38. Vb 5, 84 „Ein Jedes wird so geführt, daß es Gelegenheit genug findet, sein Seelenheil zu begründen; nur sind die Gelegenheiten ganz verschiedener Art, denn nur Meine große Weisheit ist es, welche dieselben leitet. Den Einen muß Ich durch Reichtum reizen, Gutes zu tun, einen Andern muß Ich durch Armut vor Verirrungen bewahren, einem ganz gesunden Menschen lege Ich oft mehr Selbstverleugnung auf, dagegen ist einem kränklichen Körper oft mehr Zeit geboten, Mich im stillen zu finden, und so fort.“
39. Vb 4, 44 „Gleichwie zur Ausreifung der Früchte große Sonnenhitze gehört, ebenso muß das geistige Wachstum durch’s Kreuz befördert werden. Doch ist dasselbe ganz verschieden, es besteht teils aus sichtbarem, teils aus innerem Kummer, bei Manchen tritt das Kreuz mehr in der Jugend, bei Manchen erst im Alter ein.“ Es sind das Liebeanordnungen des Vaters, und als solche sollen wir sie mit Ruhe und Vertrauen hinnehmen und genauer untersuchen, warum oft eine Lage sich ganz gegen das eigene Gutdünken gestaltet!
40. Vb 3, 80 (Neudruck 81—82) „Mein Reich ist im Anfang in einer Seele sehr klein und verdeckt und wird erst durch die Liebe zu Mir immer größer. Damit aber diese Liebe nicht abnimmt, wie etwa durch die Befriedigung äußerer glücklicher Verhältnisse, deren es vielerlei gibt, wie z. B. einen treuen Freund, auf den man sich sicher verlassen kann, oder Reichtum, der vor Sorgen schützt, oder großes Ansehen, das wohl einen blendenden Wirkungskreis uns bietet, aber wobei oft nichts für Mich erzielt wird als Heuchelei, so benutze Ich alle diese Verhältnisse nur zur Gegenwehr und lege oft vielerlei Kreuz in sie, welches Meinen wahren Kindern das Mangelhafte solcher Nebengötter klar macht.“
41. Lbl III, 122 „Ich will mit dir sein in all den Prüfungen, die du um deiner selbst willen durchzumachen hast, damit das geistige Leben in dir frei werde, und du Mich in Meiner vollen Vaterliebe aufzunehmen fähig wirst; dann erst wird es dir wie Schuppen von den Augen fallen, dann erst wirst du Meine Liebe begreifen und einsehen, warum Ich dich gerade so und nicht anders führen konnte, damit du das wahre ewige Ziel erreichst.“
42. Lbl III, 241 „Bei Jedem von euch bin Ich Selbst eingekehrt mit dem Zeichen des Kreuzes, um euch zu erwecken aus dem tiefen Schlafe, denn Ich kann nur wachen Herzen und geistgeweckten Seelen Mein Wort verkündigen.“ Ohne Aneiferung von außen wird die menschliche Natur „leicht lau und träge, was sofort einen Rückgang im Geistigen zur Folge hat . . . Alle die Widerwärtigkeiten, die mancherlei Kämpfe und Anfechtungen sind lauter Gnadenbezeugungen und Liebesbeweise von Mir, eurem Vater. Glaubet Mir doch, daß Ich euch am besten kenne und darum auch am sichersten das treffe bei Jedem, was ihm am heilsamsten und dienlichsten ist. Ich führe euch Alle, die ihr Mir folgen wollet, so sicher, ja ihr dürfet gewiß sein, daß kein Haar von eurem Haupte fällt ohne Meinen Willen. Deshalb gebt Mir immer mehr Raum, d. h. werdet immer eigenwillenloser, dann kann Ich wahrhaft wirken in euch und durch euch! . . . Sehet die Liebe Gottes sich vor euch erniedrigen, vor euch klein sich machen, um durch das tiefe Tal der Demut das Höchste zu erreichen, die Erlösung einer ganzen Welt!“
