*) wo nun schon wieder eine Wendung zum Besseren bemerklich ist, obwohl nun wie nie zuvor die beiden Prinzive Materialismus und Spiritnalismus sich so scharf gegenüber steben. a D. ro.
früheren Zeiten, wo mancher gottbegeisterte Mann — neben Heuchlern — ebenfalls den Scheiterhaufen besteigen mußte „per gloriam Dei“, da Ich es in keinem Jahrhunderte unterließ, prophetische Wecker zu senden, damit die Menschheit nicht ganz sich in den geistigen Schlaf einlullen lasse.
Die Zornschalen, sowie deren einzelne Wirkungen bedeuten die Seuchen und Kriege, welche die Menschheit, teils durch ihr eigenes wider natürliches Leben hervorrief, teils (mutwillige) Kriege und Gräuel selbst veranstaltete; und noch jetzt, wo ihr lebt, könnt ihr ja selbst bemerken, wie die Wirkungen des Egoismus, des Materialis mus, der ungezügelten Leidenschaften der Menschen im Allgemeinen (wie im Einzelnen) Unglücke aller Art hervorrufen. Unglücke zur See aus Gewinnsucht, Unglücke zu Land aus demselben Grunde, Unglücke durch Elementar- Ereignisse, hervorgerufen durch die schlechte Wirtschaft der Menschen mit ihrem eigenen Erdboden (auf und unter demselben); Selbstmorde und Morde in jeder Form, Resultate des Mangels an religiösem Gefühl, Mangel von Glauben an eine andere Welt u. s. w.
Nehmet dieses Alles zusammen und schreibet es nieder in bildlicher Sprache des Orients, wie einst Mein Jünger Johannes es getan, und ihr werdet den 7 Zornschalen noch andere 7 anhängen können, die ebenso schreckliche Zustände schildern würden.“)
So ging Meine Lehre alle Phasen durch, deren das menschliche Gemüt fähig ist, von der reinsten Pietät bis zum krassesten Unglauben und Verwerfung alles dessen, was gegeben wurde; von der strengen Befolgung Meiner Gebote, von der pedantischen Auslegung Meiner Worte bis auf das gänzliche Verwerfen alles, wenn gleich durch tausend Stimmen in der sichtund unsichtbaren Natur gepredigten Geistigen, sehet ihr das Bild vor euch, welches in Form von Mahnoder Posaunenrufen, denen aber wegen Nichtbefolgung die Tat (oder Strafe) am Fuße folgte, von den Zornschalen und ihrer Ausgießung, als Symbol, daß das Böse (moralisch und physisch) Unnaturgemäße sich selbst bestrafen muß, seht ihr Alles klar vor euch, wie Meine 7 Eigenschaften nach und nach zum Besten antreiben, wie die freie Natur des Menschen demselben sich widersetzte, wie Verirrungen auf Verirrungen, Fehler auf Fehler folgten, wie alle Mühe vergebens, Meine Worte der Menschheit gänzlich aus dem Kopfe zu treiben unmöglich, selbst das Aergste, das Schlechteste doch zum Besten führen muß und wird.
Dieser langjährige „Kampf des Drachen mit dem Himmel“, dieses Verfolgen des Weibes mit ihrem Knäblein Christus, als Friedensstister, alles Dieses wird euch jetzt klar vor Augen liegen und euch auch nebenbei einleuchtend sein, daß auf langen Kampf, auf lauges Hinund Herwogen eine Entscheidung eintreten muß, wo es bestimmt sein wird, wer der Sieger und wer der Besiegte ist! —
Und dieser Zeit gehet ihr nun entgegen, es ist dieses unter dem Bilde des „Tausendjährigen Reiches“ vorgestellte geistige Friedens leben, das denen zu Teil werden wird, die nicht mit dem Merkmale des Tieres, sondern mit dem Zeichen des Gottes gezeichnet sind.
7) 3. B. Branntwein, Tabak, Kaffte, Impfwahn, Steinkohlen — Chelosigkeit, Weiber – Emanzipation ꝛc. mit ihren Konseguenzen usw. D. Hsg.
