469. – 14. Juni 1885 Kinder Gottes müssen uneigennützig geistig lieben lernen
„Und Er hat Seine Wurfschaufel in der Hand; Er wird Seine Tenne fegen, und den Weizen in Seine Scheune sammeln; aber die Spreu wird Er verbrennen mit ewigem Feuer.“ (Matth. 3. 12.)
Liebe Kinder!
Johannes war als Wegbereiter von Mir bestimmt, um die Menschen auf Mein Kommen aufmerksam zu machen, und er war darum auch mit meinem Geist erfüllt, welcher ihn Meinen Rettungsplan, dass derselbe geistiger Art sich ereignen würde, erkennen ließ. Er sah mit seinem Geistesauge das große Verderben der Menschen, die argen Zerrbilder in der Entstellung Meines Ebenbildes; er erkannte aber auch Meine Gottheit in Mir; und darum auch Meine Allmacht, welcher es wohl möglich ist, dem Verderben entgegen zu steuern.
Dieses gab ihm Mut, mit Ernst und scharfen Worten den Pharisäern entgegenzutreten, und ihre Heuchelei aufzudecken; auch war es die Beeinflussung Meines Geistes, welche ihn zu seinem schwierigen Auftrage tüchtig machte; denn Ich erwähle Mir stets Männer und Propheten, welche Meine Reichs-Pläne auszuführen bestimmt sind. Weil aber auch solche Seelen, wie die andern Menschen, zum Guten und Bösen Neigung haben, so ist der Feind, Mein Gegner, besonders darauf bedacht dieselben zu stürzen, und benützt alle ihre für Meine Zwecke günstigen anlagen in ihnen, um dieselben zu seinem Nutzen zu erobern.
Ihre Standhaftigkeit sucht er in Eigensinn zu verwandeln, ihr Vertrauen vermessen zu machen: gleichwie derselbe auch Mich Selbst aufforderte, Mich von der Zinne des Tempels herunterzustürzen; denn sein Einfluss ist ein sehr starker. Daher es auch oft bei solchen Männern vorkommt, dass sie ungeahnt große Gefahr laufen, weil der Satan alle List anwendet dieselben zu verderben, wozu demselben leider auch viele dienstbare Geister folgen, die ihm dazu behilflich sind.
Ich muss darum auch Meinen Schutz für solche Seelen verstärken, und aus ihren Abirrungen Gutes stiften, Meine Gnade ihnen reichlich zufließen lassen, was Ich aber mehr tun kann, wenn für Solche von ihrer Umgebung und von ihren Gleichgesinnten gebetet wird; denn es ist höchst notwendig, dass Mir solche Seelen erhalten bleiben, hauptsächlich in Zeiten, wo Ich große Bekehrungsversuche machen muss, um die Zahl Meiner Kinder zu vermehren, die immer mehr abnimmt, und doch die Zeit der Ernte nahe ist.
Sorget auch ihr, dass durch eure Liebe und euer Zutun die Freudigkeit Solcher erhalten bleibt, in welche Ich den Drang lege, für Mein Reich zu werben, und wenn euch auch manches dabei zu unternehmend vorkommt, so wisset, dass Ich stets nach dem innersten Drange im Herzen und dessen Triebfedern Meine Hilfe und Meinen Segen dazu gebe; denn ich weiß ja wohl, dass ich es mit schwachen Menschen zu tun habe; aber Ich bin auch langmütig, die Schwächen derselben mit Meiner Vaterliebe zu übersehen, und bin mächtig genug sie zu beschützen. Johannes sagte darum zu den Pharisäern von Mit: „Er wird Seine Tenne fegen, und den Weizen in die Scheunen sammeln“; also will Ich es wiederum in der Jetztzeit halten.
Amen! Euer Vater!
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