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h) Rat für heranreifende Mädchen

G.M. (v. 13.6.1872) — Mein lieber Sohn! Du hast dich an Mich gewendet, um Hilfe und Rat zu erfahren wegen deiner kranken Pflegetochter. Um deinen Glauben zu bestärken, will Ich dir auch antworten. Und so wisse denn, daß wenn man auf einer Seite schadhafte Stellen ausbessert und auf der andern Seite wieder Schaden verursacht, nichts Gutes herauskommen kann.

Der Arzt, welcher deine Pflegetochter behandelte und mittels Eisenpräparaten ihre gestörten Unterleibsfunktionen regeln wollte und diese auch teilweise in Ordnung gebracht hat, erreichte so wohl öfters seinen Zweck; allein, indem er dieses Übel nur untergrub und ihm die Stütze raubte, hat er dasselbe nicht vertilgt. Und sobald die Natur oder der ganze Organismus von der Schwächung durch Arzneimittel sich erholt hatte, so zeigte sich das Übel wieder.

Um nun diesem Übel gänzlich den Garaus zu machen, muß Ich ein wenig mit dir in weitere Einzelheiten eingehen, damit du auch Meine Heilmethode, das heißt die wahre, richtig auffassen kannst.

Siehe, Mein Kind, das weibliche Geschlecht hat drei Hauptphasen in seinem Leben durchzumachen, welche Veränderungen aber (zu mal in den jetzigen Zuständen) nie so unbemerkbar vor sich gehen, und manchmal sogar, von andern organischen Fehlern unterstützt, dem leidenden Körper verhängnisvoll werden können.

Von der Geburt an bis zur Entwicklung des jungfräulichen Alters ist das Mädchen, obwohl schon mit allen Organen für ihren zukünftigen Beruf ausgerüstet, doch eigentlich geschlechtslos, das heißt, es schlafen alle Triebe für spätere Zwecke, und auch die dazu bestimmten Organe verhalten sich passiv, während der übrige Teil des Körpers sich entwickelt. Sobald aber der Zustand des jungfräulichen Lebens herannaht, tritt eine Veränderung aller Funktionen im weiblichen Körper ein, um das aufblühende Mädchen zu dem geeignet zu machen, wozu sie von Mir bestimmt ist, da ich das Weib als Fortpflanzungs-Organ der Menschheit in die Welt setzte. Diese gänzliche Umwandlung bringt die zweite Phase im weiblichen Körper- und Seelen-Komplex. Wenn dann die Jungfrau als Weib ihre Mission erfüllt hat, so tritt im vorgerückten Alter die dritte Phase ein, nämlich das Weib als Mutter geht wieder, wenigstens in ihren inneren Funktionen, in die erste Phase der Geschlechtslosigkeit oder, besser gesagt, in die fernere Unempfänglichkeit zurück!

Da das Eintreten in den Jungfrauenstand und auch das Austreten aus dem Mutterschafts- oder gebärfähigen Zustande durch eine gänzliche Umwandlung in den bis dorthin tätig gewesenen Funktionen bedingt ist, so treten dabei häufig Störungen, krankhafte Erscheinungen und andere mißliche Symptome auf, je nachdem das Individuum naturmäßig gelebt hat oder nicht (wobei natürlich auch Konstitution und Veranlagung mitwirken). Denn diese Störungen beim vorgerückten Alter, meistens von eigenen Fehlern herrührend, sind bei dem ersten Eintreten in die empfängliche Zeit oft auch Schuld angeerbter oder von Mutter auf Kind übertragener Fehler, sind aber ebendeswegen nur durch eine gänzliche Umwandlung der bisher geführten Lebensart gründlich zu heilen.

Denn siehe, Mein Sohn, alles was den menschlichen Körper erhält, ihn aufbaut, von ihm eingesogen und ausgeschieden wird, alles dieses ist Produkt der Lebenskraft des Blutes. Wenn nun das Blut von verdorbenen Säften angefüllt ist und dieselben an gesunde Organe abführt, was kann da anderes entstehen, als daß das Organ dann selbst krank wird und seine Aufgaben nicht in dem Maße erfüllen kann, wie es der ganze menschliche Organismus von ihm er heischt. In den Organen aber tritt der Mangel an gesunder, naturgemäßer Nahrung und Lebensweise erst sichtbar auf.

