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Vom Verkehre mit Gott (Geistige Diätetik – Der wahre Jude)

Empfangen durch G. Mayerhofer, am 9. August 1870

Du bittest Mich um einige Worte des Trostes für ein paar Freundinnen deiner Schwester, welche durch dich für selbe etwas direkte von Mir vernehmen möchte, (eigentlich indirekt, siehe unten), und auch dein Bruder glaubt, auf diese Weise einem ihm bekannten Freund auf den rechten Weg zu helfen, wo er aber selbst noch nicht überzeugt ist, ob dieser Freund wirklich diesen Weg einzuschlagen gesonnen ist.
Für alle diese drei Personen habe Ich statt einer Antwort die folgende Frage von Meiner Seite an sie zu stellen: „Habt ihr denn keinen anderen Weg, um Trost und Hilfe von Mir zu erflehen, als eben gerade diesen erwählten? oder glaubet ihr, dieser Weg sei der beste?“ –
Da deine Fragesteller nicht anwesend sind, so übernehme Ich auch die Antwort auf diese Frage, indem Ich weiter frage: „Wenn ihr im einsamen Kämmerlein eure Seele zu Mir erhebet, und Mich inbrünstig um Hilfe anflehet, glaubet ihr denn, dass ich euer Flehen nicht höre, oder – wenn ihr manchmal zu Mir gebetet habt – fühltet ihr da nicht manchmal eine tröstende Stimme in eurem Herzen, welche eure Zweifel und Bitten zu beschwichtigen suchte, und euch Ruhe einflössen wollte! – Warum habt ihr dieser Stimme so wenig Gehör gegeben?“
Warum muss es gerade einem anderen Menschen überlassen sein, diese Vermittlung zu bewerkstelligen, einem Menschen, den Ich allerdings zu Meinen größeren Zwecken als Meinen Schreiber manchmal benütze, um Meinen schon seit lange verirrten Kindern den rechten Weg aufs Neue zu weisen, und die wiedergewonnenen auf demselben zu bestärken, und ihr Vertrauen stets mehr zu befestigen; ist denn zwischen uns, Mir dem Vater und euch den Kindern, ein Drittes nötig? wo doch Zwei genügen?! – Oder, wenn ihr die rechte Art zu beten, wie ich im Evangelium es lehrte, nämlich im Geist und in der Wahrheit, nicht kennt, warum nehmt ihr nicht die Schriften zur Hand, welche euch dasselbe lehren, nämlich eben Mein Evangelium, ferner Mein durch Meine Knechte neugegebenes Wort, damit ihr begreifen möget, was es eigentlich heißt: Religion haben, wie diese Religion eigentlich beschaffen ist? – worin sie besteht? und wie der Mensch durch dieselbe seinem Vater sich stets mehr nähernd – endlich begreift, auf welche Art ihm Ruhe und Trost werden kann, und sodann den Text verstehen lernt, wo es heißt:
„Kommet her zu Mir, die ihr beladen seid, auf dass ich euch eure Bürde abnehme, und euch den Weg zu Mir erleichtere!“
So lange ihr, Meine lieben Kinder, nicht diesen (selbständigen) Weg einschlaget, werdet ihr keinen bleibenden Trost und keinen beständigen Frieden im Herzen erringen können; denn wisset, den eigentlichen Trost gibt nur das Bewusstsein, nach Meiner göttlichen Lehre gelebt und gehandelt zu haben! Alles Andere, und wenn es auch direkt von Mir käme, – wie z.B. diese Zeilen, – kann euch nur für den Augenblick, da ihr es leset, angenehm beeindrucken; aber es ist von keiner dauernden Wirkung, und kann es nicht sein, weil Ich als Gott nicht verschiedene Mittel vorschlagen kann, um zu Mir zu gelangen, sondern es gibt nur Einen Weg, den der Wahrheit, und der führt durch Mein Wort zur Tat! und durch beide zum Troste und Frieden im Herzen! Verstehet ihr dieses?
Ich bin ja nicht bloß Vater, für Den oder Jenen, für Diese oder Jene, Ich bin Vater für Alle! und ebendeswegen, weil Ich Alle mit gleicher Liebe umfasse und ziehe, so gibt es bei Mir keine Protektions(Vetterles)wege, wo man etwa auf dem einen oder Andern, wie bei den Großen der Welt, eher zum Ziele gelangen könnte, etwa durch so ein Hinterpförtchen eher, als durchs Haupttor! –