So wie vor Meiner Darniedersteigung schon ein geistiger Kampf herrschte zwischen Geistigem und Materiellem, jedoch nur in ganz gelinden Formen, und wie nach Meinem Scheiden dieser Scheidungsprozeß auch zu einem Endresultat führen muß, so soll jetzt (bald) auf diesen mehr als tausend Jahre gewährt habenden Kampf eine Zeit des Friedens hereinbrechen, wo die Menschen wieder anfangen werden, „Menschen“ zu sein, wie Ich sie schuf, und wie Ich sie haben will, sollen sie „Meine Kinder“ heißen.
Dieses wird die Zeit der Vergeltung sein, die Zeit, wo das Geistige das Materielle besiegt hat, wo der Mensch als Bürger zweier Welten sich so einheimisch in der einen wie in der andern fühlen wird, damit so endlich Meine Worte verstanden und Mein einstiges Darniedersteigen auf eure Erde im vollen Wert und im ganzen Lichte Seines göttlichen Berufes geschätzt und mit Liebe befolgt werden wird. Dieses wird die Zeit sein, wo der Drache geschlagen und gefangen, die 10 Gebote Mosis, sowie Meine eigenen Zwei in ihrer ganzen Bedeutung verstanden werden. (Komm', o Jesu, komme bald!)
Und in dieser Zeit des Friedens und der Ruhe nach so langem mühevollem Kampfe wird auch das Geisterreich seinen tätigen Anteil nehmen könneen, wo die Zurückgebliebenen an dem Beispiel der lebenden Menschen sich erwärmend, leichter vorwärts kommen, als es ihnen bis jetzt möglich war.
Diese Zeit steht in der Offenbarung unter dem Titel: „Das Tausendjährige Reich“ oder „das neue Jerusalem“; denn wie einst Jerusalem der Ort war, wo im Tempel die heilige Bundeslade aufbewahrt wurde, wo einst das ewige Feuer brannte, und nur Psalmen und Rauchwerk am Opferaltare den reinsten Gottesdienst für JI. OA ankündigen sollten, dieses Jerusalem, welches durch seine eigenen Priester verumeinigt, durch sie entweiht, durch Meinen dort erlebten Tod als Mensch, statt Segen sich den Fluch aufgeladen, — dieses Jerusalem, welchem sein Untergang von Propheten vorausgesagt, und von Mir bestätigt wurde, — diese Stadt, die dem Judenvolke das Sanctuarium alles Erdenklichen war, und jetzt heutigen Tages noch immer der Zankapfel von verschiedenen Religionssekten ist, — dieses Jeru-salem“) wird wieder heruntersteigen geistig auf eure Erde, es wird kommen wie im Glanze seiner ersten Zeit, Frieden und Ruhe bringend Allen, die an Den glauben, Welcher einst in jener Stadt geprediget, gelitten hat und gekreuziget wurde, aber auch wieder auferstanden ist.
Diefe Stadt als Symbol der ersten Gemeinschaft des Schöpfers mit Seinen Kreaturen wird herabsteigen mit der Palme des Friedens, solche allen Jenen bietend, welche nach Kampf und Leiden sich die Kindschaft Gottes errungen haben.
So wie die Juden einst nur Ein Jerusalem kannten, ebenso wird auch dann nur Eine Kirche sein, es wird „Ein Hirt und Eine Heerde“ sein! Die Religionssekten werden verschwinden, der Gott, Schöpfer und Herr, Welcher einst als Mensch auf eurer Erde wandelte, wird als Das erkannt werden, was Er war, ist und ewig sein wird, als
euer Führer, und Aller Vater.
*) Jerusalem bedeutet: Dies ist — die Wohnstätte für den großen König.
Offenb. Kap. 21, V. 8 (J. in Nr. 10 3) D. Hg.
