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g) Erziehung von Brauseköpfen

Ed Kap. 62 — DER HERR: Wenn Kinder erregbaren Wesens einmal gehen und reden können, dann sollen sie mit allerlei mehr ruhigen und für das kindliche Gemüt nützlich-erhebenden Spielereien beschäftigt wer den, und es sollte dabei fortwährend die Aufmerksamkeit gehandhabt werden, daß solche Kinder sich nie zu sehr erhitzen, weder durch Bewegung, noch viel weniger durch einen Gemütsaffekt; es muß alles hinweggeräumt werden, was sie nur im geringsten ärgern könnte.

Wird aber bei einem oder dem andern trotz aller Vorsicht bemerkt, daß nicht selten Gemütsaufbrausungen vorhanden sind, da ist eine zweckmäßige Strafe nie zu versäumen, welche jedoch nicht so geschwind mit Schlägen, sondern viel wirksamer und gedeihlicher mit zweckmäßigem Fasten bei der Hand sein sollte; denn nichts heilt den Zorn besser als der Hunger, und Hungernde sind am wenigsten zu einer Revolution aufgelegt, während, wenn sie satt sind, ihnen durchaus nicht zu trauen wäre.

Sehr gut für Kinder ist, wenn man sie dergleichen Ursachen wegen zu strafen hat, daß man ihnen begreiflich macht und sagt, daß der himmlische Vater, weil sie schlimm waren, ihnen kein Brot geschickt habe. Wenn sie aber wieder völlig brav wurden und den himmlischen Vater um Brot bitten, so werde Er ihnen gleich wieder eines geben. Dadurch werden dergleichen Kinder auf Gott aufmerksam gemacht, und es wird sich ihrer jungen Seele stets tiefer einprägen, daß sie in allem von Gott abhängt, und daß Er der getreueste Vergelter ist für alles Gute und Schlechte.

Sind solche Kinder aber dann recht ruhig und sittsam geworden, dann soll es auch nicht versäumt sein, ihnen recht begreiflich zu zeigen, wie der himmlische Vater eine recht große Freude an ihnen hat und ihnen tagtäglich am Morgen, Mittag und Abend zuruft: "Lasset diese lieben Kleinen zu Mir kommen!"

Wenn die Kinderchen so geleitet werden, dann wird es späterhin wenig Anstände mit ihnen haben; werden sie aber nicht also geleitet, so wird es schon etwas schwerer sein, sie in späterer Zeit auf den rechten Weg zu bringen, und es wird da das Sprichwort in Erfüllung gehen, laut dessen sich ein alter Baum nicht mehr beugen läßt, außer manchmal durch Blitz und Sturm — wobei aber ein solcher Baum selten ohne Schaden davonkommt. Sind dergleichen Kinder völlig erwachsen und haben sie schon eine vollkommene Selbsterkenntnis erlangt, zeigen aber noch hie und da merkliche Anzeichen übertriebener Gemütsreizbarkeit, dann ist ihnen vor allem zu empfehlen, daß sie in allem sehr mäßig leben, früh schlafen gehen, früh aufstehen, von geistigen Getränken wie auch vom Fleische unreiner Tiere sich längere Zeit enthalten und ja keine Orte besuchen, wo allerlei toller Spektakel zur schlechten Belustigung der Zuseher aufgeführt wird, besonders aber jene Orte nicht, wo getanzt und gespielt wird. Dergleichen muß von solchen Brauseköpfen auf längere Zeit, wenn nicht bei manchen auf immer, gemieden werden.

Sehr gut ist für solche Menschen beiderlei Geschlechts auch, wenn sie bald ehelichen. Denn die Brunst eines Brausekopfes ist viel ärger als die eines sanften Menschen. Hauptsächlich aber sollen solche Menschen nebst einer naturmäßigen Gesundheitspflege auch recht oft beten und geistige Bücher lesen oder sich vorlesen lassen, wenn sie selbst nicht lesen können. Das wird ihre Seele stärken und ihrem Geiste die Fesseln lösen, welcher leicht völlig frei wird, wenn der gleichen Menschen Meine Liebe ergreifen. Denn weil solche Menschen einer größeren Versuchung ausgesetzt sind als andere, so sind sie aber auch eben darum Meiner Gnade um soviel näher. Eben diese Menschen sind es, aus denen etwas Großes werden kann, wenn sie auf den rechten Weg gelangt sind — weil sie den gerechten Mut in sich haben. Aus diesen Menschen werden, geistig genommen, Schiffe und Paläste wie aus Eichenholz und Marmor gebaut in Meinem Reiche. Aus Schwämmen und Schilf dagegen wird nicht leichtlich etwas Besseres, als es ist in seiner Art.

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