GrEv IV/217 — DER HERR: Wenn Weltmenschen Kinder bekommen, so werden diese unmöglich anders erzogen als nur in der Art, durch die ihre Eltern zum Weltglücke emporgekommen sind, nämlich durch allerlei Weltklugheit … Alles wird auf früheste Bildung und Schärfung des Verstandes verwendet, dazu wird das Kind durch allerlei Geschenke und Auszeichnungen soviel wie möglich angeeifert. Dabei wird es schon in der frühesten Zeit, zugleich mit der Bildung des Verstandes, soviel wie nur möglich in der Selbst- und Gewinnsucht geübt, trägt feine und geschmückte Kleider und kennt sich oft schon im zehnten Lebensjahr vor lauter Hochmut nicht. Wehe einem armen Kinde oder auch einem andern armen Menschen, der solch einem verbildeten Kinde die gewünschte Ehre nicht bezeigt oder es etwa gar verhöhnt — der hat sich an solch einem Kinde einen bleibenden Feind zugezogen! Wo ist aber dann bei solchen Menschen noch an eine wahre innere Lebenskraft zu denken?! Wo ist da des Menschen Herrlichkeit über die gesamte Natur und über die Elemente, aus denen am Ende alles Geschaffene besteht und bestehen muß?!
Wird aber bei dem Menschen das Gemüt zuerst und vor allem gebildet, und kommt dann erst eine ganz leicht zu bewerkstelligende und wirkungsreiche Ausbildung des Verstandes hinzu, so wird der also geweckte Verstand zum lebendigen Lichtlebensäther, der die Seele also umfließt wie der Lichtäther die Sonne umflutet, aus dem heraus dann alle jene herrlichen Wirkungen zum Vorscheine kommen, die ihr diese Erde allenthalben beleben sehet.
Bei der rechten Bildung der Seele des Menschen ist und bleibt die Seele ein Inwendiges und ein Tätiges, und das, was ihr "Verstand" nennet, ist die ausströmende Wirkung der inneren Tätigkeit der Seele. Das Außenlicht des Verstandes erleuchtet der Seele alle noch so kritischen äußeren Verhältnisse, und der Wille der Seele geht dann in dieses Außenlicht über und bewirkt wunderbar alles Befruchten und Gedeihen. Denn weil also des Menschen Ordnung nach Meiner Ordnung gestellt ist, so ist der Wille und das Vertrauen eben auch ein aus Mir oder aus Meinem allmächtigen Wollen Hervorgehendes, dem sich alle Kreatur fügen muß. Was dann solch ein geordneter Mensch will, das muß geschehen im weiten Umkreise, weil die Außenlebenssphäre eines solchen Menschen von Meinem Geiste durchweht wird, dem alle Dinge möglich sind.
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