Die Gemeinschaft der Geisterwelt wird noch um das erhöht und erleichtert werden, daß selbst Ich in Person zu Meinen Kindern sichtbar kommen werde, um sie zu trösten, zu beruhigen, und ihnen faktisch zu beweisen, daß Alles, was ich einst sagte, was Meine Apostel schrieben, und was Johannes in seiner Offenbarung sagte, erfüllt werden wird, dann, dann, wenn alle geistigen und materiellen Kriege aufgehört, dann werden Mich Alle leicht verstehen, begreifen, und eben weil sie erst dann recht zu leben wissen, auch Meine Gebote willig erfüllen, die mit der Nächstenliebe anfangen und mit der Gottes-Liebe aufhören.
Aber auch diesem tausendjährigen Reiche wird noch eine andere Epoche folgen, wo die menschlich-tierische Natur ihre letzte Anstreugung machen wird, und der gefallene große Geist seine Abkömmlinge requirieren wird wollen; allein, vergebens wird sein Streben sein, und es wird dann auch an ihn selbst die Frage herautreten, ob vorwärts oder zurück? — welches sein weiteres Sein oder Nichtsein entscheiden solle! —
Dieses Alles, Meine Kinder, ist der eigentliche Grundstoff der Offenbarung Johannes. Bildlich ist es gegeben, aber mit geistigen Augen und der Sprache der Entsprechung gelesen, wird es euch klar zeigen, wie dieses kleine Blümchen der Tiebe, der Menschenliebe,“) welche Ich in die Herzen der Menschen pflanzte, nie auszuroden, und wie trotz allen Plänen der Machthaber, sei es im geistigen oder materiellen Sinne, dieser Keim göttlichen Ursprunges nie zu vernichten war; er konnte es ja nicht sein, macht ja doch „die Liebe“ die Grundeigenschaft Meines eigenen Ichs aus, war ja doch „die Liebe“ das Warum, wegen der und aus welcher Ich das ganze Universum hervorgerufen habe, wie könnte dieser Funke sich verlieren, sich zerstören lassen! vergebens rüttelten Alle an diesem Gebäude“), vergebens suchten Menschen Meine Worte zu mystifizieren und falsch auszulegen, Alles, was sie dadurch hervorriefen, fiel nur wieder auf sie selbst zurück, sie mußten's bezahlen, sie mußten ernten, was sie gesäet haben: und so sehet ihr setzt nach und nach alle wissenschaftlichen und spitzfindigen Auslegungen des „Liebe – Wortes“ (d. h. Schrift), wie Schnee vor der Sonne der Wahrheit vergehen. — Sehet, je größer die Austrengung des Widerstandes anf einer Seite, um so rascher der Prozeß auf der andern Seite sich vollführt, und so wird auch das Endresultat alles Wirkens und Treibens nur Meine Lehre befördern, selbe mehr in's rechte Licht bringen, und so immer mehr den Uebergang zum tausendjährigen Reiche vorbereiten, wo das neue Jerufalem als symbolischer Tempel des Friedens die Verbindung zwischen Mir, der Menschheit und der Geisterwelt““) wieder herstellen wird, wo weder Posaunenrufe, noch Zornschalen verheerende Wirkungen hervorbringen, sondern wo selbst euer Erdball, die darauf lebenden Wesen, wie Tiere und Pflanzen reich ebenfalls den nämlichen Typus der Liebe annehmen, wie die Menschen selbst ihn haben werden.
) vergleiche Predigt 18, von der vom HErrn auf Erden gepflanzten Rose — Seiner h. Liebelchre. D. Hsg. *) man studiere das Bild des Herrn in Nr. 31 und Nr. 10. D. sg. *) „Re-ligio“ — Wiederverbindung des Nenschen mit Gott. D. Hsg.
Wenn auch ihr — und auch du, Mein Schreiber — nicht mehr irdische Zeugen dieser Epoche sein werdet, so wirst du doch und ihr Alle im Jenseits Teilnehmer der allgemeinen Freude sein, wo ein ganzes Meunscheugeschlecht durch Bande der Liebe blos gehalten, Einer dem Andern hilfreich unter die Arme greift, wo nicht „Herr“, nicht „Knecht“, sondern das Band der Bruderund Schwester-Liebe Einzelne, sowie ganze Völker zufammengekettet hat, wo territoriale Grenzen verschwunden, Machthaber und Päpste nicht mehr darauf hinwirken, die Einen die physischen, die Andern die geistigen Kräfte sich zollbar zu machen.
