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Nachtrag 3 – Der große Advent – Zur Wiederkunft Christi (1904)

Der große Advent – Zur Wiederkunft Christi (1904)

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VBedenkung des „DTansendzährigen Reiches“ für den Sinzelnen. Am 27. Dezember 13850.

Schreiben des Jakob Lorber an Dr. Zimpel in Meran), enthaltend außer eigenen Worten nachstehende Rede des HErrn:

) Dr. Zimpel war erster Herausgeber der Rummern Ta, 6, 9, 19, 20. D. Hsg.

„Lieber Freund und Bruder! Wundere dich nicht darob, daß Ich dich also auszeichne; denn du weißt ja, daß es da in der guten Botschaft lautet: „Viele sind berufen, aber nur Wenige auserwählt.“ Die Berufenen sind Kinder der Welt, können aber, so sie der Berufung folgen, Meine lieben Kinder und Kindlein werden; aber die wenigen Auserwählten sind Meine Brüder, und sind weder der Seele und noch weniger dem Geiste nach von diefer Erde, fondern von dorther, von wannen her Ich Selbst bin. Du bist auch von dannen her, von wannen Ich bin, und bist deshalb ein rechter Bruder Meines Herzens, das dünke dir aber durchaus nicht eitel; denn siehe, Ich Selbst bin ja von ganzem Herzen demütig, wie sollen es denn Meine lieben Brüder nicht sein? Was Ich dir gebe, das ist dir ein Leben des Lebens, und du wirst leben ewig, und den Abfall deines Fleisches wirst du je weder fühlen noch schmecken; denn Meine Brüder sind frei. Frei wählten sie in Meinem Lichte aus großer Liebe zu Mir des Fleisches harten Weg, und wieder frei werden sie das Fleisch ablegen und ihre alten und dennoch ewig neuen Burgen in meinem ewigen Jerusalem beziehen, und allda mit Mir herrschen, über die Unendlichkeit.

Frage du aber nicht viel um den Beginn des Taufendjährigen Reiches auf Erden; denn ein solches wäre ja ein Gottesreich mit äußerem Schaugepränge. Solch ein Gottesreich aber kann es nimmer geben in der Materie, sondern allein nur im Geiste; und so kommt das tausendjährige, oder so viel als ein vollständiges Gottesreich nicht irgend äußerlich beschaulich, sondern ganz stille und prunklos in den Herzen der Menschen, die eines guten Willens sind. Frage auch nicht: wann und wie; denn die Ankunft des Tausendjährigen Reiches Gottes ist die allzeitige und stets gleiche volle Wiedergeburt des menschlichen Geistes.

Der gefesselte Drache find die gezähmten Gelüste des Fleisches, und die kurze einmalige und letzte Freilassung desselben aber ist die leicht besiegbare endliche Ablegung des Fleisches, die so manchem Geiste denn doch noch immer das ist, als was da ist das Verlassen einer Wohnung, deren Jemand sich längere Zeit bedient hat.

Den Stoff (das neue Lichtwort der ewigen Liede — d. Hsg.) zu einem allgemeinen Gottesreiche auf Erden in den Herzen der Menschen aber haft du nun schon vielfach in deinen Händen; mache, daß sie bald in die Hände Vieler gelangt, und du wirst darin das wahre Tausendjährige Gottesreich auf Erden erschauen. Anten! Meine Guade dir, und Meinen Segen dir zum Voraus, und darauf den Segen von Millionen Glücklichen unter glücklichen Fürsten voll Gnade und Weisheit. Amen, Amen, Amen.“

. Ruolje Valschaften. Meine lieben Kinder! Es ist erschienen der große Tag des Heils oder das helle geistige Licht, welches nie mehr erlöschen wird bei Denen, die es durch Meinen Geist erhalten. Daß dieser Tag erschienen ist, könnet ihr daran erkennen, daß Alle, welche sich zu Mir halten, in sich selbst das wahre Licht haben; denn ihre Gedankenwelt ist von Mir aus beschäftigt, sie erfassen Mein Wesen durch Meine Gnade und lassen sich nicht

(Aus No. 45.) durch blinde Führer leiten, sondern als Meine Schafe erkennen sie Meine Stimme, auch wenn sie auf die Predigten und Lehren ihrer Vorgesetzten hören. Es wird ihnen auch durch diese Predigten Segen zufließen, so sie dieselben in Meinem Namen anhören; denn Ich segne die Worte einem Jeden nach dem Bedürfnis seines Herzens!

