← Zurück zu „Der große Advent – Zur Wiederkunft Christi (1904)“

Zur Wiederkunft Christi – Leseteil 2 – Der große Advent – Zur Wiederkunft Christi (1904)

Der große Advent – Zur Wiederkunft Christi (1904)

Vorläufige Lesefassung: Diese automatisch erkannte Fassung enthält noch Erkennungsfehler und ist nicht vollständig korrekturgelesen. Bitte vergleichen Sie wichtige Stellen und genaue Zitate mit dem unten verlinkten Originalscan.

Liebe Kinder! Das Kapitel Matthäi 24 enthält ein wahres Bild der Zeit, in welcher Ich wiederkomme. Schon Meine Jünger waren viel mit Meiner zweiten Ankunft beschäftigt und Ich gab ihnen deshalb auch die Zeichen im Aeußern an, damit sie sich in ihrer Lehre, welche sie ihren Mitmenschen bringen sollten, darnach richten konnten; denn solche von Mir ausgesprochene Worte sollten Meinen späteren Nachfolgern noch zur Richtschnur dienen, damit sie es erkennen können, wann diese Zeit nahe ist. Darum sind auch in diesem Kapitel so viele Angaben gemacht, die schon teilweise in Erfüllung gegangen sind, wo es sich darum handelte, einige Teile der Christenheit aufs Neue zu beleben und Meine Lehre aufzufrischen. Ich sage aufzufrischen; denn ganz kann diese bei keiner Glaubenspartei untergehen. Immer hat jede derselben noch einige Grundwahrheiten in ihren Ansichten. Daher kommt auch der heftige Kampf bei Religionskriegen, wo jede Partei sich mit besonderem Verkrauen auf ihren Gott verläßt, und Ich auch jede

Partei segne. Oft enthält aber die äußere Niederlage mehr Segen, als der Sieg; deun alles Denken und Streben wird dadurch angespornt — Mich fest zu halten. Solches geschieht für ganze Völker, wie für einzelne Sekten; aber auch für jede einzelne Seele, welche oft trotz ihres Eifers für Mich eine Niederlage zu bestehen hat, und oft sehen muß, wie falschen Ansichten gehnldigt wird und die Ungerechtigkeit die Oberhand hat, wo dann die Liebe nicht mehr erwärmt und geübt wird. Wenn solche Erfahrungen an euch herantreten, so wisset, daß die Zeit Meines Kommens zu euch nahe ist. Sorget, daß eure Flucht nicht im Winker geschieht, d. h. ziehet euch dann von der Welt uicht kalt und lieblos zurück, sondern fliehet au Mein Vaterherz; es wird euch in der Liebe stärken, daß ihr statt Niederlage Sieg erhaltet und euren Mitmenschen statt der Lieblosigkeit und Ungerechtigkeit — Liebe und Gerechtigkeit entgegensetzen könnet.

So leset dieses Kapitel, Ich gebe euch Meinen besondern Segen dazu, damit ihr erkeunet, wie weit ihr auf Mein Erscheinen bereit seid. Prüfet euch, ob ihr im Glauben, in der Liebe, in der Treue als Meine wahren Haushalter bestehen könnet; denn Ich komme oft unverhofft, ehe sich Meine, Kinder versehen. Besonders in jetziger Zeit, in welcher gesammelt werden muß auf den großen Tag, findet das Nachgehen an einzelnen Seelen statt, damit, wenn Mein Tag anbricht und große Weltgerichte angekündigt werden, Meine Kinder ihre Häupter im Vertrauen emporheben können, daß dieser Tag für sie ein Tag der Erlösung und nicht des Schreckens ist. Leget euch deshalb bei jeder Handlung die ernste Frage vor: „Wenn heute mein heiliger Vater bei mir eintreten würde, wie könnte ich bestehen?“

