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Weiterer Anhang – Leseteil 3 – Der große Advent – Zur Wiederkunft Christi (1904)

Der große Advent – Zur Wiederkunft Christi (1904)

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So, Meine Kinder, möge euch dieses Wort als Belehrung in Bezug eines biblischen Nachlasses und in Bezug eures eigenen Lebenslaufes sein, wo Mein Zweck der ist, euch Alles klar zu machen, damit ihr wisset, was Ich mit euch will, und was ihr, Meine Kinder, für euch selbst wollen sollet! Rüstet euch für alles Künftige!

Verlieret das Vertrauen auf Mich und eure eigene Kraft nicht, und ihr werdet an Meiner Hand siegreich aus jedem Kampfe hervorgehen! Amen!

Nr. 21 B. Wiederkunst Cürtstl. 12

Jusätze zur ffeularung Johannes.

Empfangen durch Jatob Lorber am 21. Dez. 1846. 12. Kap. 1. 2.— 5. Vers.

Text: Und es erschien ein großes Feichen am Himmel: ein Weib, bekleidet mit der Sonne, der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Naupte eine Krone von zwölf Sternen. — Und sie ward schwanger, schrie in Kindesnöten, und hatte Pein und Wehen der Geburt. — Und sie ge – bar ein Kind, einen Sohn, welcher alle Völkerschaften regieren würde mit eisernem Szepter. Und ihr Kind ward entrückt hin zu Gott und zu dessen Thron. —

Enthüllung. Aber Freunde, so etwas Klares und Leichtes nicht zu verstehen, was euch Alle doch so nahe angeht, und nun schon so klar vor euren Augen ausgebreitet liegt! Wo habt ihr denn euren Geist, wo euren Sinn? wohin ist der wohl gerichtet? Wenn Jemand in der Nacht fragt: wo stehet nun etwa die Sonne? da mag so was wohl angehen; aber höret, am Tage sich nach dem Stande der Sonne zu erkundigen, heißt das nicht blind sein oder sich weuigstens geflissenklich die Augen zuhalten und mit dem Stande der Sonne die bei euch sogenannte blinde Maus spielen!

Was wohl ist das Weib, das im Himmel mit der Sonne bekleidet erscheint? „Das Weib“ ist das edle Bild eines Menschen ohne Zeugungskraft, wohl aber fähig für die Zeugung und empfänglich. Alsonach ist dieses Weib ein vollkommenes Ebenmaß des Menschen, somit kein Zerrbild, kein Unmaß des Menschen.

Also gleich ist auch Meine Lehre, die doch sicher in dem vollkommensten Himmel erscheint, weil sie in Mir und aus Mir hervorgeht, gleich dem Weibe ein vollkommenstes Ebenmaß dem geistigen Menschen, für sich zwar nicht zeugungsfähig, aber der Mensch wird durch sie aufnahmsfähig für alles Liebegute, was da ist reine himmlische Gottliebe, als das ewige Geistleben aus Mir, das da ist das Kind, mit dem Meine Lehre befruchtet wird im Herzen des Menschen.

Es ist hier aber freilich nur von Meiner reinen Lehre die Rede wie von einem vollkommenen himmlischen Weibe, also von keiner Irrlehre und von keinem Affenweibe. Daß dieses vollkommene Weib oder Meine reine Lehre sicher mit der Sonne, oder mit Meinem Lichte alles Lichtes umkleidet ist, weil sie aus Mir Selbst kommt, das wird ja etwa doch ganz natürlich sein!

Weil aber eben dieses vollkommenste himmlische Weib oder Meine reinste Lehre nur zur Aufnahme der himmlischen Liebe aus Mir fähig ist, so tritt sie den Mond, als das unbeständige Symbol der Selbstoder Welt- Liebe, mit den Füßen, als eine ihrem rein himmlischen Wesen ganz entgegengesetzte Polarität — (um mit euch ein bischen gelehrt zu sprechen), — also ist sie auch gezieret mit zwölf Sternen, oder mit den zehn Geboten Mosis, und zu oberst mit den zwei Geboten der (Christen- Liebe, aber nicht etwa mit den zwölf Aposteln, und ebenso auch nicht mit den zwölf Stämmen Israels, sondern, wie gesagt, geziert mit allen den zwölf Gesetzen des ewigen Lebens.