43. Ev 3, 168, 4)—10) Der Mensch muß sich stets in einem Kampf befinden, weil er sonst einschliefe, sein Leben muß stets neue Gelegenheiten bekommen, sich zu üben und zu stärken, um seine Vollendung zu erreichen. „Darum muß Not und Elend unter den Menschen sein und Schmerz und Leid, auf daß der Mensch nicht ersterbe in einer tatenlosen Trägheit!“ So muß auch durch Not und Elend, die aus der Lüge und dem Betrug entstehen, der Mensch die Notwendigkeit der Wahrheit tief und lebendig fühlen und zu suchen anfangen, und erst die unter allerlei Beschwerden gefundene Wahrheit wird dem Menschen wahrhaft nützen. „Würde er sie aber ebenso leicht finden, wie mit dem Auge die Sonne am hellen Firmamente, so hätte sie für ihn nur zu bald keinen Wert mehr, und er würde, um sich zu zerstreuen, der Lüge nachrennen.“
44. Pr 239 „Wenn nun auch der Mensch auf seiner Lebensbahn bittere Leiden und manche Kämpfe zu erdulden hat, so darf er diese nicht als reine Folge irdischer, geselliger Verhältnisse auffassen, sondern er soll sie als eine Notwendigkeit zur Schulung für ein höheres Leben betrachten, wo zuerst die Versuchungen einer materiellen Welt überwunden werden müssen, ehe das Geistige in seiner ganzen Wichtigkeit erfaßt und verstanden werden kann. Mithin sollen Leiden und Kämpfe dem Menschen nur ein Sporn zum Vorwärtsschreiten, nicht aber ein Grund zur Enttäuschung sein. Der Kampf mit der materiellen sinnlichen Welt soll ihn zum geistigen Kinde seines ihn ewig liebenden Vater erheben!“
45. H 2, 347, 4)—5) „Je mehr wir uns der Vollendung nähern, desto mehr werden wir auch stets gewahr, daß unser Fleisch, die Welt und der Ehrgeiz unseres fleischlichen Herzens dem lebendig wach werden wollenden Geiste stets neue Steine unter die Füße legen, damit er nun wieder fallen möchte zurück in seinen ursprünglichen Todesschlaf.“
46. Vb 5, 44 Kreuz, Leiden, Verachtung und Armut dämpfen den Neid der Weltgesinnten gegenüber den Anhängern des Vaters, Der diesen Weg wählt, „wohl wissend, daß, wenn der Same im Boden liegt und bedeckt ist, die Stürme und der Regen ihm dann nützlich sind, anstatt zu schaden.“
47. Lbl I, 220 Für das Kind ist die Milch die beste Nahrung, sie bleibt es für Jedermann, aber wenn die Zähne kommen, soll festere Kost hinzutreten. Wir bitten nicht um die tägliche Milch, sondern um das tägliche Brot. So ist es auch mit der geistigen Nahrung. Die Traube reift nicht unter schattenden Wolken, „der Sonne Glut läutert das Traubenblut, das Weizenfeld legt ihr nicht an unter schattigen Bäumen, . . und nicht die Schattenfrucht ist es, die durch ihre liebliche Färbung anlockt und zum Genusse euch reizt.“
48. Lbl II, 75 Wie der Baum, wenn er gute Früchte tragen soll, der Glut der Sonne stillehalten muß, und wir nur an die gesegnete Ernte denken, „also freuen sich eure Brüder und Schwestern im Lichte, trotz ihres großen Mitgefühls für euch, da sie der herrlichen Frucht gedenken, welche ja allein nur einer Tränen- und Schmerzenssaat entspringt.“ Wenn unsere Brust schmerzt in der Gnadensonne, „so betet niemals: „Herr laß es genug sein!“, sondern betet: „Vater, ich danke Dir, daß Du mich würdigst solch großer Gnade Deiner erbarmenden Liebe, lehre Du mich, diese Gabe recht aufnehmen und zu meinem wahren Heile gestalten!““
49. Vb 3, 48 Den Frühlingsblüten droht jede Wetteränderung den Untergang. „So geht es gleichfalls den Seelen; bei jeder kleinen Abweichung in ihrem Hoffen droht ein Abfallen der Blüte, und wenn die Sommerhitze kommt, um alles auszureifen, wie viel edle Vorsätze verschwinden alsdann unter dem Einfluße der Leiden, statt festzuhalten an der Wurzel alles Lebens, durch welche die nötige Kraft zum innern Wachstum zuströmt! Der Herbst, welcher den Genuß der Früchte bietet, wird oft nicht erreicht, und ein starrer Winter folgt.“
