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Auf dem Stern Myrääon. Das Opferfest der Lebensfunken

2.T-Kapitel 1

Auf dem Stern Myrääon. Das Opferfest der Lebensfunken

Der Stern

Lobet IHN, alle leuchtenden Sterne

Ps. 148, 3; Matth. 2, 2

„Empyreum! [VH1] Aus dir kommt die Barmherzigkeit, dir entströmt das Leben! Wir trinken sie, süßeste aller Quellen! Hebt eure Augen auf, Freunde und Gäste [VH2], und seht den Strahl, den UR Sich angezündet hat. Sein Leuchten dringt zur Ferne, wo der Hölle Hochburg tobt; nicht ahnend ihre Fesseln, die sie bloß zum eigenen Heile binden; nicht wissend, daß ihre letzte Stunde schlägt.

O Freunde, laßt uns Liebe, Dank und Glaube opfern, hier an diesem Gnadenplatz, wo wir den guten Vater sehen, hören, wo wir selig sind in Seiner Seligkeit. Herbei! Werft euere Funken in das Altarfeuer, bis sein Rauch zum Herrn der Schöpfung steigt!“

Der so redet, ist der erste Priester. Eine herrliche Gestalt. Das Alter seines Geistes strahlt aus seinem Blick. Seit langem war kein solcher Priester hier, solch ‚Leiter aus dem Reich des Lichts‘. Das geschieht auf jenem Stern, den Sakkai als ‚Stern des Höchsten‘ sah. Seine Bahn liegt fern der Welt. Nur im Auftakt einer großen Wendezeit (Jesu Geburt) war sein Strahl auf jener Welt zu sehen, auf der der Ewige, Allmächtige, Sich Seinen Opferweg ersah.

Der Priester heißt Hellaskus, er amtiert im Weißen Tempel [VH3]. Viele Lichtgestalten, Männer, Frauen und auch Kinder [VH4] werfen Funken in das Feuer. Alle tragen weiße Kleider. Im Rhythmus gehen sie um einen Weißen Stein (OJ. 2, 17), auf dem in einem großen aus hellem Erz gehämmerten Becken das Tempelfeuer brennt.

Wenn ein neuer Priester kommt, wird die Flamme neu geweiht. Das ist das ‚Opferfest der Lebensfunken‘ [VH5] auch wenn einer, der zugleich Regent des Sternes ist (OJ. 1, 6), sein Amt beendet hat und weiterzieht. Die Anwohner sind eine Volkschaft aus dem Licht. [VH6]

Alle gingen ihre Straße durch Lo-Ruhama [VH7]. Der Weg führt über ihren Volkschaftsstern hinab in die Materie und ebenso zurück ins Licht. Auch in andere Regionen werden sie versetzt. Das Empyreum aber, wie man das Reich des Höchsten nennt, steht jedem offen, sobald ein Ruf erklingt, oder auch — sobald die Sehnsucht nach dem Vater steigt, sowie vor und nach einem Mit-Opfergang.

Trotz hohem Sensorium [VH8], dessen man die Sternenleute rühmt, herrscht eine sogenannte Lichttrauer, wenn Priester, die amtsmäßig wechseln, wieder abberufen werden, indes die sieben Landordner [VH9] ansässig sind. Heliaskus ist ein fürstlicher Priester; aber jeder andere von UR hergesandt — brachte gleichfalls neue segensvolle Offenbarung mit.

Man bildet um den Opferstein die Pyramidenform, Hellaskus an der Spitze. Wie herrlich: Im Gefühl weiß jeder, was vor sich geht; doch hell bewußt tritt alles erst an sie heran, wenn es sich erfüllt, ob bei Festen, in Familien- oder auch in Freundeskreisen. Dergestalt sind sie dem Werdenden, dem sie sich anzupassen, das sie zu lernen und zu meistern haben, unterstellt.

Es kann also jedermann durch Fragen, Antworten und Gegenfragen zu neuer Weisheit kommen. Dasselbe gilt bei den Hantierungen, ohne die das Jenseitsleben nur ein Vegetieren wäre. Vornehmlich des Lichtes höhere Sphären verlangen unausgesetzte Tätigkeit im Hinblick auf die Zeitläufe des waltenden Tat-UR-Jahres (s. das Werk: UR-Ewig keit in Raum und Zeit). Darüber hinaus bleibt jede Lebensart im Lichtreich fest verwurzelt.

