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Über Freundlichkeit und Demut

372. – 16. Dezember 1883 Über Freundlichkeit und Demut

„Er aber sprach: die weltlichen Könige herrschen und die Gewaltigen nennt man gnädige Herren; aber nicht also, sondern „der Größte unter euch solle sein wie der Jüngste, und der Vornehmste wie ein Diener; denn welcher ist der Größte: der zu Tische sitzt oder der da dient? Ist`s nicht also, der zu Tische sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener!“ Luk. 22, 25

Liebe Kinder!

Ehe Ich Mich von Meinen Jüngern durch den Tod trennen musste, gab Ich ihnen noch viele Belehrungen über das Verhalten auch in äußeren Dingen, welche oft für viele, die da meinen, daß sie in Verbindung mit Mir stehen, zu wenig beobachtet werden, was sowohl für ihr eigenes Seelenheil, als für Andere großen Nachteil bringt.

Es ist hauptsächlich die demütige Freundlichkeit gegen die Mitmenschen, welche gar viele gute Früchte bringt, wenn sie geübt wird!
         
Es kann z.B. ein Mensch im Innern sehr viel Liebe haben, für seine Mitmenschen und für dieselben fleißig beten; glaubt aber dieselben immer ernst und strenge behandeln zu sollen, weil auch seine äußere Stellung oft eine mehr glänzende ist, anstatt daß er mit Freundlichkeit und Demut sich mit solchen in Verkehr zu setzen sucht, die er als geistig Arme und oft auch als leibliche oder irdische Arme bemitleidet, und da sage Ich euch:
           
Wenn der Mensch zuerst seine eigene Ehre und Überlegenheit solch arme Menschen fühlen lässt, und glaubt dann hintendrein noch geistigen Gewinn für Mich zu machen, so arbeitet er vergebens in Meinem Weinberge!
           
Darum habe Ich euch hierin in Meinen Erdenleben Beispiele gegeben, indem ich sagte: „Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß Er sich dienen lasse, sondern daß Er diene“ u.s.w. (Markus 10,24) und legte Meinen Jüngern die Frage vor: „Welcher ist denn der Größte? Der zu Tische sitzt oder der da dienet? Ist`s nicht also, der zu Tische sitzt? Ich aber bin unter euch wie ein Diener!“
           
Ich wollte sie darauf aufmerksam machen, dass Meine Lehre sich von den Ansichten der Menschen unterscheidet; denn auch in den äußeren Verhältnissen richten sich die Weltmenschen ganz verkehrt nach Ansehen und Ruhm; sie suchen dieselben durch ihr stolzes Auftreten zu erlangen, währen Ich in die wahre Demut das größte Ansehen und die größte Macht legte – Andere zu beeinflussen und sie zum Gehorsam zu bringen.
           
Beobachtet es nur in eurer Umgebung, ob ein herrschsüchtiges Wort so viel Liebe und Achtung erzeugt, als ein freundliches liebevolles Wort?
           
Z.B. der Diener, der da weiß, daß er nicht nur seinen wohlverdienten Lohn erhält, sondern auch noch liebevolle und freundliche Behandlung, wird gleichfalls suchen, nicht allein aufzumerken auf die Befehle, sondern er wird auch unausgesprochene Wünsche, welche ihm bekannt sind, zu erfüllen suchen; und wie gerne wird solch ein Diener sich belehren lassen über die Anschauungen, welche seinem Herrn gelingen, seinem Diener auch eine geistige Erziehung angedeihen zu lassen, und so ist dann der Gebieter der „Diener in Meinem Namen“ geworden!
           
Darum: Welcher unter euch der Größte ist, der diene den Andern, so wird auch euch das Reich beschieden, welches Mir der Vater oder die ewige Liebe beschieden hat.

Amen!
Euer Vater in Jesu.

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