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„Die Hauptfragen einer Selbstprüfung“ – Matth. 6

200. – 31. Oktober 1880 "Die Hauptfragen einer Selbstprüfung" -Matth. 6 –  siehe Predigt 50 "Vom Schifflein Christi"
 
Liebe Kinder!
Ich muß in eurer Erziehung, welche Ich euch angedeihen lasse, durch Zufluß geistiger Wahrheiten, euch immer wieder nebenbei auf euer tägliches Leben zurückführen, damit ihr euch prüfen könnet, ob und wie viel ihr Meinen Geboten mehr nachkommet als ein gewöhnlicher Mensch, der sozusagen bloß seinen eigenen Gefühlen folgt, ohne sich besserer Gnadeneinwirkungen rühmen zu können; aber dennoch in manchen Stücken große Werke der Liebe ausübt, ja oft größere, als Meine sein sollenden Kinder!
 
Ich will euch darauf aufmerksam machen, wo dieses herkommt! Sehet, der Feind, der stets bei den Menschen auf der Lauer ist, beobachtet Jeden genau, wo er ihm am stärksten entgegen zu wirken hat, und weiß auch genau, daß Mein Hauptgebot die Liebe ist.
 
Darum, wenn Jemand strebt ein Kind Gottes zu werden, so stellt er ihm zunächst die eigenen Verhältnisse so dar, daß dem Anfänger Vieles zu unüberwindlich scheint, dadurch er dann so manche Punkte zu umgehen sucht, und sich mit seiner äußeren Lage entschuldigt.
 
Hat der Feind durch seine Vorspiegelungen dort Eingang gefunden, so ist ihm ein weites Tor geöffnet, und die völlige Hingabe einer Seele an Mich ist gehemmt, denn diese verlangt Gehorsam Meinen Gesetzen gegenüber, so wie sie nun einmal sind, und zugleich das Vertrauen, daß Ich dieselben gegeben habe, wohl wissend alle die Hindernisse, welche im Wege sind, um dieselben nach Meinem Worte zu halten. ( 1. Joh. 5, 3 ).
 
Aber gerade in diesen Hindernissen und Mißverhältnissen, für eine jede Seele besonders nach ihrer Art, besteht der Kampf, der euch zum Ziele führen soll. In den Bedenklichkeiten, die ihr da oft habt, dieses oder jenes Liebe-Gute auszuführen, suchet genau zu unterscheiden, wie viel falsche Einflüsterungen mit unterlaufen, und wenn ihr euch in diesem Punkte selbst nicht trauet, so habt ihr einen guten Fortschritt getan, auf Meine Seite zu treten.
 
Ich muß euch diese Lehre zukommen lassen, wenn ihr als Meine Reichsarbeiter weiter kommen wollet; denn jetzt fängt zugleich der Kampf an und zwar zuerst bei euch selbst, (d.h. wie viel ihr um Meinetwillen auf euch nehmen wollet), und dann machet euch klar, daß ohne Opfer von eurer Seite nicht viel geschehen kann, und Ich Mich auf Meine Diener muß verlassen können. Deshalb gebe Ich im Ernste Jedem von euch seine eigenen Bedingungen, damit es sich klar macht, was es heißt – unter Meiner Fahne zu stehen, die die Inschrift trägt:
 
"Liebe Gott über Alles – und deinen Nächsten wie dich selbst!"
 
Nun also frage Ich: Wie weit seid ihr treue Haushalter mit euren irdischen Schätzen? Welchen Zinsgroschen habt ihr Mir davon bestimmt zur Ausführung meines Reichsplanes? Wie steht es mit der wahren Nächsten- oder Bruderliebe? Wie viel stehet ihr weiter oben in den richtenden Urteilen, als eure weltlichen Mitmenschen, die sich so gerne damit entschuldigen, daß eben zu viele Mängel im Christentume seien und sie sich deshalb lieber isolieren wollen?
 
Seht, das sind die großen Fragen einer Selbstprüfung, die alle geordnet sein müssen in jeder Seele, die um Mein baldiges Kommen ruft. Das Anklopfen ist geschehen; *) ihr habt Meine Stimme vernommen, darum machet das Herz bereit zum baldigen vollen Einzug. Euer Vater! Amen!

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