Seht, liebe Kinder, ihr bittet täglich um Mein Kommen! Seid ihr aber nicht so gestellt, daß euch ein Tag Verzug doch noch erwünscht ist? Verschiebet ihr eure guten Vorsätze, welche ihr um Meinetwillen auszuführen gedeuket — oft nicht aus weltlichen Rücksichten? Darum, die ihr Mein Erscheinen bei euch in den gegebenen Worten anerkennet, schmücket ihr euch zu Meinem Empfange durch jede Handlung, und durch eure Bereitwilligkeit, die Kreuzes-Fahne Mir nachzutragen, und Alles, was euch angeordnet wird von Mir — zu übernehmen. Nicht einzelne Tatsachen meine Ich damit, sondern haltet euch an Meine Vorschriften in der Bibel, und suchet in euren Verhältnissen denselben nachzukommen; denn ein Jedes unter euch muß besonders geleitet werden, damit so dann die Steine zum großen Baue tauglich sind. Amen!

Betrachtung an Himmelfahrt. Empfangen durch H. L. B. am 26. Mai 182]. Liebe Kinder! Der da aufgefahren ist über alle Himmel, Der ist es, Welcher nun wiederum Sich herabläßt auf eure Erde, und mit euch redet durch Seinen Geist, welcher in euch vernommen werden kann, so ihr es wollet, und diesen Eeuren Willen beweiset ihr dadurch, daß ihr euer Tun und Lassen einrichtet nach dem, was euch da mitgeteilt wird. Gleichwie auch Ich (als Jesus einst) mußte den Willen des Vaters tun, um Eins mit Ihm zu bleiben (oder — die ewige Liebe kann Sich nur dann mit der natürlichen Liebe vereinen, wenn diese Naturliebe sich der göttlichen Liebe unterordnet); alfo müßet auch ihr gehorsam sein der inneren Stimme in euch, welche mit dem Vater Eins ist, und euch straft und warut vor dem Bösen, welches aus der Selbstsucht hervorgeht. Auf dieses Innere habe Ich ein Anrecht; denn es ist göttlicher Abstammung und wird sich nie mit eurem Verstand, wenn derselbe gegen Meine Ordnung handelt, vereinen und schweigen; sondern es vertritt mich bei und in euch, oder hat je ein Mensch sein Gewissen (dauernd) zum Schweigen gebracht? Es ist dies niemals möglich, und der Mensch kann es blos so weit bringen, daß er eben nicht darauf hört, wo dann dasselbe oft zu einer anderen Zeit desto stärker sich vernehmen läßt. Wer aber stets auf dasselbe hört und es zu Rate ziehl, der wird von Stuse zu Stufe näher zu Mir kommen und eingehen in die Vereinigung mit Mir; gleichwie auch Ich einst in Jesu Meinen „Sohn“ (oder das irdische Organ, mit dem Mein Ich Sich umhüllte) durch den inneren Geist so leitete, daß er vom Bösen frei blieb, und die Gegensätze, welche durch die Natur bewirkt werden, von Mir als Meusch nicht angehört wurden, sondern treu — und wie der Geist es verlangte — mußte der Leib sich unterordnen, und also wurde es möglich, daß er (der Leib Jesu) als rein und verklärt im Himmel aufgenommen werden konnte. Damit wurde dem ganzen Universum gezeigt, wie der Mensch als Abkömmling von Mir alle Fähigkeiten in sich hat, mit Mir vereint im Himmel zu leben; denn er hat als Kind das Recht dazu, aber er muß auch als Kind durch Gehorsam dieses Rechtes sich würdig machen, wie Ich Selbst auf Erden dem Vater (Meinem Geiste) gehorsam war bis zum Tode am Kreuze; wo Ich laber erst durch Kampf) sagen konnte: „nicht Mein, sondern Dein Wille geschehe!“

So müssen ebenfalls die Menschen, welche Meine Kinder werden wollen, durch Ringen und Kämpfen sich diese Willenlosigkeit erstreben. Es geht dieses zwar nicht leicht; aber es ist doch möglich, und wer sich erust vornimmt, diesen Kampf zu unternehmen, dem werde Ich zu Hilfe eilen, daß auch er ausrufen kaun: „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt!“

Darum bin Ich vor dem Angesicht Meiner Jünger zum Himmel aufgefahren, damit sie um so eher glauben könnten, daß Ich auch vom Himmel aus noch mit ihnen verkehren und sie beschützen kann. Ich bestärkte so uoch- mals Meine Lehre und Meine Verheißungen mit einem sichtbaren Akt, um sie im Glauben an Mich zu erhalten und zu bestärken, und auch um Meinen späteren Nachfolgern ein ermunterndes Andenken zu hinterlassen, denn sie sollten Alle auf Den bauen, Der im Himmel thront und von dort aus alle Seine Kinder versorgt, wenn sie sich durch Seine Worte erziehen lassen.