Das Weib, oder die tätige Lehre aus Mir im Menschen, aber wird und ist schon schwanger, womit? — Habt ihr nie etwas von der Wiedergeburt gehört! — Heißt es da nicht: Wer da nicht wiedergeboren wird aus dem Geiste, der kann in das Reich Gottes nicht eingehen?

Sehet, das Kind, womit das Weib schwanger ist, ist die reine Gott- Liebe, welche aber durch die mannigfache Selbstverleugnung dem äußern Menschen sehr wehe macht, bis diese himmlische Liebe im Geiste des Menschen durch sich reif wird zur herrlichsten Wiedergeburt zum ewigen Leben.

Ihr müßt euch aber freilich nicht vorstellen, als würde die bloste Lehre als das bezeichnete Weib schwanger, sondern nur die lebendige tätige Lehre, im Glauben des Menschen aufgenommen, ist das bezeichnete schwangere Weib, aus dem die Gottliebe als ein neues Kind ausgeboren wird, und das ist eben die Wiedergeburt zum ewigen Leben.

Das Kind aber ist ein Knabe! — warum denn kein Mädchen, also ein Weib in der Entstehung? — Weil in dieser Liebe, wie im Manne und nicht im Weibe, die schöpferische Zeugungskraft liegt und liegen muß. N

Dieses Kind, oder die aus Meiner Lehre geborene Gottliebe (d. h. göttliche Liebe) im Geiste des Meuschen, wird dann mit eisernem Szepter oder mit der unbeugsamsten Gotteskraft alle Völkerschaften oder alle Forderungen und sinnlichen Leidenschaften der Welt bändigen, und wird dadurch aus Mir den Geist des Menschen, all' seine Neigungen zu Mir hin entrücken und er wird seine Wonne schöpfen an Meinem Throne, der da ist die wahre Weisheit aus mir ewig! — Seht, das ist der überaus leicht faßliche Sinn dieser Verse, also muß aber Alles in diesem allein wahren Lichte betrachtet und begriffen werden, sonst ist es ein Zwielicht, das da mit der Zeit jeden Leiter (Führer) in die finstern Sümpfe und Moräste irreleitet. — Solches also sehr wohl gemerkt und wohl verstanden! Amen.

Hap. 13, 15—18. Empfangen durch J. Lorber am 7. Mai 1841.

In Meinem Namen schreibe nur zu, Ich weiß es schon, woran es euch gebricht, — für gar ferne Dinge reichen eure verlängernden Augen nicht hin, um sie zu erschauen, bei mittelfernen Gegenständen sehet ihr die einseitige Rinde nur, und von den sehr nahen sehet ihr darum nichts, weil sie euch zu nahe liegen und daher auch zu wenig Interesse bieten. — Diese Verse der Offenbarung sind jedoch mit den Händen zu greifen, und ihr möget sie doch nicht erfassen! Ja, je leichter etwas ist, desto stumpfsinniger seid ihr dabei; für ein nächstesmal fraget ihr aber nach dem, das euch am allerleichtesten vorkommt, — wahrlich, ihr werdet dabei sicher demütiger werden als durch diese vorliegenden, überleichten vier Verse, — und nun habet Acht:

Es ist für's Erste in diesem Kapitel von drei Tieren die Rede, erstens vom Hauptdrachen, zweitens vom Tiere, das dem Meere entsteigt, mit sieben zehnhörnigen Köpfen, und drittens von einem lammartigen Tiere

mit zwei Hörnern am Kopfe. 1

Wer der Hauptdrache ist, werdet ihr etwa doch schon wissen, nachdem Ich schon so oft von Meinem Erzfeinde euch, und zwar besonders in den „12 Stunden“ hinreichende Meldung getau habe (siehe Nr. 22).

