Zum besseren Verständnis des Gerichtes vor der Wiederkunft des HErrn, und des Weltuntergauges lese man im 5. Band Johannes von 428 an (II. A. S. 89 B. 8) weiter, woraus wir bier besonders entnehmen: 3 A. Nes
Was wohl stellen die „lichten Wölklein“ auch noch dar? Es sind das Vereine von lauter solchen Menschen, die von der göttlichen Wahrheit durchleuchtet sind; und seht, nun rücken diese Vereine enger und enger zusammen, und bilden also einen großen Verein; und seht, — das ist eben die neue Erde, über der sich ein neuer Himmel ausbreitet voll Licht und Klarheit!
Ihr müsset aber dabei nicht etwa der Meinung sein, als würde dann diese natürliche Erde vergehen und in eine neue umwandelt werden, sondern
nur die Menschen werden durch die Vollaufnahme der göttlichen
Wahrheit in ihre Herzen als wahre Brüder und Schwestern in Meinem Namen unter sich eine neue geistige Erde schaffen.
Auf dieser neuen Erde werde Ich Selbst dann sein und herrschen unter den Meinen, und sie werden mit Mir Umgang pflegen und Mich nimmer aus ihren Augen verlieren.
Aber betrachtet nun auch nebenbei die alte Erde! — (Luk. 12, 49.) Seht — wie aus der neuen Erde in stets dichteren Strömen Lichter hinab auf die alte Erde schweben, und diese also entzünden, daß sie wie in vollen Flammen zu stehen scheint! Da seht ihr gar viele Tote wie aus den Gräbern hervor an's Licht gehen, und wie sie auch bald bekleidet gwerden mit dem Gewande der Wahrheit und dann auch aufwärts schweben in das Reich der neuen Erde. — — —
9 Aber zugleich merket ihr auch, wie ein noch gar großer finsterer Teil 05 sich auch bestrebt, das Gewand des Lichtes über sein schwarzes anzu- 90 ziehen, und daraus und damit aus Eigennutz und Herrschsucht abermals 1 ein neues antichristisches Heidentum zu schaffen. Aber Ich Selbst lasse 0 Meinen Zoru über sie hereinbrechen, d. i. das Feuer Meiner Wahrheit und Meiner Engel der neuen Erde fallen wie mit flammenden Schwertern über sie her, und schlagen jede weitere finstere Bestrebung in die Flucht und in den Abgrund der gänzlichen Vernichtung. Dies ist dann das allerletzte und größte Gericht um 1000 Jahre später. Diese Zeit wird genannk werden Mein tausendjähriges Reich auf Erden, das durch dies allerletzte Gericht auf eine ganz kurze Zeit noch einmal eine kriegerische Unterbrechung haben wird; aber der Sieg wird ein baldiger und für alle künftigen Zeiten ein gänzlicher sein.
Von da an wird aus den Himmeln und aus der Erde Ein Hirt und Eine Heerde werden; der Hirte werde — wie allzeit Ich sein, und die Heerde werden ausmachen die Menschen auf Erden im vollen Vereine mit den Seligen in Meinen Himmeln.
Diese Letztgeuannten werden wieder also, wie es in deu Urzeiten der Menschen auf dieser Erde war, sichtbar mit den Meunschen auf der Erde verkehren. Aber bevor das geschehen wird, wird auch die natürliche Erde ganz mächtige Umstaltungen erleiden. Große Länder und Reiche, die jetzt noch das große und tiefe Meer bedeckt, werden zum fruchtbarsten Boden emporgehoben, und gar vicle jetzt noch sehr hohe Berge erniedrigt und mit ihren zerbröckelten Spitzen gar viele tiefe Gräben und Täler ausgefüllt werden und ein fruchtbares Land bilden.
Da in jener Zeit die Menschen nicht mehr nach irdischen und vergänglichen Schätzen gieren und geizen werden, so werden auf der Erde noch so viele Menschen, als nun auf derselben leben, gar wohl versorgt und glücklich leben können.
Zugleich aber werden in jener Zeit auch alle die bösen, das Fleisch mächtig quälenden Krankheiten von der Erde verschwinden, die Menschen werden ein heiteres und hohes Alter erreichen und viel Gutes wirken können, und Niemand wird eine Furcht vor dem Tode des Leibes haben, darum, weil er mit klaren Blicken das ewige Leben der Seele vor sich sehen wird.
Die Hauptsache im Wohltun wird in jener Zeit in der
rechten Erziehung der Kinder bestehen, und daß der Starke mit aller Liebe das physisch schwächere Alter nach allen Kräften unterstützen wird. N Es werden aber auf der neuen glücklichen Erde auch Ehen geschlossen werden; aber also wie im Himmel nach Meiner Ordnung, und werden auch Kinder gezeugt werden in großer Anzahl, aber nicht auf dem Wege der puren Gailsucht, sondern auf dem Wege des wahren Liebeernstes, und das bis an's Ende aller Zeiten dieser Erde.
