"Ich (Jesus) sage es euch als vollwahr: Hinweg mit allen (äußerlichen Lippen-) Gebeten, hinweg mit allen Feiertagen, da ein jeder Tag ein wahrer Tag des Herrn ist, und hinweg mit allem Priestertume! – Denn ein jeder Mensch, der Gott erkennt, Ihn über alles liebt und Seinen Willen tut, ist ein wahrer und rechter Priester und ist dadurch ein rechter Lehrer, so er seinen Nebenmenschen eben diese Lehre gibt, die er von Mir empfangen hat. – Wer also Meinen Willen, wie Ich es euch lehre, tut, der betet wahrhaft und betet allezeit ohne Unterlaß und ein jeder Tag, in dem ein Mensch seinem Nebenmenschen in Meinem Namen eine Wohltat erweist, ist ein rechter und Mir wohlgefälliger Tag des Herrn ! – Wenn aber jemand seinen Nächsten eine Wohltat erweist, so tue er das im Stillen und mache darum nicht zu reden von sich und brüste sich nicht damit vor den Menschen. – Denn – wer das tut, der hat seinen geistigen Lohn bei Mir schon dahin, dass er für seine edle Tat einen weltlichen Ruhm erhielt; dieser aber stärkt die Seele niemals, sondern verdirbt sie nur, weil er sie eitel und ihr gefällig macht. Also ist es auch mit den Bitten um irgend eine Gnade von Mir; – wer da durch seine Bitte etwas von Mir erhalten will, der bitte ganz stille in seinem von Liebe zu Mir erfüllten Herzen, und es wird ihm gegeben, was er gebeten hat, so es sich mit dem Lebensheile seiner Seele verträgt. – Desglichen können sich auch ganz im Stillen zwei, drei oder auch mehrere vereinen und bitten für sich und für die ganze Gemeinde, – und Ich werde solche Bitten sicher erhören; ; aber so da gingen etwa zwei, drei oder auch mehrere und würden es verlautbaren der Gemeinde, dass sie das an diesem oder jenen Tage, oder in dieser oder jener Tageszeit tun werden, auf dass sie dann die Gemeinde ansehe und lobte, ja am Ende gar bezahlte, ein solch "frommes Beterwerk"; – wahrlich, – da wird solch´ ein Gebet niemals erhört werden, und somit auch nichts nützen der Gemeinde, wie denen, die da gebetet haben! – Denn alles das und dergleichen mehr haben auch die Heiden getan und tun es noch, (32. Lebensjahr Jesu), dass sie bei großen Gefahren in großen Scharen zogen von einem Götzentempel zum anderen und trugen allerlei dummes Schnitzwerk, Fahnen, Gefäße und noch eine Menge anderer Sachen und machten dabei ein großes Geheul, stießen in die Hörner, schlugen gewaltig die Zimbeln, klirrten mit den Schildern und veranstalteten auch weite Wallfahrten zu den außerordentlichen und besonderen Götzengnadenbildern, und so sie dort ankamen, so verrichteten sie allerlei dummes Bußwerk und spendeten dem Götzen große und oft ganz ansehliche Opfer, damit freilich den Götzenpriestern sehr geholfen war, nur den dummen Wallfahrern niemals! – Also: derart allgemeine Gebete und Bitten werden von Mir aus niemals erhört. – Wer also bei Mir eine gute Bitte erhört haben will, der wallfahre in sein Herz und trage Mir also im Stillen seine Bitten mit ganz natürlichen und ungeschmückten Worten vor, und Ich werde ihn erhören! – Aber Ich sage euch noch hinzu, dass Mir dabei niemand mit irgend einer fromm aussehenden Gebärde und Miene kommt! – Denn wo bei einer Bitte an Mich die gewissen heuchlerisch frommen Gesichterdrückereien vorkommen werden, da wird auch keine Bitte erhört werden; denn wer Mir nicht kommen wird so natürlich, wie er ist, und nicht bitten wird im rechten Geiste der vollsten Wahrheit, der wird nicht erhört werden, sondern nur der, der Mich wahrhaft liebt, Meinen Willen tut und zu Mir ganz ohne allen Prunk und Zwang kommt, wie er ist, der wird von Mir aber auch allezeit erhört werden. – Also ist es auch eine alte Sitte sogar bei den Juden, dass die blinden und dummen Menschen bei ihren Bitten und Gebeten auch eigene mehr feinere und bessere Kleider anziehen, weil sie meinen, dass der Mensch zur sogenannten größeren Ehre Gottes nicht genug tun können! – Aber das bedenkt so ein Narr nicht, dass es gar viele Arme gibt, die kaum zur größten Notdurft ihres Leibes Blöße bedecken können! – Wie muß es dem Armen zu Mute sein, so er den Reichen also geschminkt in einem Bethause bemerkt, und sieht, welch´ eine Ehre der dem Gotte gibt, während der Arme das nicht tun kann und sich dabei denken muß, dass er mit seinem Gebete in seinen Lumpen seinen Gott nur beleidigen muß! – Wahrlich sage Ich euch: Wer immer mit gewissen besseren Kleidern angetan Mich um etwas bitten wird, der wird auch niemals erhört werden, und noch weniger irgend ein Priester in seinem dummen verbrämten Zaubermantel und Rocke! – Also gibt es auch eine alte Unart bei den Gebeten zu Gott, dass man nur irgend eine Gemäße fremde (lateinische) Sprache dafür gebraucht, und hält diese für die Verehrung eines Gottes am würdigsten! – Wo solch´ ein Unsinn je in der Folge bestehen wird (so sagte Jesus im 32. Lebensjahre). Da wird die Bitte auch niemals erhört werden! – Der Mensch schmücke vor Mir sich allein nur im Herzen, und rede die Sprache, die sein und die Mir wohlverständliche Sprache seines Herzens ist, und Ich werde seine Bitte erhören. – Ich will, dass da alle die alten Narrheiten ganz aufhören und die Menschen ganz neue wahrhaftige reine Menschen werden sollen. – Und wie sie also sein werden, da werde Ich auch stets mitten unter ihnen sein; aber die blinden Weltnarren sollen fortan gezüchtigt werden durch das, dass ihre Bitten nicht erhört werden! Gott hatte den Menschen ohne Kleid erschaffen, und erschuf ihn nach Seinem Ebenmaße und Gott gefiel also die Gestalt des Menschen, weil sie Sein Ebenmaß war; Gott aber ließ dem Menschen zu, auch ein Gewand sich zu machen, damit er vor Kälte seine Haut schützen konnte, aber Gott ließ es darum nicht zu, dass die ersten Menschen sich Kleider machten, damit sie dieselben als eine hoffartige Zierde ihrer Glieder tragen sollten, und noch weniger lehrte Gott den Menschen sich darum ein verbrämtes Kleid zu machen, dass er in selbem allein nur Gott würdig anbeten solle. – Darum kleidet euch zwar nun nach eurem Stande einfach und leget auf den Rock und Mantel keinen Wert, als allein den, dass er bedecke den Leib; was darüber ist, das ist schon vom Übel und trägt keine guten Früchte"
Vom Herrn gegeben durch Franz Schumi, um 1900
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