Der erste Landordner Achorbyo sagt: „Hellaskus, du bist lang bei uns gewesen und sahest unsere Mühe, unsern Stern bei seinem Lichte zu erhalten. Wie ungern sehen wir dich scheiden; denn Gottes Liebe ist‘s, die uns mit dir verbunden hat. Wohl wissen wir: Ruft unser aller VATER uns ins Sanktuarium, sind wir ja vereint mit denen, die schon über unsere Stätte gingen. Wir bleiben auch mit dir verbunden, was uns allerseligst freut.

Trotzdem bitte ich, für alle Freunde, Gäste und für mich, bleibe noch ein Weilchen da. Es gibt viel zu lernen, zumal vom isolierten Licht, das vom Empyreum auf Lo-Ruhama entsendet wird und unsre Sphäre kreuzt. Wir Landordner merken den Zusammenhang; aber gib uns von der hohen Warte deines Hauses noch hinzu, damit wir höher steigend bei dem nächsten Opferfest der Lebensfunken größere Erkenntnis in das Opferbecken streuen können, unserm Höchsten HERRN des Empyreums anbetend dargebracht.“

Die Landordner heben beide Hände hoch zum Zeichen ihrer gleichen Bitte, während das Volk der Anwohner und die Gäste ihre rechte Hand auf ihre Häupter legen. Hellaskus nickt einem jeden freundlich zu und sagt:

„Wir schließen unser Flammenfest. Neigt euch vor dem ‚Geist der Güte‘!“ Während alle knieen, spricht Hellaskus: „Hehre Flamme, von URs Heiligkeit genährt, ströme deinen Weihrauch aus. Möge er dem UR-Vater lieblich sein. Wie dieser Rauch nach oben geht, also möge Seines Lichtes Segen auf uns alle niederfallen.

Herr, herzliche Barmherzigkeit, einstens hattest Du die Pforten zugeschlossen, außer jener zwischen Schöpfer und Geschöpf. Nun soll Dein Strahl Lo-Ruhama aufs neue an Dein Lichtreich binden, durch Deine Bahn! Allmächtiger, mache Deine Tore auf, und wir öffnen unsre Türen (Ps. 24, 7), hoch und weit. Nimm von unseren Körnern für das arme Feld; denn nun muß sich alles wenden! Die Zeit des Wegs, der Steine und der Dornen (Matt. 13, 4-8) sinkt wie ein armer Mond dahin [VH10], wenn seine Zeit vergangen ist.

Heilig-Vater, Deine Ewigkeiten rechnet auch kein Erster aus; und nichts gleicht Deiner Sonne Herrlichkeit, die Du — zu unserm Heil — Dir Selber vorbehalten hast, samt all der Seligkeit, dem Volk des Lichtes zubereitet. Herr, wer kann den Quell erschöpfen, der Deine ganze Schöpfung speist?!

Laß uns unter Deinen Händen wandeln, und gib uns Deines Friedens Kraft. Erhalte auch den Stern Myrääon im Kreis der Sonne Garapäa [VH11], erhalte seinem Volk den Weg im Empyreum. Die Wanderer nach Lo-Ruhama führe wieder heim ins Vaterhaus. Lasse vom Myrääon viel ins Dunkel der Materie dringen zu Deines Lichtes Herrlichkeit, zur Befreiung aller Armen.

Ewig Dank, Allmächtiger; ewig Liebe, Allhöchster; ewig Ehre, Allherrscher; ewig Anbetung, Allvater! Gib Dein Licht in unser Herz, Deine Kraft in unsern Geist, Deinen Odem in die Seele, daß wir immer Deine Lebenskinder sind!“ Hellaskus betete am Weißen Opferstein. Da sehen alle, wie des Feuers Rauch lichtgolden aufwärtssteigt, bis nur die rauchlose Altarflamme brennt. Ebenso lichtgolden strömt ein himmlisch sanfter Regen auf die schöne Aue nieder. Jeder weiß:

Das Fest der Lebensfunken war harmonisch; der gute Vater-Gott hat in Freundlichkeit ihr Opfer angenommen. Alle gehen nochmals durch den Weißen Tempel; dann führt Hellaskus die Gemeinde in den Hain, der für große öffentliche Feiern eingerichtet ist. Da gibt‘s eine Brotstelle [VH12], wo sich jeder nach der langen Feier laben kann. Den Priestern und den Landordnern wird stets der Vorrang eingeräumt.

Heiter, entsprechend ihrer Lichtverbundenheit, wird das hohe Fest besprochen. Alle Kinder dürfen sich gemäß der Reife am Gespräch beteiligen. Ein Wink vom ersten Landordner, und wieder schart man sich zusammen. Kunstvolle Anlagen bilden im Verein mit der Natur ein wunderbares Forum. Hellaskus hält nun seine letzte öffentliche Rede an das Sternvolk des Myrääon.

