← Zurück zu „Lebensgarten“

Himmlisch – väterliche Rüge!

Empfangen durch Kath. Michel-M. (Triest), 1871

Da dich deine liebe Schwester ersucht, Mir durch dich ihr Anliegen wegen der gestrigen Unartigkeit vorzutragen, so wisse denn, dass Ich Der und kein Anderer bin, Der euch täglich im Geiste besucht, Den die Liebe durch euer Fragen, Wünschen und Bitten allezeit zu Meinen Kindern herabzieht, und Der willenlos auch manchesmal wartet, um Seine Kinder zu hören, und zu merken – wie die Lehren, die Ich Ihnen gegeben, angewendet und verstanden werden, wovon aber leider noch immer wenige in Anwendung gebracht wurden.
So höre: der Schwester M. sage Ich: würde sie wohl beherzigen, Wer Jener ist, Der zu euch – meist in der deutschen Sprache – schriftlich durch Seinen Schreiber spricht, da würde sie weder Langeweile noch Schlaf empfinden; da aber lieber von Moden und Kleider ec. gesprochen wird, als dass man sich in Gedanken mit Mir beschäftigte, was doch Stoff genug mit sich bringt, um die weltlichen Gedanken zu verscheuchen, da ferner auch das wahre
Vertrauen fehlt, – so verscheuchen umgekehrt die weltlichen Gedanken die guten, aber nur oberflächlich gefassten – Vorsätze:
Eben deswegen, und weil es euch (den das Deutsche nicht Verstehenden) beim Vortragen Meines Wortes an Gelegenheit zu weltlichen Gesprochen fehlt, so habt ihr dann Langeweile, und es kommt euch Schlaf, Missmut und Unzufriedenheit über Alles, und so auch darüber, dass nicht immer in der gewöhnlichen italienischen Sprache gesprochen oder Mein Wort vorgelesen wird, da man dieses doch bloß zum Zeitvertreib und nicht als Lehre annimmt; und deshalb sollte Ich wieder einen Dolmetscher schicken, dass man Alles versteht, und was gewinne Ich dabei? nichts anders als den allgemeinen Beifall: „o wie schön! das kann wohl nur ein Gott und kein Mensch schreiben!“ und dergleichen. Mit dem ist alles fertig, und in Anwendung wird nichts oder nur wenig gebracht; sage, was soll Ich denn da tun? –
Um Verzeihung bittet sie wegen der Ausartung. Ich tue ja das alle Zeit (verzeihen), und es freut Mich sehr, wenn Meine lieben Kinder ihre Fehler mit Reue bekennen gegen Mich, und da bin Ich ja schon bereit, sie mit offenen Armen zu bewillkommnen.
Fahret fort, immer mehr und mehr in Meiner Liebe zu wachsen, dann werdet ihr nicht mehr so leicht ausarten, und im Hinblick auf Mich und Mein Vaterauge wird jeder ausartende Gedanke aus euren Herzen weichen. –
Harret aus! zu seiner Zeit werde Ich auch in ihrer (italienischen) Sprache ganz gewiss Hörer und Seher und Schreiber erwecken, und ihnen Meine reinen Lehren aus dem Himmel geben, und Alle sollen sich dann sonnen an Meinem Gnadenlichte, die reinen Herzens sind, und der Segen eures liebevollsten Vaters wird euch stets begleiten auf allen Wegen, und keine Langeweile wird sich mehr vorfinden, wo wahre Lehren von eurem Vater kundgegeben werden.
Wo aber nicht wahrhaftige Liebe, ohne Beimischung weltlichen Zeuges oder irdischen Chaos, vorhanden ist, da kann freilich nichts anderes als Langeweile mit Schlaf die Folge sein.
Wie lange habe Ich Mich schon bemüht, Kinder für Mein Reich zu sammeln; wenige finde Ich noch ausnahmsfähig, Wankelmut ist im Überfluss zu finden, weil Meine Kinder, welche Ich auserkoren habe, Mich noch nicht verstehen!
Sage deiner Schwester: lange schon, ehe sie noch Mich bat, habe Ich ihr diese und viele andere Sünden verziehen; aufgemuntert sollte sie den rechten, liebe- und vertrauensvollen Weg wandeln; das Vertrauen zu Mir reinigt alle Dornen auf dem Wege, der ihr so schwer fällt!
Du (Meine liebe Schreiberin) kannst Mich wohl öfters fragen, wenn dein Herz dich drängt, Ich habe dir ja Meine Gnade noch nie versagt; lebet fromm nach Meinem Willen, es wird euch in Ewigkeit nicht gereuen!
Amen!

← Zurück zu „Lebensgarten“