84. L 109 „Was sind da Erdenschmerzen, wenn Ich euch mit dem Reichtum des Himmels zudecke und euch erquicke?! Es sind Meine Gnadenstrahlen, die da den Geist zur Reife bringen, damit er mit Engeln gemeinsam Mir dienen kann. Ein ewiger Hochgenuß im Land der Freude ist der Lohn für überstandene Erdenleiden.“
85. Vb 4, 30 Das Kreuz ist die Saat auf weltlichem Boden, und die Frucht von dieser Saat soll geistig geerntet werden! Das ist das große Geheimnis des Kreuzes. Gleichwie auch Ich dem Leibe nach das Kreuz trug und dafür geistig triumphierte, so ist es bei Jedem Meiner Nachfolger eine Brücke von der Natur zum Geiste. Bleibet daher in den Zeiten der Leiden und Anfechtungen nicht auf materiellem Boden stehen, sondern suchet auf geistigem Gebiete weiterzukommen, benutzet diese Gelegenheiten zum geistigen Fortschritte, anstatt daß ihr oft mürrisch euch Mir gegenüber benehmet und euren Eigendünkel zum Regenten machen wollet! Traget das Kreuz mit Ruhe und Würde, im Aufblick zu Mir, damit ihr verstehen lernet, was diese Last euch bezwecken soll, denn ohne euch dadurch segnen zu wollen, lasse Ich die Kreuztragung nicht zu!“
86. Ev II, 175—176 Die Fußwaschung, die Jesus nach dem Abendmahl vornahm, bezeugte Seine tiefste Demütigung. Gleichzeitig sagte Er aber damit, „daß Niemand Meine Wege wandeln kann, ohne daß Ich vorher ihm die Werkzeuge gereinigt habe, welche es ihm ermöglichen, auch diese Wege zu gehen. Das heißt also: Sein Herz muß von allem Staube der bisher gewandelten Landstraßen der Welt völlig gesäubert sein, und zwar bin Ich es, Der ihm dazu die Mittel reichen wird, es soll daher Niemand diese Waschungen fürchten, ansonst er keinen Teil an Mir haben wird!“
87. Vb 3, 58 (Neudruck 60) Nicht das Kreuztragen bringt den Lohn, sondern der Sinn und die Liebe, mit welchen es getragen wird. „Trinket den Kelch, wie Ich ihn trinken müßte, und bittet: „Vater, ist es möglich, so überhebe mich des Kelches, doch nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!“ Nachdem diese Worte von euch gesprochen, sollet ihr ruhig warten und euch mit ganzem Vertrauen zu Mir halten! Dann erst ist es Mir möglich, für euch zu regieren und euer Anliegen nach Meinem Willen zu ordnen, wenn ihr Mir in eurem Herzen die Vollmacht dazu ausgestellt habt.“
88. Vb 3, 38 (Neudruck 39) „Die Menschen sind noch zu unwissend in dem großen Versöhnungswerke, sie stellen sich wohl unter Mein Kreuz, um dessen ganzen Segen zu erheischen, aber bloß unter das geschichtliche Kreuz, dort wollen sie Mein Blut zu ihrer Reinigung, aber nicht dem Geiste nach, wo es gilt, das Kreuz selbst auf sich zu nehmen, wie es einem Kinde gebührt, wenn es erstarkt ist, dem Vater in seinem Wirken nachzuahmen.“
89. Vb 9, 11—12 Die Menschen hoffen von Jesu Wiederkommen eine Wendung der Zustände und Abhilfe der Uebelstände auf materiellem Gebiete. „Diese Hoffnungen kommen aber nicht aus einem erleuchteten Herzen, sondern sind dem Verstande entsprungen, welcher eben in das Materielle mehr Wert setzt als in geistige Güter. Wenn Ich daher komme unter dem Zeichen des Kreuzes als Zeichen des Menschensohnes, sowohl im Allgemeinen als zu einer einzelnen Seele, so werde Ich mit Traurigkeit statt mit Freuden aufgenommen, weil Viele den Wert und Segen des Kreuzes zu wenig kennen, und also ist Mein Annähern ihnen zu verhüllt, weil es gegen ihre Anschauungen geht. Sie erwarten Meinen Besuch ganz anders, während Ich Mir doch zuerst durch das Kreuz Bahn brechen muß. Daher, wenn Ich eine Seele besuche, so geht das Zeichen des Kreuzes entweder voraus oder mit Mir. Darum merket hieran, daß dann die Zeit nahe ist, wo Ich die Meinigen besuchen und mit Kraft und Herrlichkeit Mich ihnen zeigen will!“
90. Vb 4, 83 Darum auch gehen diese neuen Kundgebungen von Mir nur ganz langsam in die Herzen ein, weil letztere zuvor durch allerlei Mittel dazu empfänglich gemacht werden müssen. Leider sind Kreuz und bittere Erfahrungen die geeignetsten Mittel dazu, und Meine Liebe, welche lieber Freude und Glück geben möchte, zögert deshalb oft lange mit diesen passenden Mitteln und läßt zuvor dem Menschen noch Zeit, frei zu wählen.“
91. Vb 5, 42 Allein die Liebe erfüllt das Gesetz: „Bis aber dieses geschieht, muß Ich noch starke Bußpredigten über den Erdboden ergehen lassen, aber wenn ihr selbe höret, so fürchtet euch nicht, denn es ist der Sturm, der den geistigen Frühling hervorruft und die Erde reinigt von den üblen Dünsten der falschen Lehren und Menschensatzungen, damit dann das sanfte Wehen Meines heiligen Geistes vernommen werden kann.“ (S. „Prophezeiungen“, d. Vf.)
92. PG N 35, 4—6 Das Kreuz zeigt zwei Richtungen, die eine durchkreuzt die andere; der hinaufstrebenden tritt die dem Boden parallel laufende hindernd in den Weg. Beim Gekreuzigten ist Kopf und Herz am aufstrebenden Balken, die Hände sind am quer laufenden Holz. Das besagt: Das Streben von Geist und Seele soll nach oben gerichtet sein, es wird aber durch die Handlungen, durch das mit der Hand Verrichtete, durchkreuzt. Wie am Kreuze Christus getan, sollen auch wir alles nehmen, was quer durch unsere geistige Lebensbahn läuft, „auch du sollst mit deinem Geiste verbunden deine Seele Mir übergeben und die quer laufenden Handlungen des menschlichen sozialen Lebens so verwerten, daß auch sie dich nicht am Fortschreiten hindern! .. Gedenke des Kreuzes in seiner geistigen Entsprechung, und du wirst dich mit deinem Schicksal aussöhnen, du wirst begreifen, daß, wie ein Kreuz ohne Querbalken kein Kreuz ist, ebensowenig ein geistiger Sieg über sein Ich beim Menschen möglich ist ohne die entgegengesetzte Strömung materieller Hindernisse, die am Ende doch nur, statt den geistigen Fortschritt zu hemmen, selben befördern müssen. Erinnere dich Meiner letzten Worte: „Es ist vollbracht!“
Textgrundlage: bereitgestellte historische Ausgabe. Originalscan · PDF-Seite 14 →
NEUOFFENBARUNG