(Rus den Heu-Salems- Schriften).
1 I. 106—107 „Das Herz ist des Menschen eigentliches Haus. Da gehet alles bei ihm aus und ein. Dort liegt das höchste Himmlische verborgen, gewissermaßen schlummernd, harrend der Erweckung durch die Tätigkeit, die ausgehen muß aus der Aufnahme der Lehre Christi, die dann den Geist nährt und ihn zu einer freien Selbsttätigkeit und Erkenntnis bringt .. Gott als Vater hat auch einen Funken der Liebe aus Sich Selbst in euer Herz gelegt, damit ihr durch diesen Funken das Erzböse in euch besiegen könnet .. Gebet recht Acht auf euer kleines Herz, spielet ja nicht damit, denn es ist ein unauslöschliches Feuer darinnen verborgen, welches entweder wohltuend erwärmend sich äußern, aber auch ohne Gnade schonungslos verwüsten und zerstören kann!“ 2 bl l, 174 „Ihr wisset nicht, wieviel Zündstoff in einem Menschenherzen liegt, die ganze Hölle ist darin Haschlessen in ihrem geistigen Keime, so wie der ganze immel.“ 3 Lbl Il, 207-208 „Das unscheinbare stille Wirken der Demut macht das Herz stille und genügsam. Und das eigene Herz besiegen mit den Waffen der Liebe und Demut gilt weit mehr vor Mir als die größte Tat, durch Meine Macht vollbracht.“
4 Vb 8, 6 „Heutzutage wird alles gesetzlich getan, gelehrt, regiert, und das Gesetz gepflegt, bermehrt und verbessert. Alles, alles ruht nun auf dem Gesetze, auch bessere Zeiten el das Gesetz bringen, d. h. im Materiellen. Aber die Liebe, ohne welche nichts bestehen kann, was Ruhe und Frieden in's Horz bringt und somit das Glück des Menschen ausmacht, diese muß still verborgen walten, um doch noch dem Verderben zu steuern, welches alles aufzulösen droht.“
5 Vb I, 75 „Verschließet die Tür eures eignen Herzens gut gegen alle Leidenschaften, welche Boten des Satans sind, und er wird euch meiden lernen und nicht zu äußerem Kampf verlocken!“ 6 Lbl Ill, 219 „Laß dein Herz erwärmen trotz der Winterkälte des Leben! Laß es erglühen trotz der Eisesströme, die die Welt drauf sucht zu gießen, laß es erblühen Mir in jungfräulicher Schöne trotz deines Alters, denn die Ewigkeit gilt auch für dein Herz, es bleibt in Meiner Liebe ewig jung! O Kind, komm her an's Vaterherz! Vergiß die Lebenssorgen, und sorge für das Eine nur, für deiner Liebe Innigkeit zu Mir, zu deinem Himmelsvater!“
7 Ev 2, 75, 5)—7) „Darin eben liegt das große Geheimnis der Selbstgestaltung des Menschen. Alles kann Ich einem Menschen tun, und er bleibt ein Mensch; aber das Herz ist sein eigen, das er vollkommen selbst bearbeiten muß, so er das ewige Leben sich selbst bereiten will. Denn würde Ich Selbst zuerst die Feile an des Menschen Herz legen, so würde der Mensch zur Maschine und gelangte nie zur freien Selbstständigkeit. Wenn aber der Mensch die Lehre bekommt, was er zu tun hat, um sein Herz für Gott zu bilden, so muß er diese auch frei befolgen und sein Herz nach ihr bilden. Hat er sein Herz darnach gebildet und es gereinigt und gefegt, sodann erst ziehe Ich im Geiste in dasselbe und nehme Wohnung darin, und der ganze Mensch ist dann im Geiste wieder- eboren … Du mußt daher die Hand an die Bearbeitung eines Herzens legen, sonst bist du verloren.“
8 Ev 4, 105, 5) „Arbeitet ihr recht, und gebricht es euch irgend an der nötigen Kraft, so wisset ihr nun schon, daß Ich euch damit alle Zeit ausrüsten werde, so ihr Mich darum angehen werdet in euren Herzen, und ihr werdet dann mit erneuter Kraft gut arbeiten haben. Aber für euch arbeiten kann und darf Ich ewig nicht.“ 9 Lbl Ill, H 24/25, 6—7 „Nur im Herz-Innersten ist der Ort, von wo aus Ich mit sicherem Vorgehen die gefühle des Menschen, die sich immer zur Tat regen, dar erden im Stande bin, ohne dadurch des Menschen freien Willen auch nur im geringsten einzuschränken . Ist der Eingang des Herz-Innersten für Mich ei, . so wird der Sieg doch immer dem gehören, der sein Innerstes in der Reinheit zu bewahren sucht.“