50. Vb 3, 69 Nur im Sonnenschein erblicken die Menschen eine Wohltat Gottes, nicht aber im Hagelschlag, der schlechte Früchte vernichtet, um die Menschen vor geistiger Vergiftung zu bewahren. „Darum sollet ihr desto mehr zu Mir halten, auch in Sachen, welche euch noch rätselhaft sind, und sollet immer mehr Meine Liebe in allem herauszufinden suchen!“
51. Lbl II, 97 „Die Traube wird geerntet, in die Kelter gebracht, und so sie nicht zerquetscht wird, liefert sie dennoch keinen Wein. Daran sollet ihr stets denken, so euch die Kelter wehe tut und euer seitheriges Sein in einen gänzlich veränderten Zustand versetzt! . . . Der, so unter die Kelter gebracht ist, soll sich nicht sträuben und hin und her sinnen, wie solches zu ändern, sondern er soll Mir danken und erkennen Mein segenwirkendes Tun an ihm und Mir stillehalten, wenn auch mit Seufzen und Gebet!“
52. Lbl II, 72 „Nicht immer kann Ich euch mit Liebe ziehen, oft muß ich Traurigkeit schicken. Ich muß die Wurfschaufel gebrauchen, um die Spreu von dem Weizen zu sondern. Glaubet, Meine Kinder, daß es Mich schmerzt, wenn Ich euch wehtun muß! Oft muß Ich den Liebessamen erst daraus dreschen, dann muß Ich ihn säubern. Die Dreschflegel sind euer eigenes Fleisch, die Wurfschaufel sind die Verhältnisse und Fügungen, die Ich über euch kommen lasse. Diese Verhältnisse sind oft so gestaltet, daß ihr wohl meinet, es geschehe euch bitter Unrecht. .. Wenn ihr eure Kinder strafet, ist es doch nur Liebe, wenngleich dem Kinde diese Liebe nicht verständlich ist.“
53. Vb 3, 71 Wenn uns die nötige Hitze, welche die Gnadenstrahlen des Vaters oft ausüben, „unerträglich vorkommen, so glaubet an das Licht als an die göttliche Liebe, und haltet ruhig stille, anstatt daß ihr die Finsternis aufsucht, welche da ist: durch den Verstand eine Selbsthilfe erwählen, sowohl für euren Gemütszustand als oft für Abnahme der äußeren Heimsuchungen!“
54. Lbl II, 113 „Muß Meine Liebe aber Wege einschlagen, die dem Herzen sauer sind, so saget ihr, Ich wäre nicht gerecht, und höret oft auf den Fürsten der Finsternis und saget: „Hinaus, kreuziget Ihn!“ O ihr Kinder, ihr Törichten, erblicket ihr nicht auch Meine Liebe in der Zuchtrute? Wendet euch und kehret euren Sinn wieder zu Mir, dann will Ich euch auch wieder gesund machen und will die Wunden, die Ich schlug, heilen. Dann soll eine Auferstehung des Geistes stattfinden! Doch zuvor kreuziget euer Fleisch, denn wer nicht mit Mir stirbt, kann auch nicht mit Mir auferstehen!“
55. Vb 3, 65—66 Der Vater regiert geistig, göttlich, und wir Menschen wollen es menschlich begreifen und auslegen! „Freilich bleibt dann Meine väterliche liebevolle Führung Meinen Kindern oft lange dunkel, und ihr Fragen „Warum ist solches geschehen?“ bleibt unbeantwortet, obwohl sie da den Trost nach ihrer Meinung am nötigsten hätten. Aber, liebe Kinder, grade in solchen Lagen sollet ihr still vertrauend mit Mir verkehren in kindlicher Zuversicht, daß Ich aus Liebe nur euch regiere! Das bringt euch auf den Höhepunkt, ganz mit Mir vereint zu werden, und sichert euch Meinen vollen Vatersegen zu, und wenn euch auch oft das Schicksal, das euch betroffen, zu schwer werden will, Ich gebe euch auf der andern Seite auch die Kraft, zu tragen, und ein seliges Innewerden Meines göttlichen Einflußes, so daß oft, was ihr heute noch hart nennet, schon nach kurzer Zeit