Ich bin für Alle stets gleich bereit, höre Alle mit gleicher Vaterliebe, und lasse jedem flehenden zukommen, was ihm nötig ist. Alles kann (darf oder will) Ich natürlich nicht Selbst tun, da muss der Bittsteller auch von seiner Seite dazu beitragen, damit geschieht, um was er fleht; es genügt, wenn ich dem Zustandekommen seiner Wünsche nicht entgegen bin, sondern mittelst Meines Segens sein Werk befördern helfe; denn der Mensch, als selbständiges Wesen und Abkömmling von Mir, muss sich durch seine Taten Meiner Hilft würdig zeigen, – sonst habe Alles Ich und er gar Nichts getan, wo ist dann sein Verdienst, und das aus selbem entquellende Bewusstsein, dass er ausrufen könnte: „ich habe nach langem Kämpfen endlich doch erreicht, danach ich gestrebt habe!“ Gekämpft muss werden, mit den eigenen Leidenschaften und Vorurteilen, mit den Ideen der Welt und mit den Versuchungen derselben, und nur dann wird dem Sieger auch die Krone, und unter keiner anderen Bedingung! –
Meine lieben Kinder! ihr sehet, Ich setze euch genug auseinander, wie ihr euch benehmen sollet, und was ihr zu tun habt, um zu Mir zu kommen, und durch Mich sodann den Trost und Seelenfrieden zu erreichen, danach ihr euch so sehr sehnet. Wäre ich nicht der Vater, Der wie der Hirte die verirrten Schafe aufsucht, und die anderen indessen stehen lässt, so würde Ich nicht so viele Worte verschwenden, um euch auf den rechten Weg der Erkenntnis zu bringen; allein da ihr Mich nun einmal gebeten und Meine Güte keine Grenzen hat, Ich auch gerne rede, da wo meine Worte ein williges Ohr finden, so habe Ich Mich eben hier ins Einzelne eingelassen, damit auch ihr aus dem Einzelnen heraus leichter den Weg zum Allgemeinen findet, d.h. aus eurem Herzen als einzelne Flehende den Weg zum allgemeinen Vater und Tröster! –
(Diätetisches.) Was die andere Frage der Einen anbetrifft, wegen ihrem körperlichen Zustande, so sage ihr, dass es bei ihr an der geregelten Verdauung fehlt, wie in natürlicher, so auch in geistiger Beziehung.
Nicht die Speisen in den Mund nehmen, selbe verschlucken, und sie dem Magen nur halb oder auch gar nicht verkaut übergeben – heißt essen, sondern: die Speisen zuerst mit den Zähnen zermalmen, mit dem Speichel im Munde vermischen, und so vorbereitet sie dem Magen zur weiteren Verdauung übergeben, das heißt für seinen Körper den Nahrungsstoff regelrecht bereiten.
Ebenso in geistiger Hinsicht. Nicht Meine Worte bloß lesen, selbe sodann nach kurzer Verstandeskritik ganz wie sie sind, dem Herzen übergeben, und das Weitere den momentanen Einflüssen überlassen, heißt Religion haben, oder selbe ausüben! – Nein, sondern Religion haben und ausübender Christ sein, wie Ich es meine, heißt: Meine Lehre mit den Zähnen des Verstandes zermalmen, sodann sie mit dem Liebesaft des christlichen Glaubens vermischt dem Herzen zur Danachachtung übergeben, und danach leben – heißt Nahrung für den Geist und die Seele sammeln, und wie der Körper bei geregelter Verdauung stets gesund und gesunder wird, ebenso werden der Geist und die Seele stets höher und höher in der Erkenntnis steigen, und Meine einzigen zwei Gebote: „Liebet Mich über Alles, und den Nächsten wie euch selbst!“ immer besser verstanden und ausgeführt werden! –
Was endlich den israelitischen Freund des Bruders anbelangt, so sage dem Bruder, er solle trachten, aus diesem Freunde einen (solchen) Juden zu machen, wie einst Ich Selbst während Meines irdischen Lebenswandels ein Jude war, dann wird er von Mir in seinem Herzen mehr noch vernehmen, als du und viele Andere ihm schreiben könnten. Bevor er aber den alten Juden nicht ausgezogen und mit Wahrheit und Eifer den neuen angezogen, bin Ich mit Meinen Worten für ihn umsonst da; nur mit dieser Wendung beginnt Mein rechtes Einfließen in ihm, und dann werden auch die Eiferworte deines Bruders nicht mehr auf
sandigen Boden sondern auf fruchtbare Erde fallen. Jetzt glaube Ich hast du genug, wer Ohren hat, der höre, und wer ein Herz hat, der fühle!
Amen!

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