Darum auch Meine erste Gabe an sie daun die Ausgießung des h. Geistes war, oder wie Ich es euch deutlicher sagen will: Mein in euch gelegtes göttliches Ich wurde da durch Meine Einwirkung vernehmbarer, und eben dieses sucht auch euch zu göttlicher Tugend immer mehr anzutreiben durch innere Aufschlüsse, Warnungen und Erhebungen, mahnende und freudige Gefühle. Ebenso wird Mein Wiederkommen auf Erden durch geistige Gaben an die Menschen sich zunächst bemerkbar machen, damit sie es zu würdigen wissen; denn ehe eine (wahre) Sehnsucht nach Mir in den Herzen ist, komme Ich nicht. Darum Ich auch zu Meinen Jüngern sagte: „Niemand als der Vater allein weiß es, wann Ich wiederkomme.“ Nur die göttliche Liebe kennt den rechten Zeitpunkt; denn Ich will nicht zum Gericht erscheinen, sondern als Vater Meine Haushaltung wieder Selbst besorgen.

Darum wehe den Ungetreuen, so sie sich nicht bessern lassen und von der Selbstsucht besudelt sind. Amen!

„Es ift der BErr!“ Empfangen durch J. L. B. am Osterfest 1881. (Johs. 21, 7.)

Liebe Kinder! Mein Auferstehungsfest ist die Besieglung Meiner Göttlichkeit, und für euch hat es noch den besonderen Beweis, daß Ich bis heutzutage noch bei den Meinigen erscheine, gleichwie im Ev. Johs. 20 und 21 erzählt wird, wo Ich Denen Mich zeigte, die um Mich trauerten. Die Liebe zog Mich zu ihnen, und weil auch sie Mich liebten, so verkehrte Ich mit ihnen wie im (natürlichen) Leben; sie konnten den Verkehr begreifen und ertragen; denn obgleich ihnen Meine Lehre von Meinem Reich durch Meinen Tod ein Geheimnis wurde, so erlosch durch denselben ihre persönliche Liebe zu Mir doch nicht, sondern ihr nunmaliger (Herzens-) Standpunkt war eine große Betrübnis, und in diesem Zustande ist es Mir möglich, Meinen wahren Nachfolgern und also Meinen Kindern wiederum zu erscheinen.

Wenn Ich von euch jetzt ebenso ersehnt werde, wie dort von Meinen ersten Jüngern, wozu ihr Ursache genug hättet bei den vielen Erfahrungen, wie Mich die Menschen aufs Neue verspotten, verhöhnen, Mir die Gottheit abzustreiten suchen, so sollet ihr, die ihr Meine Vaterliebe durch euer ganzes Leben so deutlich erfahren durftet, mit großer Sehnsucht die Bitte tun:

„Kommeso Jesu, komme bald!“ und wenn ihr Mich bei Meinem Eintreten auch nicht gleich erkennet, so werdet ihr doch bald euch überzeugen, daß Ich es bin! In Johs. 21, 7 heißt es: Johannes erkannte Mich und sagte zu Simon Petrus: „Es ist der HErr!“ Diese Worte entsprechen der Liebe und dem Glauben. Die Liebe erkennt Mich zuerst, und Petrus (als der Glaube) war nackt, also der Glaube ohne die Liebe mußte vorher sich gürten, um dem HErrn sich nahen zu können. So ist es auch noch heutzutage bei euch!