Wollt ihr aber das zweite Tier erkennen, so wendet eure Angen auf die euch nahe gelegene Eigenliebe, und ihr werdet alle Attribute an ihr bestätigt finden. Es entsteigt dem Meere aller habsüchtigen Begierden und hat sieben Köpfe, das heißt für ein jedes Gebot der Nächstenliebe einen eigenen“ mit zehn Hörnern, durch welche vom einen wie vom audern Hanpte gleichermaßen allen 10 Geboten entgegengestrebet wird; ein verwundetes Haupt ist der strasbare Diebstahl und Raub, aber schadet das dem Tiere etwas? O nein, denn dieses verwundete Haupt ist ja durch all die politischen Staatsund Handels-Gesetze volllommen geheilt, und so lebet die ganze Welt unter solchen Gesetzen, und handelt darnach, und spottet also dadurch dem Lam me und dessen Geboten täglich.

Das dritte Tier entsteigt der Erde, sieht aus wie das Lamm, hat aber auch 2 Hörner. Was etwa doch ist das? — Ich sage euch, dieses liegt euch am allernächsten, es ist die das Wassertier sehr unterstützende und am Ende selbes sogar vergötternde allgemeine Industrie, die mit ihren zwei Hörnern den zwei Geboten der Liebe schnurstraks entgegenstrebt! — Daß es also ist, blicket nur nach Amerika und England (anno 1841) ꝛc.

Wie sehr aber dieses dritte Tier eben solche Industrie ist, zeigen euch z. B. die graufamsten Kinder-Mißhandlungen in den englischen und amerikauischen Fabriken, da dieselben oft von 5 Uhr früh bis über 9 Uhr Abends beständig stehend, beinahe halbnackt arbeiten müssen, und das oft schon von ihrem achten Lebensjahre angefangen; bekommen einmal des Tages etwas schlechtes Brot zu essen, und haben nicht mehr denn höchstens 15 Minuten Zeit zur Ruhe am Mittage, jede Minute darüber wird mit den unmäßigsten Peitschenhieben geahndet! Es wird ihnen kein Unterricht erteilet, außer dem ihrer industriellen Sklavenbestimmung! — O könntet ihr das Wesen der Industrie schauen mit Mir und durch Mich, so würdet ihr sagen:

O Vater, das ist ja der Drache selbst! übt es nicht alle Gewalt des ersten Tieres, dessen Kopfwunde geheilt wurde? — und macht es nicht, daß fast von aller Erde, d. h. wenigstens von ihren Hauptbewohnern das frühere verwundete Tier nun vollends angebetet wird? (seitdem Manches besser, Manches schlimmer. D. Hsg.)

Wird da nicht von angebeteten Königen, Fürsten und andern (industr.) Gründern und Erfindern allenthalben gesprochen, werden ihnen nicht in aller Welt Denkmäler errichtet? — Macht es nicht die größten Zeichen, und läßt (auch) Feuer vom Himmel fallen, d. h. es lehret ganz vernünftig vor den blinden Menschen, als sei solcher Fleiß das eigentliche Wesen aller Religion, und Gottes würdigste Verehrung, wo nicht selbst die beste Anbetung?! — Wie ist das doch ein barster Raub des Feuers vom Himmel, dem Menschen glauben zu machen, daß Ich auch durch Gräuel mag verehret werden! Aber nur eine ganz kurze Zeit noch!