Eu 4, 21, 9) „Ich erkenne die Menschen alle und 1a weiß, was da alles in ihrem Herzen vorgeht. Zudem geht auch nur von Mir die Lenkung der Gefühle im Herzen aus. Wo es nötig ist, da weiß Ich, was Ich zu tun habe.“
10 Ev 3, 193, 13)—1% Jesus sagt zu Cyrenius, der äußert, die eben gegebene wichtige Lehre sollte aufgeschrieben werden: „Es nützt jede derartige Aufzeichnung zum Leben nur so viel als ein toter Wegweiser dem Wanderer auf den vielen Straßen und Irrgängen be Welt. Das aber, was Jedermann helfen kann und ihm geben Weisheit, Kraft und Liebe, wird einem jeden Menschen in bein Herz geschrieben, und das auf eine ganz unvertilgbare Weise, so, daß diese Schritte des ewigen Lebensrechtes und seiner inund ausseitigen Beziehungen bei jeder der göttlichen Ordnun selbst zuwiderlaufenden Handlung im Menschenherz von laut verlesen wird, die Seele mahnend,- zurückzukehren in die ursprüngliche gsttliche Ordnung! Wird der Mensch dieser inneren Stimme folgen, so wird er sogleich auf dem rechten Wege sein; wird er sich aber nicht darnach kehren, sondern tun nach der tobenden Leidenschaft seines Fleisches, so wird er sich dann nur selbst zuzuschreiben haben, so er vom eigenen Gerichte in sich verschlungen wird.“ (S. auch „Wegweiser“ Teil ! „Das Gewissen“, d. Vf.)
Ey 4 167, 9)—10) „Ein heiteres und munteres
Herz ist mir angenehmer um vieles denn ein betrübtes, trauriges, klagendes, murrrendes, mit allem unzufriedenes, dadurch undankbares und sicher wenig Liebe in sich fassendes; denn in einem heiteren Herzen wohnt Liebe, gute Hoffnung und ungezweifelte Zuversicht. Kommt ein aus einem gewichtigen Grunde Trauernder zu einem Heiteren und Fröhlichen, so wird er bald heiter mitgestimmt, seine Seele fängt an, sich freier zu bewegen, und des Geistes Licht kann die ruhige Seele leichter durchleuchten, während eine traurige Seele ordentlich zusammenschrumpft und am Ende ganz iger und mürrisch wird. Ich meine, unter der Heiterkeit und Munterkeit des Herzens werdet ihr wohl keine ausgelassene, unlautere und unsittliche Spaßmacherei verstehen, denn dergleichen bleibe fern von euch, sondern jene Heiterkeit und Munterkeit, die eines ehrbaren und kerngesunden Ehepaars Herz erfüllt, oder die Gott ergebene Menschen nach guten und Gott wohlgefälligen Handlungen empfinden.“
12 H 2, 242, 15) —20) „Saget nun selbst, was da wohl höher stehet bei Mir, entweder ein ängstliches, oder ein in Meinem Namen überfröhliches Herz?! Ich sage euch aber: Wenn schon die Tränen der Reue gerecht und Mir wohlgefällig sind, so stehen aber doch die Tränen der Freude in Meinem Vatersnamen um so vieles höher, als da die Sonne stehet über der Erde am hohen Mittage. Denn die Tränen der Reue besagen, daß da Jemand gewahr worden ist seines großen Liebeund Treueabstandes von Mir und wird dann wieder von der Sehnsucht beseelt, wieder zu Mir, dem Vater, zurückzukehren. Die Freudentränen aber sind dagegen doch sicher ein Zeichen des vollen Wiederfindens, wo sich der Sohn freuet, darum er den Vater gefunden, der Vater aber, darum Er den Sohn wiedergefunden hat!. Ihr wisset nun, .. daß Mir der Fröhliche aus gutem Grunde um vieles angenehmer ist denn Einer, der da ängstlich trauert, wenn auch aus einem guten Glauben. Daher auch sollet ihr allezeit einen Betrübten trösten, aber mit dem Fröhlichen sollet ihr auch fröhlich sein von ganzem Herzen!