ihr selbst gut heißet. Doch den Vorhang in die Zukunft zurückschlagen wollen, das können und sollen die Menschen nicht, das hat Meine Liebe und Weisheit sich vorbehalten. Aber Meine Kinder sollen fest glauben, daß nur Gutes für sie bestimmt ist, und weil ihre Richtung geistig sein muß, so muß auch der Segen ihnen in geistiger Art zufließen! Wie könnt ihr bei Fällen, welche kein Mensch hervorrufen kann, als z. B. beim Abrufen in's Jenseits, zweifeln, daß Ich es bin, und wenn ihr das wohl wisset, wie könnet ihr noch zweifeln, daß nur Liebesanordnungen von Mir als Vater euch damit zuteil werden?“
56. Vb 6, 87 „Ihr erkennet noch lange nicht das Umfassende und die Größe dieses Namens („Vater“, d. Vf.), sonst gäbe es für euch kein Leid, keine Traurigkeit mehr auf der Erde, ihr würdet in Allem nur die weise Führung eures Vaters erblicken, der nur aus und in Liebe regiert und darum nichts zuläßt, was euch schaden kann, sondern nur stets sorgt für das, was euch geistigen Gewinn bringt. Aber es kommt dabei auf eure Gegenliebe und euer Vertrauen an. Aus Liebe zum Vater soll das Kind folgen, auch selbst da, wo es das Heilsame nicht herausfinden kann! .. Er hilft, aber nicht immer nach dem Willen des Kindes. Oft erhält das Kind vom Vater auch Aufgaben, welche schnurgerade dem eigenen Willen entgegengesetzt sind.“
57. Vb 3, 78 Die Hingabe an den Vater „verlangt unbedingtes Vertrauen zu Mir, auch wenn das Kreuztragen damit verbunden ist; oder glaubet ihr nicht von Meiner Liebe und Weisheit, daß diese euch alles in veredeltem Maße zu ersetzen wisse?“
58. Vb 5, 86 „Wohl muß Ich oft Mich schlafend stellen, um den Glauben Meiner Nachfolger zu prüfen, ihrer selbstwegen; denn gar zu gern rühmen sich dieselben mit ihrem gar großen Glauben, während er sich bei Veranlassungen, denselben zu beweisen, herausstellt, daß sie Mich eigentlich noch gar nicht kennen in Meiner Liebe und Macht.“
59. Lbl II, 269—270 Der Vater führt uns in das Meer Seiner Liebe, ganz tief, wo die Perle des Glaubens zu finden ist. Perlen bedeuten Tränen; auch die Glaubensperle fordert, um recht zu erglänzen, Trübsalstränen, geweint aus der innersten Tiefe; doch dann offenbart sich Meine Liebe am hellsten: „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten!“ Wenn ihr weinet, vergesset nicht, daß aller Kummer, alles Wehe, das euch trifft, gewogen ist. Kein Weh kann euch treffen ohne Meine weise Zulassung, es bringt euch Mir näher, . . bis ihr das Ziel, das herrliche, erreichet.“
60. Lbl II, 211 „Ich bin der rechte Arzt und Helfer aus jeglicher Not… Doch verberge Ich Mich gern vor den Meinen gerade in dem Augenblicke, wo sie am sehnlichsten Mich wünschen, zu prüfen, ob ihre Liebe standhalte, ob sie echt und wahr sei, und ob kein Zweifel mehr an Meiner Treue in ihnen aufstiege, und nichts mehr im Stande sei, ihre Zuversicht zu erschüttern .. Dann erst kann Ich euch, die Geprüften, hinaussenden als Meine Boten ohne Furcht und Bangen .. Glaube ohne Probe ist leicht und ein Kinderspiel, aber glauben und den Beweis führen, daß man glaubt, das erfordert den Mut eines Mannes.“ .. Männer des Glaubens sollen wir werden, die wir uns freiwillig zu Dienern Gottes erboten haben, zu führen die Kleinen, zu begegnen den Feinden und unter allen Umständen bei der Fahne Gottes standzuhalten! Wir sollen nicht weinen, wenn der Herr, wie der Arzt es tun muß, die Wunden, welche nicht heil werden, aufschneidet, auswäscht und verbindet, um sie zu heilen.
