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347.  Von der göttlichen Gnade

347.
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24. Juni 1883

Liebe Kinder!
Die Zeit, in welcher ihr euch der geistigen Entwicklung nach befindet, oder vielmehr das direkte (neu) Wort von Mir, das Ich da und dort ausstreuen lasse, gleicht ganz dem Gange der Natur, welche nach dem Frühjahre den Sommer zu erwarten hat, wo die Sonne alles mehr erwärmt, so daß aus der Blüte die Frucht entsteht, und nachher die Ernte kommt.
Auch auf geistigem Gebiete geht unbemerkt die Zeit der Saat oder der Frühling in den Sommer über, und die Sonnenwärme, welche ist im Geistigen die Gnade, oder "der heilige Geist", fördert die Keime zum Wachstume, und treibt dieselben zur Frucht.
So wie aber dem Auge das Wachstum selbst nicht sichtbar ist, sondern solches nur durch das Resultat bewiesen werden kann, (daß sich nämlich alles vergrößert und Früchte sich zeigen), so kann auch der geistige Fortschritt nicht gleich gesehen oder stets (richtig) beurteilt werden bei der bloßen Übersicht, sondern dieses Ergebnis muß abgewartet werden, um sich an dem wirklichen Beweise eines Fortschrittes im Rückblicke erfreuen zu können.
So halte Ich es mit der Aussaat, die Ich teilweise in eure Hände legte; ihr sollet aus Liebe zu Mir viel mehr tun, als in der Hoffnung auf guten Erfolg; denn Ich habe Mir vorbehalten, euch denselben nicht beim Anfange, sondern erst beim Fortgang und Ende erschauen zu lassen. Mein Same, auf diese (liebrechte) Weise ausgeworfen, verwahrt die Keimung vor vielem Unkraut, und die Ernte wird ebenso rein werden, wie die Aussaat war, und wird die wahre Frucht liefern zu fortwährender Vermehrung.
Hiermit erhaltet ihr eine Antwort auf die Frage: "warum doch die Ernte noch gar so spärlich in Aussicht stehe, während doch der Eifer im Säen bei euch redlich und groß sei?"
Ich sage euch daher nochmals: "Dies geschieht deshalb, damit unter die Saat sich nicht zu viel Unkraut vermenge; daher muß Ich sehr wählen, wem Ich den Samen anvertrauen kann, und oft müssen auch solche, welchen Ich denselben zugedacht habe, vorher noch zubereitet werden; so geht es überhaupt sehr langsam, wie auch an der einzelnen Seele, bis der Same triebfähig gemacht ist.*)
Doch sollen deshalb alle, welche den Drang in sich fühlen zu säen, im vollen Vertrauen auf Mich und in der Liebe zu Mir, ihrem Drange folgen; aber ohne Anspruch darauf zu machen, die Früchte bälder zu erschauen, als es nach Meiner Weisheit eben geschehen kann.
Gleichwie in der Natur jedes Jahr eine Ernte gehofft wird, und dieselbe in der Regel auch erfolgt, ähnlich so auch im geistigen Boden, die Ergiebigkeit derselben ist in eure Aussaat gelegt, und je reiner diese, desto besser die Frucht, je eifriger ihr säet, desto größer die Ernte.
So fahret denn fort zu sorgen, daß der Same, welchen Ich euch gebe, rein und ohne andern Antrieb als aus Liebe zu Mir stets mehr ausgestreut werde, und seid dabei Meiner Vaterliebe versichert! Amen! Euer Jesus.

*) Wie der Herr anderswo sagt: " Es ist noch nicht Zeit, daß das neue Licht jetzt schon allgemein werde, sondern vorerst kann Ich nur einzelnen Wenigen diese Gnade der Erkenntnis desselben geben", nämlich die durch Führung dazu vorbereitet sind; unsere Hauptmission liegt in der Fürbitte. D.Hsg.

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