“ 13 l 280, ) —17) „Nur 3 Tränen habe Ich in das Auge des Menschen gelegt, und diese sind: die Freudenträne, die Mitleidsträne und die Träne, die der Schmerz erpreßt.“ Früchte des eignen Grundes sind die Tränen der Trauer, der Reue und des Zornes. Die der Trauer entstammt einem beleidigten Gemüte und verlangt Ersatz. Kommt dieser nicht, se umwandelt sich ein solch Gemüt leicht in einen geheimen Zorn und endlich in ein Rachegefühl.“ Die Reueträne kommt erst dann nach der Sünde, wenn dieser die Züchtigung folgt, sodaß sie in erster Linie eine Träne über diese ist. Au diese Träne bessert das Herz nicht, „denn der Mensch flieht dann die Sünde nicht aus Liebe zu Mir, sondern aus Furcht vor der Strafe, und siehe, das ist ärger denn die Sünde selbst.“ Die Zornträne ist „ein Quellwasser aus dem Fundamente der Hölle.“ 1 * RBl Il, 278 Die Reue aus Furcht vor Strafe hat keinen Wert, sie muß der Liebe zu Gott entstammen.
15 H 1, 209, 21) — 25) So du Mich liebst, so verbindest du dich wieder mit Mir, und deines Lebens wird nimmer ein Ende sein. Unterlässest du aber solches / so trennest du dich vom Leben, auch werde Ich darum ewig nicht aufhören, dein richtender Gott zu sein; und wirst du auch von Meinem Leben getrennet fallen, den ewigen Raum Meiner Zorntiefe entlang, wahrlich, nicht außer Mir wird dein ewiger Fall sein: Mich, deinen Gott, wirst du nie verlieren, aber deinen liebevollsten, besten, heiligen Vater und mit Ihm ein ewiges, freies, wonnevollstes Leben, siehe, das wirst du verlieren.“ 16 Lbl II, 62—63 0 bie Herz drängt uns, den Weg zur Wiedergeburt durch die Liebekraft zu beschreiten, aber der Verstand berechnet die Vorteile und Nachteile, die dabei erwachsen. 17 L Gh 200 „Folge Meinen Lehren und Worten, und du wirst, nicht mit dem Verstande, wohl aber mit dem Herzen, aus der ganzen dich umgebenden Natur herauslesen und erkennen, daß es der Vater ist, Der aus allen Produkten und aus allen Winkeln deines Herzens dir zuruft: „Es gibt nur Einen Gott, Einen Schöpfer und Einen Herrn, aber auch nur Einen Vater!“
18 Eu 4, 178, 11) „Ihr müsset Meine Worte tiefer in's Herz fassen, so werden sie dann eurem Gedächtnis nicht gar zu leicht untreu werden; denn alles, was einmal das Herz lebendig erfaßt hat, das bleibt dann sicher auch in der Erinnerung fest sitzen, und ihr habt es bei tauglicher Gelegenheit gut hervorzunehmen. Wollt ihr euch aber das von Mir Gesagte allein im Gedächtnis merken, so werdet ihr es zum größten Teile in einem Jahre wenigstens hundert Mal bergessen, denn im Alter ist das Gedächtnis nicht mehr so saftig als in der Jugendzeit. Was aber das Herz einmal ergriffen hat, das ist in's Leben übergegangen und bleibt für ewig.“
192 Ev 3, 242, 1)—243, 10) „Wissen ist was anderes, und fühlen auch was ganz anderes; 10 Wissen kann man selbst durch den trockensten Fleiß gelangen und zur Weltklugheit durch Erfahrungen, aber zum wahren Fühlen gehört mehr als viel lernen und erfahren. / Viel wissen macht das menschliche Herz nicht fühlen und allzeit recht wollen, und die Erfahrung kann uns im Schlechten wie im Guten klug machen; nur ein rechtes Gefühl belebt alles, ordnet alles und gibt Ruhe und Seligkeit. Darum sollte da schon bei der anfänglichen Bildung des Menschen zum wahren Menschen vor allem auf sein Herz gesehen werden!. . . Des Menschenverstandes Wissen, Glauben und Handeln ist eine eitle Träumerei, und ist kein Lebensnutz darin. Alles muß der Mensch sich zum Herzen nehmen, in dem das Leben weilet; was er in's Herz legt, das wird aufgehen und die verheißenen Früchte tragen.“