Darum, liebe Kinder, möget ihr den gemeinschaftlichen Gottesdienst besuchen, mit der Zuversicht im Herzen: „der große Tag ist da! — die helle Flamme des Geistes durchdringt jetzt nach und nach alle Finsternis, und wird mir und Andern einen Gnadenstrahl zufließen lassen.“

Daher, wenn ihr in den gemeinschaftlichen Gottesdienst gehet — betet recht um Segen! nicht allein für euch, sondern auch für Andere. Es ift ja Mein Wort, das euch dort verkündet wird, obgleich es den Anschein hat, als ob es keine Wirkung mehr habe. Seine Krast ist von Mir ausgehend ewig und veraltet nicht. Die Zeit ist da, wo es sich wieder mächtig beweisen soll. Darum tuet eure Pflicht durch (Für-) Bitte und Gebet.

Vereiniget euch im Geiste mit Meiner Heerschar, welche gegen die finstere Macht im Anzug ist. Auch ihr Menschenkinder sollet auf Meine Seite treten; denn es gilt eine geistige Schlacht — dem materiellen Auge verborgen. Nur Wenige erkennen ste durch Meine Gnaden-Mitteilung; darum auch ihr Wenige desto eifriger sein sollet, Mir noch viele Mitarbeiter zuzuführen. Diese Schlacht geht geistig vor sich, durch wahre Liebe, durch Gebet, durch anhaltenden Verkehr mit Mir, damit Ich jeden Einzelnen im Herzen belehren kann, was er zu tun hat; denn das große Pfingsten ist vor der Türe! deß freuet euch!

Wenn die Weltkinder mit ängstlicher Furcht und Bangen den Welt-Ereignissen entgegensehen und fragen, was soll denn werden? so sollet ihr dagegen mit froher Zuversicht wissen, daß jetzt die Finsternis weichen muß dem hellen Tag, dem großen Licht der Erkenntnis, wo Ich erkannt werde als Der, Der Ich bin: Die Liebe, als Vater, Sohn und Geist.

Wie Ich damals in Bethlehem geboren nur von Wenigen erkannt wurde, und doch die Wiedervereinigung mit Meinen Kindern dadurch bezweckt wurde, also unscheinbar ift auch jetzt Mein zweites Kommen. Nur Wenige begreifen es und doch ist ein Aufhalten desselben unmöglich. Das kleine Licht wird zur verzehrenden Flamme werden. —

Meine lieben Kinder, denket dabei nicht, wie ihr eine äußere Umwandlung im Allgemeinen ertragen wollt? Bei solchen (materiellen) Gedanken öffnet ihr dem bösen Feind eine Spalte, sondern eurer Schwachheit bewußt, verschließet die Türe eures Herzens gut gegen alle Leidenschaften, welche Boten des Satans sind, und er wird euch meiden lernen und nicht zu äußern Kämpfen verlocken. Ein starker Held, der schon viele Schlachten gewonnen hat, wird von seinen Gegnern nicht mehr so stark begehrt, weil sie eine Niederlage fürchten; ebenso ein gut Gewappneter, dessen Ausrüstung von der vollen Macht Dessen zeugt, der ihn schickt, hat mit seinem Auftreten schon halb gesiegt und den Mut seiner Feinde geschmälert. Sie werden deshalb mehr listige Anläufe gegen ihn ersinnen und unbewachte Augenblicke zu benützen suchen. Darum verschließet die Türe eures Herzens, wachet! und betet! Der euch den Tag helle gemacht hat, der wird einst

auch einen größeren Sieg von euch erwarten. Amen. Amen. Amen.