Da habt ihr nun ein treues Bild von dem letzten Gerichte aller Heiden auf der ganzen Erde, das ihr auch ganz leicht und wohl verstehen könnt.“
Hier fragen Mich die Zünger: „Herr und Meister! Werden wir aus dem Reiche der Geister das auch Alles mit anschauen und mit empfinden könuen? Und wie lange wird dann die glückliche Erde noch fortbestehen bis zum vollen Ende ihrer Zeiten?“ ö
Sagte Ich: „Was eure Frage betrifft, so versteht es sich ja ohnehin von selbst, daß ihr aus den Himmeln das Alles nicht nur allerklarst sehen, hören und fühlen werdet, sondern ihr werdet die Hauptleiter daselbst und zu allen Zeiten sein; aber nicht nur auf der neuen Erde, sondern über den ganzen großen Schöpfungsmenschen, wie auch über alle endlos vielen Vereine aller Himmel, die ewig nirgends begrenzt sind. Darum sage Ich es euch abermals, daß es kein Mensch je geschaut, noch gehört und in keines Menschen Sinn jemals empfunden worden ist, was Gott Denen bereitet hat, die Ihn wahrhaft lieben! Ich könnte euch sogar jetzt noch so Vieles sagen und auch schon zeigen, aber ihr könntet das jetzt noch nicht ertragen; wann aber der Geist aller Wahrheit und alles Lebens über euch kommen wird, und ihr in ihm wiedergeboren sein werdet, so wird er euch in alle Tiefen Meines Lichtes leiten und erheben. Dann erst werdet ihr es begreifen und einsehen, welche großen Worte Ich nun zu euch und also auch durch euch zu allen Menschen geredet habe!?
„Was aber eure zweite Frage betrifft, so ist sie wahrlich noch sehr albern; denn für's Erste hat unsere Rechnung gar keine Zahl, durch die man die übergroße Vielheit der Erdjahre bestimmen könnte, die bis zu ihrem Zeitende verrinnen werden, und wäre selbst das irgend möglich, so kann das Denen, die im Geiste ewig fortleben werden, wohl nur ganz eines und dasselbe sein. — —
„So ihr Mein Gebot der wahren und reinen Nächstenliebe recht in die Betrachtung ziehet, so werdet ihr es gar leicht begreisen, daß jedem echten und wahren Menschen der stinkende Hochmut seines Nebenmenschen am meisten weh kut! Daher sei ein Jeder voll Sanftmut und Demut, und ihr werdet euch dadurch gegenseitig die größte und wahrste Menschen ehre erweisen und in Frieden und Ruhe mit einander leben und verkehren. Ehrsucht und Hochmut aber erzeugt Mißmut, Aerger, Verachtung, Groll, Zorn und am Ende Rache, Krieg und sein böses Gefolge. Der Hochmütige und Ehrgeizige ist auch stets voll Selbstsucht und Habgier; und weil er Alles nur für sich zur Erhöhung seiner Weltehre gewinnen will, so ist dann davon die traurige Folge, daß Hunderte und Tausende um ihn nichts haben und in der größten Armut und Not leben müfsen, wie das auch zu den Zeiten Noah's der Fall war, und in der letzten Zeit des neuen Heidentums noch mehr der Fall sein wird. ö
„Aber eben dieser böse und vollends höllische Zustand unter den Menschen wird das Gericht sein, das sie sich selbst schaffen werden! Die übergroße Zahl der Armen und Gedrückten wird sich endlich über ihre überhochmütigen Bedrücker erheben und mit ihnen ein Garaus machen, und das wird sein eine zweite Sündflut durch das Zornfeuer der am Ende zu arg und mächtig gedrückten Armut.
„Aber auch ein natürliches Feuer wird in jener Zeit viele Orte verwüsten; denn es werden in jener Zeit die Menschen aus zu hoch übertriebener irdischer Gewinnsucht gleich bösen Würmern in die Tiefen der Erde dringen und darin allerlei Schätze suchen und auch finden. Wann sie aber an die mächtigen Lager begrabener Urwälder der Erde kommen und sie gebrauchen werden zur Feuerung und Schmelzung der Metalle und noch zu
vielen anderen Dingen, so wird auch das letzte Gericht, das sie sich selbst
bereiten werden, vor der Türe sein. Am meisten aber werden die zu leiden haben, die da wohnen werden in großen Städten der Könige und dermaligen Mächtigen der Erde. Darum bleibet Alle stets in der Sanftmut und Demut, und dadurch in der wahren Nächftenliebe, so wird kein Gericht unter euch erzeugt werden; denn wo in jener Zeit die Menschen in Meiner Ordnung leben werden, dort wird kein letztes Gericht zum Vorschein kommen.“
Textgrundlage: bereitgestellte historische Ausgabe. Originalscan · PDF-Seite 45 →
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