Auch du, Mein Schreiber, wirst dort erst ganz erfahren, wo z u deine Mühen in Meinem Dienste waren, wozu deine und die Leiden der Deinigen nützten, um eben diesen Samen der Liebe, welchen Ich einst gepflanzt und der zwar im Einzelnen oft Früchte getragen, im Ganzen aber nie zum Durchbruche kommen konnte, eben jetzt durch deine Hand erneuert das neueste Evangekium werden wird, das mit andern Worten und in anderem Style geschrieben, als einst zu und nach der Zeit Meiner Apostel, eben gerade jetzt und in dieser Form der Menschheit eher zugänglich und verständlich ist. (Gilt auch Lorber ꝛe. D. Hsg.)
Jetzt, wo wissenschaftliche Erziehung die Herzen und Köpfe der Menschen vielfach erleuchtet, jetzt ist es auch von Meiner Seite leichter, eben auf die euch umgebende Natur, auf euer eigenes Ich hinzuweisen; denn wenn nicht Alle, doch Einige sind dann fähig, in den Wundern der Natur Meine Stimme zu erkennen, selbe zu fühlen, felbe zu verstehen.
Auch in ihrem Innern durch eine rationelle Religion“ geführt, werden sie die Einflüsterungen anderer Geister und selbst Meine Stimme eher belauschen und ihr Glauben schenken, und so ist daun selbst der Verkehr mit der Geisterwelt ein Bindemittel geworden, das erstens den Tod mit seinen Schrecken aus dieser Welt verbannt, und zweitens die andere Welt euch so entgegenstellt, wie sie wirklich ist, aber nicht, wie die Meisten sich selbe gedacht haben (und die Dogmaliker sie lehrten. D. Hsg.)
Alles dieses muß und wird dazu beitragen, daß zum Anfang des nächsten Jahrhunderts ein großer geistiger Fortschritt angebahnt wird, welcher eben, wie in der ganzen Schöpfung, keinen Sprung macht, sondern nur ein sanftes langsames Uebergehen von einem Stadium in's andere ermöglicht. —
Alles dieses ließ Ich zu, damit neben dem freien Willen der Menschen, neben den verkehrtesten Mitteln, welche von ihnen in Auwendung gebracht werden, um zu ihren Zwecken zu gelangen, nicht ihre, sondern Meine Zwecke erfüllt sollen werden, die weiter reichen und eine höhere weittragendere Absicht haben, weil sie nicht wie die der Menschen für ihre kurze Lebenszeit nur, sondern für eine Ewigkeit berechnet sind, wo andere Zwecke auch andere Mittel erheischen. —
Hier habt ihr also eine geistige weitgreifende Erklärung der Offenbarung Johannes, nicht zwar so, wie die Welt sie von Mir erwartet, aber so, wie Ich glaube, daß die Welt sie verstehen
*) siehe in Nr. 43, „die Religion der Zukunft.“ D. Osg.
könnte, wenn sie mitgeistigen Augen selbst erst lesen gelernt
hat; Bilder bleiben Bilder, und bei jedem Bilde liegt immer ein Gedanke zu Grunde, der in Formen sich dann individuell auszudrücken sucht.
So, wie Ich es schon gesagt habe, müßt ihr diese Bilder der Apokalypse auffassen, nicht wörtlich, da kämet ihr auf keinen Grund, ebendeswegen was Ich euch im Anfange sagte, weil sonst Widersprüche herauskommen.
Ihr müßt auch nebenbei noch annehmen, daß im Geisterreiche eine andere Assoziation der Ideen und Gedanken herrscht, als wie bei euch hier lebenden Menschen, und daß daher Gesichte, wie die von Johannes gesehenen, einen andern Charakter haben müssen, als eure jetzt angenommene, wohlgeordnete Rede. (Siehe in Nr. 28 „die Sprache“. D. Hsg.)
Sehet, schon in frühester Zeit war der Ausdruck des Gedankens nicht Wort-, sondern mehr Bilder sprache; die alten Egypter schrieben selbst ihre Denkmale voll von solch en Zeichen.
