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2. Oktober 1881
"So ihr die liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben?" – Lukas 6, 32 –
Liebe Kinder!
Bei diesen Worten will Ich euch aufmerksam machen, daß bei allen denen, welche Mich gemeinschaftlich verehren und wie ihr sagt eine Sekte bilden, immer wieder ein Hauptfehler sich einschleicht, indem sie ihre Bruderliebe zu sehr auf ihren engeren Kreis beschränken und sich dabei befriedigen.
Kommen sie nun mit ihren Mitmenschen in Verkehr, so verlangen sie so gerne Anerkennung, und durch diese Eigenliebe mißlingt ihnen jeder Versuch, für Mich eine Seele zu gewinnen. Diese Schwäche wird bei Manchem "Mut", Festhalten und Treue zur Wahrheit" genannt, während es doch ein großes Hindernis ist, Seelen, die mit einigem Vertrauen sich an andere oder an euch wenden, ganz auf Meine Seite zu bringen.
Daher, wenn ihr für Mich arbeiten wollet, so müsset ihr euch viele Demütigung von solchen Seelen gefallen lassen; denn sie werden euch scharf prüfen, ob ihr die Liebe auch selbst in euch traget, die ihr ihnen anzupreisen euch bemühet.
Wenn ihr aber dabei bedenket, wie viel Geduld und Langmut von Meiner Seite euch zukommt, so werdet ihr noch manches an euch finden, das nicht taugt, um Mir ernstlich zu dienen, daher könnet ihr also keinen großen Erfolg von eurer Arbeit erwarten.
Erst wenn eure Liebe soweit reicht, daß ihr um Meinetwillen eure Gegner so lieben lernet, daß , wenn sie euch auch schroff entgegen treten, ihr durch euer Benehmen gegen sie beweiset, daß eine geistige Liebe euch beseelet, welcher sie nichts entgegnen können, dann könnet ihr den gehofften Lohn erwarten und diesen werdet ihr dann hauptsächlich in dem Wachstum eures eigenen geistigen Lebens finden.
Lasset eure Nächsten zuvor eure Liebe im Handeln und in der Tat fühlen, ehe ihr sie durch Worte belehren suchet, und richtet es so ein, daß eure Mitmenschen angezogen durch euer Wohlwollen mit euch in Verkehr zu kommen suchen, anstatt daß ihr suchet ihnen so schnell als möglich eure (besonderen) Erfahrungen beizubringen.
Nicht Jedes ist fähig vieles zu wissen und zu begreifen, und jetzt da ihr die Zeit erkennet, wo es nötig ist Meine Worte den Menschen beizubringen, nun ist es auch nötig, euch genaue Verhaltungsregeln zu geben, wie Ich einst auch Meinen Jüngern vieles sagen mußte, ehe sie in die Städte gingen, um Mich zu verkündigen.
Vor Allem aber tut es Not, daß ihr euch selbst erkennet, damit ihr Fleiß tuet, abzulegen, was oft anderen ein Ärgernis gibt. Oft ist es zwar vor Meinen Augen gerechtfertigt; aber wenn ihr sehet, daß dieselben dadurch an ihrem Fortschritte gehindert sind, so opfert eure eigene Überzeugung der geistigen Liebe auf!
Amen! Euer Jesusvater!
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