Empfangen durch Kath. Michel-M. (Triest), am 21. November 1871
Deine liebe Schwester hat tröstende Worte hinreichend genug, sage ihr, sie solle einmal nur Mich als ihren einzigen Gegenstand erkennen und lieben; in der Welt, nämlich in Meinem Hause, gibt es unzählig viele Auswege, welche Ich dir anzeigen werde, wenn du einmal ganz Mich als den einzigen Herrn im Hause erkennen willst, und die Welt (nämlich die Zornteufel) aus deinem Herzen zu treiben dich bemühen willst, wo Ich immer an deiner Seite stehe, und wo du Mich „an den letzten Zipfel“ stellst, nur Meinen Gegner statt Mich anrufst, und all Mein gegebenes Himmelsbrot nicht achtest, als Speise deiner verhungerten Seele; wie kann Ich dir mehr Rat und tröstende Worte geben als jene:
„Lege alle deine Sorgen auf Meine Schultern, Ich will alles gerne tragen, und Meine betrübten Kinder an Mein Herz drücken, und sie die Liebe und süße Wonne fühlen lassen, was nur ein Vaterherz euch genießen lassen kann!“
So lange alle Meine verirrten Kinder Mir nicht mehr Zutrauen und Liebe schenken, so lange kann auch Meine Vaterliebe nicht mehr tun, als Unterricht und wieder Unterricht erteilen und die süße Wonne des reinen Liebegefühls schlürft allezeit Mein Gegner ein, um „es an den Unrechten zu verteilen“, wo es dann freilich nicht Angenehmes, sondern bittere Erfahrung gibt, was ihr noch nicht zu begreifen im Stande seid. Daher zum Tröste: „Mutig einmal auf Mich vertraut!“ und die Welt mit andern Augen betrachtet, so wird sich’s euch zeigen in welch einem Irrtume ihr euch alle befindet mit dem Gedanken: „ich kann nicht anders als mich ärgern!“ So schaue an dein Herz und ärgere dich über selbes, was doch vor Mir bestehen sollte ohne Flecken, dass Ich ohne Stock und Sporn einziehen kann! So selbes nicht Mir ein herrliches Haus aufrichtet, ohne allen Widerstand, so lange wird freilich keine Aussicht zu erspähen sein, in Ruhe zu leben!
Die traurigen Stadien der Zeit erlebt ihr, eine nach der andern, wo der Gärungsprozess euch immer ermahnt, in welch trübem Wasser eure Seelen schwimmen, und doch alles ist umsonst! Dem Weltgeist wird gehuldigt, während Ich mit Schmerzen zurücktreten muss; wie lange noch bis Meine Geduld erschöpft ist, weiß nur Ich allein! Ich sage es euch, eine lange Ewigkeit dauert es nicht wieder! Darum waffnet euch mit den Waffen der Liebe, keine anderen Waffen könnt ihr erschwingen.
Dieses, Meine lieben Kinder, bedenket wohl, und trachtet – danach zu haschen, wenn euch die Ruhe des Herzens lieb ist! Verzeihe allen und rufe mit Mir am Kreuze: „Vater! Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Das ist der beste Rat von deinem dich liebenden Vater, der alle an Sich ziehen will, wer Ihn liebt; mit dem Segen. –
Amen! Amen!
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