Die Liebe soll zeugen von Mir, daß Ich es bin, der bei euch ist, und auch der Glaube soll wiederum aufs Neue gestärkt werden unter den Menschen, damit Ich ein Mahl mit ihnen halten kann, auf daß Mein Hunger und Durst nach Vereinigung mit Meinen geschaffenen Kindern gestillt werden kann (siehe Nr. 33, 11); und gleichwie Ich einst Meinen Jünger Petrus darauf hinwies, daß nur die Liebe zu Mir ihn würdig mache, Meine Schafe zu weiden, so rufe Ich nun auch euch zu: „habt ihr Mich lieb? so zeuget von Mir!“ und wenn euch Widersprüche entgegentreten, fo berufet euch auf dieses Kapitel, und lasset euch beweisen, ob Mein Erscheinen seither nicht stattgefunden hat? Ich sage euch: viele Meiner Kinder habe Ich schon besucht und besuche sie heute noch; aber nicht, um sie vor der Welt groß zu machen, sondern um sie durch Meine Vaterliebe immer mehr an Mich zu fesseln; dieselben erkennen auch darin den Zweck Meines Besuchs und brüsten sich nicht damit, sondern wandeln nach Meinem Beispiele in der Demut voll Liebe; aber sie wissen Meinen Besuch hoch zu schätzen dadurch, daß sie ein Liebesmahl ihren armen Mitbrüdern bereiten, fowohl in geistiger Speise, als auch in äußerer Handreichung, und werden fürbittend Mir ihre Mitmenschen empfehlen, und Ich will auch um der Gerechten willen Meine Langmut und Geduld walten lassen! Amen. Euer Jesus! N

„Went wollen wir das Reich Guktes vergleichen?“ Mark. 4, 30. Enpfangen durch J. L. B. am 30. Mat 1880.

Liebe Kinder! Diese Frage soll hauptsächlich euch beschäftigen, die ihr so viele Verheißungen in der Jüngstzeit von Mir erhalten habt; denn es ist sehr nötig, klar zu erkennen, worin Mein Reich und Mein Wiederkommen besteht, hauptsächlich auch, weil ein Jedes unter euch im Stillen noch zu viel auf äußere gute Verhältnisse hofft, die allerdings dadurch auch herbeigeführt werden; allein für euch, die ihr dem Senfkorne gleichet, das erst gesät werden muß, sind solche (bessere) Zustände nicht mehr erlebbar. Deßhalb seid ihr jedoch nicht verkürzt; denn gleichwie das unscheinbare Körnlein doch die ganze Triebkraft in sich hat, daraus der große Baum erwächst, so sind auch gleichfalls in den Wahrheiten, welche euer Herz aufgenommen hat, alle Kräfte enthalten, mit welchen diejenigen ausgerüstet sein müssen, welche das Reich Gottes genießen werden; wenn sie dieselben als von Mir ausgehend dadurch ehren, daß sie (selbe) befolgen, daun will Ich auch in euch das Wachstum segnen, damit die Wurzel fest werde, und Zweige treiben kann.

Schätzet darum die Wahrheit immermehr als ein besonderes Gnadengeschenk, und erkennet es als ein großes Glück, daß das Senfkorn in euch gelegt, oder das Reich Gottes mit dem Keime seiner ganzen Kraft euch anvertraut ist. Wenn ihr dasselbe treu behütet, so soll es ebenso Zweige treiben wie der Baum (im Evang.), worunter Viele Schatten finden in der Trübsalshitze. Nicht das Scheinbare“) gehört dazu, sondern die Ueberzeugung, daß die Kraft des Reiches Gottes, welches ist ein Reich der Liebe und des Friedens, bereits in euch verborgen liegt, und ihr fähig seid, dasselbe auszubreiten und es zu befördern. Um dasselbe deutlicher zu bezeichnen, habe Ich abermals direkte Worte niederschreiben lassen, hauptsächlich im großen Evangelium Johannes (Nr. 11—20). Wer dieselben liest und prüft, wird wohl nicht bestreiten können, daß dieselben zu einer bessern Zukunft beitragen, und die Annäherung zu Mir, als zum Vater hervorrufen.