O sehet, die Verführung der Erdbewohner, das Vild des Tieres mit

* wohl auch mit den entsprechenden Gegensätz en der 7 göttlichen Eigenschaften korrespondierend. D. Hsg.

der Schwertwunde aller politischen Gerechtigkeit ist nun vollkommen lebendig; die Menschen wurden genötiget, mit ihrem Blute sogar dieses Bild aufzurichten; und nun pranget es und redet und gebietet, tötet und wird angebetet von allen Würmern und Speichel-Leckern, die darum Gelehrte und Journalisten betitelt werden, und noch von einer Unzahl Schmeißfliegen, die von Allem etwas haben müssen, ohne zu arbeiten, um dadurch etwas zu verdienen.

Es wage aber nun Jemand, dieses Tier nur nicht anzubeten, so wird er gar bald wahrnehmen, wie viel es weltlich für ihn geschlagen hat! — Das aber ist der Geist im Bilde des Tieres, daß die Eigenliebe und Habsucht bei all deu Welk-Großen den höchsten Gipfel erreicht hat, d. i. die Vollzahl 666, da die Eigenliebe gleich mit 60 0, das geraubte Himmelsseuer gleich 60, d. h. das göttliche Gebot zehnfach zum Eigennutz augewendet!!! die Nächstenliebe endlich nur 6, d. h. die allervollkommenste Sklaverei handhaben! — Statt zu geben für 1 — Hundert, fordert man für 1 — Hundert!

Sehet und begreifet nun die Bezeichnung der rechten Hand und der Stirne, sowohl bei Großen und Kleinen, Reichen und Armen, Freien und Knechten, — ist es nicht die Herrschsucht, entweder durch Macht oder Weltverstand!? — Saget, ob Jemand nun ohne diese Zeichnung etwas vermag? Was gilt ohne dieses Zeichen der Meusch dem Menschen? — Wahrlich, sage Ich euch, so aus euch Jemaud Töchter hat, wird er sie wohl (gerne) einem „Uubezeichneten“ geben, oder wird sie einen Unbezeichneten verlangen? — Kann nun Jemand, wenn er nicht ein Zeichen hat oder ein Amt vom Tiere erhielt, noch irgend Weltglück machen!

Ihr selbft seid bezeichnet, bis auf Meinen Kuecht, den Ich mit großer Mühe bis jetzt noch unbezeichnet erhielt. Ich sage aber euch, wenn Ich es zuließe, daß er eine eurer Töchter verlangete, ihr würdet ihn ganz sonderbar bedenklich ansehen, und ihm freundlich raten, davon abzustehen, da es sich doch nicht tun möchte, weil er „nicht bezeichnet“ ist!

So ihr aber schon Solches tätet mit Einem, den Ich euch in der Nacht der Nächte zur Leuchte gemacht habe, was würdet ihr erst tun, so sich ein anderer Unbezeichneter unterstände. solches von euch zur verlangen? — Ich sage: Ihr ließet sie — die Töchter — eher lebendig einmauern —! (d. h. ins Kloster schicken) — wohl verstanden!

Ich bin der Meiunng, nun dürfte euch die Bezeichnung wohl so ziemlich klar sein. Wer vermag nun zu kaufen und zu verkausen ohne dieses Zeichen? — Aber die 42 Monate sind bald zu Ende, da die Gebote der Nächstenliebe schon über 5mal 7fach auf die Eigenliebe augewendet wurden; Ich aber sage euch, suchet das Zeichen durch das Feuer Meiner Liebe zu vertilgen, sodann werdet ihr zum wahren inneren Leben gelangen. — Darum aber ist es gerade jetzt so schwer zum inneren Leben aus und in Mir zu gelangen, weil das Zeichen Jeden zur Welt hinausbrenut; daher lasset euch von Mir von der Welt des Tieres zurückbrennen durch Meine Liebe, so werdet ihr das Leben finden, jetzt und ewig!

Amen, Amen, Amen!

Empfangen durch J. Lorber am 22. Jebr. 1642.

