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Das Lied von der Ewigen Liebe

(Reise aufwärts in die Ätherregion. Lobpreisung Jesu und die innere Erleuchtung der Geister. Himmlische Straße. Ein wunderschönes Lied. Reise auf der himmlischen Wiese. Weiße Blumenstraße. Eine Ortschaft im zweiten Himmel. Bewirtung mit gesegneten Baumfrüchten und Strauchbeeren. Die Ortsbewohner schlossen sich den Himmelspilgern an.)

 
Das Danklied war zu Ende und Ich sagte zu der Menge: »Unsere irdische Sammelzeit ist zu Ende. Wir machen nun die Reise nach aufwärts in die Ätherregionen, also bereitet euch vor, daß ihr recht viel Liebe und Eintracht unter euch pflegt, damit ihr schneller zum Ziel unserer Wanderung gelanget.« Als Ich ihnen diese Nachricht gegeben hatte, da erscholl es aus aller Munde: »Hochgelobt und gepriesen. sei unser Vater Jesus, unsere Liebe und Hoffnung, Amen! In Ewigkeit Amen!« Kaum war diese Lobpreisung ausgesprochen, da erschien die bisher für mehrere noch immer sehr düstere Luft wie von der Sonne klar erhellt.

Ein Jubel und Freudenlaut erscholl durch die Menge und alle Gesichter strahlten vor Freude und Hoffnungsliebe angesichts des bald zu erreichenden Zieles, Gott Jesus zu sehen und persönlich anbeten zu können. Plötzlich erschien eine breite, mit Edelsteinen gepflasterte Straße auf welcher, langsam voran, die Jünglinge sich in Bewegung setzten und die Menge folgte ihnen nach. Da erscholl das Loblied der Engel im Marschtakte von der ewigen Liebe, welche sich zu den Menschen begab, um sie zu erlösen und in himmlische Höhen zu nehmen, wo ewiger Friede, unbegrenzte Liebe unter allen Menschen, Geschlechtern und Sprachen herrscht. Alle Gemüter waren einig und voller Liebe nach dieser Melodie, welche sie ganz durchdrang und in himmlische Höhen zog, in welche sie langsam gingen.

Als sie schon eine ziemliche Zeit gegangen waren, änderte sich die Reise, die Straße war zu Ende, aber eine wunderschöne grüne Wiese breitete sich vor ihren Augen aus, welche mit kleinen Erhöhungen wie eingezäumt schien, auf welchen prachtvolle Gewächse in voller Blüte standen, die einen großen Wohlgeruch über die Gegend verbreiteten. Die Gesellschaft war entzückt über diese Erscheinung und freute sich kindlich über alles, was sie sah, hörte und genoß. Sobald sich die Menge auf der grünen Wiese befand, sagte Ich zu den Jünglingen: »Es ist jetzt noch Zeit zum Weiterschreiten im Geistigen. Daher wollen wir uns in eine andere Gegend begeben, welche von hier abzweigt und nicht weit entfernt ist.

Dort gibt es auch hohe Geister, welche wir mitnehmen wollen und so laßt uns sogleich dorthin gehen.« Sogleich setzten sich alle in Bewegung, nach der angedeuteten Gegend, um diese hohen Geister aufzusuchen und in die Gesellschaft aufzunehmen. Wir wanderten noch eine Zeit lang auf der Wiese, dann aber veränderte sich die Lage und wir gelangten an eine schöne und breite weiße Straße, welche mit blühenden und wohlriechenden Blumen voll besetzt war, welche die Nase ergötzten und die Augen an sich zogen, da sie von einer seltenen Gestalt waren, die auf Erden nirgends vorkommt. So gingen wir eine kurze Zeit und nun breitete sich vor unseren Augen eine schöne Landschaft aus, welche voll reifer Früchte und Beeren war, die uns mit ihrem Wohlgeruch ihrer schönen Form anlockten.

Inmitten dieser Fruchtgartenszenerie erblickten wir hübsche niedliche Häuschen, aber ohne einen Menschen vor der Türe, daher schritten wir ohne Hindernis weiter in den Ort. Als wir bereits darin waren, bemerkten die Bewohner unsere Anwesenheit und sogleich liefen sie auf uns zu und fragten uns, womit sie uns bewirten könnten. Ich aber erwiderte ihnen: »Ihr habet viel und schönes Obst und Strauchbeeren im Überfluß.

Wir aber sind gerade nicht hungrig, aber Obst und Beeren als Erfrischung können wir schon einnehmen, daher möget ihr uns damit bewirten. Allein Ich habe sehr geschickte Diener und diese werden das viel früher zuwege bringen und daher überlasset das diesen.« In diesem Moment verschwanden die Jünglinge aus unserer Mitte und befanden sich an den Bäumen und Einzäunungen, wo ihnen das Obst und die Beeren, wie von selbst sich von den Ästen ablösend, in den Händen verblieben, und in einigen Minuten kehrten sie vollbeladen damit zu uns zurück und legten, das Ganze vor Mich ausbreitend nieder. Ich aber segnete das Obst und die Beeren und ließ alles unter die Menschen verteilen. Alle lobten das gute Obst und die wohlschmeckenden Beeren und daher aßen auch die Ortsbewohner davon.

Als sie aber den veränderten Geschmack und den Wohlgeruch verspürten, sagten sie zu uns: »Ihr seid gewiß höhere Geister, daß auf euer Segnen sich der Geschmack und der Geruch ganz veränderten und ungewöhnlich gut und lieblich geworden sind. Könnte man nicht bei euch bleiben? Aber wo geht ihr denn eigentlich hin?« Ich antwortete ihnen und sagte: »Wir sind auf der Wanderung in den Himmel, um zum Vater Jesus zu kommen und daher nehmen wir alle mit, welche in der Liebe reif geworden sind.

Ihr aber waret sogleich bereit, uns zu bewirten, ohne uns um anderes zu fragen, daher seid ihr in der Liebe reif und so könnt ihr schon mitgehen.« Und die guten Geister freuten sich sehr, daß doch einmal die Zeit angebrochen war, wo sie zum Vater Jesus kommen konnten, wozu sie sich schon viele Jahre nach ihrer Berechnung vorbereitet hatten, obwohl es bei ihnen eine Änderung in Jahreszeiten und Tag und Nacht schon lange nicht mehr gab, aber sie berechneten dies nach dem Blühen und Reifwerden der Blumen und Bäume so ungefähr, und daher waren sie bereit, mitzugehen, wohin es die Gesellschaft beliebt zu ziehen.

Also nahmen wir sie mit und zogen weiter, nachdem das Danklied verklungen war, welches sie in ihrem Glauben bestärkte, daß sie auf dem rechten Wege sein müßten, da der Gesang und die Musik himmlisch schön waren.

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