Empfangen durch Jakob Lorber, am 20. Juni 1841
Und so schreibe: Es möchte aber Bruder A. erfahren, was mit einem porzellanenen Gefäße zu tun wäre, so selbes durch einen unvorsichtigen Stoß irgend einen kleinen Sprung erhielt, auf dass es darum nun den edlen Saft, der in diesem Gefäße erst seine volle Altersgediegenheit gleich dem Weine erreichen soll, durchsickern lässt, und darum auch befürchten macht, dass der edle Saft sich am Ende gänzlich verliere, und im gesprungenen Gefäße nur noch die der Welt angehörigen Treber Zurückbleiben. –
Höre, es ist aber ein solches Gefäß schwer zusammenzukitten, so lange noch irgend eine Flüssigkeit im Gefäße ist, und somit den Sprung beständig feucht hält, auf dass der harzfette Kitt nicht angreifen mag und kann; aber so du merkst, dass dein Gefäß schon einige Zeit geflossen hat, da wird es ja auch schon von oben her ein wenig leer geworden sein; siehe, da nehme du das Gefäß und neige es also, dass die Leere also unter den Sprung kommt, erwärme dann den gesprungenen Teil des Gefäßes und tue die Kitte darüber, so wird das Gefäß schon wieder zusammengreifen am Sprunge, und der zurückgebliebene edle Saft wird nicht mehr durchsickern, und sich endlich ganz verlieren können, sondern wird sich wohl erhalten, besonders wenn du noch dazu den Pfropf ausziehest, und das Gefäß mit dem Safte kindlicher Liebe voll anfüllest, und es dann wieder gut neu zupfropfst mit dem Pfropfe klar gezeigter kindlicher Pflichten gegen Gott und gegen den Willen ihrer Eltern. Aber höre, den jungen Eckstein musst du zur Seite bringen, denn sonst läuft das Gefäß stets eine neue Gefahr, mit der Zeit auch ganz zerschlagen zu werden; du wirst es verstehen, was Ich meine! –
Es hat aber dein Weib zu wenig Kinderliebe, und du aber kannst deines Amtes wegen
nicht stets bei den Kindern sein, wenn aber die junge Rebe einmal zu treiben anfängt, da sucht sie einen Gegenstand, dass sie ihn umranke, sind da keine Rebstöcke gesetzt, so ergreift die Rebe auch den nächstbesten Baum und umrankt denselben; da aber der sein dichtes Laub dann auch getrieben hat, da wird dann mit der Zeit endlich die Rebe anfangs freilich nur geschwächt, aber wohl endlich auch oft gar zu Grunde gerichtet.
Da aber dein Weib Mangel hat an Rebstöcken, welche da sind die Mutterliebe, also nehme eine ehrliche Lehrerin ins Haus, d.h. die da durch Liebe, Rat und Tat deine Weibreblein zu bearbeiten und durch Beispiel zur gerechten, tugendhaften Umrankung zu leiten versteht, so wirst du vieler Mühe enthoben werden, und es wird in Meinem Namen schon Alles wieder gut werden. Für die Knaben aber nehme irgend einen verständig gesetzten Mann ins Haus, der ihnen ist zur sittlichen und wissenschaftlichen Hilfe; und nebstbei aber lasse einen sogenannten befähigten Schulinstruktor, ins Haus kommen, so wirst du auch da in Meinem Namen gut fahren; aber die Religion vernachlässige bei den Töchtern ja nicht, und halte mir ihnen an im Gebete, desgleichen auch mit den Knaben, so wirst du bald des Segens Fülle in deinem eigenen Hause gar leichtlich bemerken; und teile der Jugend die Zeit fest und bestimmt ein, da sie eines und das andere tun und lernen sollen, so wirst du sie frühzeitig an die notwendige Ordnung gewöhnen, welche die Grundfeste aller Weisheit und aller Liebe ist.
Und also tue! und glaube! und liebe! so wirst du gut fahren „in Meinem Namen.“ Amen. Verstehe wohl, von Wem der Rat.
Amen, Amen, Amen.
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