Empfangen durch Kath. Michel-M. (Triest), am 28. Oktober 1871
Über diese Bitte, die deine leidende Schwester anbelangt, sage Ich wie immer: dass das feste Vertrauen, wie dir euch allen fehlt, so sage ihr, dass das Leiden von keinem großen Einfuß des Unglücks zu nennen sei. Wenn Ich Meine Kinder heimsuche, weiß Ich auch zu welchem Zwecke und der Erfolg scheint euch immer ein Unglück der größten Art zu sein, was ganz gewiss nie der Fall sein kann, weil Ich, der Vater, immer bei Meinen Kinder bin, und über ihnen Meine Hand habe; daher sage ihr zum Troste:
Dass es nichts anders sei, als dass, wenn ihr Sohn, an den sie ihre ganze Existenz heftet und baut, Mich in seinem Herzen aufnimmt und kennen lernt, und Mich liebt, wie Ich als heiligster, liebevollster Vater geliebt werden sollte und Mich in allem „schalten und walten“ lässt, so werde Ich auch sicher wissen, das kleine Leiden zu heilen, welches nichts anderes als eine kleine Prüfungsstunde ist.
Deine Schwester glaubt, es seien schon zwei volle Monate, dass ihr Sohn leidet, eine sehr lange Zeit! Die Zeit aber, welche Ich euch schon seit eurer Kindheit ununterbrochen zurufe: „Kommt an Mein Vaterherz! Legt alle eure Mühseligkeiten auf Meine Schultern, Ich will euch erquicken!“ wie Ich es auch im Evangelium sagte, jene Zeit scheint euch nicht lange; nur wenn Ich euch (aus Meiner Liebe und Erbarmung) mit einer kleinen Plage heimsuche, um euch aus dem Taumel des Weltlebens zu wecken, da verliert ihr gleich den ganzen Mut zu eurem Vater, welches eigentlich keine Liebe genannt werden kann!
O ihr Kleingläubigen! Wo ist das Vertrauen? Wo ist das „die Liebe überwiegt alles?“ wenn bei jedem Hauche schon alles in Mutlosigkeit und Misstrauen fällt! O ihr – über alles undankbarste Geschöpfe!!
Sie glaubt bei längerem Abhalte ihres Sohnes vom Geschäfte: „wer wird mich unterstützen? Ich kann nicht mehr arbeiten, u.s.w.“ Sage, von wo kommt doch bis jetzt alles? Sie glaubt gar, dass Ich der Ohnmacht unterliegen werde, wegen ihres Sohnes und dass Ich sie ohne ihn nicht mehr unterstützen könne, um ihr spannenlanges Leben, was, wie alles, in Meiner Hand steht, zu ernähren! –
Das zur ferneren Überlegung für alle; die Lektion wird ein andermal weiterfolgen bei ruhigerem Gemüt, wie immer, wenn ihr Mich rufet im Gebete. Nehmet oder empfanget alle Meinen Segen, die das Vertrauen zu eurem liebevollsten Vater nicht als „eine alte Fabel“ erkennen!
Amen! Amen! Amen!
NEUOFFENBARUNG