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Von der bußfertigen Sünderin

470.  –  den 19. April 1885 Von der bußfertigen Sünderin

(Zur Konfirmation)  „Niemand kann zwei Herren dienen; entweder er wird  Einen hassen, und den Anderen lieben, oder er wird Einem anhangen,  und den Anderen verachten. „Ihr könnet nicht Gott dienen und dem Mammon!“ (Matth. 6, 24.)
 

Liebe Kinder!

Diese Worte möchte Ich recht tief ins Herz derjenigen Kinder rufen, welche nach der Kirchen Ordnung aufgefordert werden, heute ihren Taufbund zu erneuern; denn dieser Akt wird von Mir gesegnet, wenn er eine Übergabe des Herzens an Mich ist, und die Kinder nun selbst empfänglich sind für die Gaben des h. Geistes, welche sind: die Erkenntnis in göttlichen Dingen und aller göttlichen Wahrheiten; jedoch nicht also, als ob dieselben nun bei ihnen schon in solchem Grade vorhanden seien, dass eine weitere Ausbildung und ferneres Forschen und Suchen nun nicht mehr nötig wäre, sondern dasselbe soll nun erst recht anfangen, weil nun erst mit dem Austritte aus den Schuljahren der Eintritt ins praktische Berufsleben mehr beginnt, und das Erkennen, Wissen und Ergreifen des Gelernten nun sich in der Tat ausdrücken soll; hauptsächlich die Liebe und die Neigungen der Seele werden nun den Kindern mehr selbst überlassen.

Sind dieselben bis dahin von ihren Eltern und Lehrern so erzogen, dass sie das Göttliche und somit das Gute höher achten als das Materielle, so will Ich dieselben zur Freude ihrer Erzieher so segnen, dass ihre ewige Wohlfahrt gesichert ist, und also soll der Konfirmationstag als Tag (des Beginnens) der Wiedergeburt ihnen ein heiliger Tag sein, ein Tag des Gelöbnisses, auf welches weiter gebaut werden kann. Aber wie viele Kinder sind es, in welchen schon von Geburt an der Keim des Guten durch Gleichgültigkeit und böses Beispiel der Eltern erstickt wird, die sich nicht die Mühe und Zeit nehmen, ihre Kinder zu Mir zu führen, und sie von Meiner Liebe und Macht zu belehren, sondern sich oft mehr um ihre Haustiere, als um ihre ihnen anvertrauten Kinder bekümmern.

Bei den Armen heißt es: ich habe weder Mittel noch Zeit mehr zu sorgen, und bei den Reichen gilt es zum guten Tone in der Jetztzeit, nicht mehr solch einfache göttliche Wahrheiten ihren Kindern beizubringen, damit dieselben nicht lächerlich vor den Weltmenschen erscheinen; es gehört das Beten, das Beschäftigen mit Mir nicht mehr zu einer hohen Bildung, sondern Ich und alles von Mir Ausgehende ist eine untergeordnete Nebensache, und doch müssen die Kinder an ihrem Konfirmationstage den Eid der Treue Mir schwären, weil es so Sitte ist. Wie viele Meineide kommen an solchen Tagen vor, welche nicht den Kindern, sondern den Eltern und Erziehern zur Sünde angerechnet werden müssen.

Diese zarten Pflanzen verdienen Mitleid; denn sie hören, sehen und wissen nichts Bessres; daher muss Ich oft hintendrein mit strengen Erziehungsmitteln nachhelfen, wodurch Kinder und Eltern viel Kreuz durchzumachen haben, und es sind dies die Folgen schlechter Erziehung. Wie wenig wird für die Kinder gebetet, dass sie gut werden möchten! wenn es hochkommt, geschieht es nur bei besonderen Krankheitsfällen für die leibliche Gesundheit; aber das geistige Verkrüppeln ist nicht, wie viele Eltern meinen, ihre Schuld; und sehet, darin liegt die größte Ursache des menschlichen Elends, dass zu wenig Wert auf geistige Erziehung gelegt wird, und weil dieselbe nicht gepflegt wird, so wird sie immer seltener; aber dagegen prägt sich der Sinn fürs Materielle immer stärker in den Gemütern aus. Darum sagte Ich euch: Niemand kann zwei Herren dienen! Wählet entweder Mich oder die Welt! Ich lege euch Beides vor: den Segen oder den Fluch; und wisset, dass Ich kein Herz annehmen kann als Übergabe, das den Mammon mehr liebt als Mich!

Amen! Euer Vater.

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