29. Lbl III, 256 Durch das Gebet vergewissert sich der Mensch. Ohne Gebet ist nichts getan. Je mehr der Mensch bittet, desto klarer ist das Verhältnis zu erkennen, welches zwischen Vater und Kind von Ewigkeit besteht. „Fürchte dich nicht, wenn es dir mitunter auch nicht anders zu beten möglich ist, als blos in deinem Herzensverlangen die Worte zu rufen: ‚Vater bleibe bei mir!‘ Damit ist das höchste und heiligste Gebet gesprochen, denn wenn du Mich bei dir hast, so hast du alles, ja, die ganze Glückseligkeit ist bei dir in ihrer ganzen Macht und Herrlichkeit, denn da hast du Mich, der Ich Alles in Allem bin.“
30. Lbl II, 27 Ein rechtes Gebet: „Siehe gnädig auf Deine Kinder herab, behüte uns, daß der Feind nicht unsere Seele verderbe; erbarme Dich unseres Kaisers, daß er werde ein rechtes Werkzeug in Deiner Hand, zu führen ein großes Volk die Wege, welche allein gelten vor Dir,“ daß er seinen Beruf erkenne, zu dienen Vielen, und nicht, sich dienen zu lassen von Vielen, daß er und sein Haus erkenne, daß es berufen sei, für Gottes Königtum zu wirken; daß auch alle anderen Herrscher dieser Zeit erkennen, welche da einleiten soll das Friedensreich; daß die Lehrer des Volkes und der Jugend erkennen den hohen Ernst der Zeit und den Fels, an dem unser Lebensschiff sich zerschellt, wenn es nicht einen anderen Lauf nimmt als den, welchen es jetzt steuert; öffne auch den Weibern, Mädchen und Kindern die Augen, daß es Licht in ihnen werde; daß die Aerzte den wahren Arzt und alleinigen Heiland und die Reichen der Zeit erkennen; segne die Heimgesuchten, daß sie durch den zeitlichen Verlust einen ewigen Gewinn davontragen möchten; nimm Dich derer gnädig an, die Dein starken Arm zerreißt, um sie herauszureißen aus dem Strom, der sie in den Abgrund treibt; ebenso der Besessenen und die in sie gefahren sind; endlich auch der Selbstmörder! Erwecke in uns Allen die Liebe, „die nur an Einen denkt, an Dich, auf Einen baut, auf Dich, nach Einem verlangt, nach Dir, Du Seelen-Bräutigam!
31. Pr 197 „Betet und laßt nicht ab davon, damit euch stets Kraft genug bleibe, unter allen Umständen und Verhältnissen nicht zu wanken, sondern fest bei Mir zu stehen! . . . Betet ohne Unterlaß, daß euch in jeder Beziehung der Hochmut und Stolz verlasse, und zieht das Kleid der Demut an, werdet wie die Kindlein, glaubet vertrauensvoll an Meine Verheißungen!“
32. Vb 6, 57 Nur wo wahres Vertrauen zu Gott sich findet, kann und will Er helfen.
33. Vb 7, 74 Sind Glaube, Liebe und Demut bei einer bittenden Seele vorhanden, so darf sie hoffen, daß auch ihr die Worte gelten, die Jesus zu dem für seinen kranken Knecht bittenden Hauptmann sprach: „Gehe hin, dir geschehe, wie du geglaubt hast!“
34. Ev 3, 210, 18) „Alle, die Mich erkennen und anrufen im Herzen und vertrauen auf die Macht Meines Namens, werden ewig nie zu Schanden und Schaden kommen; des kannst du vollauf versichert sein!“
35. Vb 6, 58 Ein gläubiges Verlangen ist nötig von Seite des Menschen, wenn ihm geholfen werden soll, und wenn er mit solchem an Mich sich wendet, so ist die Hülfe gewiß.
36. Vb 3, 70—71 Gott erfüllt manchmal den Menschen, welche im allgemeinen noch ganz weltlich gesinnt sind, aber in großer Not ihre Zuflucht zu ihm nehmen, ihre Bitten schneller als Seinen Kindern, und zwar verborgen, weil letztere oft kindisch zuvor prüfen, wieviel Anrecht sie etwa durch ihre eigene Gerechtigkeit auf Gottes Hülfe gleichsam als Lohn hätten, während Jene ihr volles Vertrauen auf Gott, daß Er ihnen durchhelfen werde, setzen und sich Ihm willenlos übergeben, indem sie ihre eigene Schwachheit einsehen und ihren Verstand dem Einfluß des Geistes Gottes weichen lassen. Aber der Vater muß dann oft lange warten, bis die Weltkinder wieder an Ihn denken.
