2.T-Kapitel 2
UR-Lebenskräfte, ihre Erscheinungsformen. Im Manugurturm
Auf halber Höhe jenes Hügels, der dem Priesterhaus gehört, fließt aus kunstvoll behauenem blau geädertem Stein ein kristallklarer Quell. Mehrere helle Erzbecher hängen am Gestein, und jedermann kann trinken. Niemand geht vorbei, ohne sich der Labe zu bedienen. „Wißt ihr“, fragt Hellaskus, indem er — weitergehend — bald seines Hauses Pforte öffnet, der ein wie goldener Schein entströmt, „woher die Quelle stammt?“ Die Landordnerin Minzobba sieht Hellaskus dankbar an. Sie hat wie ihre Mitordnerinnen eine sanfte, dennoch resolute Stimme, was mit ihrer Amtsarbeit zusammenhängt. Sie sagt:
„Das Wasser des gesamten Empyreum wurde bei Erschaffung seiner Sfären aus dem UR-Quell hergeleitet. Kein Wunder also, wenn die Quelle dieses Hauses, wo Gottes Fackelträger wohnen, ganz besonders edel ist. Ihren Ursprung weiß ich nicht genau. Das Meer bedeckt zwei Drittel des Myriiäon und reicht ungeheuer tief. Vielleicht hat die Quelle noch darunter ihre Zufuhr, die wie das Licht im Empyreum nicht versiegt. Aber laß uns hören, was du, geliebter Priester, uns zu künden hast.“
Sie sind im Manugurtum [VH13] angelangt. Die prächtige Empfangshalle dient zu Beratungen, ebenso der heiteren Geselligkeit. Für Letztere werden gern die mit Reblaub überdachten säulenflankierten Kypastern [VH14] benutzt. Der Hausherr richtet um den ovalen Tisch acht bequeme Stühle her.
Ein Hauswart bringt Brot, Obst, Wein und große Nüsse, die wegen ihrer Schmackhaftigkeit bevorzugt werden. Ihre Schalen lassen sich leicht öffnen, und die Früchte sind dem Manna gleich. Die Hauswarte versehen stets ein Ehrenamt. Rechts und links von Hellaskus sitzen die Landordnerinnen Aurole und Serpharma; rundum reihen sich die Landordner Achorbyo, Thekmanas, Imahais und Ragu-Ela, zwischen ihnen Minzobba. Er erntet Blicke voller Liebe und Dankbarkeit. Während des Mahles sagt er zu allen:
„Meine Zeit auf euerem Stern läuft ab. Allein — was euch noch am Herzen liegt, wollen wir besprechen. Die am Hauptquell gestellte Frage hat Minzobba gut erhellt; es stimmt. Etwas füge ich hinzu, und während meiner Worte könnt ihr jetzt bequem im Innersten eures lichtkompakten Sternes einen Vorgang sehen, der euch bisher noch unerkenntlich war.
Seht her“, Hellaskus zeigt auf die sich wie öffnende Diele vom Manugurtum, „noch unter der tiefsten Meeressenke liegt der Brunnen unsrer Quelle. Ihr erblickt, was einst fortgeschrittene Menschen in Lo-Ruhama trotz vermeintlich großen Eindringens in ihre kosmische Natur nicht verstehen würden, in abwechselnden sich wiederholenden Windungen kommt vom unsichtbaren UR-Quell Strahl um Strahl, welche alle Dinge speisen.
Jeder Wellenstrahl verwandelt sich in die verschiedenen atomaren Stoffe, die das Empyreum, nicht zuletzt Lo-Ruhama erhalten. Beim Zusammenstoß von Wellenstrahl und Element wird die erforderliche ‚Triebkraft‘ produziert, die die Grundelernente Feuer, Wasser, Erde, Luft und deren eingegliederte Nebenelemente brauchen.
Euer Hauptquell ist nicht auszuschöpfen. Aber ohne Wellenstrahl versiegten im Verlauf gewisser Zeiten die den Werken überlassenen Lichtsubstanzen. Das bedeutete zugleich ein ‚Losgelöstsein‘ vom UR-Lebenskeim, außerdem die ‚Wesenstrennung‘ zwischen Schöpfer und Geschöpf. Da aber nicht einmal für einen Gott-Entfernten solche Löse in Lo-Ruhama besteht, daher spiegelt sich zum Heil und Segen aller Lichtbewohner die ‚wesenhafte Herzverbindung‘ mit dem UR-Vater in allen Schöpfungsdingen wider.
