← Zurück zu „Vaterbriefe Band 3“

Geistige Entsprechung unserer Zeit mit der Zeit von Christi Geburt

373. – (Den 23. Dezember 1883)  Geistige Entsprechung unserer Zeit mit der Zeit von Christi Geburt

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot vom Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzet würde“ U.  Luk,2.

Liebe Kinder!

In der Weihnachtszeit feiert die Christenheit das Andenken an Mein kommen in die Welt, und viele sehnsüchtige Herzen fragen: Wann wird wohl der gute Jesus zum zweiten male wiederkommen? Und Ich rufe ihnen zu: „Hebet eure Hände auf und sehet, dass die Zeit nahe ist!“ Denn die Zustände der Jetztzeit gleichen so sehr den Zuständen in der Zeit als Ich geboren wurde, wo zumeist finsterer Unglaube und Aberglaube unter dem Volke, Menschenfassungen und Herrschsucht unter den Pharisäern und Schriftgelehrten vorherrschten. Dazu kommt nun noch wissentliches und vorsätzliches Unterdrücken alles dessen, was sie suchenden Seelen hätte mehr aufklären können – über die geistige Dinge.
           
Weil aber die Pharisäer bei der Unwissenheit de Volkes ihren materiellen Wohlstand immer mehr erweitern konnten, so wurde das Volk hingehalten, mit dem zufrieden zu sein, was diese Vorgesetzten für gut fanden, ihnen mitzuteilen. Da aber infolgedessen gar kein geistiger Gewinn mehr für wert und wichtig gehalten wurde, so verstockten sogar die Leiter das Volk selbst, und das Volk verfiel dann nicht nur in Unglauben und Aberglauben, sondern in sittenloses Verderben, was sich auch an den äußeren Verhältnissen fühlbar machte, so das der Mensch den meisten Teil seines (geistigen) Übels verlor, und oft unter den Tieren stand, in Beziehung auf sein Thun und Treiben.
           
Ich bezeichnete diesen Zustand öfters im neuen Testamente, und sagte Meinen Jüngern: „Wenn dies Alles sich vollends so gestaltet, so hebet eure Häupter auf und merket, dass die Zeit nahe ist, wo der Herr zum Gerichte kommt; aber ihr sollet dann gleich sein den klugen Jungfrauen, die Öl in ihren Lampen haben, oder welche die Liebe im Herzen tragen, mit welcher sie dem Herrn freudig entgegengehen können.“
           
Auch euch gelten heutzutage die gleichen Worte: „Hebet eure Häupter auf .“ und  Blicket auf die geistigen Zustände um euch her, und ihr werdet erkennen, dass es nur noch durch Meine Hilfe und Mein Kommen möglich ist, aus dem Gräuel der Verwüstung (auf geist. Gebiet) wieder einen „Garten Gottes“ zu machen, worin die Menschen ihren wahren Seelenadel wiedererkennen, und darnach streben denselben zurückzugewinnen; und wenn ihr dies erkennt, so glaubet fest, dass Ich es auch tun will, gleichwie zu jener Zeit, wo ebenfalls nur noch einige Seelen es waren, die um Abhilfe dieser Finsternis seufzten, und sich auf Mein kommen freuten; aber um dieser Wenigen willen werde Ich Mich abermals aufmachen, und den Weg der Errettung Vieler anbahnen, und zwar abermals (zunächst) durch Vorkehrungen im Stillen, bis die Zeit erfüllet ist, wo Ich Einzug halten will, und Mir dann das ganze Volk ein Hosianna singen wird!
           
Einstweilen aber teilet ihr mit Maria Euer Loos, die bald freudig, bald traurig über ihre Verheißungen war; aber doch dabei stets zunahm im Vertrauen auf ihren Gott und Vater, bis sie zum seligen Schauen gelangte.

Amen!

(Siehe in der Jugendgeschichte Jesu, Kp, 14, d. Hsg.)

← Zurück zu „Vaterbriefe Band 3“