Jetzt liegen diese Wahrheiten noch im Verborgenen, und nur hie und da treibt ein Zweiglein; aber seid stark im Glauben! daß die Kraft derselben nicht untergeht, sondern fortwirkt bis zum großen Ziele! Darum haltet euch an dieses Gleichnis vom Senfkorn, als von Mir Selbst einst ausgesprochen; denn es liegt eine große Verheißung darin. Ich der Schöpfer und Allmächtige habe sie ausgesprochen und erfülle sie; und darum sollet ihr

) 3. B. „das Reich Gottes kommt nicht mit äußerem Schaugepränge, sondern es ist inwendig in euch.“ D. Hsg.

fortfahren zu glauben, zu hoffen, daß Mein Reich nicht nur nahe ist, sondern daß es schon da ist für Solche, welche reinen Herzens sich danach sehnen, und freuet euch über das Körnlein, welches in euch liegt. Suchet dessen Wachstum zu befördern, durch willenlose Hingabe in Meinen Willen, und durch treues Befolgen desselben, so werdet ihr merken, daß das Reich des Friedens in euch Leben aufgenommen hat. Euer Vater und großer Lehrmeister in Jesu: Amen.

„wenn aber des Menschen Sohn kommen mird in seiner Herr „lichkeit, und alle l. Eugel mit Ihm, dann wird Er sitzen auf dem „Stuhle Seiuer Herrlichkeit!“ ——— — Matth. 25, 31.

Euipfangen durch J. L. B. am 10. Juli 1881.

Liebe Kinder! Es ist Mein zweites Kommen hier näher bezeichnet. Viele Menschen könen dieses (Wieder-) Kommen gar nicht glauben, weil ste überhaupt keinen richtigen Begriff von Mir haben, und ihnen schon deshalb Meine Gegenwart kein Bedürfnis, sondern vielmehr ein Schrecken ist; darum Ich auch im Allgemeinen mit demselben noch lauge werde verziehen müssen. Ehe der Glaube, daß Ich der Schöpfer und Gott dennoch mit den Menschen als Vater verkehren will, feste Wurzeln hat, wäre Mein Kommen ohne jeglichen wahren Nutzen, und somit Meiner Ordnung — gemäß welcher Alles Nutzen und Wohltat verbreitet — ganz entgegengesetzt.

Ich komme, um die Sehnsucht Meiner Kinder zu stillen, welche aber — weil mit Meinem Wesen (siehe Nr. 37) vertraut — wohl wissen, daß unsere Verwandtschast geistig ist, und daher, je mehr sie streben, sich zu vergeistigen, desto mehr fühlen sie, daß ein äußeres Schauen nicht so beglückend für sie wäre, als das geistige Innewerden: der Vater ist unter uns. (Nr. 37, S. 73.) Wenn ihr diesen Glauben habt, so werdet ihr zeugen können von der Herrlichkeit, die euch umgibt, in Stunden und Zeiten, wo ihr euch ganz mit Mir beschäftiget. Es ist dies wiederum ein Gefühl, das mit äußeren Worten nicht ganz faßbar beschrieben werden kann, wenn Ich nehmlich eine Seele besuche und mit ihr verkehre.

Um aber dennoch auch schwächere Seelen etwas von diesem Genusse verkosten zu lassen, erwählte Ich in jedem Zeitalter Menschen, denen es gegeben ist, sich deutlicher darüber auszudrücken“) Auf diese Art wurde dem Volke Ifrael durch die Propheten Mein Wille kund getan und dasselbe Mir erhalten, bis Ich Selbst ius Fleisch kam und uun die Menschen ganz für Mich gewinnen wollte. Wie weit es Mir gelang, gegenüber ihrem freien Willen, das wisset ihr aus der Geschichte, so weit als dieselbe nach menschlicher Willkür euch noch erhalten blieb. Hier bei obiger Annahme zweifeln oft Meine wahren Kinder an Meiner wahren Liebe, und kommen mir mit der Frage: Warum ließest Du deun zu, daß so Vieles, was uns doch auch frenen und erquicken könnte, vou Deiner Lehre und Deinem Leben für nus nicht erhalten blieb? Und Ich sage: was euch äußerlich durch den Buchstaben entzogen wurde, will Ich euch durch den Geist wieder ersetzen. Höret nur im vollen

D. Hsg.

Glauben auf Ihn, so werdet ihr bald erkennen, ob dieses Innewerden von Mir ausgeht und mit Mir verbindet oder von Mir trennt.