10 RI J, 311-312 „Recht so, wenn wir tun, wie es der Herr will, da werden wir nie irregehen; aber mit unserm eigenen Verstande und mit unsern Einsichten sind wir am allerdürresten Holzwege, auf dem man höchstens in eine Köhlerhütte gelangen kann. Wo der Mensch überhaupt seinem kalten Verstande folgt, da kommt er auch gewöhnlich auf's Eis, wo es bekanntermaßen mit dem Feststehen einen sehr bedeutenden Faden hat; nur wo gehet, der da Wir ist sch das dem grüne lebendigen Gras nicht Rate ferne, seines und Herzens er kommt. nachauf eine lebendige Hoffnung.“ Welchen Wust von Regeln und Gesetzen bringt der Verstand zu Wege! „Nehmen wir alle die großen und nützlichen Produkte der Menschen auf der Erde, als z. B. große Meister in den schönen Künsten, als etwa in der Musit, Poesie und Malerei. Alle die Großmeister in diesen Künsten waren Schüler ihrer Herzen, ihres Gemütes, und ihre Werke stehen groß und unerreichbar vor den halbblinden Augen der aus lauter Verstand zusammengesetzten Nachwelt, die sich die durch Mühe nimmt, die großen Werke eines freien Herzens urch tausend Regeln und Gesetzen zu erörtern, von denen den Großmeistern bei der Schöpfung ihrer unerreichbaren Werke sicher nie etwas geträumt ich Fraget aber, ob je ein solcher nachhinkender Regelschmied etwas Geniales, Freies und Lebensduftiges zuwege gebracht hat! Sind solcher Regelfabrikanten Werke nicht stets so trocken und steif wie die Spitze des Dschimborasso, un so kalt und leblos wie der Nordoder Südpol der Erde?. Die Werke des Verstandes kommen mir gerade so vor wie die Fossilien; da haben wir eine Mumie, einen versteinerten Fisch, Krebse, ein versteinertes Holz, ein Farrenkraut u. a. m., aber welch ein Unterschied zwischen den leblosen Fossilien und der lebendigen Wirklichkeit?! Welch eine verzerrte und zerkrüppelte Steife in der Form selbst, und welch eine schauderhafte Leblosigkeit! Daher hinweg nun mit all dem, was nur einigermaßen vom Verstande in uns herrührt, denn an allen Werken des ledigen Verstandes liegt der Fluch, während die geringsten Werke des Herzens in einem endlos großen Werte find für alles, was da amtet und lebet! Ein bloßer Verstandesmensch ist ein echter Totengräber. Sein Verstand, als ein Konglomerat von tausend Regeln und Gesetzen, ist der Spaten in seiner Hand, mit dem der tolle Totengräber einen Schacht in die vom lebendigen Golde strotzenden Tiefen des Herzens schlagen will. Aber seine Mühe 10 eitel, und fruchtlos seine Arbeit / denn das lebendige Gol bleibt nicht haften am plumpen Spaten, wohl aber taubes Gestein und Schlacken, aus dem kein echter Lebenschemiker auch nur einen kleinsten Tropfen echten Goldes bekommt.“
20 Eu 3, 182, 18)—22) „Was die Seele aufbewahrt in ihrem Gehirn-Palaste, das stirbt und vergeht mit dem Gehirn mit der Zeit; welchen Nutzen mag dann der Geist schöpsen aus dem, 6 be er e ist und aufgehört hat, zu sein ?! Enttbickelst da aber solches aus deinem Herzen. so bleibt es dann auch für ewig in dem, der selbst ewig ist, nämlich in deinem Geiste, und durch ihn auch ebenso für ewig in deiner Seele; aber was das Gehirn faßt, das vergeht, und bleibt nichts von all dem diele „Weltwissen in der Seele, wenn sie dereinst en Leib verlassen hat Darum müsset ihr Alle von nun an alles in's Herz aufnehmen und alles auch im Herzen entwickeln und entfalten; denn was das Gehirn schafft, das taugt allein für's vergängliche Leben dieser Welt und für den sterblichen Leib! .. Der irdische Gehirnverstand kann deshalb unmöglich je etwas rein Geistiges aufnehmen und fassen, weil er dem Menschen nur zur nötigen Versorgung seines Leibes gegeben ist. Solches kann nur der göttliche Geist im Herzen allein; er muß daher schon von früh an geübt werden.“