Der Wellenstrahl wird zum lichtsubstantiellen Wasser, sobald er mit dem Brunnen den Kontakt bekommt. Seht noch euere Feuerküche in der Tiefe an. Auch ihre Unversiegbarkeit erhält ein Wellenstrahl. Die Feuerküche bietet neben ihrer Wärme noch den ‚Strom‘ für eure Altarflammen. Soweit tunlich, können davon alle Sternbewohner bei euch unterrichtet werden.
Ihr seid erfreut, daß eines der letzten Rätsel eurer geistigen Naturwissenschaft zu lösen war. Es läßt sich nun in Lebensdingen nützlich weiterfußen; und mit gutem Fleiße werdet ihr bald soweit sein, daß in allen Häusern neben manchem Nützlichen noch Feuer- und auch Wasserzapfen anzulegen sind, die man niemals neu zu nähren oder abzuschließen braucht.“
Der handwerkliche Landordner Achorbyo bittet um das Wort. „Wäre es nicht besser“, fragt er, „beides trotzdem abzustellen, wenn man es nicht braucht? Alles Gute kommt von Gott! Zu kostbar sind die guten Gaben, zwecklos sollte man sie nicht verbrennen, nicht verrinnen lassen. Gib mir bitte einen Wink, Hellaskus, wie sich das vermeiden läßt.“ Der Priester lächelt.
„Lieber Freund, Bach und Fluß wälzen unentwegt ihr Wasser in das Meer und ist keiner je versiegt. Wie der Feuerberg in eurem zweiten Kontinent Furuthain: er brennt immer, und seine gelbe Lohe erwärmt die oberen Regionen euerer Atmosphäre. Er ist übrigens mit eurer Feuerküche eng verbunden.
Keine Sorge, deine Frage ist nicht scheltenswert. Du willst des Schöpfers hohe Lebensgüter wahren. Aber merke: nichts, gar nichts geht Ihm verloren! Wenn ein Sternenleiter fallen würde und mit ihm sein Sternenvolk, wie inst Sadhana auf ihrer Ataräus (s. Urwerk), dann freilich würde sich ihr Leben ändern und damit der Verbrauch der Lebensgüter ein Verschleudern werden.
In Lo-Ruhama ‚rechnet‘ man mit allem; nur wird nirgendwo so viel vertan, wie gerade dort bei aller Rechnerei. Allein“, er liebkost die Hände der Ordnerinnen, die bei ihm sitzen, „das kann auf keinem Lichtstern je geschehen; denn die eigenen Erprobungszeiten liegen hinter uns. (Die Schöpfungs-Freiheitsprobe; s. Urwerk)
Höret weiter: Wie die wundersamen Wellenstrahlen aus dem UR Quell kommen und da sichtbar werden, wo sie sich in ihr Bestimmungselement verwandeln, genau so gehen von Geschöpfen und den Sfären, sogar von Lo-Ruhama, nicht verbrauchte Grundstoffe auf einer zweiten Bahn zurück [VH15], werden zwecks Erneuerung in den UR-Quell wieder eingesenkt und erlangen an den nächsten Schöpfungstagen ihre neue Einsatzfähigkeit.
Die Essenzen und Substanzen, in die Werke eingeflossen, haben als ein Lebenssaft gedient (Z. 15), selbst wenn geschöpflicherseits sehr vieles ungenutzt verblieb. Im UR-Quell werden die Erneuerungen vorgenommen. So verläuft symbolhaft auch die Bahn des Blutes, bei uns in geistiger, in Lo-Ruhama in materieller Art. — Nun genug, ihr könnt euch aber noch besprechen. Hast du, Achorbyo, für dein Gebiet noch eine Frage?“ „Nein“, entgegnet dieser, „das Wesentlichste ist mir nunmehr klar, was an Arbeit vor mir liegt. Dem guten Vater-Gott sei dafür Dank gebracht.“
Thekmanas, der Religionsleiter, bringt seine Bitte gebetsmäßig vor. Er sagt: „Wir waren immer glücklich, wenn die hohen Priester oder guten Zwischenpriester zu uns kamen. Wir wissen, daß die Sonnen der drei ersten Sphären — der Stern Myrääon kreist ja in der vierten Sphäre (s. Urwerk, das Schöpfungsrad) — einen Hauptpriester bleibend haben. Das fand ich herrlich.
