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Von der verkehrten und von der rechten Art (Matth.13.)

468.  –  15. August 1885  Von der verkehrten und von der rechten Art (Matth. 13. )    

Liebe Kinder!

Nachdem Ich in verschiedenen Gleichnissen bei Meinen Jüngern und dem Volke über das Reich Gottes geredet hatte, und dieselben Mir nicht widersprechen konnten, weil zugleich der h. Geist ihnen im Innern die Wahrheit Meiner Worte bezeugte, so suchten sie auf allerlei Hindernisse zu stoßen, um die Wahrheiten, welche ihnen nicht nach Wunsch waren, weil sie zu stark gegen ihren bösen und verkehrten Lebenswandel zeugten, zu entkräften.

Darum bemühen sich Viele der Pharisäer und Schriftgelehrten Meine Person vor dem Volke unbedeutend zu machen: „Woher kommt Diesem solche Weisheit und Taten, ist er nicht des Zimmermanns Sohn, heißt nicht seine Mutter Maria? und seine Brüder Jakob, Joses und Simon und Joël, und seine Schwestern (Pflegekinder Josefs9sind sie nicht bei uns! woher solle denn Ihm das Alles kommen? Sehet, liebe Kinder, solche Fragen stellen die Menschen bei göttlichen Wahrheiten, welche Ihnen oft durch einen einfachen armen Menschen enthüllt werden!

Es ist dies ein Zeugnis ihres inneren Zustandes, dass sie meinen auch Ich richte Mich im Verkehr mit einer Seele oder irgend einem Menschen nach dessen äußeren Verhältnissen, und halte eine in der Welt hochgestellt Person ebenfalls für würdiger mit ihr zu verkehren, als einen Armen und Unscheinbaren; sie vergessen dabei ganz, sich Meiner Darniederkunft in die Welt zu erinnern, wo Ich auch einen (natürlichen) Schafstall einem Palast vorzog; aber in jenem Stalle war die Herrlichkeit des Himmels größer, als im Tempel zu Jerusalem, denn da herrschte nur noch der schein von der Gottheit; aber in der Bethlehemshöhle war Ich Selbst mit Meiner Liebe, Größe und Macht.

Ebenso ergeht es Mir mit den Herzen, in welchen Ich Wohnung nehme, dieselben sind von Mir auch nicht durch äußere Pracht ausgezeichnet, noch durch Reichtum es ist dieses gar selten der Fall, sondern ihr demütiges Herz ist es, das Ich besuche.

Darum gehören solche Nachfolger von Mir, welche noch Wert auf die äußere Stellung ihrer gleich gesinnten Brüder legen, noch zu der verkehrten Art, welche die Welt höher achtet als Mich, und Solche sind noch nicht reif genug zum (tieferen) Verstehen des (eigentlichen) geistigen Sinnes Meiner Lehre; sie halten sich noch zu viel am Äußeren auf, und erkennen Mich noch zu wenig, als den liebenden Vater der Armen und Schwachen, durch welche ich Mich zu verherrlichen suche.

Es ist ein untrügliches Zeugnis den Weltmenschen gegenüber, wenn ich einem einfachen Menschen, der ohne alle Gelehrsamkeit aufgezogen wurde, Meine Worte der Wahrheit ins Herz lege, um durch ihn sie auch Andern mitteilen zu lassen. Wenn ihr durstig sein und eine Quelle mit frischem Wasser findet, so werdet ihr zuerst trinken, ehe ihr euch nach dem Kanal erkundiget, durch welchen euch das Wasser zugeführt wird, auch wird es euch selten gelingen denselben genau kennen zu lernen, und ihr werdet euch mit dem guten Wasser zufrieden geben; welches euch erquickt hat und euch immer wieder erquickt.

Ebenso haltet es mit dem (neuen) direkt geoffenbarten Worte, forschet nicht misstrauisch nach dem Kanal, durch welchen es euch zufließt, sondern überlasset Mir dabei die Wahl, wen Ich dazu bestimme, dass ihr euch nicht durchs Grübeln darüber des vollen Segens beraubet, und prüfet das Wasser, ob es lebendig zur Tat macht, und euch erquickt, wenn ihr schmachtet, damit Ich leichter mit euch verkehren kann  als euer Vater.

*) „Das gerechte Leben ist nicht unser (Verdienst), sondern des Herrn, und sit eine Gnade“, spricht Maria, in der Jugendgesch. Kap. 6, 28. D. Hsg.

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