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1. Juli 1883
Lukas 20, 34 ff.
Die Kinder dieser Welt freien und lassen sich freien.
Welche, aber würdig sein werden jene Welt zu erlangen, und die Auferstehung von den Toten, die werden weder freien, noch sich freien lassen.
Liebe Kinder!
Diese Worte sind, wenn sie nicht im Zusammenhange stehen mit der Frage der Pharisäer, mit deren Ansichten und der Triebfeder, aus welcher diese Frage hervorgegangen war, nicht ganz richtig verstanden worden; denn viele glauben auf diese Worte hin, daß das Freien oder sich Vermählen hinderlich sei, um zur wahren Auferstehung zu gelangen; doch hier in diesem Kapitel beziehen sich diese Worte auf den Standpunkt der Pharisäer, welche wohl wußten, wie das Volk alles Glück auf die Ehe setzte, und die Trennung derselben durch den Tod ihnen als das Furchtbarste vorkam, darum setzten sie ihren ganzen Trost in den Fortbestand der Ehe nach dem Tode, und konnten sie sich ohne denselben keine Seligkeit denken. Daher die Pharisäer Mir damit eine ganz verfängliche Frage zu stellen glaubten; denn da hätten sich ja 6 Seelen unglücklich fühlen müssen, und nur die 7te Seele konnte etwa selig werden. Ebenso war es schon vielmals in der Welt vorgekommen, (weil viele Ehen getrennt werden) daß die Hinterbliebenen sich nochmals verbinden, um für die Seligkeit auch in dieser Schule ein besseres Examen zu machen.
Es hängt aber der Ehe-Fortbestand in der Ewigkeit nur von ihrer geistigen Harmonie ab, und von Meiner Weisheit und Gnade; auch trenne Ich keine Ehe, ohne daß Meine Liebe dabei mitwirkt, denn sie allein vermag besser zu durchschauen, was dem einen oder dem andern den größten (Geistes-) Gewinn bringt.
Weil aber Meine Liebe bei Meinen wahren Kindern mehr wert gehalten und gepflegt werden soll, als wie sie sich selbst gegenseitig lieben, so kann da eine Trennung im Jenseits, wo die Seele zum Schauen gelangt ist, und Meine Wege besser versteht, von keiner so großen Bedeutung sein, daß es die Seligkeit stört; besonders wenn auf der Erde nicht das gleiche geistige Streben unter den Ehegatten vorhanden war. *)
Um aber hier ein Mißverständnis zu verhüten, sage Ich euch, daß nicht die Form, in welcher Ich von jedem Einzelnen geliebt werde, hier entscheiden kann, sondern das Maß der Liebe.
Es gibt in allen Parteien Kinder von Mir, die in der Liebe gleich groß sind, was also nicht in der Form liegt, nach welcher sie Mich lieben lernten, sondern in dem redlichen Willen Mir gehorsam zu sein.
Ich segne jede Seele, und wenn sie auch zu den verschiedenartigsten Parteien gehört, wenn das Herz dabei Mich wirklich liebt, und mit denen will Ich Mich Selbst vermählen, so daß sie einst in der Auferstehung Mir willenlos ihre weitere Verbindung zur Seligkeit überlassen.
Meine Liebe weiß auch hierin alles so zu schmelzen, daß die Seele nicht gehindert wird, ihre volle Seligkeit zu genießen.
Meiner ursprünglichen Anordnung gemäß sollte es allerdings so sein, daß eine Ehe für alle Ewigkeit gültig schon auf Erden geschlossen werden sollte; doch der satanische Zerstörungseifer ist besonders auch auf diesem Gebiete gar groß; darum sind es so Wenige, die diese Aufgabe recht beobachten, und muß Ich allerlei Mittel anwenden, um wenigstens die einzelne Seele zu retten, wenn es nicht möglich ist, zugleich auf beide Eheleute einzuwirken; denn wo man nicht gemeinschaftlich zu Mir hält, da muß Ich die Erziehung im Einzelnen leiten; oft aber nur auf unbestimmte Zeit, um später desto gründlicher gemeinsam geliebt zu werden.
Und so sehet ihr, daß auch in der Ehe Vieles dargeboten ist, um die Seligkeit zu erlangen, und also sowohl die da freien, als die da nicht freien, in Meine Erziehungsschule aufgenommen sind!
Eine Vermählung aber soll euer Wunsch und Trachten sein, zu dem Zwecke, um von ganzem Herzen euch immer mehr mit Mir zu verbinden, als mit dem Urheber eurer Seligkeit. Amen!
*) Das Urgrundgebot heißt: "Liebe – Gott über Alles!" Das Wort Pauli: "besser heiraten als Brunst leiden, aber noch besser ledig bleiben" – ist besonders für die damaligen Umstände der Jünger, jetzt aber nur ausnahmsweise passend, doch nicht allgemeine Wahrheit, wie es ja überall und in allem Ausnahmen gibt. Die göttliche Ordnung verordnete die Ehe vergl. z.B. in Matth. 19, 3 – 12; denn weit über solchen Ausnahmsratschlägen steht der universelle Liebewille des Herrn, wie er sich vor und nach der Sündflut aussprach: "seid fruchtbar und mehret euch!" und zwar auf Grund des Schöpfungszweckes der Erde, siehe in Nr. 48, ferner in Nr. 30, Predigt 8; in Nr. 39 u.A. Auch bei solchem Schritte gilt das – Trachtet am ersten nach dem Reich (und Willen) Gottes und seiner Gerechtigkeit usw.. Noch ist hierauf den wichtigen Wink hinzuweisen, in Matth. 19, 12; nur dürfte zu besserem Verständnis jetzt statt dem alten Luther’schen "verschnitten" – verhindert – gelesen werden. D.Hsg.
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