61. Vb 4, 28 „Der Mensch ist zu sehr geneigt, seine Führungen, seine Verfehlungen, sein Mißlingen, ehe er sich selbst genau prüft, auf die Einwirkung seiner Nebenmenschen zu schieben, er tritt oft frech genug mit einer Anklage vor Mich als den Allwissenden, anstatt mit Selbstprüfung und Reue.“
62. Lbl III, H 23, 17 „Euch stehen noch manche Kämpfe bevor, es ist unvermeidlich, daß Aergernisse kommen, doch wehe, durch welchen sie kommen, er trägt seine Strafe in sich! Daher duldet ihr, ohne Böses zu wünschen! Ihr bannet dadurch die gewaltigsten der finstern Mächte in die Tiefe, einige reget ihr an zur Umkehr, euer Fleisch und Blut kreuziget ihr. Mein Vaterfriede entschädigt euch, das innige Gefühl des Einsseins mit Mir, eurem Vater, beglückt euch.“
63. Lbl II, 35 „Danket Mir, so ihr sehet Meine Taten, die Ich vollführe zur Rettung durch Meine erbarmende Liebe, denn Jene, welche davon getroffen werden, danken Mir nicht! Ihr aber sollet beten für sie, die Ich ergreife mit Meiner erbarmenden Liebe durch allerlei Heimsuchungen, daß Ich ihnen dieselbe segnen wolle!“
64. Vb 4, 79 „Das treue Aushalten im Probeleben macht ja den Menschen erst zum wahren Kinde Gottes.“
65. Vb 7, 80 (Neudruck 84) „Wer Mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, d. h. er entsage allen Ansprüchen, die das natürliche Ich bei ihm macht, und nehme sein Kreuz auf sich täglich, weil er weiß, daß dasselbe nur auferlegt ist, um es auf Golgatha an die Todesstätte zu tragen, um dort von allem los zu werden, was nicht in's ewige Leben eingehen kann! . Wer also Mir nachfolgt, der wird gleichfalls viel Lieblosigkeit zu fühlen bekommen. Indem er in sich das Gegenteil fühlt, empfindet er selbst stärker alles, was sich nicht mit der reinen Liebe vereinen läßt, und insofern zieht Meine Nachfolge viel Kreuz nach sich, was Ich nicht abändern kann, denn es ist der Kampf zwischen dem Natürlichen und dem Geistigen.“
66. Vb 3, 63 „Fühlet ihr Meine Liebe, und wollet ihr Mich wieder lieben, so entsteht durch die Verhältnisse in euch und um euch Widerspruch und Kampf, welcher notwendig ist um eurer Selbständigkeit willen; denn sonst könnet ihr ja nicht wählen, und zu diesem Zwecke sind die vielerlei Entwicklungen und Verwicklungen nötig, so daß ihr oft meinet, durch diese gehindert zu werden, Mir näher zu kommen. Aber da stehe Ich vor der Tür, stets bereit, einzutreten, wenn der Feind gleich glaubt, er dürfe jetzt toben, wie er wolle. Ein einziger Notschrei zu Mir, und es ist geholfen!“
67. Lbl I, 226 Wenn wir nicht mehr sehen, wo es hinaus will, und wir dann anfangen, zu sorgen, wie wir das allein abändern können, dann lassen wir die Hand des Vaters los und bereiten uns eine Niederlage im Gottvertrauen.
68. Lbl II, 183 Das Lastentragen ist „Erlösung vom Fleisch, denn ein sorgenfreies Leben verkittet euch mit dem Fleisch. Darum muß Ich dann wieder Sorge schicken, die euch wieder trennet vom Fleisch und dessen Behaglichkeitsgelüsten, die die Seele vergiften. Die Sorge müsset ihr betrachten wie einen treuen Freund und Begleiter. Uebergebet ihr diesen Freund Mir, so ist euch wohl geholfen, denn ihr seid der Sorge ledig, und für Mich gibt es keine Sorgen, Ich aber besitze dann euer Vertrauen.“
69. Lbl II, 81 „Werfet alle eure Sorge auf Mich! Was traget ihr das Joch der Sorge auf euren Nacken und seid doch frei?! Ich rufe euch abermals zu, daß ihr die Schlinge Satans erkennen möchtet und sie von euch werfet und das Kreuz der Selbstverleugnung willig auf euch nehmet und Mir nachfolget zum Siege!“