Noch jetzt besteht in den orientalischen Sprachen der Gebrauch und die Weise der Bildersprache; alle diese Ueberbleibsel einer längst vergangenen Zeit, wo die Menschheit ihrem Urquell näher gestanden ist, und wo auch ihre Ausdrucksweise mehr der geistigen Welt nahe war; alle diese Proben beweisen, daß auch nach dem Uebergange in ein höheres Leben je nach der Stufe des geistigen Fortschreitens die Sprache und Mitteilung zwischen Geistern eine andere sein wird, als wie durch das langsame Wort, wo ihr oft viele brauchet, um einen einzigen Gedanken auszudrücken. Selbst Meine ganze Schöpfung, was ist sie denn anders für euch Alle als eine Bildersprache, und wird es so lange bleiben, bis ihr das tiefer liegende geistige Warum erkennen könnet, warum dies Alles so und nicht anders geschaffen ist.
Auch Ich spreche in Bildern, und habt ihr nicht selbst ebenfalls eine Erbschaft aus früheren Zeiten, eine „Blumen- Sprache“! — Wer gab sie denn euch? Wer kam auf den Gedanken, Blumen, die doch ganz was anderes sind als Worte, den Sinn menschlicher Worte unterzuschieben?
Und so wie ihr diese Sprache habt, wie ich die Meinige in der sichtbaren Natur habe, so haben auch Geister höherer Regionen ihre Mitteilungssprache, die dem Anschein nach ganz anders aussieht, und sich anders anhören läßt, als was eigentlich in ihr verborgen ist.
Daher die vergebliche Mühe eurer Gelehrten, Bilder geistiger Natur in weltliche Worte zu kleiden, und ebendeswegen Meine jetzigen Worte, um auch euch neben der Erklärung einer großen Offenbarung noch nebenbei einen Schritt in Meiner Haushaltung weiter zu führen, denn glaubet ja nicht, ihr habet schon ausgelernt. —
Wahr ist es: es gibt nur Zwei Liebes-Gesetze, aber wie
diefe in der ganzen Schöpfung verwertet, wie ausgebentet und in Millionen
von Formen, Welten und Wesen ausgedrückt sind, davon habt ihr keine Idee, und diese große Bildersprache Meines Universums wird euch noch
lange ein verschlossenes Buch bleiben, da ihr ja doch nicht fähig seid, das
kleinste Tier oder die kleinste Pflanze zu entziffern, welchen Platz sie in der ganzen Schöpfung einnimmt, und warum sie gerade auf eurer Erde, in dieser Form, aus diesen Bestandteilen zusammengesetzt, und an diesem Orte vorkommt!
Denket euch, Meine lieben Kinder, die Millionen Welten, die Millionen Wesen, die Millionen geistiger Prinzipien, die in zahllosen Formen jeden Ort, jeden Platz dieser sichtbaren Welt zu einem Paradiese machen, besonders wenn der aufmerlsame Beobachter die geistige Schrift, die Bilder der Entsprechungs-Sprache lesen kann; denket euch alles Dieses, die Ausdehnung der Schöpfung, die Größe der Welten, und erst noch nach allem Sichtbaren die große unsichtbare „andere Welt“, wo alle diese Formen geistig wieder in einer veredelten Weise vorkommen, denket euch dazu die Millionen von lebenden Wesen, vom Tiere angefangen bis zu den Bewohnern aller dieser Welten, ihre Abstufungen in Bezug auf Organisation,
sei es ihrer leiblichen, sei es ihrer geistigen Form, und nehmet an, daß im
Geisterreiche ebenfalls so viele Geister es gibt, die teilweise in menschlicher Form auf den Welten Lebensperioden durchmachen müssen, teilweise noch nie in grobe Formen eingekleidet waren; denket euch zu allem Diesem Nich als ihren Schöpfer, Mich, Der Alles ss eingerichtet hat, daß Nichts einer Aenderung bedarf, daß Eines aus dem Andern hervorgeht, daß Alles sich felbst vervielfacht, sich erhält, vervollkommnet und zu höheren Stufen verwandelt, denket euch diesen Schöpfer, Der es der Mühe wert hielt, euch und der ganzen Menschheit und Geisterwelt zu lieb auf euren Erdball herabzusteigen, dort das erbärmlichste Los wählend, was einem Menschen nur zugeteilt werden kann, und urteilet dann, was es heißt, wenn Ich, der Un nenn bare, der Unbegreifliche, ewige Gott, als liebender Vater euch lehre, euch führe! so begreifet ihr doch, oder ahnet ihr, daß es eine Liebe geben muß, die weit über die eurige hinausgeht, eine Liebe, die Nichts und Niemand vergessen kann und will, und die, wenn gleich Sein Ich, Seine Natur in Vildern dasteht, doch von den denkenden Kindern verstanden sein möchte, welche Er schuf zu Seinem und ihrem Vergnügen, damit sie Ihm Seine Liebe wiedergeben sollten, die Er so verschwenderisch in Alles hineingelegt hat.