„Meine Freunde, ihr Geliebten Gottes, unseres Vaters! Ich war mit Freuden unter euch; denn während meiner Zeit habt ihr eine andere Region erreicht. Ihr fragt: ‚Wir haben die Materie wieder hinter uns gebracht; wie meinst du also, daß wir höher stiegen, da das Licht kein Aufwärts kennt?‘

Das unveränderliche Licht ist nicht vom unveränderlichen Gott zu trennen. Aber ihr Geliebten würdet keine Seligkeit verspüren, wenn der Wandel ohne Wandlung wäre. Das Licht ist unerforschlich in der Ganzheit seiner Souveränität. Doch die Sphären, jene ‚Räume in des Vaters Haus‘, sind zu erforschen, ihre in sie eingebauten Stufen aufzunehmen, womit das Dasein in Verbindung mit der Seligkeit und Freude seinen Zweck erreicht: Die ewige Lebendigkeit!

GOTT braucht keinen Fortgang; Er ist im eigenen Impuls das Leben Selbst! Aber was in Raum und Zeit vom Urkern floß, ist im Strom der sieben Eigenschaften abgegrenzt, um die ewige Lebendigkeit den Kindern zu erhalten. Am Altarfeuer ist des Lichtes Unaufhörlichkeit zu sehen. Bei Festen, die den Fortschritt bringen, legt ihr das Gesammelte von einer Stufe in die Flamme, und es steigt — wie vorhin auch – als Gabe in die Höhe. Gesegnet kommt es dann zurück. Alsdann brennt die Flamme wie zuvor.

Das besagt: Ihr selber seid im Licht gewachsen und habt eine neue Sphärenstufe eingenommen. Damit verbindet sich mitunter eine Straße, von einem Stern zum anderen. Die Veränderung ist selten eine höhere Bewertung eines Vorwärts- oder Aufwärtsgehens, sondern dient einer hehren Angelegenheit des Reichs, die allerdings von unserm Vater stets zum Segen umgewertet wird, woran alle Gott-Geliebten ihren Anteil haben.

Müßte nicht so eigentlich das Lichtreich wachsen? Ihr merkt es ja von Zeit zu Zeit an eurem Stern Myrääon. Die Häuser, die Gefilde und die Auen werden herrlicher und größer, obwohl andererseits der Stern nicht wächst, sonst müßte alles für das geschöpfliche Gefühl ins Bodenlose sinken. —

Sehr richtig, Freunde! Jeder Körper wächst bis zum vorbestimmten Maß. Dann hört das Wachstum auf, aber nicht die Kraft, Intelligenz, Wertbewußtheit und Erleuchtung. Das Maß ist gleich den Sfären, die bleiben, wie der Schöpfer sie für Raum und Zeit erschuf. Die innere Struktur ist unausschöpfbar. Oder so gesagt: Keiner kann die Sphären voll erfassen, sonst müßten auch die Schöpfungstage zu erfassen sein. Das ist aber an den Wandel, an die Wandlungsfähigkeit der Gott-Geliebten segensreich gebunden. Hier das Wort:

‚Ihre Seligkeit hört nimmer auf‘

(1. Thess. 5, 9)

Seht, das Empyreum ist urheiliges Gebiet und somit für Geschöpfe ewig unausforschbar. An sich liegt jedes Wachstum unveränderlich in der Unveränderlichkeit des Empyreums; und das, o Freunde, ist die urheilige Stabilität unseres Lebens, unseres ständig werdenden aus der UR-Vollkommenheit.

Wenn das, wieso braucht ein Lichtgeist irgendwelche Hilfe? Könnte er sich nicht auf eigener Bahn vollenden? Ja, das ist möglich, aber von der Warte unserer Freude aus gesehen nicht sehr gut. Jeder wäre auf sich selber angewiesen, und die ‚Gemeinsamkeit des Lebens‘ wäre ausgeschaltet. Was bedeutete euch der herrliche Myrääon, wenn jeder nur in seinem Haus und Garten wohnen und kein einziger den andern brauchen, ihm nicht helfen würde?

Auch wir Ersten brauchen eine Führung, in Hinsicht des gesamten Reiches zwar vom Vater Selbst, was das wundersame Abhängigkeits prinzip ergibt! Wer das nicht will, weiß nicht, was Himmelsfreiheit ist! Die erste Tochter Sadhana stieß die hehre Schöpferführung von sich fort; allein — in fast fesselloser Freiheit war sie somit die gefesselte Lo-Ruhama geworden.