37. Vb 5, 49 Viele müssen hauptsächlich mit der Abnahme des Kreuzes gleich beten. „Solche Seelen rühmen sich gerne der Gebetserhörung und des Segens Gottes, was richtig ist; aber es sind eben oft noch schwache Seelen, die sich damit alsdann befriedigen, und ihr Besserwerden kommt in’s Stocken, sie erkennen zu wenig, wie sie die Wechselfälle des Lebens zu ihrem geistigen Fortschritte ausnützen sollten.“
38. Vb 8, 83 Der Vater kann keine Bitte gewähren, wodurch zwar oft außen unsere Lage erleichtert, das geistige Wachstum aber gestört würde.
39. Lbl I, 116 „So schon Eine sehnende Seele, wenn sie wahrhaft Mich bittet, also viel vermag, wieviel mehr vermag das vereinte Bitten Meiner Kindlein auf Erden, denen Ich eine besondere Gebetserhörung zugesagt, schon lange bevor sie den schweren Fleischleib angezogen haben. Darum machet noch einen viel stärkeren Gebrauch von dieser Gnade!“
40. Ev 6, 236, 5) „Wo je Zwei oder Drei ernstlich in Meinem Namen versammelt sein werden, da werde auch Ich mitten unter ihnen sein, und dann entweder sichtbar oder wahrnehmbar wirkend im Geiste!“
41. H 2, 438, 6) Jeder kann sich alle Zeit an Gottes Vaterliebe wenden, so er etwas von Nöten hat, und der Vater wird es ihm geben, so es ihm gut ist, oder auch vorenthalten, wenn es ihm nicht gut sein sollte. Unseren Rat wird Er uns nicht schuldig bleiben und zu unserem Herzen reden.
42. Lbl II, 103 „Kommet oft, recht oft, zu Mir, Ich will euch immer speisen mit Himmelsbrot, nahe will Ich euch sein in allen Lebenslagen! Euer Herz wird freudig Mir entgegenschlagen, ein inniges Band, das Band des Vaters und der Kinder, wird euch mit Mir verbinden.“
43. Lbl III, 36 Wenn wir inbrünstig zu Gott bitten, werden wir die Wirkung des heiligen Geistes in uns verspüren. „So ihr aber lau im Bitten seid, da wird auch auf eurer Arbeit kein Segen ruhen, und all euer Tun wird ein vergebliches sein. Vergesset nie und nimmer, selbst beim geringsten Werk, um Meinen Geist und Meine Kraft zu bitten, denn ohne Mich könnt ihr nichts tun! Darum gedenket täglich, stündlich, dann seid ihr Meines beständigen Naheseins und Meiner väterlichen Hülfe in allen Dingen gewiß!“
44. Lbl III, 150 Meist wird um etwas gebeten, dessen Gewährung zum Nachteil gereichen würde. „Sie sollten Mich um Meine Liebe bitten und um die Kraft, dieselbe in’s Werk zu setzen, so würde ihnen auch alles Andere hinzugegeben, um das sie Mich bitten!“ Der Vater ist ein übermächtiger Herzensfreund, der nichts als Liebe gibt und diese auch wieder empfangen möchte. Und wenn wir Tag und Nacht an Ihn denken und alles in Beziehung zu Ihm bringen und Ihn in unserem Sinn und Herzen tragen, dann sollen wir Ihn bald näher kennen lernen! „Und dies ist dann auch schon das größte und allein gültige Gebet bei Mir. Anders aber sollt ihr nicht zu Mir beten als nur dann, so ihr etwas von Mir möchtet, und dann aber auch so einfach und herzlich, als redetet ihr mit einem Freunde!“
45. Lbl III, 177 „Das geistige Beten ist aber ein Verschmelzen des innern Menschen mit Mir, dem Vater, und dieses muß oft und oft geschehen! . . . Je mehr du betend zu Mir, dem Vater, kommst, desto reiner wird der Ort in deinem Herzen, wo Ich als Beherrscher aller Materie dich in Mein Reich, in die Lichtschöpfung, einführe, von wo aus du auch die Unendlichkeit des ewig bestehenden geistigen Gebietes in Einem Zuge verständnisvoll in dir aufzunehmen im Stande bist . . . Darum halte an im Gebet, laß dir die Gebetzeit nie zu lange dauern!“
46. WSp 51 „So euer Haus schadhaft ist, oder ihr irgend einen Schaden fürchtet, so wendet euch nur allezeit an Mich, Der Ich bin der allerverständigste Seelenhaus-Baumeister und der am meisten sicher helfende Schutzgeist aller Schutzgeister! . . . Und der zu Mir will, der komme, und er wird Mich allzeit zu Hause treffen, und gerade also, als wenn Ich nichts zu tun hätte als dem Mich Suchenden allein zu dienen! . . . Wer das Material aus Mir nimmt, der hat es lebendig, wie Ich Selbst der allein nur Lebendige bin und das Leben gebe Jedem, der es bei Mir suchet.“
47. GS II, 30 Beim Geben respektiert der Vater auch die freie Tätigkeit unseres Geistes in jeder Beziehung, in der Willens- wie in der Erkenntnis-Sphäre. Wer um vieles bittet, wird auch vieles empfangen; wer um weniges bittet, erwarte nicht, daß ihm ein unerkanntes und unverlangtes Plus auf den Rücken nachgeworfen wird! Wir tun das auf Erden den Bittenden gegenüber auch nicht anders.
