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Trost und Licht in misslichen Familienverhältnissen

Empfangen durch G. Mayerhofer, am 7. April 1870

So schreibe denn, nachdem deine Schwester in ihrem Herzensdrange von Mir einige Worte erfleht, obwohl das was sie zu tun hätte, schon in Meinem früher für sie Gegebenen enthalten ist, wenn sie selbes nur auch ganz geistig durchdacht und so verstanden hätte.
Was ihre Tochter betrifft, so ist es eine schwere Sache, ihr da Rat zu geben, wo so viel (missliche) Resultate jetzt aus dem Konglomerat von falschen Ansichten und Missgriffen herauskommen, welche ihre Erziehung bestimmten.
Meine Tochter muss wohl jetzt mit Tränen in den Augen mitanschauen, zu was sie selbst in ihrer früheren Zeit beigetragen in der Erziehung ihrer Kinder, dass sie das wurden was sie jetzt sind, – und da nun dieselben so sind, wie die Mutter in Reichtümern und glänzender Position in der Welt sie eben selbst wollte, so führte Ich die Mutter auf Meine Mir eigentümliche Weise dahin, dass sie nun einsehen solle, wie verkehrt die Erziehung der Kinder oft angefangen und noch verkehrter durchgeführt ward.
Und wie bei ihr, so ist es bei Tausenden, und oft in noch weit schlimmerem Grade; kommt da nun manchmal ein Strahl Meines göttlichen Lichtes in die Brust so einer Mutter oder eines Vaters, der wie ein Blitz sie erleuchtet, und auf einmal ihnen zeigt, wie weit sie fehlgeschossen, – dann erst richten sie den Blick zu Mir und flehen bei Mir um Hilfe, – und was soll Ich dann machen? – Soll Ich Wunder wirken und das ganze Haus, worin so eine zu Mir zurückgeführte Mutter wohnt, in einem Nu umstalten? – Wo wäre dann die Freiheit des Menschen geblieben? Das kann (oder darf) Ich nicht, Ich muss also andere Mittel ergreifen; um auch diese Fehler der Eltern und der Kinder wieder auszubessern; allein dazu gehören nicht weltliche Unterhaltungen, Reisen, Jagden, Spazierfahrten ec. der Welt; dazu gehört nicht Überfluss in allem, um auch all seine Begierden befriedigen zu können, dazu gehören ernstere Werke für’s irdische Leben, dem Anschein nach traurige, für Meine Himmelsgeister aber freudige Ereignisse, und auch da muss noch dem Menschen die Wahl freigelassen werden, ob er Meine Mahnungen benutzen und begreifen will. –
Deine Schwester und Freundin möge nur mit kaltem Blute und ohne mütterliche Liebe dabei mit ins Spiel zu bringen, ihren eigenen Haushalt mit aufmerksamen Augen betrachten, und Mir dann sagen, ob es auf sanftem friedlichem Wege möglich ist, dort Alle auf den Weg zu führen, den sie nun betreten hat, und zwar zu ihrem Heile! –
Sie seufzt, dass auch ihr Mann so unglücklich sich fühlt (trotz seiner Millionen), mit Hirngespinsten sich plagt, und er so alles, was die Welt ihm in Fülle in den Schoß geschüttet, nicht genießen kann!
Frage aber Ich: und wenn es nicht so wäre, würde er je wohl auch nur ein Wort von Mir hören wollen, oder ginge es da nicht bei Saus und Braus in schnellstem Galopp zwischen Herrsch- und Genusssucht rekta der Hölle zu! –
Nur durch diesen seinen ihm scheinbar beklagenswerten Zustand halte Ich sein Gemüt so halb offen, dass er vielleicht manchmal ein Wort von Meiner Tochter (seiner Frau) annimmt, weil er sieht, dass neben all seinem Bewusstsein – der Herr im Hause zu sein, – er doch noch einen anderen Herrn fühlt, der noch über ihm ist, und dem er nicht Trotz bieten kann. –
