Empfangen durch G. Mayerhofer, am 9. September 1870
Was deine kranke Schwester anbelangt, so muss Ich leider wiederholen, was Ich schon einmal sagte: Hätte sie mehr Vertrauen und Hingabe in Meinen Willen, so wäre sie schon längst besser. Es ist noch so manches in ihr, was heraus muss, und solange diese Scheidung nicht geschieht, wird sie leiden müssen.
Die Weiber auf eurer Erde sind ja alle eifersüchtig, und wenn sie einen Mann haben, so wollen sie in seinem Herzen nur allein herrschen, und was ein Weib, ein irdisch Geschöpf auf eurer Erde mit Recht beansprucht, soll das nicht auch Mir, dem Schöpfer alles Irdischen, ebenfalls erlaubt sein? Auch Ich will in einem Herzen allein herrschen, und gebe nicht nach, bis alles Feindselige daraus entfernt ist.
Hier hast du die ganze Kranken-Geschichte deiner lieben Schwester. Hätte ich sie nicht so lieb, so würde sie nicht so leiden! Noch ist sie wie ein widerspenstiges Kind; Ich möchte sie an Meine Brust ziehen, sie will aber nicht, und so zerre und zerre Ich an allen ihren Lebensfäden, bis Ich sie dahin gebracht, wo ihr Mann schon ist, d.h. auf den rechten Weg, – Mein Kind zu werden!
Könnte deine kranke Schwester sehen, wie wehe sie Mir und sich selbst tut – durch diesen Mangel an Vertrauen zu Meiner Vaterhand, so sei des versichert, würde sie augenblicklich zusammenstürzen vor Reue und Schmerz, und würde ausrufen: „O Herr! verzeihe mir Armen, mir Gepeinigten! ich erkannte Deine Hilfe nicht, sah Schatten, wo Alles Licht, Schmerzen, wo nur Freude waltete, verzeihe mir Gepressten, mir Verlassenen! Und ich antworte darauf: Komme an Mein Herz, und werde geistig gesund! der Leib wird dann schon nachfolgen.“
Amen !
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