70. Lbl II, 99 „Wenn Ich euch in Verhältnisse eintreten lasse, wo ihr euch keinen Rat mehr wisset, und Andere euch auch nicht mehr helfen können, so merket, daß Ich euer Lebensschifflein auf die hohe See geführt habe, damit ihr, entfernt vom sicheren Hafen, mit Sturm und Wellen kämpfen lernet! Dann soll eure Seele danken, statt zagen, daß Ich euch würdig erachtet, eine Probefahrt machen zu dürfen; bittet Mich nur, daß Ich das Steuer ergreife, und schauet Mir zu, wie Ich euer Lebensschiff durch Sturm und Wogen führe!“
71. Lbl II, 188 „Ich lege euch nie mehr auf, als ihr tragen könnet. Und so Ich euch etwas zu tragen auferlege, so gebe Ich euch auch die Kraft dazu . . . Ich habe es euch ja Allen verheißen, daß ihr mit Mir Alles überwinden könnet und sollet! Ihr Alle stehet in Meinem Schutze.“
72. Adv 98 „Also sollet auch ihr ausrufen können: Nichts trennt uns mehr von der Liebe zum Heiligen Vater, unserem Gott, Herrn und Meister; alles, was mir begegnet, sind Triebfedern, mich näher an Ihn zu fesseln. Seine verborgene Macht ist es, die jedes Vorkommnis auf meinem Lebensgang in Segen zu verwandeln weiß!“
73. Ev 8, 140, 1)—11) Raphael sagt: „Der Mensch, dessen Leben und Alles von Gott abhängt, soll Gottes Ordnungen und Fügungen, so er Gott einmal erkannt, allzeit lobend und preisend anerkennen und nicht darüber murren und hadern! Denn Gott der Herr weiß es stets und ewig sicher am allerbesten, warum er auf einem Erdkörper bald dieses, bald jenes in die Erscheinung treten läßt … Alles, was auf der Erde, im Monde, in der Sonne und in allen Sternen geschieht, das geschieht zum alleinigen Besten der Menschen, denn im Menschen liegt der Grund und Zweck aller Schöpfung im endlosen Raume. Wenn ein Mensch also denkt und fühlt, so wird er auch in allen Zuständen seines diesirdischen Freiheits⸗, Bildungs⸗ und Probelebens Ruhe finden und haben, und Gott wird ihn erretten aus jeder Not und wird ihn finden lassen den Weg des wahren Lebens, den Weg des Lichtes und aller Wahrheit. Aber wer da ungeduldig wird und über dies oder jenes, das er doch nicht ändern kann, murrt und oft sogar in seinem gemeinen Grimm Lästerungen über die ihm widrig vorkommenden Erscheinungen in dieser Welt denkt und offen ausspricht, der eignet sich die Liebe Gottes nicht an, sondern entfernt sich nur mehr und mehr von ihr, und das gibt keinem Menschen weder eine irdische und noch weniger eine jenseitige Ruhe und Glückseligkeit. Denn alles geschieht ja nur durch die Liebe Gottes, wie schon gesagt, zum wahren Wohle der Menschen. Erkennt der Mensch das dankbar in seinem Gemüte an, so nähert er sich auch stets der Liebe und der Ordnung Gottes und geht dann bald und leicht ganz in dieselbe über und wird dadurch selbst weise und mächtig. Tut er aber das Gegenteil, so wird er denn auch stets dümmer und in allem schwächer und machtloser . . . Wer sich über die Schädlichkeit der Dinge und Einrichtungen in dieser Naturwelt ärgert und dabei gegen die Weisheit und Macht Gottes zu Felde zieht, der ärgert sich offenbar auch über Gott und verhöhnt Dessen Liebe und Weisheit.“
74. Lbl II, 43 Wir sind oft unzufrieden, „anstatt zu tragen, was Ich euch schicke, und Mir zu danken für alles, zumeist aber für die Trübsal; denn wenn Trübsal über euch kommt, so ist es eures Heiles wegen, und das ist wohl des Dankes wert!“
75. Lbl II, 248 „Das Endresultat von aller herb durchkämpften Schule ist doch nur Meine Liebe.“ Bei allen Lebenswendungen tritt auch das zum Besten Führende hervor. „Wäre sich der Mensch dessen immer klar bewußt, so wäre lange nicht so viel Kummer und Elend unter den Menschen anzutreffen:“ jeder Kummer würde bedeutend verkürzt werden. Durch Anerkennung des Willens Gottes sollen wir den eignen so regeln, daß in allen Vorkommnissen nur Gottes Liebe erkannt wird!
