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Vom Urgrundgesetze der Liebe

405. – 8. Juli 1884  Vom Urgrundgesetze der Liebe

„Denn Ich sage euch: Wahrlich, bis daß Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe, noch ein Titel vom Gesetze, bis daß es Alles geschehe. „Wer nun Eins von diesen kleinsten Geboten auflöset, und lehret die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehret, der wird groß heißen im Himmel.“ Matth. 5, 18. 19.
 

Liebe Kinder!

Diese Worte sprach Ich einst nicht allein für diejenigen, welche um Mich versammelt waren, sondern sie gelten auch den nachfolgenden Geschlechtern, weil Ich ja wohl wusste wie die Menschen aus Meinen Worten und Meiner Lehre immer dasjenige sich am liebsten merken, was weniger Selbstverleugnung kostet; daher am meisten gegen diese Worte gelehrt und überall am göttlichen Gesetze zu rütteln gesucht wird, um – nachdem die Menschen demselben fast entfremdet sind, ihnen menschliche Gesetze einzuprägen, welche oft die gröbsten Zweideutigkeiten enthalten, damit sie von den Leitern des Volkes nach Belieben gedreht werden können, während die Summe Meines Gesetzes von jedem einfältigen Menschen begriffen werden kann, weil es einfach heißt: Liebe Gott über Alles, und Deinen Nächsten wie dich selbst!
           

Wer immer an sich beobachtet, was ihm wohl oder wehe tut im Herzen, der wird sich bald selbst sagen können, wie er gegen seine Mitmenschen sich zu verhalten hat, wie ja auch die Worte lauten: „Alles was ihr wollt, das euch die Leute tun sollen, das tut auch ihr ihnen! „Wer aber nur Eines von diesen Worten auflöset und lehret die Leute anders, der wird der Kleinste heißen im Himmel.“
           
Ihr sehet nun, wie weit die Auflösung dieses Gesetzes in der Jetztzeit gekommen ist; darum aber sind Solcher, welche eins groß im Himmelreiche sein werden. Gar Wenige, und ist Mein Reich auf Erden immer entstellter, so daß Viele nicht mehr glauben, daß Ich auf Erden stets noch fortwirke, sondern sie wollen in sorgloser Ruhe warten, bis Ich komme und Ihnen ein Reich bereite, in welches sie mit allen Begierden und Leidenschaften bequem eingehen zu können meinen; Ich aber sage; bis Ich so Meine Herde sammle, könnten Ewigkeiten vergehen, und doch wäre noch nichts geschehen! –
           
Für Alle, welche Mich lieben, ist das Gesetz, welches von Mir ausgeht, von großem Werte, und Ich werde einst Jeden nach der Liebe richten, denn alle Meine Gesetze enden oder wurzeln in der Liebe; die Werke, welche aus Furcht oder Lohnsucht geschehen, sind keine gute Werke nach Meinem Sinne, sondern die Triebfeder dabei war dem Natürlichen entsprossen, während die wahre Triebfeder zu guten Werken Liebe sein muss.
           
Darum auch vor den Menschen scheinbar böse Werke in Meinen Augen oft ganz anders beschaut werden, indem dieselben oft sogar einem erregten Eifer in der Liebe entspringen, und deshalb zu entschuldigen sind, wenn sich auch eine Schwäche dabei einschleicht. Bei solchen Werken verhüte Ich Selbst die nachtheiligen Folgen und mache aus Bösem Gutes, was ihr schon oft wahrnehmen konntet, wo es heißt, es ist noch gut gegangen, es hätte bei diesem oder jenem (Jähzornausbruch od. dergl.) übel ergehen können, oder werden falsche Anklagen noch zu rechter Zeit entdeckt, wenn sie auf Irrtum beruhen.
           
Denen, die Mich lieben, gehe Ich auf allen Wegen nach und behüte sie vor jedem Unfalle, welcher geistig schaden könnte, obgleich es im Natürlichen oft sehr trübe bei ihnen aussieht, und auch Meine Kinder beim Aussprechen des Vater-Namens ihr Herzeleid oft nicht verbergen können, weil sie meinen: Ich habe sie hart bestraft, wenn sie Meine Liebesschläge fühlen; aber hier heißt es: hernach wirst du es erfahren, daß Ich nicht allein ein liebevoller, sondern auch ein weiser Vater bin.
           
Darum so haltet fest an der Liebe, welche das Gesetz nicht auflöst, sondern es erfüllt; aber fürchtet euch nicht zu sehr vor dem Richter, Welcher Gesetze gegeben hat, sondern beachtet wohl, daß Ich zugleich euer liebender Vater bin!

Amen.

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