Vom Schöpfungskampf wißt ihr genug; aber eine Tiefe tue ich euch auf, deren auch wir Ersten nach Beendigung des Himmelsstreites erst inne werden konnten. Fürst Michael hat die Kampfschar angeführt. Warum hat nicht GOTT die bös gewordene Tochter ausgetrieben? Lag denn das alleinige UR-Recht nicht in Seiner Hand? O, wie ewig wahr! Höret aber zu:

Ein Geschöpf, vom SCHÖPFER fortgetrieben, könnte niemals wieder einen Fuß ins Empyreum setzen, weil es da kein Opfer zur Versöhnung, zur Heilung dieses ‚Bruches‘ gäbe! Die schöpferische Macht — zumal im Falle wie geschehen — tastet dahingehend ihre Souveränität nicht an, daß sie den herbeigeführten heilig richterlichen Rechtsspruch annulliert, ganz gleich durch welches Mittel.

Hingegen kann ein Opfer, das VERSÖHNUNG im Gefolge hat, über jeden Richterspruch hinaus die Brücke sein, wird ein Geschöpf durch ein anderes Geschöpf besiegt. Das war geschehen! So ebnete der Heilige in unfaßbarer Weise jenen hohen Weg, dessen Himmelstransparent die möglich gemachte Heimkehr ist.

Der Vater-Gott bringt das Versöhnungsopfer dar, in welchem alle Mit-Opferwege eingeschlossen sind. So wird Lo-Ruhama und ihrem Haus (Materie) die Um- und Heimkehr angeboten. Wir erleben es“ — freudige Bewegung bei allen —‚ „welche Herrlichkeit der allmachtsvolle Gott dem Siege Michaels verleiht!

Dazu umkleidet Er von Seiner Wesenheit bloß einen Teil: denn die Materie könnte Seines Lichtes Fülle, soweit zu Gunsten der Geliebten in Gestalt verkörpert, nicht ertragen, geschweige jene Welt, die ER Sich ausersehen hat und die ich — vorausgehend — zubereiten darf. Er opfert jenen Liebeteil, der einen Seiner Schöpfungstage segnet. Von diesem Teil — er ist urgewaltig — können selbst die Himmlischen insgesamt nur die Hälfte tragen und — schöpfen sie in keiner ihrer Lebenszeiten aus.

Dieser Liebe gibt Er das Gewand von jener ärmsten Welt und nimmt mit Sich jene Gottheitsfülle (Ko. 2, 9), mit der Lo-Ruhama zu segnen ist. Das ist keine Teilbarkeit der Göttlichkeit. Nichts hat UR-Gott an Sich Selber je geteilt! Was Er aber aus der eigenen UR-Wesenheit zum Segen Seiner Werke löste, gab Er letzten Endes nur von einem in den andern Teil hinein, aus welcher ‚Kräfteverschiebung‘ Raum und Zeit für die Geschöpfe wurden.

Was wir als ‚Teile Gottes‘ sehen, sind Fragmente der UR-Ewigkeit in Hinsicht unserer Erkenntnis. Nicht Seinetwegen löste Gott die Teile aus, die ohnehin im UR-Sein bleiben! Er tat es pur der Werke wegen, die Er wohl zu Seiner Schöpferherrlichkeit und Vaterfreude schuf. Doch in Seiner Schöpferherrlichkeit wohnt die Seligkeit der Gott-Geliebten; und Seine Freude schüttet Heil und Gnade aus über alles, was da lebt!

So sind wir an Sein Wesen ‚angelehnt‘ in Stoff, Kraft, Empfindung und im unmittelbaren Bewußtsein. Zu verschiedenen Zwecken setzt Gott die Seinen für die Seinen ein. Michael ward für das Licht und gegen die Gefallenen eine Hauptstufe zu deren Rettung. Unsre Volkschaften bilden Stufen für die Umkehr; GOTT in Seiner Opferhoheit ist die Himmelsleiter für die Heimkehr!

Gott hilft Selbst! Allein — die Getreuen tragen Seine Hilfe aus, je nachdem, welcher Arme eine Segnung braucht, werden große oder kleine Helfer ausgesandt. Die kleinen Helfer sind im Dienst genau das gleiche wert wie jeder große, weil unreife Hilfsbedürftige den Hauptstrahl eines großen Engels oder eines Himmelsfürsten nicht ertragen könnten.

Ihr erlebtet in Lo-Ruhama, daß die Kindlein fortgesetzte Wartung brauchen, doch die Nahrung bloß in kleinen Mengen abgegeben wird. Nicht anders ist es mit der Hilfe aus dem Licht. Je mehr Hilfe eine Seele braucht, um so kleiner muß zuerst die Dosis sein. Weniger das Viele als mehr das Gute bildet das gerechte Maß.

