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250.  Vom rechten Gebet

250.
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25. September 1881
Lukas 18

Liebe Kinder!

In dem Gleichnis von der Witwe, die zum Richter kam mit der Bitte: "Rette mich von meinem Widersacher!" liegt abermal eine Entsprechung für Meine Kinder, welche gleichsam ohne äußerliches Oberhaupt sind, und wie verlassen dastehen, weil sie viele Gegner haben an den (Buchstaben- und) Zeremonien-Christen, von welchen sie vieles dulden müssen; denn denselben ist das Eingehen in die Gebote, wie sie der Geist verlangt, sehr unliebsam, und können sie deshalb auch an andern es nicht ertragen, wenn diese das Wort ins Leben bringen; daher stehen die wenigen wahren liebetätigen Christen so vereinsamt da, und wenden sich an Mich als ihren Richter, damit Ich ihnen beistehen solle.
Obschon Ich nicht nötig habe, daß diese Scheinchristen Mich verehren, bloß oberflächlich dem Scheine nach, so will Ich ihnen doch Zeit lassen zur Umkehr, und trage sie mit Langmut; aber auch Meinen bedrängten Kindern will Ich zu Hilfe eilen in der Not, und deshalb habe Ich die tröstlichen Worte mit diesem Gleichnis verbunden: "Sollte aber Gott nicht auch hören Seine Auserwählten, die zu Ihm Tag und Nacht rufen, und sollte Geduld darüber haben? Ich sage Euch: Er wird sie erretten in einer Kürze.
Auch jetzt ist Meine unsichtbare Kirche der Hilfe recht bedürftig, und Ich will Mich aufmachen und sie erretten von dem Fürsten der Finsternis, welcher da ist der Widersacher, weil er wohl weiß, was um Meinetwillen im Verborgenen geschieht, das ihm den Untergang bereitet; denn bei allem was im Stillen geschieht, sei es von einer Gemeinschaft oder von einer einzelnen Seele, da ist die Demut vertreten, denn es geschieht nicht aus Ruhmsucht, sondern aus Liebe und Vertrauen zu Mir, und also handelnde Seelen gehören zu den Auserwählten, welchen Ich Meine Hilfe will innerlich und äußerlich zukommen lassen; darum Ich auch allen, die Mich auf diesem Wege suchen, so sehr das Gebet anempfehle; denn es ist eine stille Hingabe an Mich, wobei Meine Liebe nicht widerstehen kann, die an Mich gebrachten Bitten anzunehmen und zu segnen; haltet auch deshalb im Stillen ganz zu Mir, und lasset nicht ab mit Bitten, wenn ihr auch nicht gleich eine Erhörung nach eurer Ansicht findet, dann will Ich euch doch nicht waisen lassen.
Haltet euch immer wieder an die biblischen Verheißungen, wenn euch will bange werden bei den Glaubensproben, die zu eurer Erziehung gehören; denn nichts hat mehr Prüfungen nötig als das wahre Vertrauen zu Mir, verbunden mit Herzens-Demut.
Wollet ihr deshalb obige Trostes-Worte auf euch anwenden, so prüfet euch vorher ernstlich, ob ihr euch zu den Auserwählten zählen könnet, die Tag und Nacht vor dem Throne stehen mit der Bitte und Danksagung, oder ob ihr all euer Tun und Lassen um Meinetwillen einrichtet, und all euer Anliegen Mir vortraget!
Manchmal muten Meine Kinder Mir auch zu, Unrecht zu üben, z.B. verlangen sie manchmal eine Strafe für eine Seele, die besser ist als sie, die aber ihnen zu wenig Lob spendet, da solle Ich auf lieblose Urteile hin ihre Mitmenschen richten, und da würden sie stolz darauf sein, wenn Ich solch törichte Wünsche ihnen befriedigen würde, anstatt daß sie bedenken, daß Ich nur Liebe bin, und also nur erhören kann, was in der Liebe Mir vorgetragen wird.
Daher erwäget eure Gebete wohl, ob dieselben der Liebe entspringen und nach Meinem Willen geordnet sind, ehe ihr die Erhörung derselben verlanget.
So, liebe Kinder, sollet ihr, ehe ihr betet, genau prüfen wie und um was ihr bittet, damit ihr nicht kleingläubig werdet beim Verziehen Meiner Hilfe.

Amen.

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