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18. September 1881
Apostelgeschichte 2
Liebe Kinder!
In der jetzigen Zeit wiederholt sich auch wiederum dasselbe Vorkommnis, welches in der Apostelgeschichte beschrieben steht, im zweiten Kapitel, von der Ausgießung des heiligen Geistes (vergl. auch Nr. 36 Pfingstsegen); doch hätte ein auffallendes Wunder dabei für die jetzige Menschheit gar wenig Wert; denn sie hat es der Mehrheit nach in ihrem Eigendünkel so weit gebracht, daß ihr Verstand selbst da zu deuteln wagt, wo er auch gar keinen Anhaltspunkt zum Beweise hat.
Es ist dies ein Zeichen der Widersetzung von Seite der meisten Menschen gegen Mich (die Wahrheit) Selbst, als ob sie Mich gänzlich bemessen und sogar selbst abgrenzen könnten, wie weit Meine Macht, Meine Liebe, und durchaus Mein Verkehr mit ihnen gehen dürfte!
Anstatt daß sie bei oft wunderbaren Fällen daran denken sollten, daß der Mensch nach Meinem Ebenbilde beurteilt, noch viele verborgene Kräfte in sich birgt, beurteilen sie Mich nach sich selbst (d.h. in ihrem nunmaligen verkehrten Zustande), als ob auch Ich, weil sie stolz sind, ebenso Mich gebärden müßte, oder weil sie lieblos sind, es unter Meiner Würde wäre, wenn Ich mit aller Liebe mit den Menschen, als Meinen Kindern verkehren will, während Ich sie doch nicht bloß geschaffen und erlöst habe, sondern sie auch nach Meinem Ebenbilde erziehen möchte.
Leider gibt es nur Wenige, die es glauben können, daß Ich direkt mit den Menschen verkehre, und die große Mehrzahl hat sich im Herzen noch nicht genug mit Mir beschäftiget; daher ist solchen Ungläubigen Mein Lebensgang mit den Meinen noch zu fremd, weil eben ihre Stunde noch nicht gekommen ist, wo Meine Weisheit es für gut findet, stark bei ihnen anzuklopfen.
Darum auch gehen diese neuen Kundgebungen von Mir nur ganz langsam in die Herzen ein, weil letztere zuvor durch allerlei Mittel dazu empfänglich gemacht werden müssen.
Leider sind Kreuz und bittere Erfahrungen die geeignetsten Mittel dazu, und Meine Liebe, welche lieber Freude und Glück geben möchte, zögert deshalb oft lange mit diesen passenden Mitteln, und läßt zuvor dem Menschen noch Zeit, frei zu wählen.
Sehet, liebe Kinder! was hier der Gang beim Einzelnen ist, das ist auch im großen Ganzen so; Meine Liebe zögert immer noch mit den scharfen Mitteln zu kommen, und daher geht es eben auch langsam mit der Annahme Meiner Vaterworte.
Eine Trübsal-Zeit würde wohl viel eher zum Suchen und zum Glauben antreiben, aber der Erfolg würde zumeist mit der Trübsal-Flut auch wieder zerrinnen.
Darum befleißiget ihr euch, Meine langmütige Liebe nachzuahmen, und seid zufrieden, wenn der Geist vorerst nur einzelne Seelen zur Überzeugung bringt. Gedenket dabei der Worte, welche Ich dem Abraham gab: "Um 10 Gerechter willen will Ich das Land schonen", und machet es auch wie Abraham, der bittend für seine Nachbar-Stadt zu Mir kam.
Also sollet auch ihr bittend für die ungläubige Herde zu Mir halten, damit noch viele können durch den Liebe-Geist gerettet werden, was einen viel größeren Gewinn der Seele bringt, als wenn dieselbe durch Zwangsmittel muß gerettet werden.
Haltet euch zur Zeit, wenn Ungeduld euch beschleichen will, immer an Mein Wort in der Heiligen Schrift; es ist ja darin für jeden Zustand des Herzens sowie für den allgemeinen ganzer Völker, Aufschluß zu finden. Noch rufe Ich euch heute besonders zu:
"Kommet her zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch erquicken."
Amen! Euer Vater!
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