76. Lbl III H 21, 14 Des Vaters Joch ist sanft, wir tragen viel zu schwer, weil wir Ihm nicht folgen.
77. Ev 3, 120, 5)—9) „Mein Joch ist sanft und Meine Bürde leicht; aber dann und wann so ein kleines Zugewicht wird dir ewig keinen Schaden bringen, sondern nur einen großen Nutzen für Seele und Geist, um alles, was Welt heißt, aus sich hinausschaffen . . . Wenn dennoch etwas über dich dann und wann kommen wird, dann denke, daß Ich es bin, Der dir eine solche Stärkung zukommen läßt! Denn je mehr Ich einen Menschen liebe, desto mehr auch wird er versucht von Mir, denn ein Jeder soll Mir gleich vollkommen werden, dazu aber wird viel Selbstverleugnung, Geduld, Sanftmut und Ergebung erfordert.“
78. H 2, 26, 13)—25) Wir sollen uns nicht besondere Lasten ausbitten, sondern bitten, uns nicht in Versuchung zu führen, und getreu in dem verbleiben, wohin wir gestellt sind!
79. Lbl I, 41 „Ich habe den Kelch des bittern Leidens bis zur Neige geleert und das Kreuz auf die höchste Höhe im menschlichen Leben getragen… Ich könnte dich wohl heben im Augenblicke über alle irdischen Sorgen, aber glaube es Mir, das würde dir nur sehr viel schaden und dich für unberechenbare Zeit Mir entfremden … Du hättest oft große und bittere Leiden, und Ich ein Kind lange, lange nicht in Meinem Hause.“
80. Lbl III, 273—274 „Nur nach dem Maß eurer geistigen Reife kann Ich euch diese oder jene Beschwerde abnehmen oder auch diese oder jene Gabe, nach welcher ihr besonders Verlangen habet, verleihen.“ Die mancherlei körperlichen Gebrechen und Leiden der Seele tragen dazu bei, „den Geist wach zu erhalten, und dieses Wachbleiben ist ein Hauptförderungsmittel zur Erreichung einer gesunden Seele sowie zur Reifwerdung des Geistes.“ Deswegen sollen wir das Kreuz mutig tragen, der Vater „legt uns nur soviel auf, als es zum Heil unserer Seele nützlich ist; Er hilft wunderbar durch, Er reicht uns das Kreuz, „nicht um euch damit zu demütigen, sondern um euch dadurch zu erhöhen.“
81. Vb 5, 20 Der Reiche hat nicht weniger Gelegenheit, Gott zu finden, als der Arme. „Der Reiche hat oft mehr äußerlichen Hochmut, der weniger gefährlich ist, als oft bei Armen der geistige Dünkel auf ihr Kreuz . . . Meine Liebe wende Ich allen Menschen zu, also auch denen, die weniger äußeres Kreuz zu tragen haben und dafür mehr im Innern sich mit Mir beschäftigen.“
82. Ev 2, 127, 13) „Solch reinste Herzen, wie das Deine ist, neckt Gott nimmer, sondern nur solche, die Gott zwar sehr lieben, aber dabei dennoch auch mit der Welt dann und wann liebäugeln. Solchen treibt dann Gott durch allerlei Neckereien die Weltliebe aus dem Herzen, auf daß sie vollends reinen Herzens werden.“
83. Lbl III, 137 „Klage nicht über den Kampf, denn wo kein Kampf, da ist kein Sieg! Nur wer völlig mit Mir verbunden, mit Mir Eins ist und also den Lauf vollendete, der hat keinen Kampf und Streit mehr zu erwarten, für den hat selbst der Tod seinen Stachel verloren. Wer aber noch im Fleische wandelt, der wandelt im Tode und nicht im Leben, und wer vom Tode in's Leben übergehen will, der muß sterben zuvor, und dieses Sterben ist der Kampf, dem du entrinnen möchtest, den Ich dir aber nicht ersparen kann, wenn du Mein werden willst. Willst du Mir folgen, so mußt du dein Kreuz auf dich nehmen und also Mir nachkommen. Es geht kein andrer Weg zum Leben als der des Kreuzes, und wenn du das recht überdenkest, dann wirst du dich an deinem Platze fühlen und nicht meinen, du seiest Mir ferner statt näher gekommen. Je näher Ich dir komme, je näher bist du Meinem Kreuze, und je näher du Mir kommst, desto mehr wirst du zu kämpfen bekommen. Bin Ich dir aber nahe, dann ist dir auch sicher der Sieg! Darum sollst du auch nicht trauern, sondern fröhlich sein in Mir, deinem Herrn, denn Ich bin es, Der dich führt und dich leitet dahin, wohin dein Sehnen steht!“
Textgrundlage: bereitgestellte historische Ausgabe. Originalscan · PDF-Seite 8 →
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