Off. Johs. 1. Kop. 3. Vers:

„Selig wer da lieset und Gehör gibt den Worten dieser Wels, sagungen, und bewahret, was in ihnen geschrieben stehet, denn die Feit ist nahe.“ — Dazu Johs. Hap. 2, 20: „Ich kenne Ihn, denn Ich bin von Ihm, und Er hat Mich gesandt.“ — 6, 48: „Ich bin das Brot des Lebens!“ — 8, l: „Jesus aber ging hin an den Gelberg.“

(BI Vom Knechte frei und wie zufällig gewählte Texte.)

Was diese vier Verse betrifft, so sind sie zwar alle samt und sämtlich dem Johannes entnommen, und zwar sowohl aus verschiedenen Kapiteln des Evangeliums, wie auch aus einem der Offenbarung. Wird etwa diese kleine Unordnung in der Wahl der Verse nicht eine kleine Schwierigkeit bieten, sie zu verbinden also, als wenn sie schon von jeher mit einander wären verbunden gewesen? — Wir wollen denn sehen, wie sich diese durchaus nicht gleichgiltige Sache machen wird; — daß die Sache nicht gleichgiltig ist, werdet ihr im Verlaufe der folgenden Darstellung sehr leicht und gründlich erkennen.

„Selig, wer da liest und Gehör gibt den Worten dieser Weissagung,

und bewahrt, was in ihr geschrieben steht, denn die Zeit ist nahe,“ — alfo

lautet dieser erste Vers aus der Offenbarung Johannis. — Was wird da verstanden unter dem Worte „Selig“? — Sehet, Meine lieben Kindlein, Ich will euch für diesmal den Sinn in aller Kürze gleich einem guten Schulmeister auseinanderlegen, und also entfalten, daß ihr mit gar leichter Mühe der Sache auf den Grund kommen werdet.

Unter dem Worte „selig“ wird soviel verstanden als: „durch die Liebe lebendig.“ Unter dem Worte: „wer da liest“ wird verstanden: „ein Meusch, welcher das Wort in sein Herz aufnimmt“, und unter dem Worte „Gehör geben den Worten diefer Weissagung“ wird verstanden: „ein Mensch, welcher, nachdem er das Wort in sein Herz aufgenommen, sich dann werktätig richtet nach demselben“; — welcher Mensch also liest und höret das Wort der Weissagung, der bewahret wahrhaft in sich lebendig, was in ihr geschrieben steht, und dieser ist es auch, dem die Zeit nahe gekommen ist; — was aber ist denn das für eine Zeit? — Meinet ihr etwa, diese Zeit sei das jüngste Gericht? — O Meine Lieben, solches ist hier mit nichten der Fall; denn unter der hier besprochenen „nahen Zeit“ wird nicht eine Zeit des Unterganges, wohl aber eine Zeit der Auferstehung verstanden; und somit gilt diese Zeit nur dem, der das Wort in sich aufnimmt und danach lebet; aber nicht auch für den, der entweder das Wort gar nicht kennt und es auch gar nicht erkennen will.

Wer aber das Wort nicht werktätig in sich hat auf die schon bekannt gegebene Weise, der ist ja ein Toter; was aber haben die Toten mit der Zeit zu tun? oder wann ist für einen abgestorbenen toten Baumklotz Morgen, wann Mittag, wann Abend, wann Mitternacht? wann ist ihm die Zeit nahe, wann ferne? Daraus werdet ihr doch sicher deutlich ersehen, daß die besprochene nahe Zeit keine Zeit der Toten, fondern eine Zeit der Lebendigen ist.

Wenn ihr das bereits Gegebene nur ein wenig aufmerksam durchgehet, so werdet ihr doch auch bald mit Mir im Johannes ausrufen können: „wir kennen Ihn, nemlich im Worte, denn solches kommt von Ihm, und ist das heilige Ich in jedem lebendigen Menschen, und ist gesandt vom Vater als ein wahres Wort des Lebens!“

Wer demnach dieses Brot des Lebens in sich hat, welches ist das lebendige Wort aus Mir, der ist auch gleich einem lebendigen Oelberge, auf welchen Jesus oder die ewige Liebe des Vaters überging.