Darum läßt Gott an der Hilfeleistung alle Willigen den Anteil haben, wodurch sich ihre Seligkeit äonenfach vermehrt. Jede Hilfe und wie sie dargeboten wird, bezieht sich nicht nur auf die Auslastung der Willigen; GOTTES Hände halten alle Kinder, und das zu dem von Schöpfungszeiten her, die uns ganz unermeßbar bleiben. So groß und urgewaltig sind die Hände des Allmächtigen! Kommt Er aber und teilt Seinen Segen aus, dann dürfen wir — o welche Güte — Seines Wesens herrliche Gestalt erblicken.

Von der Schöpferwarte aus gesehen, sind alle Werke insgesamt eine winzige Mikrobe gegenüber der Allmächtigkeit. Dabei doch das hohe Wunder: Von der Vaterwarte aus gesehen ist jedes einzelne Geschöpf das ‚ICH-du-Prinzip‘. Da sind wir Sohn und Tochter, die Geliebten Gottes und spüren Seine Größe nicht, wohl aber immer die Gewalt der Güte, Liebe, Gnade und Barmherzigkeit.

Wenn ihr Freunde vom Myrääon in die Obhut eurer Häuser zieht und ihr lieben Gäste weiterwandert, dann dankt in euren Herzen nochmals für die reiche Gnade, die des Vaters liebevolle Allmacht zu bereitet hat. Ich bin gewiß: Vom Sanktuarium kommt der Segen über euch und gibt euch seinen Frieden. Jetzt seid bereit! Bald kommt der große Ruf, wo ihr den Siegeszug des Höchsten miterleben sollt, nach dem Sein Opfer jenem ersten armen Kinde die Erkenntnis, Reue und die Umkehr bringen wird.

Betet für Lo-Ruhama und für alle, die dort ihre Dienstbarkeit am Werk beweisen. Aus meinem Strahl kann ich Euch segnen, weil euer Stern zur Strahlsfäre meiner Eigenschaft gehört. Geht mit Freuden heim. Ihr lieben Landordner folgt mir in mein Haus; euch habe ich noch einiges zu sagen.“

Bei der Segung öffnen alle ihre Hände, wie Schalen, in die man etwas gießen kann. Hellaskus wird umdrängt. Noch sucht jeder einen Dank, eine Bitte anzubringen. Freundlich hört der Priester zu, gibt gerne Antwort, hie und da auch eine Mahnung. Doch zum Gehen bedarf es keiner zweiten Anweisung. Die Kinder schwenken Abschiednehmend farbenfrohe Tüchlein und die Schärpen, die Erwachsenen heben ihre Hände hoch. Hellaskus, umgeben von den Landordnern, wartet, bis die Letzten abgezogen sind. — —

Es sei erzählt: Auf den Anhöhen stehen bis zu vier Häuser; an dem leicht hängenden Gelände sind schöne Gärten angelegt. In den Tälern fließen helle Wasserläufe, auch durch die zu Versammlungen benutzten Auen oder Haine. Breite Straßen führen durch das Land. Jede Sippe hat einen Haustempel, die Volkschaften einen öffentlichen. Für die Feste gibt es vier große Gotteshäuser.

Das erste ist der All-Tempel, in dem jährlich das Fest des Herrn gefeiert wird; im zweiten, dem Licht-Tempel, das Priesterfest bei Ankunft eines Priesters, dazu vier große Gottesdienste. Das dritte, der Opfergaben-Tempel, ist immer offen; in ihm werden nach Bedarf gemeinsame Lichterlebnisse gefeiert. Der vierte Tempel ist bekannt, je ein Haupttempel steht in einem der vier Kontinente, die — an einigen Stellen von Meerengen verbunden — vom Sternmeer umgeben sind. Über diese Engen führen weite, pfeilerlose Brücken. Das leichtbewegte Meer befährt man spielend mit Schiffchen, von lichtatmosphärischer Kraft betrieben.

Die Haupttempel, die Häuser der Priester und Landordner thronen auf den höchsten Hügeln. Es gibt wunderbare Berge, vielfach höher als die höchsten unserer Welt. Im Gegensatz zu Letzteren schmückt diese Riesen nebst malerischer Formation eine reiche Flora. Bloß die Spitzen tragen leuchtend weiße Kappen und der Wind weht stark. Stürme gibt es nicht; denn das REICH kennt solche nicht, erst recht nicht irgend welche Katastrophen.

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