Empfangen durch Jakob Lorber, am 18. April 1841
Höre du, Mein lieber Sohn, was deinen Neffen L. betrifft, so ist er von einem trägen Geiste gelähmt am Willenseifer; daher wird er wohl zu allem Guten durch was immer für Zwangsmittel nicht leichtlich anzueifern sein, und das zwar so lange, bis dieser Geist aus ihm entwichen ist.
Es sind aber derlei Geister nicht hinauszubringen, denn durch anhaltendes Beten, das heißt nicht etwa stundenlange Gebete, sondern dass da im festen und lebendigen Glauben und Vertrauen mit dem Gebete „in Meinem Namen angehalten“ wird, in welchem allein jede Bitte sichere Gewährung finden kann und wird.
Wann aber das Gebet die gerechte Glaubenskraft erreicht hat, das weiß nur Ich; das Gelingen aber richtet sich allezeit nach der selbsttätigen Glaubenskraft; je mehr diese fest und unerschüttert anhält an Meinem Namen, desto näher liegt auch das Gelingen, welches aber allezeit in der gänzlichen ungezweifelten Ergebung, Geduld und aller Liebe und Sanftmut liegt.
Wann aber diese den rechten Grad erreicht hat, das weiß nur Ich, wie schon gesagt; daher darf in jeder Bitte die Geduld nicht ausgeschlossen werden, damit sich ein Jeder selbst prüfe, wie stark er an Meinem Namen hält.
Zu jeder Bitte aber solle hinzugesetzt werden: „Herr! führe uns nicht in die Versuchung, sondern erlöse uns vom Übel!“ – Desgleichen tue auch du, so wirst du schon erreichen, dass dein Neffe auch ein willig-eifriger Mensch wird; lasse aber ihn öfter mit dir beten, und sage ihm, dass er auch selbst fleißig beten solle, und soll sich überwinden, wenn es
ihm noch so viel Anstrengung solle kosten, destomehr Freude wird ihm in Meinem Namen der errungene Sieg über sich bereiten.
Dieses ist das beste Mittel und das unfehlbar wirksamste. Übrigens ist jedes Mittel, das aus Meiner Liebe in dir sproßte, ein taugliches, und nach und nach zum Zweck führend, die demütigenden sind die bessern, welche wohl nur dann anzuwenden sind, wenn ein widerspenstiger Geist sich in einem bedeutenden Grade zeigen solle; denn die trägen Geister haben meist kleine widerspenstige bei sich als treue Gefährten. –
Aber wie schon gesagt, ein anhaltendes Gebet ist gegen Alles das beste Mittel; übrigens sehe, Mein lieber Sohn, bei all‘ deinen Kindern nur auf die Bildung des Herzens; denn diese zählt bei Mir allein; alles Übrige hat bei Mir keinen Wert; und würden deine Kinder mehr wissen, denn Salomo in aller seiner Weisheit, so würde alle deine Mühe gleichen der der Goldmacher, deren Unternehmen noch allezeit zu Asche geworden ist.
Lehre sie daher demütig sein, und vertrauen auf Meinen Namen! so wirst du ein guter Arbeiter Meines Weingartens werden, und mit Meinem Lohne zufrieden sein ewig, Amen; das sage Ich, in Dessen Namen alle Macht und Kraft verborgen ist!
Amen, Amen, Amen.
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