Denn ein jeder Mensch gleichet einem Berge der Erde, und ist demnach entweder ein Gletscher, oder ein kahler, schroffer Steinberg, oder eine mit sparsamen Moosen bewachsene Alpe, oder ein tüchtiger Waldberg, oder ein niederer Erzberg, oder ein Weinberg, oder endlich — freilich wohl seltener — ein Oelberg.

Wie aber ein Mensch zu einem Oelberge werden kann, das sagt eben der erste Vers dieser Aufgabe: „Selig, wer da liest und Gehör gibt „dieser Weissagung, und bewahret, was in ihr geschrieben stehet; denn die „Zeit des Oelberg(-werden)s ist nahe zu ihm gekommen,“ und selig und überselig wird jedes Menschen innerer Oelberg des Lebens sein, so Jesus kommen und in denselben hineingehen wird!

Sehet nun, Meine lieben Kindlein, also hätten wir diese vier verschiedenen Verse schon glücklich unter Ein Dach gebracht, bis auf den Oelberg in euch ist euch alles ziemlich klar; Ich aber will euch Nichts vorenthalten, und so wisset denn, daß der Oelberg die wahre Demut, Sauftmut und die allerwilligste Gelassenheit und gänzliche Selbstverleugnung bezeichnet, welches Alles ist das Oel des Lebens, davon der Verg den Namen führt, und endlich gleichbedeutend wird mit seiner Frucht selbst.

Und daß ferner der Oelberg wieder gleichbedeutend ist mit der rei- nen Liebe und dem eigentlichen ewigen Leben aus ihr, so natürlich Jesus Sich am Oelberge befindet, ist beinahe überflüssig zu erwähnen, nachdem solches auch bereits schon in der Ueberfülle gezeigt wurde, was Alles die Liebe ist, und was Alles sie enthält, und so brauche Ich euch hier keine weitere Erklärung zu geben, als blos nur noch zu sagen: Ganz und voll Liebe ist der erste Vers, eben also der zweite, der dritte und der vierte; habt ihr sonach die Liebe, so habt ihr Alles!

Wie sich auch immer Manches, ja gar Vieles auf dem Wege der Weisheit nicht ordnen und einen wird lassen, unter dem Regimente der Liebe aber findet sich Alles also wohlgeordnet, daß in ihr die Zahl Tausend nicht entfernter ist von der Zahl Eins, als die Zahl Zwei. Oder gehet die Weisheit nicht aus auf eine gewisse Rangordnung, und hat nicht sie das Zahlen-System erfunden?! Welche Rangordnung aber beobachtet die wahre Liebe, und welche alleinige Zahl ist ihr eigen? Sehet, „der Liebe ist Alles Eins!“

Wenn ihr einen Stein nehmen möchtet, der schon Jahrtausende lang auf einem Berge gelegen ist, und ihn tragen auf einen ganz andern Berg, wird er daselbst nicht ebenso gut ruhen, als auf seinem vorigen Platze? Sehet, also ist in der Liebe Alles auf dem rechten Platze und Alles in der rechten Ordnung. Ein Saudhausen, welchen alle vier Winde zusammengetragen haben, ist auf dem Felde der Liebe nicht minder in der größten Ordnung, als so ein allerweisester Baumeister denselben von Körnchen zu Körnchen aufgebaut hätte. Und also paßt auch ein Tropfen des südlichen Meeres also vollkommen zu einem Tropfen des nördlichen, daß er ebensogut der Erste wie der Tauseudste oder der Eonste sein kann.

Und gerade ebenso verhält es sich mit jedem einzelnen Worte, Verse, Kapitel der heiligen Schrift; da sich in der Liebe auch Alles kreuz und quer, auf und ab, hin und her, vorund rückwärts, und also auch durcheinander also wohlgeordnet verhält, daß da an eine Unordnung oder an einen Widerspruch ewig nimmer zu denken ist.