48. H 1, 96, 26) Den Vater um Seinen Segen bitten vor und nach jeder Arbeit, jedem Mahle, jedem Schlafe, jeden Abend und Morgen!
49. Ev 9, 11, 11) Tischgebet: „Bitte im Herzen Gott vor dem Essen, daß Er dir und allen Menschen die Speisen und den Trank segnen möchte, und Er wird solche Bitte alle Zeit erhören, und dir wird eine jegliche für die Menschen bestimmte Speise wohl dienen und deinen Leib wahrhaft nähren und stärken!“
50. RBl II, 342 Die vor der Zusichnahme der Speisen in ihrem Herzen zu Gott sich wenden und Ihm danken und um Seinen besonderen Segen flehen, die werden von der Speise dann auch wahrhaft genährt. Die aber meinen, das sei nicht nötig, denn eine Speise, die sich auf dem Tisch befinde, sei ohnehin schon gesegnet, denen gereicht sie zu keinem Segen, weder leiblich noch geistig. Man kann Gott nicht genug loben, lieben, preisen und danken! Die Fülle des Segens Gottes kann Niemandem Schaden bringen!
51. H 1, 42, 21)—23) „Essen sollt ihr gemeinschaftlich am Morgen, um die Mitte des Tages und am Abend, aber alle Zeit sehr mäßig und stets in großer Furcht des Herrn, nachdem ihr Ihm alle Zeit vorher und nachher gedankt habt, damit die Speise gesegnet und ihr dadurch der Tod benommen werde!“
52. Lw 146 „Bei den Besessenen sind die argen Geister nur durch anhaltendes Beten herauszubringen, das heißt aber nicht durch stundenlanges Beten, sondern durch beten im festen und lebendigen Glauben und Vertrauen zu Gott, in welchem jede Bitte sichere Gewährung findet.“
53. Lbl III, 270 „Suche nirgends Ruhe als allein in Mir!“
54. PG N33, 12=WzW 8—13 Wer auf dem kürzesten Wege zur Wiedergeburt gelangen will, soll sich täglich sieben Viertelstunden zwecks Einwirkung der sieben Geister Gottes der inneren Versenkung hingeben! Jesus tat es täglich drei Stunden. Aber die Grundlage hierzu muß sein eine mit Ernst fortgesetzte Vergeistigung unseres inneren Menschen durch gänzliche Ueberwindung des äußeren Menschen. Dann wird Gott uns in Verhältnisse bringen, die uns die dazu nötige Zeit unbeschadet unserer Berufspflichten und der gegen den eigenen Körper lassen. Ferner müssen wir geistig so weit ausgereift sein, um uns diese sieben Viertelstunden ganz von der Außenwelt loslösen und unsere äußeren Sinne gänzlich ruhen lassen, gewissermaßen ausschalten zu können. Eine dazu noch nicht völlig ausgereifte Seele ist noch zu regsam, als daß sie eine so andauernde gänzliche Ruhe zuließe, ohne wenigstens im Gebet Gott ihre Wünsche oder wenigstens ihr Fühlen und Empfinden mitzuteilen. „Ein stilles liebendes Sehnen nach Mir und ein sich Versenken in Mich und Meine allumfassende Liebe ist zwar ein rechtes Beten zu Mir, aber das hindert nicht, da es nicht ablenkt, sondern konzentriert.“
— S. auch Wegweiser II E „Anfragen“. —
Textgrundlage: bereitgestellte historische Ausgabe. Originalscan · PDF-Seite 29 →
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