(Ein tiefes Tal im zweiten Himmel mit liebereifen Einwohnern einer großen Ortschaft. Von Gottes Segen begleitete und sich mehrende Mahlzeit. Die Ortsbewohner wurden in die Gesellschaft aufgenommen. Rückreise. Neue himmlische Überraschungen auf der Wiese.)
Jetzt gab Ich Order in ein tiefes Tal einzumünden, allwo auch reife Menschen für den Himmel wohnten, die wir mitnehmen wollten. Und so ging es lustig hinab, aber doch in der Ätherregion, denn auch da gibt es Landschaften, Häuser und alles solches wie auf Erden, aber alles nach den Graden des Fortgeschrittenseins einzelner Geister. Und so kamen wir bald in das besagte Tal, welches recht lieblich anzusehen war, denn es war eingerahmt von mittelgroßen Hügeln mit schönen Abhängen, wo Weinreben und Obstbäume in anmutigster Anlage prangten. Im Tale gab es einen schönen und großen Ort, um welchen ein klares Flüßchen dahinrann, welches voll edler Fische war, die sich fleißig darin tummelten.
An den Ufern des Flüßchens breiteten sich wie Samt glatte, grüne Wiesen voll herrlicher Blumen aus, die einen lieblichen Geruch verbreiteten. Die Häuser des Ortes waren bunt wie Würfel in allen Farben und recht lieblich anzusehen, und die Wege des Ortes rein wie in einem feinen Salon, denn ein Schmutz kommt daselbst weder von Menschen, noch von Tieren vor, da es letztere nicht gibt. Neben den Wiesen bereiteten sich schöne Weizenfelder aus, die schon reif und gelb erschienen. Wir traten in den Ort und begaben uns, ohne jemanden zu begegnen, hinein bis in die Mitte.
Als wir schon in der Mitte des Ortes waren, fingen von allen Häusern die Menschen an herauszuströmen und fragten uns, was wir wünschten und ob wir hungrig und durstig seien. Da trat Ich vor und sagte: »Ja, wir sind hungrig und durstig und so tut ihr gut, wenn ihr uns irgend etwas vorleget.«Sogleich liefen die Menschen in ihre Häuser und schafften uns her, was sie hatten, Brot, Obst und Wein, und entschuldigten sich, daß sie nicht mehr hatten uns vorzulegen. Ich sagte nun: »Was aus gutem Herzen gegeben wird, hat seinen Segen im Gefolge und kommt gut an, also will Ich es segnen und ihr verteilet es dann«
Sogleich streckte Ich Meine Hände aus, segnete es und sagte: Jetzt verteilt es schnell, damit alle etwas abbekommen. Die Leute schauten Mich an, wie ihre kleine Gabe für diese Riesenmenge von Menschen hinreichen könnte. Doch Ich tat, als wenn Ich nichts merken möchte und sagte: »An Gottes Segen ist alles gelegen! Daher: Auf Gott vertraut ist gut gebaut.« Damit habe Ich die Leute angefeuert, die Verteilung vorzunehmen. Wie sie aber sahen, daß der Vorrat immer gleich groß blieb, stutzen sie und fragten: »Ja, wer ist denn der junge Mann, daß sein Segen Wunder wirkt?«
Aber die Gesellschaft wußte nichts anderes zu sagen als: »Ein hoher Geist, unter dessen Leitung wir stehen und der alles weiß und alles tun kann. Mehr wissen auch wir nicht von ihm.« Mit diesem Bescheid mußten sie sich zufrieden geben und weiter verteilen bis zur letzten Person. Und als alles verteilt war, blieb auch für die Verteiler so viel übrig, als sie brauchten. Jetzt wurde das wohlschmeckende Mahl eingenommen, das Danklied gesungen und mit Musik begleitet, und somit alles getan, um die Gesellschaft in die beste und liebevollste Stimmung zu versetzen. Nachdem alles beendet war, sagte Ich zu den neuen Brüdern: »Bisher habet ihr uns bedient, nun kommt an uns die Reihe, euch das Gute zu vergelten.
Dieses aber soll dadurch geschehen, daß Ich euch in Meine Gesellschaft aufnehme und ihr immer so gute Kost und so feines Getränk habet wie heute. Seid ihr damit einverstanden.« Alle sprachen laut und sagten, daß sie damit einverstanden seien. Und somit blieben sie ohne irgend welche weiteren Fragen unter uns, da sie eben Christen und reif für den Liebeshimmel waren. Darauf sagte Ich: »Nun brechen wir auf und wandern wieder aufwärts.« Und so setzte sich die ganze Menge des Volkes bei drei und eine halbe Million Köpfen in Bewegung und schritt dann wieder aus dem lieblichen Tale hinaus.
Als wir wieder in der Gegend waren, wo wir früher eingemündet hatten, eröffnete sich uns eine prachtvolle Landschaft, welche dem inneren Fortgeschrittensein der Menge entsprach, und da sah man allerlei Bäume und Gewächse, die wohl den irdischen ähnlich, aber unvergleichlich schöner in Wuchs, Ästen und Blättern, Blüten und Früchten waren, was alle sehr erfreute.
Wir schritten auf einer prachtvollen Straße mit schönster mosaikartiger Einlage und eingezäunt mit Strauchgebüsch, welches in schönster Blüte stand und einen himmlischen Geruch verbreitete. So wanderten wir die Landschaft entlang, bis wir in ihre Mitte gelangten. Hier blieben wir stehen, bis wir alle zusammengekommen waren, denn die Straßeneinzäunung war nicht in der Art, wie manche Reiche auf Erden ihre Gärten mit hohen Mauern umgeben und sie in ihrer Selbstsucht und ihrem Neid den Augen der Vorübergehenden entziehen, als hätten sie dieselben um eine hohe Summe Geldes vom Eigentümer im Himmel erkauft, sondern sie war oft unterbrochen, um aus der Straße freien Eingang zu gewähren, auch war sie ganz niedrig, damit man die ganze Pracht. der geistigen Gartenkultur beschauen und bewundern konnte.
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