Was deine ledige Tochter betrifft, so lasse es nur Mir über, Ich werde schon die Umstände so leiten, dass, wenn dieselbe einmal ihr Herz euch als nächsten Verwandten, wie dir als Mutter, öffnen wird, dann auch die anderen Herzen gegen das ihrige nicht verschlossen bleiben werden; jedoch ist es noch nicht an der Zeit, dieses bewegte Gemüt euch zu entschleiern, da selbe selbst nicht weiß was sie eigentlich will; wenn sie aber einmal körperlich mehr heruntergekommen sein wird durch ihr unnatürliches Leben, das ganz gegen
Meine Ordnung ist, und dann mit Gewalt gezwungen sie ein anderes Leben anfangen muss, – dann werde Ich ihrem Tröster, der die Mutter selbst sein wird, schon den nötigen Balsam für ihr Herz geben; aber so lange ihr Alle nur mit weltlichen Mitteln glaubet diesen Zustand deiner Tochter ändern zu können, irret ihr euch gewaltig, sie ist seelenkrank, – und erster „Seelenarzt“ – wie ihr wisst – bin Ich (als Heiland); deswegen sage deiner Schwester und Meiner lieben Tochter, sie solle sich nicht zu sehr quälen mit dem und wegen dem, was sie in ihrem Hause vor Augen hat; es ist dort noch sehr wenig oder gar kein Licht, wie ich es möchte, und sie – als kleines Lämpchen – wird doch wohl nicht denken als könnte sie ein großes Haus erleuchten!
Darum nur auf Mich vertraut! wurde ja auch sie geführt zur rechten Zeit – wann es nötig war auf Meine Wege, sie, welche doch selbst auch – hätte man es ihr vor einigen Jahren gezeigt – mit Hohn als verrückt die zurückgewiesen hätte, welche sie jetzt mit schwesterlichen Armen an ihr wundes Mutterherz drückt, und von ihnen durch Mich Trost ersteht.
Sie soll also nur ihre eigene Vergangenheit durchgehen, so wird sie alle Zustände finden, welche sie nun bei den Ihrigen zu Hause vorfindet, ihr erwies Ich die Gnade, sie wieder zu Mir führen zu lassen; aber sie solle nun das Vergangene betrachten, was für Seelenleiden und Kränkungen mussten über sie hereinstürmen, bis sie dahin kam, wo sie jetzt ist, wo sie nun das, was ihr früher in ihren Augen als Unglück erschienen wäre, erkennt als das, was doch nur zu ihrem größten Glücke – Meinem Geschmack nach – beigetragen hat.
Wenn sie das alles betrachtet, so möge sie selbst fragen, – wie kann Ich es bei den Ihrigen anders machen, so sie für Mein Reich gewonnen werden sollen! Auf dem Wege, wo sie jetzt Alle gehen, ist es nicht möglich; deswegen möge sie alle Tage zu Mir flehen: „O Herr! erleuchte die Meinigen mit dem milden Lichte deines heiligen Wortes, lasse in sie einfließen einen Strahl der Gnade, damit sie, ob des weltlichen Wohllebens nicht ganz – die hinter diesem Scheinleben stehende Ewigkeit vergessen mögen!“ –
Bete du, Meine Tochter, oft, ja recht oft mit Inbrunst zu Mir und du wirst in deinem Herzen den Vatersegen bald verspüren, du wirst dann auch im festen vertrauen auf Mich alle Zustände in deinem Hause nicht mehr so schwarz ansehen, als selbe jetzt dir manchmal vorkommen; denn du weißt ja und bist überzeugt: „es muss so sein! mein Vater im Himmel will es so, damit der Sieg desto besser und schöner sein wird,“ – aber über’s Knie abbrechen kann Ich das alles nicht, ohne die Freiheit der Menschen – als Meine Kinder – anzutasten!
Hoffe und glaube! Das ist Mein Trost für dich; Meine Hand, die dich geleitete und noch dich leitet, wird auch die Deinigen nicht vergessen und es wird vielleicht eine Zeit kommen, wo du dann als Erste gefeiert in deinem Hause bist, während du jetzt und schon lange die Letztgeachtete warst! Dies, Meine liebe Tochter, dir von deinem dich liebenden Vater, zum Tröste, mit Seinem väterlichen Segen gegeben.
Amen!

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