21 Dr 24 „Frage nicht den Kopß wenn das dir nicht antworten will! Wenn du von letzterem keine Antwort erhältst, so ist das ein Zeichen, daß es keine genügende gibt, welche dir deine Zweifel aufklären könnte, d. h. so, wie du es wünschest. Verschließe dich aber in dein Inneres, dort wird dir eher Bescheid werden als bei all dem Verkehr mit gelehrt sich dünkenden Personen!“ Ev 3, 78, 1)—6) Die Vernunft ist dem Gefühle gegeben zum ursprünglichen Regulator seiner Gefühle, zu deren möglichster Veredlung. Sind die Gefühle zu einer gewissen Reife gelangt, so müssen sie der äußeren Vernunftpflege reife aus sic selbst enthoben herausgebracht und zu einer werden. höheren Wir Lebenssollen, wenn wir mit der Vernunft nichts weiteres mehr erreichen können, die äußere Vernunft über Bord werfen und uns dann unseren reif gewordenen Gefühlen zur weiteren Lebensleitung überlassen! 28 I. h 188—195 Denken und fühlen sind weit von einander unterschieden. Mit den Sinnen fühlt der Mensch die Eindrücke der Natur, mit dem Gefühlsvermögen nimmt er die Ein uf einer geistigen Natur wahr, 1 das Gewissen, so die Musik, die sich nicht denken läßt. Der Verstand gehört zur Beurteilung von Weltdingen, aber die Schöpfung, ihr: „warum so und nicht anders?“ können wir damit nicht ergründen. Mit dem Gefühl können wir es ahnen, aber nicht begreifen. Nur wenn sich der Herr in's Mittel legt, wird uns etwas Licht gegeben. Bei der Erziehung wird das Gemüt, das Herz, fast ganz vernachlässigt, der Weltverstand allein ausgebildet, daher so viele Schlechtigkeit, und deshalb muß Gott Elend und Unglück zulassen, um das Gefühl wieder zu wecken. Der Verstand ist kalt, das Gefühl erwärmt. Ein liebendes Gemüt sieht nur Liebe, wo ein erbittertes Haß und Zwietracht findet. „Gebrauche deinen Verstand für deine weltliche Laufbahn, laß aber auch hier den Verstand durch Liebe begleitet sein!“ 24 Lol Ii, H 23, 17 „Der Antichrist wurzelt nur dann im Herzen, wenn dieses der Diener, aber nicht, wenn es der Freund des Verstandes ist. Das aber, was der Verstand klügelt, eifert, anund abstößt, ist und bleibt dir ganz unbenommen und schadet deinem Verhältnis zu Mir nichts, wenn du in Gedanken an Mich rein im Wollen und im Vollbringen bleibst. .. Beide, Verstand und Herz, sollen harmenisch wirken! Nicht der Irrtum der Verstandes-Sphäre ist Sünde, sie ist es nur dann, wenn diese im VBösen das Herz bezwingt Lasse Angst, Zweifel, Mißmut und Täuschung kommen, das alles wird dir nichts anhaben, denn Mein Rat, Meine Führung und Hulfe steht dir auch in schwerer Stunde zur Seite!“
25 Ev 4, 24. 2) Raphael sagt zu seiner Schülerin Jarah: „Eben also ist auch des Menschenherz ein war kleines Gärtchen; wenn man es aber nach der ehre aus dem Munde des Herrn recht fleißig bearbeitet und keine Muhe scheuet, alles, was man da vernommen hat, in die Tat zu verkehren, so wird man auch eh'st so viel alles Segens und aller Gnade aus den Himmeln im eignen Herzen besitzen, daß man am Ende für Seele und Geist schon ganz aus eignen Mitteln wird leben können und nicht stets unseres Engels-] Rates und unserer guten Geister-] Hülfe benötigen wird.“
