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Vollendung – Leseteil 2 – Teil II E – Zulassung und Prüfung

Teil II E – Zulassung und Prüfung

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36. Ev 2, 41, 4)—5) Wer die wahre lebendige Liebe zu Gott in sich erweckt, „der erweckt seinen von Mir ihm gegebenen Geist, und da dieser Geist Ich Selbst bin und sein muß, weil es außer Mir ewig keinen andern Lebensgeist gibt, so erweckt er dadurch eben Mich Selbst in ihm, ist dadurch in's ewige Leben vollauf eingeboren und kann hinfort ewig nimmer sterben und ewig nimmer vernichtet werden, auch durch Meine Allmacht nicht, weil er mit Mir Eins ist.“

37. Ev 5, 76, 13)—15) Der Gott Liebende und Seine Gebote Haltende wird stets einiger mit dem Erkennen und Wollen Gottes; er wird immer weiser und in gleichem Maße auch mächtiger im Wollen; er wird die wirkenden Lebenskräfte nicht nur fühlen, sondern auch schauen und durch die Inhabung des freiesten Willens Gottes sie auch bestimmen können, so oder so tätig zu werden, denn alle Kräfte der Unendlichkeit strömen von Gott aus, sind Ausstrahlungen Seines Willens, die tätig werden, wenn der Mensch seine winzige Willensfreiheit mit der endlos großen göttlichen vereinigt.

38. Ev 5, 82, 6)—83, 9) „Je mehr des erkannten rein göttlichen Willens du in dein Herz als unablässige Richtschnur deines Lebens, in dein Herz — wohlverstanden! —, aufgenommen hast, desto wunderbar mächtiger werden die Wirkungen deines Willens aus Gott sein.“ Aber es muß eine Fertigkeit in der Anwendung dieser erworben werden. Diese erlangt man allein durch die Macht der reinen Liebe zu Gott und zum Nächsten, die in der Seele den lebendigen Glauben und ein unerschütterliches Vertrauen schafft, ohne das man nichts vermag. So mißlingt z. B. die Heilung eines Blinden beim geringsten Zweifel. „Wenn du dich aber in die Liebe zu Gott allermächtigst erregest, so wird dieses höchste Liebe- und Lebensfeuer nicht nur deine Seele selbst allermächtigst beleben, sondern es wird geistig weit über deine Form⸗Sphäre hinausdringen mit einer unwiderstehlichen Allgewalt und wird dort ganz konzentriert wirken, wo dein Gotteswille, natürlich mit aller Weisheit und Klugheit, etwas ergriffen hat. Wird da dann der Blinde von deinem Gotteswillen ergriffen und sogleich in den Brennpunkt der aller⸗ mächtigsten Liebe Gottes, deren deine Seele voll ist, gestellt, so muß er ja auch augenblicklich als vollkommen sehend dastehen, denn im höchsten Liebe⸗ und Lebenslichte und Feuer aus Gott muß jeder Tod weichen, auch der eines lichtabgestorbenen Auges, das natürlich ohne Licht so gut tot ist als der ganze Leib ohne Odem und Pulsschlag. Dadurch ist dann auch die Erweckung eines Verstorbenen augenblicklich ermöglicht; denn wenn der dein Herz erfüllende göttliche Wille und dessen Weisheit einer Wiedererweckung irgendeines Verstorbenen nicht entgegen sind, so brauchst du den Toten nur unter den Brennpunkt deiner Liebe zu Gott dem Herrn zu stellen, und er lebt vollkommen wieder. Das aber braucht für euch Menschen eine starke Mühe und ausharrliche Uebung, denn man muß das Herz wohl im höchsten Grade also beugsam machen, auf daß es sich in jedem Augenblicke in's höchste Vollmaß der Liebe zu Gott stürzen kann . . . Gott über alles aus allen Lebenskräften lieben aber ist eben nicht so leicht, als du es dir vorstellest.“ Dazu gehört ein vollkommen reiner Lebenswandel nach den Mosaischen Gesetzen und allereifrigste Selbstverleugnung.

39. Ev 5, 160, 1)—8) Mancher müht sich 20 Jahre ab und kommt nicht zur Vollendung. „Ja, warum konnte denn dieser recht ehrlich strebende Mensch nicht zur Wiedergeburt des Geistes gelangen? Eben darum, weil er alles Gute nur darum tat, um sie zu erreichen. Wer Gott und den Nächsten eines anderen Motives wegen, als Gott um Gottes und den Nächsten um des Nächsten willen rein liebt, der kommt nicht zur völligen Wiedergeburt, weil diese ein unmittelbarster Verband zwischen Gott und dem Menschen ist. Durch solche Motive setzt der Mensch eine, wenn auch noch so dünne, aber dennoch das geistige Licht nicht durchlassende Scheidewand zwischen sich und Gott und kann darum nicht völlig Eins werden mit dem Geiste Gottes.“