Der gewöhnliche Arzt will das Organ nun zumeist dadurch heilen, indem er es zu größerer Tätigkeit reizt. Er vergißt aber dabei ganz, daß es im Grunde nicht das Organ, sondern das in dasselbe einströmende Blut ist, welches diese Störung hervorbringt. Und so gleicht er einem Manne, der in einem Kruge die Löcher verstopfen will, die ein dahin einfließendes zerstörendes Element verursacht, während er statt dessen den Inhalt mit andern Flüssigkeiten austauschen sollte, wobei dann sein Flicken wohl eher nachhaltig sein würde.

Nun, deine Pflegetochter leidet eben an den Störungen der herannahenden Umwandlung zum nächsten, reiferen Zustande. Und um dieselbe zu heilen, ihr dieses Eintreten zu erleichtern und sie für den nächsten Zustand geeignet herzustellen, mußt du auch daran denken, ihr Blut von unreinen Elementen zu reinigen. Denn was sich an ihr zeigt, sind ja nur die unreinen Substanzen, welche die Natur ausstoßen will!

Das Blut aber zu reinigen, heißt nicht medizinische Reinigungsmittel gebrauchen, sondern das Kind auf die naturgemäße Lebensordnung zurückführen, von allen reizbaren, verdorbenen Speisen fernhalten! So wird dann das Blut nach und nach von den schlechten Stoffen gereinigt, führt den Organen bessere Betriebsmittel zu, und die Ausscheidungen gehen natürlicher und auf geregeltere Weise vor sich. Das Organ wird selbst wieder gesund (zwar langsam, aber gründlich) und mit ihm alle anderen mitverbundenen Teile des ganzen Organismus.

Und nun kommt, wie du es anfangen sollst, daß diese Reinigung sich bewerkstelligen läßt! — Auch hier will Ich dir einen deutlichen Aufschluß geben, um deine längst angewöhnten Vorurteile teilweise zu bekämpfen.

Siehe, "gut genährt" zu sein, viel und oft zu essen, ist nicht immer der Gesundheit zuträglich! Der menschliche Körper braucht bei weitem weniger zu seiner Erhaltung, als ihr im allgemeinen wähnet, daß in selben hineingeschoben werden müsse. Die naturmäßige Lebensart, ohne zu viel Fleisch von getöteten Tieren, ohne reizende Gewürze, ohne Kaffee, Wein oder Bier würde die Menschen bei weitem gesünder erhalten, als bei nun üblicher Lebensart die meiste Zeit eures Lebens mit Essen und Trinken zuzubringen.

Deswegen befolge du bei deinem Pflegekind eine naturgemäße Diät. Laß alles sogenannte Nahrhafte, Reizbare hinweg, gib ihr schwarzes Brot und reife Früchte zu essen — und das Übel wird sich verringern und mit der ganzen Folge von Unterleibsstörungen mit der Zeit ganz verschwinden. Führe sie oft ins Freie! Frische Luft (durch Sonnenlicht geläutert) und mäßige Bewegung in derselben, beschleunigen und erleichtern die Ausscheidungen, stärken die Organe und beleben das Blut.

Dieses sind Meine Medikamente, welche Ich für die Menschen schon seit undenklichen Zeiten geschaffen habe. Und es ist nur euren eigenen, verkehrten Begriffen zuzuschreiben, wenn ihr, statt mit Elementen und Ausflüssen der Liebe und Gnade, als Mitteln aus geistigen Quellen, euch mit Arzneien aus der gröbsten Materie, mit Giften und Säuren das Leben verkürzt und zugrunderichtet und dadurch euch dem frühen Tode überliefert!

Folge Meinem Rat, und du wirst bald sehen, wer recht hat — eure Doktoren oder Ich, der Allerwelts-Heiland! — Amen!

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