Mich bedrückt‘s schon lange, daß wir nicht zur Freude unseres allhöchsten UR-Priesters handeln, denn sonst“, Trauer überschattet sein Gesicht, „müßten wir ja längst einen eigenen Gemeindepriester haben. Gott sieht mein Herz, du auch, Hellaskus, ob es unzufrieden ist, weil auf unserem Myrääon bisher nur die Gästepriester waren. O, es wäre traurig, wenn des Hochpriesters Melchisedek Gesandte nicht mehr zu uns kämen.
Doch es muß ein Manko geben, sonst wäre ja der hohe Himmelsstand als Priestervolk (1, Pet. 2, 9) erreicht. Sage mir, Hellaskus, an was es bei mir fehlt. Vor Gott bekräftige ich: es soll die größte Mühe walten, um die Segnung zu erreichen.“ Hellaskus legt seine Hände auf die Schultern Thekmanas, und drückt ihn fest an seine Brust. Er sagt, indem ein Abglanz von Gottes Freundlichkeit sich auf seinem Antlitz spiegelt: „Freund, was bekümmert dich das Heilige der hohen Waltung, das seinen urgewollten Fortgang haben muß? Euer Kummer ist sehr leicht zu bannen.
Unsere Erkenntnis wächst, während alles Licht, von UR-Gott fest gefügt, weder Auf noch Ab besitzt. Sein ‚Stabil‘ ruht im heiligen ‚ICH-BIN’! Hängt das Geschöpf am urgewollten Auf — wie im Fall an einem selbst herbeigeführten Ab — ‚ so ist unsre Wandlungsfähigkeit bedingt. Das birgt die erwähnte Zunahme unserer Kraft, Intelligenz, Wertbewußtheit und Erleuchtung.
Wir sprachen letzthin wiederholt davon, welche hehre Bahn der Höchste Herr des Empyreums Sich erkor. Die innere Bahn reicht weit zurück, bevor der Satansfall geschah. Doch der Höhepunkt von URs Opfer, der sich in innerer und äußerer Gestaltung ‚kreuzt‘, sobald Gott als Mensch Sich nach Lo-Ruhama begibt, erzeugt in der ganzen Schöpfung Wende- oder Kreuzungspunkte: in den Lichtsfären zu einem hochgesegneten ‚Hinauf‘, in Lo-Ruhama mindestens zu einem wenn auch schweren — ‚Kehre um‘!
Das Einzelne sei jetzt dahingestellt; was euch betrifft, sei aber angefügt. Abgesehen von den drei ersten Sphären (s. Urwerk) gab es in den übrigen vier Sphären noch keine eigenen Priestervölker. Ihr habt also nichts versäumt.
Eben die drei Urkreissphären wurden und werden jeweils von den Stuhlersten: den Fürsten, Wächtern, Ältesten und Befehlsträgern priesterlich betreut. Hingegen war die zweite Engelschaft, deren Grundstand aus der vierten Urkreissphäre kommt, dem allgemeinen Leben vorbestimmt, wozu ihr ja gehört.
Vor GOTT haben alle Lichtbewohner nur den Kindesstand! Auch ist‘s wichtig, daß der siebente Fürst zum Myrääon kam, bevor der Höchste Seine Opferbahn betritt. Nach Seinem Opfer werden alle führenden Sonnen und Sterne der vierten bis siebenten Sphäre eigene Priester haben. Bis zu jenem Augenblick, wo der Herr Sein Heiligtum für alle wieder öffnet, soll Thekmanas die Tempelfeste leiten. Danach kommt ein euch bekannter Freund als Priester her und seid ihr ebenfalls ein souveränes Priestervolk, entsprechend euerm Stern. Nun, mein Thekmanas, zufrieden?“
Der Landordner neigt sich dankbar: „Wahrlich, das ist auch ein wundersamer Wellenstrahl!“ ruft er aus. „Er kommt oft ungesehen auf uns zu. Nehmen wir ihn auf, was freilich bloß durch Gottes große Güte möglich ist, dann offenbart sich Seine Herrlichkeit! Nun ist alle schwere Bürde, ob wir saumselig gewesen sind (Luk. 17, 10), von mir abgefallen.“
„Darf ich fragen“, Imahais bittet mehr, „wer jener Priester ist? Ich sehe einen Pfad, hin zur kleinen auserwählten Welt, wo einer nicht mehr irdisch lebt, doch im Raum verblieben ist. Es ist wohl anzunehmen, daß es zur Wegbereitung unsers Vaters mit gehört. Sage es uns bitte, wenn wir dieses wissen dürfen. Außerdem habe ich noch eine kleine Sache vorzubringen. Es möchte eben jeder einen Hinweis von dir haben; denn nur so sind wir gewiß, daß es bei uns bestens vorwärts geht.“
„Es ist Ihtuma, dem Haus des Ernstes angehörend. Er war erster Priester (Jozidak, s. 1. Teil) jenes Tempels, der — o Schmach — den Herrn nicht anerkennen wird. Seine priesterliche Wesensart trug er hinab und bringt sie ungeschmälert wieder heim, wenn ihm auf der argen Welt auch nicht sehr viel gelungen ist.