40. Ev 3, 240, 2)—243, 9) Wenn mancher Mitarbeiter sagt: Die Lehre ist ergreifend, aber die Verheißung geht immer noch nicht in Erfüllung, der Herr sollte uns doch nicht im Stich lassen, so fraget ihn, ob er die Bedingungen auch genau erfüllt habe. Das wirksamste Mittel zur Erreichung der Kindschaft Gottes ist die Liebe zu Gott und zum Nächsten; ihr zur Seite steht die wahre Demut, Sanftmut und Geduld. Der Mensch prüfe sich, ob er dem armen Bruder freundlichsten Herzens in wahrer Bruder⸗ und Nächstenliebe etwas verabreicht und stets den Wunsch hat, seine Brüder und Schwestern so glücklich wie möglich zu machen in aller Freundlichkeit, durch Rat, Wort und Tat! Mit dem bloßen Wissen und dem Glauben ist es noch nicht getan, überlassen ist uns das Bilden des Herzens, das Erwecken des rechten Gefühls, das alles belebt, ordnet und Ruhe und Seligkeit gibt. Die Tat muß nicht dem Verstande, sondern aus dem Herzen entspringen, und das Gute nur des Guten willen, nicht aber nur der Vorteil kündenden Verheißung wegen getan werden. Alles muß der Mensch sich zum Herzen nehmen; in diesem weilt das Leben. Was er in's Herz legt, wird aufgehen und die verheißenen Früchte tragen. Wem wir das antworten, der wird zu trachten anfangen, in seinem Herzen tätig zu werden.

41. Ev 7, 223, 9 —19) Wer einmal ernstlich den Weg zum Reiche Gottes und zum Leben des Geistes betreten hat, „dem wird auch ohne sein Wissen von Gott aus geholfen, daß er weiter und endlich sicher auch an's Ziel kommt. Gott wird die Einung der Seele mit dem Geiste aus Ihm freilich wohl nicht mit Seiner Allmacht erzwingen, aber Er wird des Menschen Herz stets mehr erleuchten und es erfüllen mit wahrer Weisheit aus den Himmeln, und der Mensch wird dadurch geistig wachsen, kräftiger werden und alle Hindernisse, die sich ihm noch irgend in den Weg stellen könnten zu seiner größeren Prüfung, stets leichter und zuversichtlicher überwinden.“ Er erreicht dies durch das Wachsen der Liebe zu Gott und zum Nächsten.

42. Ev 8, 151, 6)—7) „Wo seine Liebe zwischen den Reizen der Welt und Mir hin und her schwanket und nicht zu einer halben Stärke auf Meiner Seite gelangt, ja, da kann Ich solch einer Windfahne von einem Menschen noch nicht unter die Arme greifen und ihm eine volle Festigkeit geben. Denn den guten Anfang muß der Mensch selbst infolge des ihm zu dem Lebensbehufe verliehenen freien Willens machen. Die volle Vollendung ist dann erst Meine Sache.“

43. Lbl I, 37 „Alle werdet ihr die Umhüllung der Seele ablegen müssen, so ihr dazu reif seid. Bittet, daß ihr recht lange darin belassen werdet, aber nicht des Wohllebens auf Erden wegen, sondern damit ihr die Seele zur rechten Reife bringen könnet!“

44. Vb 9, 23 Wer sein eigenes Examen gut macht, der trägt sehr viel dazu bei, daß das gemeinschaftliche auch gut ausfällt, weil die Gemeinschaft mit ihren Gliedern einer Maschine gleicht, wo die Räder und alle Teilchen wohl in einander greifen, da nur so etwas Ersprießliches dadurch geleistet werden kann, wenn alles gut funktioniert.“

45. Lbl II, 176 „Sehet, das ist Mein Verlangen, euch immer mehr zu besitzen, euch stets mehr Mein Eigen nennen zu können, und ist das auch euer Verlangen und höchstes Streben, mit Mir Eins zu werden, da kann die völlige Verschmelzung, die Einswerdung im Geiste, nicht lange unterm Wege verbleiben, denn wo der Wille Gottes auch der Menschen Wille ist, wo Gott und Mensch nach Einem Ziele streben, da kann's nur eine selige Vollendung geben!“

46. Sp 83—84 In Johannes 3, 30 heißt es: „Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen.“ Beim Lesen des Wortes sind Seele und Geist nach außen gerichtet. Es folgt die Aufnahme des Wortes in das innere Gefühlsleben. Hat es dort Wurzel gefaßt, so fängt es an zu wachsen und wird größer und größer, und der neue Gefühlsmensch bekommt keine Ruhe, als bis er das eigentliche große und heilige „Er“ in sich gefunden hat. Hat er Es gefunden, so wird er vollends in dieses „Er“ übergehen wollen.

Textgrundlage: bereitgestellte historische Ausgabe. Originalscan · PDF-Seite 33 →

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