Haltet euch daher bei Allem und in allen Dingen an die Liebe, so werdet ihr das Leben also sicher (wieder) finden, daß es eher möglich wäre, den Standpunkt der Sonne am hellsten Tage mit offenen wohlsehenden Augen zu verlieren, als auf dem Wege der Liebe zu verfehlen die ewige Orduung und mit ihr das ewige Leben!

Meine geliebten Kindlein! beachtet alles dieses wohl und nehmet es lebendig in eure Herzen, so werdet ihr auch Mich und das ewige Leben so gewiß und sicher finden, ja um tausendmale gewisser und sicherer, als ihr mit eurer Hand, wenngleich sie blind ist, findet jeden beliebigen Teil eures Leibes.

Also zum Ueberflusse noch einmal gesagt: Haltet euch in Allem nur an die Liebe, so habet ihr Mich und das ewige Leben! Amen!

Meine Liebe, Meine Gnade, Meine Erbarmung und Mein Segen sei mit euch Allen! Amen! —

Der 6. Engel. (Als Nachtrag zur Apokalypse.) Am 2. Juni 144.

Vor einigen Tagen hörte ich in einem Traume auf einmal die deutlichen Worte: „Jetzt ist der sechste Engel da!“ Ich dachte, da ich hierüber erwachte, sogleich an die sieben Engel in der Ofseubarung Johannis, die die sieben Schalen des göttlichen Zorns ausgießen. — Jak. Lorber, dem ich dieses Begebnis mitteilte, erhielt diesfalls vom HeErrn nachstehende Erklärung und zwar über den 12. bis 16. Vers des 16. Kapitels der Offenbarung Johannes:

N „Schreibe nur zu; das ist eine rechte Frage, darüber gebe ich gerne eiuen Aufschluß. Die Stimme, die du A. H. W. wie im Traume gehört hast, war richtig und wahr, denn sie war die Stimme Meines Mundes! Und somit ist der sechste Engel auch da, auszugießen seine Schale. — Du aber verstehst noch uicht den sechsten Engel, sowie du auch die andern nicht verstehest, daher will Ich dir diesen sechsten Engel ein wenig beleuchten, auf daß du einsehest, was das Werk dieses Engels anzeigt. Und so höre denn: Dieser Engel goß seine Schale über den ganzen Strom Euphrat aus, und dessen Wasser vertrocknete, auf daß da bereitet würde der Weg den Königen vom Aufgang der Sonne!

Der Engel ist Mein Wille und die Schale ist Meine Erbarmung, und was ausgegossen wird — ist Meine Gnade. Der große Strom Euphrat ist das Falsche und Böse der Welt, das die große Hure Babels oder der eigentliche Widerchrist angerichtel hat unter allen Völkern der Erde, und das da vollends gleicht dem großen Gebirgsstrome Asiens, der da zu öfteren Malen anschwillt, seine Ufer nicht selten mehrere Ellen hoch überflutet, und die größten Verheerungen anrichtet, und so das Land auf vielen Stellen versandet und zur öden Wüste macht!

Und wie diefer Naturstrom böse wirket, also wirkt auch der arge geistige Strom, der von dem Munde der Hure ausgeht, Böses und Falsches im Lande des Geistes! ö

Ueber diesen bösen geistigen Strom also gießt der sechste Engel die Schale aus, daß er vertrockne, und dann die rechten Könige vom wahren Aufgange der Sonne wieder zu den Völkern der Erde gelangen möchten, und nun auch gelangen werden, welche Könige aber besagen die rechten und lebendigen Erkenntnisse ans dem Worte!