Es kommt weniger auf‘s äußere Erreichen an, sondern was das Herz vollbringt. Und da hat unser Freund viel mehr getan, als was er selber ahnen mag. Dieses Haus, das mir und allen Gästepriestern diente, soll ihm zubereitet werden. Zwischen euch und ihm gilt keine Standesgrenze. Als Landordner seid ihr einem für die Gottesdienste eingesetzten Priester gleich.
Jetzt bring‘ noch deine Frage vor, Imahais. Laßt uns aber wieder niedersitzen; nehmt auch noch vom guten Mahl.“ Hellaskus füllt sich seinen Silberbecher und nimmt Nüsse, Brot und Obst. Die andern tun es gerne nach. Imahais sagt:
„Ein Gebiet im dritten Kontinent Vinethrya ist trotz Pflege nicht so freundlich, wie der ganze Stern Myrääon zeigt. Ich, den Landbau überhabend, wollte gern die Stätte schön gestalten. Aber es wächst daselbst weniger und in keiner solchen Fülle wie sonst überall. Das macht mir Sorge, zumal — und jetzt kommt der Kern der Frage — gerade dorthin unsere Gäste eingewiesen werden. Sonderbarerweise gefällt es ihnen aber gut. Warum setzt man sie in dem wie mageren Landteil ein?“
„Die Last ist schnell behoben“, sagt Hellaskus gütig. „Als Gäste kommen doch nur jene Seelen in Betracht — anders ist es aber bei den Schülern — [VH16], die sich auf dem Heimweg von Lo-Ruhama befinden. Sie kommen von verschiedenen Welten und ist — ihr wißt es von euch selbst — auf dem Rückweg manches abzulegen, was sich im Mit-Opfergang nicht ganz bewältigen ließ.
Freilich, ob größere Mühe größeren Erfolg erzielt, ist auch mit zu bedenken. Der Hilfedienst wird niemals durch ein Weltenmanko niedriger bewertet. Was man aber unnütz aufgenommen hat, muß jeder Inkarnierte selber wieder gut und nützlich machen. Weil letztlich dieses sich ja nur durch einen Opferweg ergibt, deshalb wird der Heimgang so gestaltet, damit der arme Rest der Weltenbürde baldigst ausgeglichen werden kann.
Dazu gehört im Empyreum manche Stufe, von den Regionen zwischen diesen und Lo-Ruhama zu schweigen. Zum eigenen wie auch zum Heile mancher Seele führt der Weg durch die Regionen. Kehren die Geliebten Gottes heim, können sie mitunter nicht sogleich in ihre Sphäre kommen, von der sie ausgegangen sind.
Auf- oder niederwärts führt jeder Zwischenlebensakt die Steigerung der Seligkeit herbei. Euch werden jene hergebracht, die zum Teil den Weg sehr gut beendet haben, aber für die selber aufgenommenen Weltsubstanzen einer Zeit bedürfen, in der sie wieder auszuglätten sind. Der Weltballast muß nach dem Lichtgesetz bereinigt sein, ehe er als Rückbringgabe auf den heiligen Herd zu legen ist. Vorher nimmt das Empyreum sie nicht an.“
Imahais fragt: „Wäre das nicht ohne diese Stufen durchzuführen? Mit dem Wiedereintritt in das Licht verwandelt sich der materielle Stoff; er läßt sich nicht herüberbringen. In dieser Hinsicht ist‘s, als fehle da ein Glied zur höheren Erkenntnis.“ „Das ist leicht zu sehen“, sagt der Priester.