Liebe Kinder! lernet und bestrebet euch, Mein großes Bilderbuch zu lesen und zu verstehen, blättert nicht blos darin herum, es ist mehr wert, es liegt mehr darin, als ihr glaubt und als es euch in flüchtigen Momenten etwa scheint.
Ich will euch die friedlichen Bilder zu verstehen allein überlassen, und nur die strengeren, wie die „Offenbarung“, wo Gottes Zorn und Gottes unerbittliche Vergeltung scheinbar nur waltet, erklären; damit ihr den Gott, Der nur Liebe ist, auch in diesen Bildern nicht verkennet, so wie ihr in
Unglücksfällen und Drangsalen ebenfalls nicht immer Ihn, sondern meistens
euch selbst beschuldigen oder anklagen sollet.
Deswegen so viele Worte, deswegen so viele Mitteilungen, wo jeden Augenblick ihr bald auf Das, bald auf Jenes aufmerksam gemacht werdet; denn es nahet eine Zeit heran, wo der geistige Wind, der jetzt schon in seinen Bewegungen sich kundgibt, stärker wehen wird, und wo ihr dann nicht Schilfrohren gleich bald da bald dorthin euch neigen sollt, sondern wo ihr des eigenen Fortschrittes bewußt, den Weg genau gehen sollet, welchen Ich euch vorgezeichnet habe.
Denn wie es die „Zeit“ jetzt mit sich bringt, werden, wie es bildlich in der Bibel steht, „falsche Propheten“ aufstehen (Predigt 38), es wird
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Unfug mit der reinsten Lehre, mit der Geister-Kommunikation, ja mit Allem getrieben werden, was dem Menschen zur Befriedigung seiner tierischen Leidenschaften Früchte bringt; und ehe das Friedensreich sich nähern kann, wird noch manche Zornschale über die Menschheit von den Menschen selbst ausgegossen werden, da die Parteien, geistig oder materiell, stets schroffer sich gegenüber stehen werden, je mehr die Zeit zum Abschlusse drängt; und eben durch diesen Kampf werden auch die letzten Zornschalen in Erfüllung gehen, denen, nachdem alles Widerstreben nichts mehr helfen wird, eine Abgeschlagenheit, ein (Katzen-) Jammer und Heulen folgen wird, wo die Einen trostlos, die Andern trost- voll das Ende und auch den Sieg der guten Sache mit Resignation erwarten werden.
Das Meiste aus der Offenbarung als Entwicklungskrists ist abgelaufen, das Aergste bleibt noch übrig, aber Geduld“) und Vertrauen in Mich! —
Ihr wollt „Meine Kinder“ werden oder sein, so zeiget euch vorerst dieses Namens würdig, und die Siegespalme, so wie die Offenbarung selbst sie ausspricht, wird euch nicht fehlen.
Machet euch auf Alles gefaßt! Nicht Ich, sondern des Menschen tierische Natur, der Menschen künstlich erzeugter Anglaube, der Menschen unbändige Herrschsucht und Geldgier wird auch diefe Zornschalen und Posannenbilder erfüllen helfen!