Dieses (lebendige) Wahrnehmen will Ich noch Vielen geben, die Mich redlich suchen, aber dabei ängstlich sind, sie möchten auf Irrwege geraten, wenn sie sich nicht (von den gewohnten Lehrern) leiten lassen; gerade in solchen Seelen herrscht die wahre Demut, und ihnen werde Ich Meine direkten Vaterworte zuführen und sie so segnen, daß sie Meine Stimme darin erkennen; denn „Meine Schafe hören Meine Stimme und erkennen Mich.“

Ihr aber, die ihr euch zu denselben zählen wollet, folget auch derselben, damit noch Viele ermuntert durch euer Beispiel der Heerde nachlaufen.

Es ist also die Zeit Meines Wiederkommeus schon da! Ich will Mich in Meiner Herrlichkeit zeigen, und Meine seligen Engel mit Mir, durch Meine Liebe und Herablassung in solchen Kreisen, die an Meinen direkten Einfluß glauben. Und gleich wie Ich nach Meiner Auferstehung nach und nach alle Meine Anhänger besuchte, so will Ich auch wiederum überall Mich sehen und finden lassen, wo die Herzen dazu reif sind; darum seid wach und erust in dieser Stunde, weil ihr nicht genau wisset, wann Ich eintrete. Oft komme Ich auch bei verschlossenen Türen eures Herzens und klopfe au um Einlaß. — — — Wohl Jedem, der Mir auftut mit Freuden. Amen! Euer Jesus.

„Es begab sich aber zu der Feit, daß ein Gebot vom Haiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzet würde“ ꝛc. Luk. 2. Empfangen durch J. L. B. den 23. Dezember 1888.

Liebe Kinder! In der Weihnachtszeit feiert die Christenheit das Audenken an Mein Kommen in die Welt, und viele sehnsüchtige Herzen fragen:

Wann wird wohl der gute Jesus zum zweitenmale wiederkommen? Und Ich rufe ihnen zu:

„Hebet eure Häupter auf: und sehet, daß die Zeit nahe ist!“

Denn die Zustände der Jetztzeit gleichen so sehr den Zuständen in

der Zeit, als Ich geboren wurde, wo zumeist finsterer Unglaube und

Aberglaube unter dem Volke, Menschensatzungen und Herrschsucht

unter den Pharisäern und Schriftgelehrten überhand genommen hatten.

Dazu kommt nun noch wissentliches und vorsätzliches Unterdrücken alles

dessen, was die suchenden Seelen hätte mehr aufklären können über

geistige Dinge.

Weil aber die Pharisäer bei der Unwissenheit des Volkes ihren materiellen Wohlstand immer mehr erweitern konnten, so wurde das Volk hingehalten, mit dem zufrieden zu sein, was diese Vorgesetzten für gut fauden, ihnen mitzuteilen. Da aber infolgedessen gar kein geistiger Gewinn mehr für wert und wichtig gehalten wurde, so verstockten sich sogar die Leiter des Volkes selbst, und das Volk verfiel nicht nur in Unglauben und Aberglauben, sondern in sittenloses Verderben, was sich auch an den äußeren Verhältnissen fühlbar machte, so daß der Mensch den meisten Teil seines (geistigen) Adels verlor, und oft unter den Tieren stand, in Beziehung auf f ein Tun und Treiben.

