der ahnet große Mißgeschicke, Die böse Seit, wovor ihm graut. Den Reifern wohl ist's drob nicht bange, Sie sehnen sich nach der Geburt Der bessern Friedenszeit schon lange, Trotz aller Schmerzen der Geburt. Da gärt's und kocht's in allen Schichten, Die große Iatastrophe naht, Sie wird sich selber elend richten Die arge Welt aus ihrer Saat. Nicht Gott, der BErr und liebe Vater, Er läßt sie machen, was sie will, Mit ihrer Leidenschaften Hader Sorgt eifrig sie, daß sich's erfüll': was läugst Johannes ausgesprochen Als göttlich wahres Fukunftsbild; So wird ihr Uebermut gerochen Dom eig'nen Frevel blind erfüllt. Und bald es dürfk' von iht nun heißen: „Kort mußt du, deine Feit ist hin!“ Die Adler immer enger kreisen, Die scharf als Richter sie unzieh'n. Sie rüsten sich zum frohen Feste, Erweisend ihr die letzte Fuad — Vertilgend ihre faulen Reste, Raumschaffend für das bess're Pfad. wenn jetzt man nur im Spott noch höret Vom nahen Uẽtergang der Welt, Bald die Geschicht' es deutlich lehret, wie vollwahr es damit bestellt. Und wenn dann 's Alte aßpgestorben, Dieweil es seinen Dient getau, Des Truges Pflanzung ist verdorben, Schon geht ein neues Leben an. Die lange Täuschung ist vergangen, Der bitteren Erfahrnug Frucht Bringt jetzt nach Wah rheit das verlangen, Die vordem man nicht mehr gesucht. Und das Bedürfnis wird sich melden Auf's neu nach rein'rer Lebens Lehr', Wenn tot, vergessen sind die Helden, die schreiend suchten eig'ne Ehr! — Nicht Nacht- mehr, sondern Licht y arole Wird faktisch dann das Losungswort, Und freies Müb'n zu aller Wohle — Die Liebe Lebens · Vollafkord; Dann alle Menschen „Brüder“ werden, Ob reich der Eine oder arm, So wird es besser dann auf Erden, Ein Jeder teilt des Andern Var. Das Herz wird seine Rechte fordern Und appellieren an's Gefühl, Bis edelste Begeist'rung lodern Und Sättigung auch haben will. Und so um's Bess're fest zu gründen, Ersteht die wahre Religion, Die Reifern sich zusammenfinden Fu einem geist'gen Lichtzion:
Die Jukunftsreligion der Liebe In ihrer edlen Lauterkeit,
Damit sie fürder rein verbliebe, Giebt Gott sie neu in dieser Zeit. Bald jubelnd werden Alle weinen Ob solchen heilig größten Glücks:
Der HErr kommt Selbst da zu den Seinen Am End' des großen Geistessiegs. Doch nicht als Mlärtprer wie dorten, Als Pater lichtvoll Er belehrt,
Der ante Hirt wird aller Orten Mit Wonn' erkannt von Seiner Beerd'! —
Nicht diese Erd' soll untergehen, Die Erde ist ja doch des HErrn, Der Welt-Wahn nur, der muß vergehen Im Gotteslicht, als Morgenstern. Der Geist der Welt, die Sigenlie be, Die Schrift sie oft „das Fleisch“ benennt, Daß sie nicht immer Herrscher bliebe, Wie die verderbt' Natur sie kennt: Dazu ist Christus einst gekommen, Daß Er demselben nehm' die Hron', Und dazu will Er wiederkommen, Hollendend, was Er tat als Sohn. Damit des Vaters Liebe-Wille, Als Same für Sein Friedensreich, Dann endlich diese Erd' erfülle Regierend, All' beglücke euch. Längst merkt ihr, daß der Welt nun fehle Ein gauz vollkommen Ideal: Hier habt ihr's! Jeder es erwähle Zu seinem höchsten Ideal. So wird das Alte wohl vergehen, All' das Verkehrte heut'ger Welt, Und aus dem Schutte der Pygmäen?) Die Gottesordnung Einzug hält. „Die welt“ — der argen Selbstsucht Wesen Wird in ein Paradies verkehrt, So wie die Menschheit wird genesen Vom Irrwahn, den sie lang genährt. Handreiche Jeder diesem Baue, Der endlos segensreich wird sein, Und Keiner träge blos zuschaue, Schon heut' setzt eure Uräfte ein, — Vor Allem ernft euch selbst bekehret Zur Liebe-Cebens-Lichtordnung; mit Werken mehr als Worten lehret, Dann wird euch Vollgenugtuung. Tut selbst getreu nach jenen Regeln, Was Andere beglücken soll, Eh' noch das Schiff mit vollen Segeln In Abgrund stürzt zum Endeszoll Als wohlerworb'ne volle Ernte Für all' die eitle Weltkultur, Wo Fieb' und Glauben man verlernte, Und ganz vergaß Gott und Natur; Zumeist dem Augenblicke fröhnte In der Genußsucht Sklavendieust, Und wahre Meuschenwürde höhnte, Das Geist'ge hielt für Hirngespinnst. Treu sorget, daß ihr seid gediegen In dem, was ihr zu bieten habt, Geeignet wohl mit Gott zu siegen, Indem ihr eure Brüder labt — mit himmelsmanna Leben gebend, mit Licht im laut'ren Wahrheitswort, Mildheilend, stärkend und erhebend, — Die Lieb' euch zeug' in Tat und Wort. So rüstet euch als Wegbereiter, Dem Ernst der Zeit zu sein gerecht, Euch selbst erst werdet tücht'ge Leiter, Damit ihr stark seid im Gefecht! Still übet euch im rechten Aämpfen, Ihr sollt die Welt nicht feige fliehn, Des Drachen Wut lernt klüglich dämpfen, Mit Gott ihr sosches mögt vollzieh'n. Wenn ihr bewußt der eig'nen Schwäche — Doch auch des Daters Allgewalt, ö mit Ihm vereint geht eure Wege, Dann stets ihr habet festen Halt: Da Alles ihr ertragen möget Der wahren Siebe nur zu lieb, . Und glanbensvoll Vertrauen heget Zu Gottes ew'ger Vaterlieb'. N Wenn so den Todfeind ihr verzeihen, Barmliebend ihn gewinnen könnt, Und dem Derräter Obdach leihen, Daum Gott euch wahre Minder nennt. Alsdann ihr mögt mit Ihm regieren, Wenn Liebe eures Wesens Namen, Um Seinen Keichsplan auszuführen, Da spricht der HErr Sein segnend „Amen!“ .
„) Vertüm merle, zwergflakte Menscheu (hier geist. Krüppel! C. . CL.
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