Wird aber der Drache oder die Hure damit wohl zufrieden sein, so ihr Hauptstrom vertrocknen wird? — wenn ihr Gericht, ihr Einfluß bei den Großen der Welt geschmälert, ja — endlich ganz versiegen wird? — wenn ihr Machtspruch unter den geweckten Völkeru der Erde von der Wirkung sein wird, wie das nächtliche Gesumse einer Gelse? — O damit wird der Drache nicht zufrieden sein! Er wird sich gar gewaltig ärgern und wird seine falschen Propheten aussenden, wie er selbst einer ist im vollsten Siune. — Und diese werden sein gleich drei Fröschen, die zur Nachtzeit ganz gewaltig in den Sümpfen und Morästen quacken!

Wer wohl sind so ganz eigentlich die Frösche, diese unreinen Geister, diese echten Teufel?! Ich brauche sie dir nicht namentlich aufzuführen, aber bezeichnen will Ich sie dir, daß du sie leicht erkennen wirst.

Siehe die Frösche sind die drei Hauptgesellschaften unter dem Szepter der Hure, die da in der Zeit sich überall hervortun, und Demut, Entsa gung und die allerstrengste Buße predigen, und rufen die Könige und die Großen um Aufnahme und Beistand an, auf daß sie dann leichter herrschen möchten über alle Kreatur der Erde, denn demütige, Allem entsagende und somit büßende Völker sind leicht zu regieren, und gewähren den Herrschern die größten Vorteile!

Aber eben diese drei Gesellschaften siud selbst die herrschsüchtigsten und sind vorzugsweise der Strom Euphrat, über den unn die Schale ausgegossen wird.

Sie rüsten sich wohl zum Kaupfe am Tage Gottes: Ich aber werde sie alle versammeln im Orte der ewigen Nacht (Hermageddon) und Mein Tag wird sie verschlingen auf immer also, wie er die Diener des Zeus verschlungen hat.

Diefer große Tag aber ist schon da, und breitet sich im Verborgenen aus, und kommt heimlich wie ein Dieb!

Wohl euch, die ihr ihn erkannt habt, und euch schon lauge sonnet an seinen lebendigen Strahlen!

Wehe aber Denen, die dieser Tag unvorbereitet treffen wird! — Wahrlich die Tiese des Meeres mit einem Mühlsteine am Halse wäre ihnen besser, denn dieser Tag, der euch schon so helle leuchtet zum ewigen Leben! Das ist der Sinn des sechsten Engels, verstehet ihn wohl. Amen. Amen. Amen.

Ku Pfingsken 1908.

Und wieder naht der Pfingsten Fest, Da Rosen, Wein und Waizen blühen, Wo alt' wie junge Wandergäst Hinaus als frohe Pilger ziehen, Dankjubel froh sich hören läßt! —

Für uns gilt Pfingsten wohl dem Geist, Der Erd und Himmel einigt wieder,

Und sich als Wahrheits-Geist beweist, Der alle Menschen zeigt als Brüder,

Die Welt besiegt — der Liebe Geist.

N *

Su Pfingsten ströme Himmelssegen Hernieder auf die finstre Erd!

Ein rechter Wahrheitslichtes-Regen Sei allen Kedlichen descheert;

Der Herr bald sende hier und dort Den Hunger nach dem Wahrheitswort,

Gar viele Herzen zu erwecken,

Die schreien nach der Wahrheit Licht. Nach Gottes Plan und beil'gen Zwecken, Des Erdenlebens Recht und Pflicht; Wenn so der Mensch im Geist erwacht, Dann weichen muß die arge Nacht.

Um tiefes Sehnen — laßt uns flehen, Nach Gotteswahrheit vollem Hern, Für aller Menschen Anferstehen Im Geist; dann bald ist nimmer fern — Nach Gottes Willen auch allhie Die Friedens-Segens- Harmonie!

Das große Pfingsten kehret ein — Wenn Christi Seist lebendig worden! Deß laßt uns hoffen, streben, freu'n, Bereiten vor, nach Gottes Worten, Bis Alles wohl Er wird erneu'n!

Textgrundlage: bereitgestellte historische Ausgabe. Originalscan · PDF-Seite 89 →

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