28 Ey 2, 30, 5)—6) „Ein Wort, das dir ein Engel in dein Herz legt, ist für deine Seele heilsamer als tausend Worte durch das Ohr von außen her vernommen. Denn was du im Herzen vernimmst, ist schon dein Ei entum, was du aber von außen her vernimmst, das mußt du dir erst zu eigen machen durch die Tat nach den vernommenen Worten. Denn hast du das Wort im Herzen und sündigst deinem Außenwesen nach dennoch von Zeit zu Zeit, ist dein Herz dabei nicht einstimmig 5 zwingt dich sobald b zur Erkenntnis der Sünde und eue über dieselbe, und du bist schon dadurch kein Sünder mehr. Hast du aber das Wort im Herzen nicht, sondern nur im Gehirn, durch's Ohr dahin dra und sündigest. so sündigt das leere Herz mit und zwingt dich weder zur Erkenntnis noch zur Reue der Sünde, und die Sünde bleibt in dir, und du machst dich schuldig vor Gott und den Menschen.“
27 Pf 31 „Lernet recht genau auf Meine Stimme in eurem Herzen aufmerken, ihr werdet sie nach und nach immer deutlicher verspüren, und es wird euch dann ein leichtes sein, zu bekennen den Willen eures Vaters!“ 25 Ev 3, 184, 6)—11) „Darum suchet 85 Alle nur im Herzen die Weisheit und die rechte Offenbarung aus Mir, so werdet ihr sie leicht begreifen und für euer ganzes Leben und für ewig behalten!“ Petrus sagt, es gelänge ihm nicht, mit dem Herzen zu denken, dann und wann fühle er Worte im Herzen, aber nicht eigentliche Gedanken, es komme ihm aber so vor, als würden diese erst im Gehirn gedacht. Jesus antwortet: „Das ist ein Anfang; übet euch darin, so werdet ihr bald dahin gelangen, im Herzen der tiefsten und freiesten Gedanken fähig zu sein!“
29 Ev 6, 79, 8) „Gedanken, so klar wie rein ausgesprochene Worte, wirst du in deinem Herzen empfinden und sie dann leicht aussprechen im Munde. Darin liegt das Geheimnis Gottes im Menschenherzen.“
30 Vb I, 84 „Euch soll aber der Verkehr im Herzen mit Mir das größte Gnadengeschenk sein; daher kommet in allem zu Mir, und ihr werdet, je mehr Vertrauen ihr habt, desto deutlicher Meine Sprache erkennen! Klopfet an, so wird euch aufgetan, nicht das Vaterherz, das für euch immer offen eh sondern euer eigen Herz, damit eine höhere Erkenntnis einströmen kann!“ Wir finden unsere Bürde leichter in dem Bewußtsein: „Mein Vater .. gibt Mir Kraft zur Ausdauer, wenn ich will, wie Er will, Er spricht deutlich mit Mir darüber, sobald ich auf Seine Stimme mehr Acht habe.“
31 Vb I, 75—76 Das verschiedenartige Suchen, in der Natur, in Büchern, bei verschiedenen Gemeinschaften, „sind Vorarbeiten, Mich im eignen Herzen zu fühlen und zu finden), weil Ich dort Meinen Sitz habe und 0 mi 0 verkehre; es ist das böchste, was einem Kinde Gottes zu Teil wird ..: Leider ist auch hierin die große Gefahr der Sicherheit mit verbunden, wo Manche glauben, dadurch schon am Ziele zu sein und Meinen direkten Verkehr mit ihnen als Bestätigung Meiner Zufriedenheit betrachten. O, da geschieht ein großer Irrtum! Im Gegenteil sollen dann erst die Fähigkeiten hervorgerufen werden, welche dem Menschen verliehen sind, um Mich ganz zu erfassen!“