Es muß ja ganz natürlich auch, bevor Ich Selbst euren Erdball wieder betrete, ein Reini gungsprozeß eintreten, wie bei schwülem Wetter das Gewitter die Luft reiniget, indem es mit Gewalt alle schädlichen Dünste
zu Boden reißt, viel schädliches Ungeziefer vernichtet, damit wieder reine Luft wehe; so auch im geistigen Reinigungsprozesse; es muß, da der Widerstand ein starker ist, auch zu starken Ausbrüchen kommen, ohne welche kein Ausgleich möglich ist. N
Bei euch auf Erden muß jeder Kampf damit enden, daß eine Partei ihre Ohnund Meine Allmacht anerkennt, gegen welche jeder Widerstand vergeblich ist. —
So nehmet diese Erklärung der Offenbarung als ein Gemälde, welches euch alle Phasen vorstellt, die eine einzige Gottes-Idee durchmachen muß, um zu ihrem eigentlichen Werte zu gelangen, nehmet diese Bilder als Gleichnis, wie viel es kostet, bis das Gute siegt und das Böse sich als befiegt erklärt. Nehmet als geiftige Denker diese Bilder als entsprechende Andeutungen; denn so wie Johannes den Verlauf des Christianismus geistig sah, ebenso spiegelt sich in eines jeden Menschen Lebenslaufe in geistiger und materieller Entwicklung dasselbe ab.
Solche Kämpfe, solche Posaunenrufe, solche Zornschalen werden über Jeden ausgeleert, und gut für Den, der auch das Bitterste benützend, doch Heilsames aus selbem herauszuziehen versteht.
Der geistige Läuterungsund Entwickelungs-Prozeß bleibt überall der nämliche Kampf der geistigen gegen die tierische Natur, Auf- *) „Geduld“, ist ia das ste Siegel, worin oder in dessen Sphäre und im Uebergang zum 7teu wir eben jetzt noch leben. D. Hsg.
opferung seiner selböst, Toleranz gegen Andere; und so schaue ein Jeder sein Leben durch, so findet er in diesen Offenbarungsbildern seine eigene Lebensgeschichte mehr oder weniger verzeichnet.
Manche (Blüten und) Blätter am Baume süßer Hoffnung wird er verdorrt antreffen, manches Wasser lebendiger Wahrheiten vertrocknet, mauche böse verführerische Leidenschaft aus dem Abgrunde seines menschlichen Herzens als „Drachen“ aufsteigen sehen, manche kindliche Idee reiner Liebe von tierischen Leidenschaften vernichtet oder verjagt antreffen.
Die vielköpfige Hydra von Zweifeln, gekrönt mit Ausfluchts-Formeln, welche sein Gewissen bei schlechten oder unerlaubten Handlungen zu beschwichtigen suchen, u. s. w. mehr, alle Phasen der Offenbarung könnte ein Jeder sich in seinem eigenen Herzen nachweisen, und glücklich Derjenige, welcher auf diesem reißenden Strome von menschlichen Leidenschaften, die Klippen sorgsam umschiffend, endlich im Hafen der Ruhe, der geistigen Ruhe angekommen ist, auch ihm wird sein eigenes Bewußtsein die Siegespalme reichen, auch ihm wird das Herz schwellen bei dem Gedanken, wie ein gütiges Verhängnis ihn durch alle Gefahren glücklich durchführte, und er seinem Gott dafür danken kann, daß nach so langen und stürmischen Kämpfen doch eine Zeit des Friedens und des klaren Bewußtseins eingetreten, wo er doch endlich zur Erkenntnis der einzigen Wahrheit gekommen ist, die ihm seinen Weg noch ferner anzeigt, und ihm seine Mission sowohl in dieser als wie in der andern Welt klar vorgezeichnet hat.
Auch für ihn wird sein Gott als Vater ihm dann näher sein, auch für ihn wird die sichtbare Natur kein totes Buch mehr sein von unerklärbaren Bildern, sondern überall wird er die Stimme seines Vaters erkennen, die Allen zuruft:
„Kiommet, die ihr beladen, auf daß Ich euch eure Tast abnehme und auf Meine Schultern lege!“
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