2. Empfangen durch 75. B. den 8. Ottober 1978.

Ja, Meine lieben Kinder! Der große Tag bricht an! die ersten Morgenstrahlen haben euch schon begrüßt, wo Mein Ich von Vielen im wahren Lichte beschaut werden kann. .

Die geistige Sonne, welche Ich Selbst bin, wird dann viele Herzen erleuchten; sie wird aber im Verborgenen aufgehen und ihr Glanz wird nur Denen sichtbar sein, welche darauf achten und ihr Herz vorbereiten. Lasset euch in der Hoffnung nicht stören, daß ihr diese Leuchte erhaltet, sobald ihr ernstlich darum bemüht seid. Dies ist die große unsichtbare Macht Meines Wesens, wo kein äußeres Entgegeuwirken möglich ist; kein Kreuz, kein Leiden, kein Verständuis ist mehr fähig, diese Flamme im Herzen auszulöschen, wenn ihr sie ernstlich verlanget.

Nehmet ein Beispiel an Paulus, welcher ausrief: „Nichts soll mich scheiden von der Liebe Gottes.“ Also follet auch ihr ausrufen können: „Nichts trennt uns mehr von der Liebe zum heiligen Vater, unsrem „Gott, Herrn und Meister; alles, was mir begegnet, sind Triebfedern, mich „näher an Ihn zu fesseln. Seine verborgene Macht ist es, die jedes Vor- „kommnis auf meinem Lebensgang in Segen zu verwandeln weiß.“ ö

Wenn ihr durch euer Streben, folgsame Kinder zu werden in Wort nud Tat, euch diese Versicherung erworben habt, so seid ihr dahin gekommen, daß euch der Morgenstrahl Meiner Liebe umgibt, der die kräftige Sonne verkündet, wo die Finsternis weichen muß; das heißt eure Sphäre wird helle, die finstern Geister fliehen vor ench, weil sie das Licht nicht ertragen kön- nen, welches euch umgibt, wohlwissend, woher es stammt, und so fühlet ihr Erleichterung in eueren Kämpfen.

Dies ist die große verborgene Hilfe Meiner Liebe, welche Meinen wahren Kindern zu keil wird, sie sollen immer mehr zunehmen im Lichte, damit auch ihre Umgebung einen Segen davon fühlt.

Hier ist das Gebet so nötig, als reines Oel, welches das Licht unterhält. So wird die geistige Sonne oder geistige Liebe immer höher steigen, bis sie euch ganz erleuchtet, und nach und nach den ganzen Erdball.

Ihr werdet durch diesen Aufschluß einsehen lernen, auf welche Weise ihr es angreifen sollet, Meinem großen Tag, oder Meinem Kommen Bahn zu brechen. Die geistige Sonne geht auf, wenn noch so Wenige

ihr Licht und ihre Wärme von ganzem Herzen wünschen und sie wird die

dichtesten Nebel durchbrechen; aber wohl Denen, welche mit jubelndem Herzen schon die ersten Morgenstrahlen zu würdigen wissen. Erfrischt und gestärkt werden sie den Tag antreten und sich den Sonnenstrahlen aussetzen, wenn dieselben auch oft drückend heiß ihr Haupt bescheinen (d. h. wenn das Kreuz von ihrem Verstande nicht als Guadenstrahl erfaßt werden kann).

Also tretet auch ihr den ernsten Tag an, ermuntert durch das Morgeurot, das die Finsternis vertreibt, suchet Licht in Mir, und durch Mich, für eure eigene Person, fleht aber auch um Erleuchtung für eure Mitmenschen, verscheuchet den finstern Nebel durch Gebet; alsdann müssen die Höllengeister weichen, und ihr werdet gestärkt werden, die nötige Mittaghitze, welche die Frucht ausreifen muß, ertragen zu lernen, und das Abendrot wird euch dann selig stimmen. Dankbar werdet ihr am Abend eures Lebens zurückblicken auf die vielen Segensgaben, welche euch zu Teil wurden durch die Richtung, welche euch die ewige Liebe gezeigt hat. — Amen.

Textgrundlage: bereitgestellte historische Ausgabe. Originalscan · PDF-Seite 47 →

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