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238. Entsprechungssinn der Mahlzeit. Die Phasen der geistigen Zustände auf Erden

238. Kapitel – Entsprechungssinn der Mahlzeit. Die Phasen der geistigen Zustände auf Erden:
1. Im allgemeinen. 2. Das Judentum. 3. Die griechische Kirche. 4. Die römische Kirche. 5.
Die christlichen Sekten.
22. Juni 1844

[238,01] Als der gut bereitete Fisch auf den Tisch Josephs kam und sich alle daran
gütlich taten,
[238,02] und als auch die Tafel beendet ward, da fragte Joseph den Jakob, ob er ihm
denn einen etwa wohl gar prophetischen Grund dieses früheren mageren und schlechten und
nun am Ende gar wohlschmeckenden Mahles anzugeben wüßte?
[238,03] Und der Jakob sprach mit der größten Demut und Bescheidenheit:
[238,04] „O ja, lieber Vater Joseph, insoweit es mir der Herr geben wird, insoweit auch
will ich es dir treulich kundtun, was dieses Mahl bedeutet.
[238,05] Und so bitte ich dich denn, daß du mich ja recht treulich anhören möchtest!“
[238,06] Alle richteten nun ihre Aufmerksamkeit auf den Mund Jakobs, und dieser
begann also zu reden:
[238,07] „Die magere und schlechte Mahlzeit bezeichnet jene künftige Zeit, in der des
Herrn Wort wird verunstaltet werden.
[238,08] Da werden Seine Knechte den besten Teil für sich behalten und werden ihre
Gemeinden mit den Trebern füttern gleichwie die Heiden ihre Schweine.
[238,09] Die Juden werden sein gleich der gebratenen Meerzwiebel;
[238,10] denn obschon sie eine Wurzel sind, die am Meere der göttlichen Gnade
wuchert und nun völlig gebraten wird am Feuer der göttlichen Liebe,
[238,11] so wird sie aber dennoch als eine schlechte Speise und als ein höchst mageres
Gericht am Tische des Herrn sich befinden, und wird niemand nach ihr greifen! –
[238,12] Das dumme Milchkoch werden die Griechen sein; diese werden wohl am
meisten noch des Herrn Wort echt erhalten!
[238,13] Aber da sie nur ein äußeres, aber kein inneres Leben darnach führen werden,
so werden sie lau und dumm und geschmacklos sein wie dieses Koch, das zwar wohl auch die
besten Lebenssäfte in sich trägt, aber weil es kühl ist und nicht gehörig durchkochet ward, so
macht es auch eine schlechte Figur auf dem Tische des Herrn! –
[238,14] Denn es hat keinen Wohlgeruch und somit als noch völlig roh auch keinen
Wohlgeschmack für des Herrn Gaumen.
[238,15] Die Melone ist das Rom. Diese Frucht wächst an einem kriechenden und sich
nach allen Gegenden hin windenden Stiele,
[238,16] auf dem viel taube Blüten vorkommen; aber nur hinter wenigen zeigt sich eine
Frucht.
[238,17] Und wenn schon die Frucht da ist und ihre Reife erlangt, so hätte sie zwar
wohl einen recht starken Wohlgeruch, –
[238,18] schneidet man sie aber auf und kostet das innere Fleisch, so wird man sogleich
gewahr, daß der Geschmack bei weitem schlechter ist als der Geruch.
[238,19] Nimmt man nicht gewürzten Honig dazu, so wird es einem nach dem Genusse
solcher Frucht sogleich zum Erbrechen übel,
[238,20] ja man kann sich an solcher Frucht gar leicht den Tod eressen!
[238,21] Also wird es auch mit Rom stehen eine geraume Zeit, und viele werden sich
an dieser Kost den Tod eressen! – Und diese Frucht wird ebenfalls als ein schlechtes Gericht
auf dem Tische des Herrn sich befinden und wird von Ihm nicht angerührt werden! –
[238,22] Also sind hier noch Butter, Brot und etwas Honig und etliche magere Fische.
[238,23] Diese Speisen sind wohl etwas besser und sind von den andern sehr gesondert
und haben wohl noch das rechte Ansehen;
[238,24] aber es ist in ihnen auch keine Wärme, und des Feuers Hauptwürze hat sie
noch nicht alle berührt, daher stehen sie auch hier auf dem Tische des Herrn und werden nicht
gelobt.
[238,25] Die Fische wohl waren am Feuer; aber sie hatten zu wenig Fett, daher sind sie
trocken wie Stroh, und der Herr kann sie auch nicht genießen.
[238,26] Unter diesen Speisen aber werden gewisse Sekten verstanden, die sich von
ersteren absondern werden und werden wohl Glauben haben;
[238,27] aber man wird an ihnen keine oder nur sehr wenig Liebe entdecken, und daher
werden sie auch nicht angenehm sein vor dem Herrn! – –
[238,28] Das ist kurz die Bedeutung dieses Mahles. Ich gab alles kund, was ich
empfing; mehr aber empfing ich nicht, darum schweige ich nun.“ – Diese Erklärung machte
ein großes Aufsehen wohl, aber niemand verstand sie.

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