„Das Umwandeln der Materie durch den Mithilfsweg ließe sich vom Lichte her sofort erfüllen. Das wäre aber ‚Gottes Arbeit‘! Das Ihm gegebene Gelübde (Ps. 116, 14), Lo-Ruhama mit heimzubringen, wird so nicht erfüllt. Aber jeder aus dem Lichte hat es fest versprochen, bis zur Feierabendzeit als Knecht und Magd dem Herrn zu dienen und Ihm Seine Ernte einzubringen.
Weil beim Einstieg in die Todeszone (Materie) das Lichtbewußtsein ausgeschaltet wird, gleicht ein Wellenstrahl zur Wahrung der erlangten Himmelsgüter jede Überlastung aus. Gottes Segen aus dem Bogen Seines Bundes und der Gnade! Der Höchste Herr hat ihn uns zubereitet, ohne daß wir dessen vorher inne werden konnten.
Gäste spüren keinen Unterschied zwischen ihrem Gastland und dem Sterngefilde. Am Ende ihres Aufenthaltes wohnen sie ja unter euch. Von der vierten UR-Lichtsfäre aus erlangt ein jeder seinen ersten Himmelsstand. Dann ist der Hilfsdienst abgeschlossen, soweit er die Materie betrifft. Dennoch faltet danach niemand seine Hände mit dem Wort: ‚Nun habe ich mein Tagewerk vollbracht.‘ — Das Reichste aus dem Reichtum Gottes ist die Arbeitsfreudigkeit.
Es war gut getan, Vinethrya stets schöner zu gestalten. Jede Mühe ist die Leistung für das schnellste Vorwärtskommen, wie es bei eurer Heimkehr auch geboten ward. Dieses und viel mehr ist in höherer Erkenntnis mit Gottes eigener Opferbahn verbunden. Sobald Lo-Ruhama als Kind das ‚Kehre-um‘ erreicht, wird die Erlösung ihres Hauses offen eingeleitet, was sich in unseren Sphären spiegeln wird. Zwei Fragen der Serpharma und des Ragu-Ela sind damit geklärt, betreffend das Gemeinschaftswesen.
Noch etwas von Aurole, die die Schulen überhat. Tue das, was du dir vorgenommen hast. Im zugeschnittenen Rahmen können alle Kleinen vom Gehörten unterrichtet werden, zumal sie bald zu den Erwachsenen gehören. Bei schönen Wanderungen läßt sich manches Schwere leicht erklären. Euere Kinder nach und nach auf des UR-Vaters gewaltiges Sühne-Opfer hinzuweisen, entspricht ebenfalls dem Fortgang aus der nahen Schöpfungswendezeit.
Der Lichtsternabend [VH17] naht; und meine Arbeit ist getan, bis auf meinen letzten Dienst. Zu dem Behufe gehen wir in die Rustane [VH18], einen inneren und äußeren Fortschritt zeigend.“ Hellaskus steht auf: „Kommt bitte mit!“ Zwanglos folgt man ihm, von großer Freude überstrahlt.
Vom Manugurtum führt eine helle Stiege in das obere Geschoß, in dem allgemein in allen Häusern die Rustane liegt. Im Priesterhause nimmt sie mehr als die Hälfte des gesamten Oberteiles ein. Ihre breite Front geht nach dem Osten, zwei schmälere Fronten nach Nord und Süd.
In der Mitte hat sie einen breiten gangähnlichen Durchbruch nach dem Westen. Die Rustane hat, wie die Kypastern, rundum Säulen, teils mit Wänden ausgebaut. Überdacht ist sie mit einer glasartigen Decke in hellen Farben. Um die Säulen und die Wände rankt sich vom Garten hoch vielerlei Gewächs mit den verschiedenartigsten Blättern und großformatigen Blüten.
Die Rustane und zwei geschlossene Gemächer sind der persönliche Wohnteil jedes Hausinhabers. Die Gebäude ähneln sich; doch nicht zwei sind völlig überein. Wird irgendwer in die Rustane — zumal im Priesterhause — eingelassen, so bedeutet das eine außerordentliche Auszeichnung. Kein Wunder, wenn die Landordner klopfenden Herzens hochgestiegen sind.
NEUOFFENBARUNG