Empfangen durch Kath. Michel-M. (Triest), am 4. November 1871
Ich habe dir schon einmal gesagt, dass Ich jede Frage beantworten will, so oder so; nun so sage der lieben guten Tochter H., um was sie Mich bittet, da kann Ich ihr keine andere Antwort geben als:
Mein Rat ist wohl überflüssig, da doch in der Welt alles nur nach Reichtum und Wohlleben trachtet, und ja sucht seine fernere (weltliche) Existenz zu sichern, so kann und brauche Ich keinen Rat zu erteilen, weil „Mein Reich nicht von dieser Welt ist!“
Wer aber in Meiner Gnade und Lehre verharren will, weiß wohl genau, welche Ehe im Himmel geschlossen wird; daher brauche Ich keine weitere Erklärung zu geben; weil aber alle, die sich „Meine Kinder“ nennen wollen, wie gewöhnlich dennoch nicht auf Rechtschaffenheit und reine Liebe trachten, so kann Ich nichts einwenden, da doch jeder Mensch seinen Willen frei hat, und besitzt noch ein gewisses Eigentum, welches „Mut-Wille“ und nicht Liebe heißt, daher nur zu, nach eurem Gutdünken, Ich finde doch jeden, so oder so; wer Lust hat mit der Welt zu wandeln, der wandle nur, der Weg ist breit genug dazu; und wer Lust hat in Meinem Ackerbau zu arbeiten, der wird auch mit Liebe und Freude aufgenommen werden und den Lohn von Mir ernten; während der Welt- und Geldsüchtige von eben dem Herrn belohnt wird, dem er huldigt!
Dieses für alle zur gehörigen Überlegung, in was immer für einer Angelegenheit der Mensch sich befinden wird, um den Weg, den Ich euch vorgezeichnet habe, zu wandeln!
O wie viele Mir verhasste Halbliebe finde Ich noch bei Meinen Kindern und wie wenig vertrauensvolle Liebe zu ihrem sie liebenden Meister und Vater! Und doch sehnt ihr euch alle nach (Meinem Schreiber), eurem Führer und lieben Bruder Mayerhofer, welcher eben jetzt wegen euch allen in großer Traurigkeit sich befindet; o betet und bittet alle für ihn! Harte Proben hat er zu bestehen, bis seine Seele ist, wo Ich sie haben will, das heißt ganz in Meinem Vaterherzen! Aber Ich verlasse ihn nicht, trotz seiner Wankelmütigkeit, und werde ihn euch wieder zuführen, wann Ich bei euch beim einen oder andern wahre Besserung oder wahrhafte kindliche Liebe finden werde; bis dorthin sammelt euch alle, verrichtet in eurem Herzen ein allgemeines Gebet mit dem Vorsatze, ihn als geistigen Führer und Leiter, und nicht als weltlichen, langweiligen Zeitvertreib zu achten und zu lieben; nicht weil er alle aufrecht in der kleinen Gesellschaft hält, sondern darum, dass Ich ihn aufgestellt habe, eure Seelen reinigen zu lehren, und dass er als Vorbild der Sanftmut und Liebe unter euch herrsche.
Diese Lehre und Ermahnung nehmet von eurem liebevollsten Vater, der immer bereit ist, Seine gereinigten Kinder mit offenen Armen zu empfangen, und sie in Seine Heimat zu führen, wo ihr euren liebevollsten Vater als keinen Tyrannen, sondern als Den erkennen werdet, Der nie trügt, nie lügt, nie straft, sondern nur bessert, und heilt und liebt! Mit dem Segen an alle.
Amen! Amen! Amen!
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