32 Ev 2, 62, 1)—14) „Ein Gedauke ist eine rein eistige Schöpfung und kann darum nirgends entstehen denn allein im Geiste des Menschen, der im Herzen der Seele wohnt und von da aus den ganzen Menschen belebt. Wie möglich aber könnte sich je eine Schöpfung aus einer noch so subtilen Materie entwickeln, da alle Materie, somit auch das Gehirn des Menschen, nichts als purste Materie und somit nie Schöpfer, sondern nur Geschaffenes sein kann?!“ Jeder Gedanke kommt aus dem Herzen, er steigt von da auf in das Gehirn zur Beschauung der Seele, diese setzt die Glieder in Bewegung, und so wird der Gedanke zum Wort oder zur Tat. „Aber daß je ein Mensch pur im Kopfe denken könnte, wäre die platteste Unmöglichkeit.“ Menschen. die mit der Liebe zu Gott erfüllt sind, fühlen förmlich die Worte im Herzen wie ausgesprochene. Bei Menschen, bei denen solche Liebe noch nicht erweckt ist, bilden sich die Gedanken zwar auch im Herzen, werden aber in fenden weil es zu materiell ist, nicht wahrgenommen, ondern erst im Gehirn, wo sie mit den Bildern der Außenwelt verschmelzen und vor den Augen der Seele selbst materiell und schlecht wegen Die Jünger sprachen mit Jesus im Herzen und erhielten hier Antwort. 33 R BI I, 81 „Um im Herzen denken zu können, muß man eine eigene Uebung haben, und diese Uebung besteht in der stets erneuerten Erweckung der Liebe zu Gott; durch weitert, diese wodurch Erweckung dann des wird Geistes das Var Bande gestärkt lockerer und werden, ercen sein Licht (ein jeder Geist ist ein Licht aus Gang ich nach und nach stets mehr und mehr und freier un 88 Il, E. 4 freier entwickeln kann.“ Dann werden die Urtypen rein geistiger Formen im Lebenskämmerlein der Seele beschaulich, und diese Beschauung der Seele in ihrem Herzen ist dann ein neues Denken, die Seele gelangt da zu neuen Begriffen, zu großen und klaren Vorstellungen, das Licht des Geistes erleuchtet die inneren Formen. Wer nur für die Ausbildung des Kopfverstandes gesorgt hat, dem ist es unmöglich, auch im Herzen zu denken. 34 Lbi l, 227228 , Denke im Herzen und handle nach dieser Denkungsart,“ damit der Verstand nicht die Wahrheit yerunheilige und das Geistige mit dem Materiellen vermengt! / „Erhalte das Geistige rein, so wird auch der Gedanke klar verbleiben! .. Im Herzen eutspringt der Gedanke, von wo aus er erst in die Gehirntäfelchen aufsteigt und aufgezeichnet wird.. Wie die Gedanken, so auch das Herz! Lasset es aber fleißig von der Liebe durchwärmen, auf daß jeder unreine Gedanke zunichte wird vom Feuer der Liebe!“ Wenn dann nur Ein Gedanke und Gefühl für Gott übrig bleibt, „findet ihr das Himmelreich in eurem Herzen, … dann leget eurem Herzen zu Mir keine Zügel an, damit ihr mit Mir Eins werden könnet!“
35 H 2, 316, 6)—14) Der Dank mit dem Munde, wenn auch auf Grund des Liebebrandes im Herzen, ist eine scheinbare Genugtuung für die empfangene Wohltat. Nach solcher Dankentledigung wird Einem leichter und ruhiger im Herzen, aber es fragt sich, ob das Herz nach solcher Entledigung nicht liebefeuerloser, kühler und somit auch für die Zukunft weniger dankbar wird. Diejenigen Kinder, die dem leiblichen Vater fast für jedes Wort danken, sind im Herzen die am wenigsten dankbaren, aber durch's Feuer gehen die Kinder für den Vater, die bei der Gabe zwar stumm bleiben, aber denen Dank-, Freudeund Lobtränen in die Augen treten, diese behalten den ewigen Dank im Herzen. So sollen wir auch Gott danken!
36 I 2. 78, 2 „So sehr auch immer du deine Zunge mit deinem Herzen in die volle Uebereinstimmung zu bringen vermagst, so kannst du aber doch von Mir aus vollkommenst versichert sein, daß Mir dessen ungeachtet nige Sprache deines Herzens viel lieber und
ducenehme ist, 25 wenn sie durch der Zunge natürliche Rauheit vieles verliert an ihrer lebendigen Anmut, wenn auch der Wahrheit unbeschadet.“ 3 Hl, 209, 21) —25) Das Gebot der Liebe ist schon jedem Kinde tief in's Herz geschrieben.
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