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Die antichristliche Order von Rom

(Gefangennahme der bösen Geister durch Friedensgeister. Vor den fliehenden bösen Geistern öffnete sich die dritte Hölle. Rüge: Bezahlt man Gutes mit Undank und Bösem? Die Geister schoben die Schuld und Verantwortung auf ihre Anführer, die Priester. Diese berufen sich auf die Order von Rom, welcher sie zu gehorchen haben.)

Die Gesellschaft atmete ein wenig auf, als sie einen solchen Trost bekam und wartete ab, was Ich machen werde. Ich aber berief die Engel zu Mir und trug ihnen auf, sie sollen sich in die oberen Wolkenregionen begeben und eine Riesenzahl Friedensgeister herbeiführen und die ganze Menge der bösen Geister umzingeln. Auf diesen Befehl, den Ich im Stillen gab, verschwanden die Jünglinge aus unserer Mitte, zum großen Erstaunen, der Gesellschaft und der bösen Geister, die Mich verdutzt betrachteten, was Ich eigentlich vorhabe, da Ich der einzige war, der von den Jünglingen übrig blieb.

Plötzlich umlagerten uns Millionen Friedensgeister und drängten die bösen Geister zusammen und fragten sie, was sie nun mit den Gefangenen machen werden, da sie selbst die Gefangenen seien, weil sie undankbar und Gutes mit Bösem zu vergelten im Begriffe ständen. Da antworteten sie: »Wir sind zwar gefangen, aber nicht entmutigt, wartet nur, wir werden gleich sehen, ob keine Hilfe kommt.« Und nun fingen sie an böse zu werden und einen Angriff auf die Friedensgeister zu planen. Dieses aber geschah, weil sie in ihrer Finsternis die Zahl und Macht der sie umgebenden Geister nicht erkannten und sich durchzuschlagen gedachten. Allein der erste Versuch mißlang vollkommen.

Anstatt nachzugeben wurden sie noch wilder und wollten mit aller Gewalt sich durchschlagen und entkommen. Als der Anprall recht gewaltig war, ließ Ich plötzlich die Erde sich spalten und Feuerflammen stiegen empor, wohin die bösen Geister fliehen wollten, als ein Zeichen, daß sie die flammende Hölle für ihre Bosheit aufzunehmen drohte. Ein Schrei des Entsetzens erscholl aus der Menge und alle drängten zurück, von der großen Hitze getrieben, die aus der Erde hervorstieg, während die Friedensgeister sie ganz bedrängten und zusammenpreßten. Nun gab Ich den Friedensgeistern ein Zeichen und sie ließen nach vom Drängen und Pressen und warteten ruhig das Weitere ab. Darauf wendete Ich Mich an die bösen Geister, deren Zahl bei einer Million war und sagte ihnen: »Freunde, Mitbrüder!

Saget Mir, bezahlt man Gutes mit Undank und Bösem? Ihr waret einst doch Menschen und seid belehrt worden, wie man als Mensch und Christ leben muß; warum habt ihr die guten Lehren unbeachtet gelassen und seid böse und dadurch Teufel geworden, welche nur Böses im Schilde führen? Man hat euch auch hier belehrt, wie man als Christ leben und handeln muß und man wollte euch geistige und leibliche Nahrung geben. Ihr aber habet wohl das annehmen, aber Gutes mit Bösem bezahlen wollen.

Saget Mir, ihr argen Teufel, ist euch die zweite Hölle noch nicht unangenehm genug? Wollt ihr dorthin in den Flammenabgrund geworfen werden? Denn jetzt seid ihr schon für die dritte und ärgste Hölle reif, und daher ließ Ich euch diese öffnen ganz nach der Lehre eurer römisch- katholischen Priester, die eure Anführer in der Bosheit sind, da sie selbst nie an das glaubten, was sie, euch lehrten, aber, eure Dummheit benützend, euch mit Stroh wie ein dummes Vieh des Hausstalles fütterten.

Das Stroh aber sind die falschen Lehren der Priester, durch welche ihr zu Teufeln geworden seid und die Priester mit euch, weil sie schuld an allem sind. Saget Mir, ihr argen Bösewichte nun: Wollt ihr dorthin, wohin zu kommen ihr verdient habet, oder wollet ihr Menschen werden, das heißt: Menschen, die so leben und handeln wie recht fromme und gute Leute, die von euch verhöhnt und verlacht wurden?« Die bösen Geister aber wandten sich an ihre anführenden Priester und sagten: »Da ihr an allem schuld seid, daß wir Teufel geworden sind so sollet auch ihr für uns als unsere Anführer sprechen; denn von euch ist der Plan und die Leitung unseres Angriffes auf diese Menschen geschehen, die uns wohl wollten, aber Undank von uns ernteten.

Nun sind wir die Betrogenen und Gefangenen und daher verantwortet euch selbst für euch und uns!« Auf diese Aufforderung traten die anführenden Priester vor und sprachen: »Was wir taten, ist geschehen auf Befehl und Order von Rom aus und wir als Diener Gottes hatten nichts anderes zu tun, als zu gehorchen, weil wir unter kirchlicher Disziplin nichts anderes tun durften, daher trifft uns keine Schuld, sondern unsere Oberen, denen wir zu gehorchen hatten und siehe, es sind solche unter uns, denen wir zu gehorchen hatten, daher strafet die, uns aber lasset ruhig weiterziehen.«

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