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„Der Herr besucht die Seinen nach der Auferstehung, sie zu trösten u zu stärken“

110. – 4. Mai 1879  "Der Herr besucht die Seinen nach der Auferstehung, sie zu trösten und zu stärken."
 
Liebe Kinder!
Nach der Anordnung in eurer Kirche ist jetzt die Zeit, wo Ich nach Meiner Auferstehung bei Meinen Jüngern ab und zu ging, um sie zu stärken, zu trösten, und sie vollends zu Meinen Aposteln auszurüsten, was sehr nötig war; denn erst nach Meinem Tode, durch die Auferstehung wurden sie von Meiner Göttlichkeit überzeugt, und Meine ganze Lehre, Mein Wirken ihnen faßbar.
 
Vorher war bloß durch mein Wollen bei ihnen ein unbewußtes Festhalten, das ohne Meine persönliche Gegenwart unter ihnen sich nach Meinem Tode aufgelöst hätte; so aber wurde ihnen durch die Auferstehung die freudige Überzeugung von der Göttlichkeit Meines Wesens, und konnten sie deshalb durch diese große Geistesausrüstung allen Leiden und Gefahren, welche auf sie warteten, mit Trost entgegen sehen. Ihr ganzes Begehren und Streben war mit Mir vereint zu sein, nicht allein im Geiste, sondern auch im Leben, dem äußern Menschen nach, Meinem Vorbild getreu ihr Tun und Lassen einzurichten; denn Ich war jetzt bei ihnen und in ihnen auferstanden, Mein Wesen erhielt in ihnen Leben; es äußerte sich in seinen Wirkungen, und Mein Geist konnte das Amt der Heiligung an ihnen beginnen.
 
Die Zeit der Jünger, welche geschichtlich in Meinem Wort beschrieben ist, entspricht auch dem Gange jeder einzelnen Menschenseele. Nach der Grablegung des Fleisches mit seinen Begierden folgt die Auferstehung eines neuen Lebens. Bei solchen Jüngern werde Ich mit Trost und Kraft einkehren. Mein Geist wird in reichem Maße sie erfüllen mit Gnadengaben der Liebe, Weisheit, Gerechtigkeit und Heiligkeit.
 
Mein Wort ist die Schule, in welcher gelehrt wird, welche Eigenschaften nötig sind, um zu dieser Auferstehung zu gelangen. Doch zur Erlangung solcher Tugenden sind oft Leiden aller Art nötig, und die ganze Führung der Christenheit, wie der einzelnen Seelen gleicht Meinem eigenen Lebensgange, Ich fordere von Meinen Kindern nicht mehr, als was Ich Selbst getan habe.
 
Wenn ihr nun aber einsehen lernet, wie unumgänglich solche Führungen sind, so nehmet keinen Anstoß, wenn es auch oft ganz gegen eure Vernunft geht, und trauet auf Den, Der aus einer Liebe, die nicht nötig hat wieder zu empfahen, das gleiche Erdenlos über sich nahm; Er weiß am besten eure ganze Lage zu beurteilen, und ihr werdet reichlich dafür gesegnet werden, so ihr Mir treu bleibet in der Liebe, im Vertrauen und im Gehorsam. Amen!

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