Ich bezeichnete diesen Zustand öflers im neuen Testamente und sagte Meinen Jüngern: „Wenn dies Alles sich vollends so gestaltet, so hebet „eure Häupter auf und merket, daß die Zeit nahe ist, wo der Herr zum „Gerichte kommt; aber ihr sollet daun gleich sein den klugen Jungfrauen, die Oel in ihren Lampen haben, oder welche die Liebe im Herzen tragen, mit welcher sie dem Herrn freudig entgegengehen können.“

Auch euch gelten heutzutage die gleichen Worte: „Hebet eure Häupter auf ꝛc.“ Blicket auf die geistigen Zustände um euch her, und ihr werdet erkennen, daß es nur noch durch Meine Hülfe und Mein Kommen möglich ist, aus dem Greuel der Verwüstung (auf geist. Gebiet) wieder einen Garten Gottes zu machen, worin die Menschen ihren wahren Seelenadel wiedererkennen und darnach streben deuselben zurückzugewinnen; und wenn ihr dies erkennet, so glaubet fest, daß Ich es auch tun will, gleichwie zu jeuer Zeit, wo ebenfalls nur noch einige Seelen es waren, die um Abhülfe dieser Finsternis seufzten und sich auf Mein Kommen freuten; aber um dieser Wenigen willen werde Ich Mich abermals aufmachen und den Weg zur Erretktung Vieler anbahnen, und zwar abermals (zunächst) durch Vorkehrungen im Stillen, bis die Zeit erfüllt ist, wo Ich Einzug halten will, und Mir dann das ganze Volk ein Hosianna singen wird!

Einstweilen aber teilet ihr mit Maria euer Los, die bald freudig, bald traurig über ihre Verheißungen war; aber doch dabei stets zunahm im Vertrauen auf ihren Gott und Vater, bis sie zum seligen Schauen gelangte. Amen! (Siehe in der Jugendgeschichte Jesu, Kp. 14.)

„Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohues im Himmel. Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden, und werden sehen kommen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit.

„Und Er wird senden Seine Engel mit hellen Pofaunen, und sie werden sammeln Seine Auserwählten von den 4 Winden, von einem Ende des Himmels zum andern.“ Matth. 24, 30.

Entpfangen burch J. L. B. am 27. Dezember 1858.

Liebe Kinder! In der Weihnachtszeit, in welcher das Andenken an Mein Kommen ins Fleisch gefeiert wird, denkt manche Seele an Mein zweites oder Wieder-Kommen, und hofft dabei, daß dadurch eine Wendung der Zustände oder eine Abhilfe der Uebelstände auf materiellem Gebiete eintreten werde.

Diese Hoffnungen kommen aber nicht aus einem erleuchteten Herzen, sondern sind dem Verstande entsprungen, welcher eben in das Materielle mehr Wert setzt, als in geistige Güter. Wenn ich daher komme, unter dem Zeichen des Kreuzes (als Zeichen des Meuschensohnes), sowohl im Allgemeinen, als zu einer einzelnen Seele, so werde Ich mit Traurigkeit, statt mit Freuden angenommen, weil Viele den Wert (und Segen) des Kreuzes zu wenig kennen, und also ist Mein Annähern ihnen zu verhüllt, weil es gegen ihre Anschauungen geht; sie erwarten Meinen Besuch ganz anders, während Ich Mir doch zuerst durch das Kreuz Bahn brechen muß.

Daher weun Ich eine Seele besuche, so geht das Zeichen des Kreuzes entweder voraus oder mit Mir.

Darum merket hieran, daß dann die Zeit nahe ist, wo Ich die Meinigen besuche, und mit Kraft und Herrlichkeit Mich ihnen zeigen will.

Ich sende Meine Engel oder dienstbaren Geister vor Mir her, mit hellen Posaunen, d. h. der Einfluß derselben wird ein stärkerer (deutlicherer) werden, sowohl bei den Einzelnen, als auch im Allgemeinen, wenn Ich Mein Reich einnehmen will; und diese (Engelsgeister) werden sammeln Meine Auserwählten von den 4 Winden, und von einem Ende des Himmels bis zum anderen.

Ihr (Geister-) Einfluß wird ein großer und starker sein, denn sie wissen, daß die Zeit nahe ist, in welcher Ich Mein Reich einnehmen will, als alleiniger König und Herrscher über die Menschen.

