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Über Kinder – Besessenheit, Winke zur Erziehung

Empfangen durch Jakob Lorber, am 24. Juni 1841

Höre, deinen Sohn beherrschen drei Geister böser Art, und da ist Nr. 1 der großherrliche Träge; es sind ihm aber zwei andere beigegeben von Unten her; der Eine stets auf Vergnügungen bedacht, beständen sie in was immer! Dieser Geist zieht zu seiner Bedeckung den Geist des Widerspruchs, der entweder geheimen oder offenbaren Widerspenstigkeit, und so auch aller Lüge und alles Truges mit. –
Siehe, der Träge ist und will keine Tätigkeit; sondern seine Sache ist, träge genießen; der zweite ist sozusagen sein Hofnarr, und der dritte die Schildwache, und sorgt dafür, oder muss teilweise sorgen, dass dem sich stets süß tun wollenden Geiste der Trägheit ja möglichst kein Eintrag geschehen möchte; siehe, das ist die eigentliche verborgene Ursache, was da eine unkundige Folge ist dessen, da der Knabe von mütterlicher Seite den Töchtern entgegengehalten zu sehr gedeckt wurde, dadurch er als Kind insgeheim zu willensfrei geworden und tat ohne deine Gegenwart das er wollte, dieweil er wohl wusste, dass seine Schwestern aus Furcht vor mütterlicher Rüge von allen den geheimen Bübereien dir nichts melden mochten, und es sich auch nicht getrauten, was noch heutzutage ein wenig der Fall ist; jedoch was Ich der Mutter nicht zur Last lege, das lege auch du ihr nicht zu, darum die Mutterliebe zumeist völlig blind ist, und merket neben dem Zuge ihres Herzens Nichts davon, wie da eine Natter um die andere durch solche Blindeliebewärme ausgehegt wird!
Jedoch, da sich nun die Sache also verhält, so ist nun vor Allem nötig, dem Kranken wieder zu helfen. Das aber ist das Rezept:
Erstens, verlange für die Zukunft offenes Geständnis von allen deinen Kindern über ihn; zweitens, lasse ihm nun durchaus keinen freien Willen; darum schreibe ihm zur Erholung eine bestimmte Beschäftigung genauest vor, die er bei strenger Ahndung pünktlichst verrichten muss, sei es nun was immer, so wirst du gar bald die Unterhaltungslust bei ihm töten.
Drittens, lasse ihn vor jeder Beschäftigung bei einer Viertelstunde laut beten, und zwar allezeit recht langsam und wohlbedächtig ein Vaterunser, und dann mehrere passende Stellen aus den Psalmen Davids, aus den Propheten, und so Manches aus J. Sirach; dadurch wird er gar bald seiner üblen Gesellschaft los werden; solches jedoch mag er dann beständig fortsetzen fürs ewige Leden, und zur einst möglichen sicheren Gewinnung Meiner Gnade, die mehr wiegt denn alle hohen Schulen der Schulen! ( „die Gnade ist das Licht, damit Ich einfließe ins Herz, je nach dem Grade der reinen Liebe!“)
Viertens aber musst du dich gerade bei dir daheim, d.h. im Herzen, ja nicht ärgern, sondern denken: „Ich gebe auf der Erde allen Meinen Nachfolgern ein ihnen am allerwenigsten zusagendes Kreuz, darüber sie nicht murren sollten, sondern Alles Mir wohl aufopfern“; tue desgleichen, so wirst du deinen Kindern ihren Weg mit Edelsteinen pflastern.
Binde dich fünftens nicht all zu sehr auf den Fortgang der Schule, du weißt ja ohnehin, wie viel sie bei Mir zählt! Was liegt denn daran; ob Jemand um ein Jahr früher oder später der Welt zu dienen fähig wird; aber Alles liegt daran, wie frühzeitig er Mich erkennt und Mich zu lieben anfängt; denn nicht von der Welt, sondern von Mir kommt alles Leben!
Sechstens sollst du nicht auf das horchen, was der Knabe möchte; denn alles Solches rührt nun von den geheimen Einflüsterungen jener einwirkenden Geister her, welche auch auf die eine oder die andere Art möchten ihren Einlass bekommen; es liegt aber in der Eigenstandeswahl allezeit Eigenliebe, wie Eigenwille bei den Kindern, das sie nur das werden möchten, wozu sie ihrer Sinnlichkeit wegen die meiste Neigung haben, d.h. nach dem Triebe ihrer argen innewohnenden Geister!
Siebtens musst du die andern Knaben nicht minder also handhaben; den Peter wie den Paul, und auch dem jüngsten lasse nicht sein Begehren, außer er bittet, und dann gib ihm nur soviel, als es zu dessen 1/3 Befriedigung erforderlich ist; dann wird er leiblich gesund und möglichst lenksamsten Willens emporwachsen!
Siehe, und beachte diese 7 Punkte genau, so wirst du also bald andere Effekte an deinem Knaben bemerken; sage aber auch den Mädchen, dass sie ihn möchten ruhig lassen, und nicht den Bruder mit wertlosen Worten ankneifen, daran nicht viel Geschwisterliebe hanget; sondern sie sollen für den noch nicht geweckten Bruder beten, und ihn also lieben, statt, wie gesagt, ihn durch beständige und allerlei Kneifereien zu reizen und zu ärgern.
Dein Weib aber solle sich verhalten gleich dir; so aber irgend eins der Geschwister ihn etwas deinem Willen Fremdes tun sieht, so solle man es dir – wie schon anfangs bemerkt – insgeheim alsogleich unverhohlen anzeigen, doch wohl gemerkt, dass Solches aus Liebe, und nicht aus einer Art Anrächung geschehe; denn für eine sich rächen wollende Anzeige, die etwa noch hinzulügelnd geschähe, könnte der Anzeiger von Mir empfindlichst gestraft werden!
Was dir aber immer nutzlos Tätiges an ihm bemerkbar wird, dazu verbinde ihn am nächsten Tage, und sollte das nicht hinreichen, auch für mehrere Tage, dass er dasselbe pünktlichst, also wie seine Schullektion, bei strengster Ahndung vollziehe; und du wirst in kurzer Zeit ihn von aller sinnlichen Unterhaltungslust los machen!
Verstehe es wohl, und handle danach! Es sind aber alle deine Kinder mehr oder weniger etwas träge in einem und dem andern Dinge; daher habe auf Alle Acht! lasse sie ja nicht in andere Häuser, die nun allenthalben mit Nattern und Schlangen und Skorpionen angefüllt sind; wie leicht ist da eine böse Erbschaft! –
Ich habe dir nun alles gezeigt bis auf Eins, handle danach im Glauben und in der Liebe genau, so wirst du (Leser auch) die Kraft Meiner Wortes erproben.
Solches sagt dir Emanuel, hoch und über Alles heilig, in aller Liebe,
Amen.
Jehova. Amen, Amen, Amen!

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