Prüfet darnach die Jetztzeit, ob ihr solchen Posaunenschall auf geistigem Boden vernehmet, und ihr werdet freudig bekennen müssen, daß ihr gewürdigt seid denselben vernehmen zu dürfen, und zwar auf ganz direktem Wege (siehe in Nro. 25, 2. Aufl., die Zeugnisse der Seligen).

Also erkennet eure Erwählung, aber auch eure Aufgabe dabei, als Erstlinge, auf daß wenn Ich komme, Ich euch nicht schlafend finde, als Solche, von welchen gesagt werden kann:

„Und Er kam in Sein Eigentum, und sie nahmen Ihn nicht auf!“

Ihr habt Mich schon so oft eingeladen, darum sorget auch für eine Mir entsprechende Aufnahme; ihr wisset, daß Ich nicht mehr verlange als ein demütiges gehorsames Herz! Amen!

Euer Vater JEsus.

Ein Gemälde unserer Zrit. Empfangen durch G. Mayerhofer am 1. Junt 1870.

4. Am stebenten Tage aber laß die Priester sieben Posaunen des Halljahres nehmen vor der Lade her; und gehet desselben siebenten Tages sieben mal um die Stadt, und laß die Priester die Posaunen blafen.

5. Und wenn man des Halljahres Horn bläset, und tönet, daß ihr die Posaunen höret, so soll das ganze Volk ein groß Feldgeschrei machen; so werden der Stadt Mauern umfallen, und das Volk foll hineinfallen, ein jeglicher stracks vor sich.

Buch Josua, 6. K. 4—5. V.

Alle Dinge in der Bibel, sei es im alten oder neuen Testamente, haben stets einen doppelten Sinn, ja oft einen mehrfachen, oder besser gesagt einen immerwährenden und vielfachen Sinn; denn es geschiehet nichts auf der Welt und im ganzen Staatenleben der Völker oder im geistigen Fortschritte der Menschen, was nicht schon in früheren Zeiten dagewesen ift, oder wo nicht unter früheren Ereignissen auch spätere, künftige verstanden wurden.

Diese beiden obigen Verse werden euch wieder das Nämliche bezeugen, wenn ihr aus Meiner Erklärung erfahren werdet, daß das, was da Josua seinen Priestern vor den Mauern Jericho's anbefahl, eben ein ganz getreues Bild der Jetztzeit und ihrer Folgen ist. Nur muß man nach dem innern Grund und der gleichmäßigen Ausdeutung in Entsprechungen das eigentliche Wahre herauszufinden wissen.

Da ihr in der Entzifferung der Entsprechungen nicht so bewandert feid wie Ich, so will Ich es nun übernehmen, euch den haarkleinsten, engsten

Verband jener Begebenheit mit der jetzigen Zeit aufzudecken, und euch so

wieder zeigen, wie viel in diesen Schriften vor Mir und während Meines

irdischen Lebenswandels noch für euch und Viele verborgen liegt, wovon

ihr keine leiseste Idee habt, und daß ihr nur die Rinde des Baumes“) bis jetzt, nie aber den eigentlichen Kern habt kennen gelernt.

Da Ich aber als Vater Meinen Kindern Alles geben möchte, was sie zu Meinen geistigen Mitregenten erheben kann, so soll euch auch nichts voreuthalten werden, damit ihr immer besser erkennen und begreifen möget teils die Tiefe der heiligen Schrift, teils die unendliche Liebe eures Vaters, Der euch Alles so zeigen will, daß in der Unendlichkeit kein Schattenpunkt mehr für euer Auge sich vorsindet.

Also jetzt wollen wir zur Erklärung der obigen Texte schreiten, und Schritt für Schritt selbe erklären, und ihre nahe Verwandtschaft mit den heutigen Ereignissen nachweisen, die sich so langsam vor euren Augen abwickeln werden. Also höret denn:

Textgrundlage: bereitgestellte historische Ausgabe. Originalscan · PDF-Seite 9 →

Lesefassung aus Texterkennung. Unsichere Wörter sind gepunktet unterstrichen; bitte prüfen Sie genaue Zitate im Originalscan.

← Zurück zu „Der große Advent – Zur Wiederkunft Christi (1904)“